Eine Alpenüberquerung "light" - das ermöglicht dir der Alpe Adria Radweg, der von den österreichischen Alpen an die italienische Adria führt. Er gilt als einer der schönsten Radwege in Europa, weil er alpines Bergerlebnis mit italienischem Genuss verbindet.
Warum ist der Alpe Adria Radweg so beliebt für Radreisen?
Der Alpe Adria Radweg ist eine echte Sehnsuchtsroute und gehört zu den beliebtesten Radwegen mit Alpenüberquerungen. Die Alpenüberquerung auf dem Alpe Adria Radweg ist dank der Einbindung stillgelegter Bahntrassen und zahlreicher Tunnel ohne große Steigungen möglich. Kann es für eine Radtour ein verlockenderes Ziel als das Meer geben?
Wo beginnt und endet der Alpe Adria Radweg?
Von den Alpen an die Adria - der Alpe Adria Radweg startet in der Mozartstadt Salzburg und führt durch das Salzburgerland, Kärnten und Friaul-Julisch Venetien bis ans Adriatische Meer. Genauer gesagt auf die italienische Insel Grado.
Wie lang ist der Alpe Adria Radweg und wie viele Etappen hat er?
Der komplette Alpe Adria Radweg ist gute 400 Kilometer lang und hat offiziell 8 Tagesetappen. Die reine Fahrtzeit wird je nach Tempo auf etwa 30 Stunden gerechnet. Wenn du nicht so lange am Stück unterwegs sein möchtest, kannst du auch nur eine Hälfte des Radwegs machen. Zum Beispiel die alpinere Strecke von Salzburg nach Villach oder die entspanntere Strecke von Villach nach Grado. Das sind jeweils 4 Etappen.
Wie ist die Wegführung und Beschilderung des Alpe Adria Radweg?
Der Alpe-Adria-Radweg ist sehr gut beschildert. Das grün-blaue Alpe Adria Radweg-Logo und die Beschriftung CAAR (Ciclovia Alpe Adria Radweg) sind bis auf wenige Stellen leicht zu finden. Meist verläuft die Strecke auf gut ausgebauten Radwegen. Es gibt auch ein paar kurze Abschnitte auf vielbefahrenen Straßen. Der Großteil des Radwegs ist asphaltiert, Teilstrecken führen über Schotterwege.
Wie anstrengend ist der Alpe Adria Radweg?
Die Tagesetappen liegen zwischen 35 km bis maximal 65 km. Vor allem auf den ersten Etappen sind viele Höhenmeter zu bewältigen, deshalb hat die Radreise einen mittleren Schwierigkeitsgrad. Für die ersten Etappen ist ein E-Bike von Vorteil, die zweite Hälfte ist auch ohne E-Bike problemlos machbar.
Wann ist die beste Jahreszeit für den Alpe Adria Radweg?
Die größte Herausforderung auf dieser Radreise ist definitiv die sommerliche Hitze. Wir würden dir deshalb empfehlen, die Tour entweder im späten Frühling/Frühsommer oder im Spätsommer/Herbst zu machen.
Unsere 6-tägige Radreise mit Eurobike auf dem Alpe Adria Radweg
Auf unserer ersten mehrtägigen Radreise sind wir mit dem E-Bike von Villach in Kärnten in 4 Etappen bis auf die Adria-Insel Grado geradelt. Hier kommt unser Erfahrungsbericht zu dieser 6-tägigen Radtour auf dem Alpe Adria Radweg.
Bei Eurobike gibt es verschiedene Reisevarianten des Alpe Adria Radwegs, je nach Wunsch. Die klassische Radreise verläuft über alle 8 Etappen von Salzburg nach Villach (10-tägige Radreise). Sportlich-ambitionierte Radfahrer können die 400 Kilometer des Alpe-Adria-Radwegs in 4 Etappen zurücklegen (6-tägige Radreise). Unsere Tour ist die individuelle Radreise „Alpe Adria Radweg Villach-Grado“ mit 6 Tagen / 5 Nächten.
Eurobike organisiert seit über 30 Jahren Radreisen mit Gepäcktransport in ganz Europa. Die Radreisen von Eurobike sind in vier verschiedene Anspruchslevel unterteilt - von leichten Routen bis hin zu Touren für sportlich-ambitionierte Radler. Bei allen Reisen übernimmt Eurobike die komplette Organisation und den Gepäcktransport fürs Radfahren ohne Gepäck.
Die Vorteile einer individuellen Radreise mit Eurobike
Wer mag, kann natürlich mit seinem eigenen Fahrrad auf Radreise gehen. Wir haben zwar eigene E-Bikes, wollen es aber auf unserer ersten Radreise so bequem wie möglich haben.
Am Anreisetag erhalten wir an der Rezeption unseres Hotels in Villach das ausführliche Reiseunterlagen-Paket, eingepackt in einer nachhaltigen Filzmappe. Kurz darauf treffen wir unseren persönlichen Eurobike-Reisebetreuer. Wie schon bei unseren Wanderreisen bekommen wir Gepäckanhänger, diesmal im typischen Eurobike-Blau. Das etikettierte Gepäck geben wir jeden Morgen vor 9 Uhr an der Hotelrezeption ab.
In der Eurobike App sind die GPS-Daten unserer Radreise eingespielt. So können wir uns auf jeder Tagesetappe ganz bequem - wie bei einem Navi im Auto - führen lassen. Mit dabei ist auch ein Link zur Eurobike & Eurohike on Tour-App (kostenlos für iOS und Android). Dort finden wir alle Informationen zu unserer Radreise perfekt aufbereitet.
Unsere 6-tägige Radreise auf dem Alpe Adria Radweg beginnt in Villach im österreichischen Kärnten.
Villach liegt malerisch am Zusammenfluss der Drau mit der Gail und ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt für den Alpe-Adria-Raum. Das stylische 4-Sterne Superior Hotel voco Villach (Europaplatz 1-2), liegt direkt am Ufer der Drau, unweit des Hauptbahnhofs. Unser Zimmer bietet einen herrlichen Blick über den Fluss, die Altstadt und die dahinterliegenden Berge. Unser Auto könnten wir während der Radreise für 12 € pro Tag in der neben dem Hotel liegenden Tiefgarage einstellen. Alternativ gibt es nur rund 10 Gehminuten entfernt den Parkplatz Draubodenweg (SEZ-Straße). Die Pizzeria La Piazza (Nikolaigasse 1) ist nur ein paar Schritte von unserem Hotel entfernt.
Nach dem Frühstück packen wir unsere Satteltaschen und brechen voller Vorfreude zu unserer Radtour an die Adria auf. Zunächst radeln wir stadtauswärts am schattigen Ufer der Drau entlang. Über eine spektakuläre rote Bogenbrücke queren wir den Fluss.
Kurz darauf treffen wir auf den nächsten Fluss: Die Gail fließt in Villach mit der Drau zusammen. Die nächsten Kilometer folgen wir dem türkisblauen Flüsschen durch den waldigen Naturpark Dobratsch, vorbei an sandigen Badebuchten und zahlreichen Camper-Stellplätzen. Vor Erlendorf führt eine Radbrücke über die Gail, von der aus wir einen herrlichen Blick auf Wasser und Berge genießen. Durch kleine Ortschaften gelangen wir schließlich nach Arnoldstein.
Schon von weitem sehen wir die malerische Ruine des ehemaligen Benediktinerklosters Arnoldstein. Wir machen einen Abstecher auf den steilen Klosterberg und besichtigen die von einem örtlichen Verein liebevoll restaurierte Klosterruine. Von hier oben haben wir einen wunderschönen Blick auf das Städtchen und die umliegenden Berge. Nach Arnoldstein machen wir unsere ersten Höhenmeter, die dank E-Bike gar kein Problem sind.
Wenig später passieren wir mit unseren Fahrrädern bei Thörl-Maglern dann schon die österreichisch-italienische Grenze. Kurz nach dem sehr verbauten und etwas vernachlässigten Grenzgebiet gelangen wir ins malerische Coccau (Goggau). Coccau ist bereits ein Teilort von Tarvis (italienisch Tarvisio), dem Ziel unserer ersten Etappe auf dem Alpe Adria Radweg.
Tarvis liegt im Dreiländereck von Österreich, Italien und Slowenien. In dem Bergdorf mischen sich seit Jahrhunderten alle drei Sprachen und Kulturen und verleihen dem Ort ein einzigartiges Flair. Das Hotel Nevada (Via G. Kugy 8, Tarvisio) liegt im Herzen des Bergdorfes. Da unsere erste Etappe mit knapp 40 Kilometern recht kurz ist, erreichen wir Tarvisio bereits am Mittag.
Nur rund 3 Kilometer außerhalb des Ortes, am Beginn des Kanaltals, liegt die Slizza-Schlucht (italienisch Orrido dello Slizza). An der imposanten Eisenbahnbrücke der stillgelegten Kronprinz-Rudolf-Bahn klettern wir über einen steilen Pfad durch den Wald hinunter zum Flussufer. Unten angekommen, geht es über Holzstege, schmale Pfade und durch einen Tunnel am Wasser entlang. Der Steig verläuft rund einen Kilometer am Fluss entlang, bis zu einem Kriegerdenkmal mit einem riesigen Soldaten. Das Denkmal ist von der Autobahn bei Tarvisio aus zu sehen. Die Schlucht erinnert uns total an das Soca-Tal in Slowenien. Das glasklare Wasser der Slizza leuchtet türkisfarben. Flache Stellen wechseln sich ab mit tieferen Pools und kleinen Stromschnellen.
Nach unserer Ankunft am frühen Nachmittag genießen wir in der Pizzeria Alpino (Via Roma 66) leckere Penne al Arrabiata und Spaghetti con Ragù. Weil uns das Ambiente und die Gerichte so begeistern, reservieren wir für den Abend gleich noch einmal einen Tisch auf der Terrasse.
Heute erwartet uns die spektakulärste Etappe des ganzen Alpe Adria Radwegs. Die stillgelegte Bahntrasse der Kronprinz-Rudolf-Bahn wurde mit EU-Fördergeldern in einen asphaltierten Radweg umgewandelt. Von Tarvis führt der Pontebbana-Radweg auf 47 Kilometern stetig bergab bis nach Resiutta. Auf dem perfekt ausgebauten Radweg fahren wir an nostalgischen Bahnhöfen vorbei, durchqueren unzählige Tunnel und radeln über beeindruckende Viadukte und Brücken. Wir kommen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus, so atemberaubend ist diese Strecke. Fast wären wir an der Cascata Cadramazzo vorbeigefahren.
Alle Radfahrer, die uns auf der Strecke überholt haben (weil wir an jeder Ecke fotografieren mussten), treffen wir im urigen Bahnhofslokal „Stazione di Chiusaforte“ (Via Stazione 15, Chiusaforte) wieder.
Venzone wurde 1965 zum Nationaldenkmal erklärt, weil es die einzige befestigte Ortschaft aus dem 14. Jahrhundert ist. Wir erreichen Venzone zur Mittagszeit und verkosten bei Cûr Furlan (Piazza Municipio 18) den feinen Prosciutto San Daniele mit Melone. Dazu gibt es lokale Käsespezialitäten.
Vom eigentlichen Alpe Adria Etappenziel Venzone radeln wir noch 9 Kilometer weiter zu unserer Unterkunft. Gemona del Friuli liegt am südlichen Ausgang des Kanaltales und ist eine der schönsten Ortschaften Friaul-Julisch Venetiens. Traurige Bekanntheit erreichte die Region bei dem schweren Erdbeben von 1976. Dabei wurden Gemona und seine Nachbargemeinden Osoppo und Venzone nahezu völlig zerstört.
Unser Appartement im neuen Gästehaus der Osteria 38° Parallelo (Via Tagliamento 44, Gemona del Friuli) ist unsere liebste Unterkunft auf der gesamten Radreise. Das Frühstück machen wir uns selbst mit allem, was unsere Gastgeberin für uns in den Kühlschrank gepackt hat. Gastgeberin Eleonora hat einen genialen Geheimtipp für uns: Der durch Gemona fließende Tagliamento ist einer der letzten Wildflüsse der Alpen. In seinem riesigen Flussbett gibt es viele kleine Inseln und natürliche Pools. Direkt an der Badestelle gibt es eine kleine Bar mit Biergarten.
Wie schade, dass die Osteria 38° Parallelo am Sonntag und Montag geschlossen hat. Eine sehr gute Wahl: Jochen genießt eine Fischplatte und ich hausgemachte Pasta mit Auberginen und Burrata. Zum Dessert gönnen wir uns Profiteroles und Tiramisu - zum Hinknien lecker!
Schon gegen 8 Uhr morgens radeln wir los in Richtung Udine. Bereits kurz nach dem Ortsausgang von Gemona werden wir von einem heftigen Gewitter mit Starkregen erwischt. Heute verschwindet die Bergkette der Julischen Alpen immer mehr am Horizont und wir kommen in flachere Gefilde.
Im kleinen Örtchen Laipacco di Tricesimo sehen wir plötzlich etliche Fahrräder vor einer Osteria. Das Cuore Friulano Osteria e Cucina (Via San Giuseppe 9) mit seiner Hausmannskost ist sehr beliebt bei Radfahrern.
Udine ist eine echte Überraschung für uns. Die knapp 100.000 Einwohner zählende Stadt ist die zweitgrößte Friauls und wirkt mit ihren prächtigen venezianischen Palästen wie ein riesiges Open-Air-Museum. Udine ist genauso unterschätzt wie Turin, Italiens erste Hauptstadt. Die Piazza Libertà ist der älteste Platz Udines und einer der schönsten venezianischen Plätze Italiens. Die riesige Piazza Giocomo Matteotti ist komplett von Häuserfronten umschlossen. Hier war früher der zentrale Marktplatz. Heute ist die von zahlreichen Cafés und Bars gesäumte Piazza der beliebteste Treffpunkt zum abendlichen Apéritif.
Unser Hotel Clocchiatti Next (Via Cividale 29, Udine) liegt recht zentral, nur etwa 15 Gehminuten von Udines historischer Altstadt entfernt. Es ist eine grüne Oase inmitten der sommerlich-heißen und sehr belebten Stadt. Ein Teil der Zimmer befindet sich in einer historischen Villa. Unser riesiges und sehr stylisches Zimmer mit Balkon ist im modernen Nebengebäude untergebracht. Das Frühstück nehmen wir vom üppigen Buffet mit in den Garten und genießen es am Pool.
Zum Abendessen wählen wir heute die Osteria Alla Ghiacciaia (Via Antonio Zanon 13). Hier gibt es typisch friaulische Gerichte wie Frico (ein Kartoffel-Käse-Fladen) und sehr leckere selbstgemachte Pasta, natürlich auch mit Prosciutto San Daniele.
Wegen der heute angesagten Hitze mit Temperaturen über 35 Grad Celsius verlassen wir Udine recht früh. Bei der Ausfahrt durch die Stadttore treffen wir viele andere Alpe-Adria-Radfahrer. Nach und nach radelt aber jeder in seinem eigenen Tempo.
Den ersten Stopp machen wir in der UNESCO-Welterbestätte Palmanova, einer sternförmig angelegten Festungsstadt mit drei Stadttoren. Am Rande der sechseckigen Piazza Grande trinken wir Cappuccino und bewundern den riesigen Platz. Unser nächstes Ziel ist die Römerstadt Aquileia, die als „Zweites Rom“ galt. Die bekannteste Sehenswürdigkeit ist die Basilika Santa Maria Assunta.
Im Schatten uralter Bäume gönnen wir uns bei kühlen Getränken und leckeren Panini eine Pause von der Hitze. Der Alpe Adria Radweg nähert sich seinem Ende und führt über einen 5 Kilometer langen Straßendamm bis nach Grado. Links und rechts von uns erstreckt sich die herrliche Lagune von Grado. Grado liegt auf einer Insel und wurde als römischer Hafen von Aquileia...
Alpe Adria Radweg: Unsere Ausrüstung für die Radreise
Neben den Viadukten auf der Bahntrasse mit herrlichen Ausblicken auf das Umland hat der Alpe-Adria-Radweg auch spektakuläre abwechslungsreiche Landschaften und zahlreiche interessanten Sehenswürdigkeiten zu bieten. Er führt durch idyllische Örtchen mit atemberaubenden Bergpanoramen, vorbei an rauschenden Flüssen und kristallklaren Seen. Jeder Anstrengung folgt sogleich die Belohnung mit beeindruckenden Aussichten.
Fazit zu unserer Eurobike-Radreise auf dem Alpe Adria Radweg
Insgesamt ist der Alpe-Adria-Radweg sehr gut beschildert und verläuft überwiegend auf gut befestigten, meist asphaltierten, teils geschotterten Radwegen, selten auch auf ruhigen Nebenstraßen.
Anforderungen und Landkarte
Die Strecke verläuft vorwiegend auf gut ausgebauten Radwegen und verkehrsarmen Nebenstraßen. Der Abschnitt über den Pass Luegg kann mit dem Zug abgekürzt werden. Auch die beiden langen Tagesetappen vom Millstätter See nach Tarvis und von Tarvis nach Udine lassen sich durch Zugfahrten (in Eigenregie, Fahrkarten nicht im Reisepreis enthalten) verkürzen. Die Radreise ist für Kinder ab 16 Jahren geeignet.
Bewertungen
Buchung, Service/Betreuung, Reiseunterlagen und Durchführung der Reise waren hervorragend. Wir fühlten uns von Anfang bis Ende der Radtour sehr gut informiert und betreut. Die Auswahl aller Hotels war exzellent und die Streckenbeschreibung sehr gut. Der Rücktransport von Grado nach Salzburg (bis zu unserem Hotel) war ebenfalls sehr angenehm. Unsere Erwartungen wurden zu vollster Zufriedenheit erfüllt.
Die App müsste in einigen Punkten überarbeitet werden, Hinweise zu möglichen Ladestationen für E-Bikes wären hilfreich. Der Strecke von Seeboden (am Millstädter See) nach Tarvis ist etwas lang.
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