Willkommen in den Alpen, einer der faszinierendsten und schönsten Landschaften der Welt! Entdecke die einzigartige Schönheit der Alpen und erlebe das ultimative Abenteuer einer Alpenüberquerung mit dem Mountainbike. In diesem Leitfaden fassen wir für Dich zusammen, was bei der Planung eines gelungenen Alpencross zu beachten ist.
Die majestätischen Alpen bieten für jede(n) Mountainbiker die passenden Strecken. Egal ob Du lange zehrende Anstiege, anspruchsvolle Trails liebst oder einfach auf eine genuss- und erlebnisreiche Woche aus bist. Dieser kleine Leitfaden stellt Dir alle wichtigen Informationen zur Verfügung, von der Auswahl der richtigen Ausrüstung über die Planung Deiner Route bis hin zu Tipps für die sichere Durchführung Deiner Alpenüberquerung. Zu den einzelnen Punkten dieser Übersicht haben wir Dir z.T. andere Artikel verlinkt, die den ein oder anderen Bereich noch ausführlicher behandeln.
Die Alpen sind eines der spektakulärsten, gleichzeitig aber wohl das am besten erschlossene Gebirge der Welt. Wir profitieren als Mountainbiker von der Geschichte dieser eindrucksvollen Landschaft: Für die Stellungskämpfe vor allem im ersten Weltkrieg wurden zahllose spektakuläre Wege in die Berge gezimmert, der Handel zwischen den Alpenregionen liess viele Säumerwege entstehen - und der illegale Handel unzählige Schmuggler-Pfade. All diese Wege ziehen sich nun wie ein Netz über das gesamte Gebirge und ermöglichen uns eine unglaubliche Fülle an Alpencross-Routen.
Die Planung Deiner Alpenüberquerung
Die Planung einer gelungenen Alpenüberquerung erfordert sorgfältige Vorbereitung und Organisation. Hier sind die ersten wichtigen Schritte, die Du berücksichtigen solltest:
- Die richtige Route: Es gibt viele verschiedene Routen durch die Alpen, von den klassischen Hauptrouten bis hin zu weniger bekannten Pfaden. Wichtig bei der Auswahl der Strecke sind vor allem Deine Erfahrung im alpinen Gelände, Deine körperliche Fitness und Dein fahrtechnisches Können.
- Zeitplanung: Wann und wie lange möchtest Du unterwegs sein? Soll es ein Quickie sein mit 3-5 Tagen, eine typische Alpencross Woche oder gehst Du länger auf Tour? Was ist für Deine Route die beste Reisezeit?
- Ausrüstung: Welche Ausrüstung brauche ich für meine Route? Plane hier bitte immer mit Reserve! Gerade was Kleidung und Sicherheits-Ausrüstung betrifft. Je alpiner die Route, umso mehr solltest Du Dich auf nicht geplante Vorfälle (Wetterumschwung, Sturz, Panne, Routensperrungen etc.) einstellen.
- Organisation: Planst Du selbst oder buchst Du eine Tour bei einem Veranstalter?
Du solltest zu Beginn grundlegend bei der Auswahl einige Punkte berücksichtigen:
- Möchtest Du eine bestimmte Region der Alpen kennenlernen die Dich schon immer reizt? Dann ist die Auswahl schon einmal etwas eingegrenzt.
- Wie ist Deine Erfahrung? Solltest Du in den Bergen noch wenig oder keine Erfahrung haben, würden wir nicht empfehlen ohne Guide in alpine Regionen fern der 2.000 Meter Marke vorzustossen. Hier schlägt das Wetter extrem schnell um und bei Panne oder Unfall ist es deutlich aufwändiger Hilfe zu bekommen. Es gibt oft keinen einfachen "Plan B", um den Weg abzukürzen oder schnell ins Tal zu kommen.
- Wie bist Du konditionell aufgestellt? Plane hier immer etwas weniger als Deine persönliche Leistungsfähigkeit ein. Schaffst Du ohne ein Sauerstoffzelt 1.500 Höhenmeter am Tag? Dann sollte Dein Alpencross in etwa 1.200 Höhenmeter am Tag bereithalten. Eine gute Grössenordnung ist etwa 20% unterm dem eigenen Tages-Limit zu bleiben. Dann hast Du eine gute Mitte aus Anspruch und Reserve.
- Wie ist Dein fahrtechnisches Können? Bist Du auf Abfahrten eher unsicher oder nimmst Du jeden Trail mit den Du finden kannst? Die Abfahrten sollten in etwa Deinem fahrtechnischen Level entsprechen. Wenn Du hier ehrgeizig etwas schwerere Abfahrten einplanst, solltest Du an dem Tag jeweils für die Abfahrt extra eine zeitliche Reserve einplanen.
Unterkünfte während des Alpencross
Die Planung der Unterkünfte wird häufig unterschätzt! Hier einige Hinweise, was Du Dir vorab überlegen solltest, wenn Du passende Unterkünfte für Deinen Alpencross suchst:
- Anspruch an die Unterkunft: Welchen Anspruch hast Du an die Unterkunft? Soll es die idyllisch gelegene einfachere Berghütte sein, ein bodenständiges Gasthaus oder eine Wellness-Oase? Oder magst Du sogar mit Zelt und Schlafsack auf Alpenüberquerung gehen? Prüfe Deine persönlichen Vorstellungen und beachte dabei, dass Du nicht allzu viel Zeit in der Unterkunft verbringst. Daher ist uns persönlich ein gutes Essen, eine persönliche Atmosphäre und eine schöne Lage wichtiger als ein grosser Fernseher am Zimmer oder 500qm Spa-Bereich.
- Route: Für welche Route hast Du Dich entschieden? Es gibt Regionen, die zu bestimmten Zeiten einfach überfüllt sind. Da ist die Unterkunfssuche nicht erfolgreich und auch das Biken auf schmalen Wegen nicht entspannt. Dolomiten-Idylle auf der Hütte Anfang August? Eher nicht. Günstiges Hotel in der Schweiz am Nationalfeiertag? Niente. Es lohnt sich absolut auf Haupt-Reisezeiten und regionale Feiertage zu achten!
- Buchungsplattformen: Einen Überblick, eine gute Auswahl und einfache Buchung bieten die bekannten Plattformen wie z.B. Booking.com. Unsere Empfehlung: Versuche bei der Unterkunft direkt zu buchen. Das ist persönlicher, oft lassen sich bestimmte Wünsche vorab besser absprechen und die Preise sind auch oft attraktiv, da sich die Unterkunft die Provision für die Buchungsplattform spart!
- Buchungszeitpunkt: Im Voraus buchen oder kurzfristig? Das hängt wieder von Region und Reisezeit ab. In den populären Alpenregionen und in Hauptreisezeiten würden wir immer die Buchung vorab empfehlen. Wenn Du in der Nebensaison Deinen Alpencross planst, kann es auch sinnvoll sein hier flexibel zu bleiben und kurzfristig zu buchen.
Eine grosse Bitte: Wenn Du aus irgendeinem Grund Deinen Alpencross nicht antreten kannst: Bitte benachrichtige die Unterkünfte so früh wie möglich!
Die richtige Ausrüstung
Über die Ausrüstung für Deinen Alpencross und das passende Mountainbike könnte man Bücher füllen. Die Wahl des richtigen Mountainbikes für Deine Alpencross Route hängt vor allem vom konditionellen und fahrtechnischen Anspruch ab. Je schwerer die Abfahrten umso potenter das Fahrwerk und die Geometrie. Je länger die Auffahrten, umso leichter und uphill-tauglicher sollte Dein Mountainbike sein. Pflicht in jedem Fall ist aber ein Bikecheck vor der Tour!
In erster Linie hängt Deine Packliste davon ab wie alpin Du unterwegs bist und ob Du mit einem Gepäcktransport Deinen Alpencross planst.
Packliste für Deinen Alpencross
Hier eine Packliste zum Abhaken:
- Fahrradhelm
- Fahrradbrille/Sonnenbrille (mit Wechselgläsern)
- Kurze Radhose/Radshorts
- Radtrikot
- Funktionsunterhose bzw. Schlafbekleidung
- Hüttenschuhe
- lange, leichte Freizeithose für den Abend
- T-Shirt für nach der Tour
- Sandalen/leichte Freizeitschuhe
- ggf. Hüttenschlafsack
- ggf. GPS-Uhr
- Pulsmesser & Brustgurt (optional)
- Handy
- Ladegerät
- Fahrradcomputer
- Stirnlampe
- ggf. Fotoausrüstung
- ggf. Fahrradwerkzeug/Multitool
- Luftpumpe (2 pro Gruppe)
- Dämpferpumpe (1 pro Gruppe)
- Ersatzschlauch (2 Stück)
- Kabelbinder
- Flickzeug
- Gaffa-Tape
- ggf. Fahrrad-Ersatzteile (z.B. Schaltauge)
- Erste-Hilfe-Set und Verbandszeug
- Kulturbeutel mit Inhalt (Deo, Dusch-/Shampoo, Zahncreme, Zahnbürste, Rasierer, Haarbürste)
- persönliche Medikamente/Reiseapotheke
- Reisehandtuch (klein)
- Damenhygiene
- Sonnencreme & Lippenschutz
- Cremes für Gelenke und Gesäß
- Kinesio-Tape
- Insektenschutz
- Taschentücher
- Nagelschere, Pinzette
- kleines Handwaschmittel
- ggf. Ausweis/Reisepass
- Krankenversicherungskarte
- Nachweis Auslandskrankenversicherung
- Alpenvereinsausweis
- Topografisches Kartenmaterial
Vorbereitung auf Deinen Alpencross
Wie Du Dich für Deine Alpenüberquerung vorbereiten solltest ist eine sehr umfassende und individuelle Fragestellung. Grundlegend musst DU die folgenden Dinge beachten:
- Training: Das Training sollte zu Deiner Leistungsfähigkeit und zu Deiner gewählten Route bzw. dem Anspruch Deines geplanten Alpencross passen! Sitzt Du im Alltag eher wenig am Bike und planst eine ehrgeizige, forderne Alpenüberquerung? Ab aufs Bike - dann macht evtl. sogar ein konkreter Trainingsplan Sinn! Wenn Du aber sowieso ständig Sport machst und eine Genusstour in Deinem Urlaub planst musst Du Dir über die Vorbereitung keinen Kopf machen.
- Regelmässigkeit: Regelmässigkeit ist das Zauberwort! Lieber regelmässig feste Tage im Alltag einplanen als ein 2-wöchiges intensives Trainingslager zu absolvieren und danch wochenlang Pause einlegen.
- Materialtest: Mit Alpencross Material und bei jedem Wetter trainieren. Mal mit Rucksack fahren und auch bei Regen raus! Auch solltest Du mit dem Bike/Sattel/Griffen trainieren die Du auf Tour nutzen möchtest! Teste alles Material vor der Toru im Training!
- Vielfalt: Vielfältigkeit macht auch fit! Andere Sportarten erweitern Dein Training und steigern die Freude an der Bewegung!
- Regeneration: Sieger werden in den Pausen gemacht! Regeneration ist das Zauberwort. Baue genügend Pausen in Dein Training ein und lege mal eine Sauna- Dehn - oder Yogaeinheit ein. Zu viel Training führt zu absteigender Form und Entzündungsprozessen im Körper. Im schlimmsten Fall bist Du dann zu Deinem Alpencross krank statt fit.
- Ernährung: Achte auf Deine Ernährung! Auch hier gilt: Vielfältigkeit uns ausgewogene Ernährung sind der Schlüssel zum Erfolg. Ebenso führt auch hier Verbissenheit oder Einseitigkeit in eine Sackgasse. Ernähre Dich ausgewogen und gönn Dir auch mal was zur Belohnung!
E-Mountainbike Alpencross
Der Siegeszug des E-Bikes ist auch in der Transalp-Szene angekommen. So wird auch weniger trainierten Leuten das Erlebnis Alpencross ermöglicht. Aber keine Frage, je nachdem wie viel Power Sie zuschalten kann eine Tour mit dem E-Mountainbike auch eine ziemlich schweißtreibende Angelegenheit sein. Damit Ihrem Akku aber nicht vorzeitig der Saft ausgeht, haben wir die Streckenlängen ist so gewählt, dass zur Mittagspause nachgeladen werden kann.
Transalp E-MTB Level
- Leichtes Level: Genießen Sie mit Ihrem E-MTB eine einfache Alpenüberquerung. Machbar auch für E-Bike Einsteiger mit Grundkondition.
- Mittleres Level: Hier kommt der erfahrene E-Mountainbiker voll auf seine Kosten.
So wird Ihre E-MTB Alpenüberquerung ein Erfolg:
- Trainieren Sie im Vorfeld! Auch wenn der Motor mithilft, treten müssen Sie trotzdem und auch der Hintern muss sich an den Sattel gewöhnen.
- Ihr E-Bike sollte sein:
- ein E-Mountainbike (Fully oder Hardtail) mit Mittelmotor und mind. 500 Wh Akku
- ausgerüstet mit leistungsstarken Scheibenbremsen
- Sattelstütze mit Schnellspanner, besser wäre versenkbare Teleskopsattelstütze
- ein Ladegerät mit mind.
- Schwierigkeit einer E-MTB Tour richtig einschätzen Wir teilen unsere Alpenüberquerungen E-MTB grob in "Leicht" und "Mittel (Mittelschwer)" ein. Bei 2-Level-Touren können Sie täglich zwischen einer leichteren und einer schwereren Variante wechseln.
Routenwahl: Leicht, Mittel, Schwer
Bei einem Alpencross spielen neben der reinen Fitness viele Faktoren eine Rolle. Zum Beispiel Wetter, Wegbeschaffenheit und Steilheit des Geländes. Deshalb sind die reinen Kilometer- und Höhenmeter-Angaben stets mit Vorsicht zu genießen. Aber man kann sich zumindest bei der Routenplanung an den Werten orientieren. Hinweis: Die Angaben beziehen sich auf Alpencross mit dem Mountainbike.
Leichter Alpencross
- Maximale Tagesleistung: 50 Kilometer / 1300 Höhenmeter
- Charakter:
- Längere Strecken auf Asphalt und (beschilderten) Radwegen
- Verläuft überwiegend in Tälern
- Wenn offpiste, dann einfache Schotterwege und Flowtrails
- 100% der Strecke ist in der Regel fahrbar
- Wenige Passübergänge mit max. 1000 bis 1500 Meter Höhe
- Öffentliche Verkehrsmittel notfalls jederzeit erreichbar
- MTB nicht zwingend notwendig. E-Bike, Trekkingbike oder Gravelbike ebenfalls möglich
- Planungstipps: Relativ einfache Routen führen über Fernpass und Reschenpass (beide gehören zur Via Claudia Augusta). Oder über den Brennerpass. Oder folgen dem Inn durchs Engadin und am Ende über den Malojapass Richtung Comer See. Eine herausragende, nicht allzu schwere Variante führt nach dem Reschenpass ins schweizerische Val Müstair und weiter durchs traumhaft schöne Hochtal Val Mora zum Cancano Stausee (Nähe Livigno). Einfache Abfahrt auf Schotter nach Bormio und weiter auf Radwegen durchs Valtellina Richtung Comersee.
- Tipp: Eine Route lässt sich stets auch durch verkürzen der Tagesetappen „erleichtern“. Dann benötigst du jedoch insgesamt mehr Zeit für deinen Alpencross.
Mittelschwerer Alpencross
- Maximale Tagesleistung: 60 Kilometer / 2000 Höhenmeter
- Charakter:
- Höherer Offpiste-Anteil (60/40% bis 70/30% Naturbelag/Asphalt)
- Meist Schotterwege aber auch viele Trail- und Wanderweg Passagen
- Täglich ein längerer Anstieg ist die Regel
- Passübergänge können über 2000 Meter hoch liegen
- Vereinzelte Schiebepassagen gehören dazu
- Solide Fahrtechnik Voraussetzung
- Gelegenheiten für Abkürzungen werden weniger (z. B. Abbruch im Notfall)
- Öffentliche Verkehrsmittel nicht immer in der Nähe
- MTB Voraussetzung, Fully empfehlenswert
- E-Bike-Nutzung abhängig vom Streckenverlauf (Trage- und Schiebepassagen checken!). Lademöglichkeiten an der Strecke sind täglich Pflicht
- Planungstipps: In dieser Kategorie exisitieren inzwischen zahlreiche Routen über die Alpen. Der Großteil der Strecken ist im Sattel fahrbar, selten gibt es ausgesetzte oder gefährliche Passagen. Man braucht eine gewisse Kondition, aber wird mit einem hohen Erlebnisfaktor belohnt. Am besten man orientiert sich an einer der Klassiker-Routen und baut nach Wunsch Varianten ein. Oder weicht zwischendurch auf leichtere Abschnitte aus.
Beliebte mittelschwere MTB-Pässe über den Alpen-Hauptkamm
- Pfitscher Joch AUT/ITA, 2246 m
- Route: Mayrhofen i. Zillertal - Schlegeis-Speicher - Pfitscher Joch - Pfitschertal - Sterzing
- Charakter: Der früher mühevolle nordseitige Aufstieg vom Schlegeis-Speichersee zum Joch ist seit seiner Sanierung ein Mix aus fahren, schieben und tragen. Relativ einfache Schotter-Abfahrt nach Süden.
- Pass da Costainas CH, 2251 m
- Route: Bad Scuol i. Unterengadin - S-Charl - P. d. Costainas - Val Müstair
- Charakter: Einfache Fahrstrecke bis S-Charl, dann Schotterweg bis zur Alp Astras. Auch der finale Trail über die Passhöhe ist meist fahrbar. Landschaftlich ein Traum! Logischer Anschluss: Durchs herrliche Hochtal Val Mora zum Lago Cancano und weiter nach Bormio.
- Septimerpass (Pass da Sett) CH, 2310 m
- Route: Tiefencastel - Bivio - Val da Sett - Septimer - Casaccia (Bergell)
- Charakter: Ab Bivio auf Schotter ins herrliche Val da Sett, bald steiler zum Pass. Abfahrt auf altem Saumpfad mit Trail-Charakter. Gute Fahrtechnik Voraussetzung. Ziel dieses Alpencross könnte der Comersee sein.
Schwerer Alpencross
- Tagesleistung: Ab 60 Kilometer / über 2000 Höhenmeter
- Charakter:
- Kaum Streckenabschnitte auf Asphalt
- Oft grobe Untergründe und oder unwegsames Gelände
- Steile oder sehr steile Anstiege
- Technisch anspruchsvolle Singletrails
- Schiebe- und Tragepassagen kommen regelmäßig vor
- Hohe Pässe jenseits 2500 Meter
- Lange Streckenabschnitte abseits der Zivilisation
- Sehr gute Fahrtechnik Voraussetzung
- Ein vollgefedertes MTB ist Pflicht
- In der Regel NICHT für E-MTBs geeignet
- Planungstipps: Hier sind der Planungswut kaum Grenzen gesetzt. In wie weit jedoch lange Schiebe- und Tragepassagen Spaß machen, muss jeder für sich entscheiden. Und man muss auch mit Gefahren wie extrem ausgesetzten Wegen und potenziellem Absturzgelände rechnen.
Beliebte schwere MTB-Pässe über den Alpen-Hauptkamm
- Krimmler Tauern AUT/ITA, 2634 m
- Route: Wald i. Pinzgau (A) - Krimml - Achental - Windbachtal - Krimmler Tauern - Ahrntal (I) - Bruneck i. Pustertal
- Charakter: Zu Beginn auf einem Fahrweg durchs Krimmler Achental. Achtung: Es gibt am Beginn einen 300 Meter langen, unbeleuchteten Tunnel, der ohne Stirnlampe nur schwer passierbar ist. Ab dem Abzweig ins Windbachtal werden viele Biker bereits schieben müssen. Die Mühen ziehen sich bis zur Passhöhe. Auch der Trail-Downhill ins Ahrntal ist technisch anspruchsvoll und nur für Cracks durchgehend fahrbar.
- Pfunderer Joch ITA, 2568 m
- Route: Fußendraß i. Pfitschtal - Drassberg Alm - Pfunderer Joch - Pfunders - Niedervintl i. Pustertal
- Charakter: Das Pfunderer Joch ist zwar ein Klassiker, liegt aber bereits jenseits des Hauptkamms. Es wird meist im Anschluss ans Pfitscher Joch gefahren. Der Übergang verbindet das Pfitschtal mit dem Pustertal. Schwere An- und Abstiege auf beiden Seiten auf Karrenwegen und Trails. Landschaftlich top! Aber selbst im August muss in der Höhe noch mit großen Schneefeldern gerechnet werden.
- Pass Chaschauna CH/ITA, 2694 m
- Route: S-Chanf i. Oberengandin - Alp Chaschauna - Pass C. - Livigno
- Charakter: Hier hat Transalp-Pionier Andi Heckmair den Hauptkamm überquert. Inzwischen ist der Übergang für Biker hergerichtet worden und ein großer Trailspaß, besonders auf der schweizer Seite.
Tourenplanung mit Online-Tools
Dank zahlreicher Bücher, Artikel in Magazinen und vor allem Internet-Portalen wie Komoot oder Outdooractive, ist die Planung heute dagegen fast ein Kinderspiel. Längst haben sich beliebte und vor allem sinnvolle (fahrbare) Routen heraus kristallisiert, die im Falle der Via Claudia Augusta sogar durchgehend beschildert sind.
Online Tipp: Planen mit Komoot
Das beliebte Online-Tourenportal Komoot ist dank einer sehr aktiven Community ein schier unerschöpflicher Fundus für Radtouren generell. Neben kompletten Alpencross-Routen kann man auf Tipps der User zugreifen (Highlights), die besonders lohnende Streckenabschnitte beschreiben, die sich dann mit einigen Mausklicks zu einer individuellen Route zusammenstellen lassen. Quasi ein digitales Baukastensystem.
Orientierung unterwegs
Wenngleich es sinnvoll ist, eine solche Topokarte für den Notfall dabei zu haben! Problem ist natürlich, dass du für eine Alpencross-Distanz viele Blattschnitte mitschleppen musst. Den für eine anständige Detailgeauigkeit benötigt man Karten im Maßstab 1:50.000 (z. B. die bekannten Kompass-Karten).
Praktischer ist es, mit Hilfe eines GPS-Gerätes oder sogar dem Smartphone zu navigieren, auf das du den geplanten Track geladen hast. Damit hast du die Strecke ständig im Blick und musst nicht an jeder Ecke anhalten, um die Karte aus der Tasche zu ziehen. Folgende Punkte solltest du jedoch beachten:
- Ein reines GPS-Gerät ist in der Regel robuster als ein Smartphone und benötigt weniger Energie. Nachteil: Sein Bildschirm ist kleiner und Kartendetails sind schwerer erkennbar.
- Achte darauf, dass dein Navi, egal welche Art, mit einer robusten Halterung am Lenker sitzt und der Bildschirm mit dem Track gut zu erkennen ist. Das erleichtert ein flüssiges Vorankommen enorm. Außerdem: Wetterschutz!
- Sorge stets für ausreichend elektrische Energie (Ersatzakkus oder -batterien, Powerbank, etc.). Denn ein Ausfall bedeutet, dass du dich nicht mehr orientieren kannst.
- Richte dein Smartphone unbedingt für Offline-Navigation ein und lade die entsprechenden Karten darauf! Portale wie Komoot und Outdooractive bieten dieses Feature an (kostenpflichtig). Dann benötigst du für die Track-Navigation kein Mobilfunknetz, sondern lediglich ein GPS-Signal.
Beste Reisezeit für Deinen Alpencross
Willst du Pässe über 2000 Meter Höhe überqueren, liegt oft Schnee bis in den Juni hinein. Und mit Schneefeldern in steilem Gelände ist nicht zu spaßen, auch wenn es vielleicht Stapfspuren gibt! Die Gefahr abzurutschen ist real und außerdem kosten solche Querungen viel Zeit.
Im Juli und August besteht dieses Problem zwar nicht, aber in diesen Haupt-Ferienmonaten kann es schwierig werden, Unterkünfte zu finden. Erst recht spontan, also ohne Reservierung. Außerdem ist der August oft geprägt von großer Hitze und hoher Gewittergefahr.
Wenn du also zeitlich unabhängig bist, dann starte am besten Ende Juni oder im Spätsommer. Routen über niedrige Pässe wie die Via Claudia Augusta kannst du bereits ab Mitte Mai in Angriff nehmen. Tipp: Mit der allgemeinen Klimaveränderung rückt der Herbst immer mehr in den Fokus, wo zunehmend mildes Wetter herrscht. Die Trails sind trocken und die Temperaturen zum Radeln ideal.
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