Spannende Trails und traumhafte Aussichten: nur zwei Gründe für eine Transalp. Über die Alpen mit dem Mountainbike - für viele Traum und Herausforderung zugleich. Doch was genau ist eine Transalp überhaupt? In der Regel geht es einmal über den Alpenhauptkamm auf die andere Gebirgsseite. Und obwohl der Weg natürlich das Ziel ist, locken bei einer Überquerung von Nord nach Süd Pizza und Pasta am Mittelmeer oder an einem oberitalienischen See.
Was du vor deiner E-Bike Transalp wissen solltest
Wer möchte, kann die Transalp individuell planen und Dauer und Anforderungen ganz den eigenen Möglichkeiten anpassen. Auf den meisten bekannten Routen ist man zwischen fünf und neun Tagen unterwegs - ohne Pausen- oder Puffertage. Bei der Wahl der Tour ist es besonders wichtig, die eigene Fitness und das individuelle Können richtig einzuschätzen. Im Hinterkopf behalten sollte man, dass das Wetter in den Bergen - oder auch die eigene Verfassung - zu Verzögerungen führen können. Ein Plan B oder bereits eingeplante Pausen- beziehungsweise Puffertage erhöhen die Erfolgsaussichten der Unternehmung.
Was das Zeitfenster für die Transalp angeht: Los gehen kann’s im Sommer, wenn der Schnee geschmolzen ist. Eine elektrische Trittunterstützung erleichtert die Überquerung des Alpenkamms mit dem Fahrrad enorm.
Die richtige Route finden
Welche Transalp-Routen gibt es?
Ost- oder Westalpencross? Von Deutschland aus wird sich in vielen Fällen eine Überquerung der Ostalpen anbieten. Generell empfehlen sich die Routen durch die Westalpen sowohl konditionell als auch technisch eher für Fortgeschrittene.
Ostalpen: Alle Wege führen an den Lago (oder ein anderes Wasser): Besonders bekannt sind die Joe- und die Heckmair-Route, die von Oberstdorf aus in sechs bzw. sieben Etappen an den Gardasee führen. Die Touren werden als mittelschwer bis schwer bewertet. Wer es extremer mag, ist auf der Direttissima gut aufgehoben - hier geht’s hoch bis auf über 3000 Meter. Übernachtet wird teils auf Hütten, teils im Tal.
Via Claudia Augusta: Die Via Claudia Augusta zählt zu den leichteren Transalp-Routen. Start ist in Oberstdorf oder Garmisch-Partenkirchen (die beiden Routen treffen sich im österreichischen Nauders); Ziel auch hier: der Gardasee. Die Route von Garmisch mit 360 Kilometern und 5200 Höhenmetern ist als leicht eingestuft und auch für Neulinge machbar, von Oberstdorf aus ist sie mit 374 Kilometern und über 8000 Höhenmetern als mittelschwer bewertet.
Vom See zum Lago: Auch von zwei bekannten bayerischen Seen - dem Tegernsee und dem Chiemsee - gibt es zwei schwere Mountainbikerouten über die Alpen an den Gardasee. Beliebtes Transalp-Ziel: der Gardasee. Auch den anderen italienischen Lieblingssee der Deutschen erreicht man von Oberstdorf aus. Auf der schweren Mountainbiketour an den Lago Maggiore kann man sogar dem Comer See noch einen Besuch abstatten. Ansonsten geht es in sechs Tagen über 12.000 Höhenmeter durch Österreich, die Schweiz und Italien.
Berchtesgaden-Venedig: Wem ein See nicht genug ist: Die Route Berchtesgaden-Venedig führt in sechs Etappen bis an die Adria. Der Großteil der Strecke ist als leicht einzustufen, einzig die zweistündige Passage über den Felber Tauern verlangt etwas mehr Kondition und Technik.
Querung statt Cross: Gleich sieben Seen passiert man auf der 444 Kilometer langen Tour vom Lago Maggiore zum Gardasee, Muskelkraft für knapp 14.000 Höhenmeter braucht es auf der mittel- bis schweren Tour. Einige Seen gibt’s auch auf der Alpennordseite auf dem "BoKö" - wie der Maxweg vom Boden- an den Königssee liebevoll genannt wird.
Westalpen: Ziel: Mittelmeer! Für die Route vom Genfersee nach Ventimiglia braucht man Kondition - und Zeit. Acht Pässe über 2500 Meter summieren sich im Laufe der fast 600 Kilometer langen Strecke auf insgesamt 16.400 Höhenmeter.
Routen für Transalp-Neulinge
Wer selten bis nie auf einem Mountainbike saß, sollte sich erstmal an Zwei- bis Dreitagestouren versuchen - am besten mit erfahrener Begleitung, die Tipps zu Planung, Ausrüstung und Fahrtechnik parat hat.
Flusstäler in den Alpen dienten schon vor hunderten Jahren als Transitwege. Und auch heute führen die einfachsten Routen durch diese: Vom Chiemsee aus gibt es zum Beispiel einfache Routen an den Gardasee über Inntalradweg, Reschenpass, Etschtal und Passo San Giovanni oder über Brenner, Eissack- und Etschtal. Routen mit breiten Fahrwegen bieten sich auch für Transalp-Neulinge an.
Welche Transalp schaffe ich?
Wenn du eine Route für dich ausgewählt hast, geht es an den persönlichen Check. Folgende Fragen solltest du dir beantworten:
- Wie viele Etappen hat die Route? Passt dies zu meiner Fitness und meinem zeitlichen Rahmen?
- Jede Etappe genau durchgehen: Wie viele Höhenmeter, wie viele Kilometer sind zu bewältigen?
Wie man das Bike auch in anspruchsvollerem Gelände sicher trägt, sollte man vor der Alpenüberquerung geübt haben.
Die richtige Ausrüstung
Was muss alles mit auf die Transalp?
Eine Faustregel, die dafür sorgen sollte, dass die Packlust nicht überhandnimmt, lautet: Maximal acht Kilo sollte der Rucksack (25-30 Liter reichen) für eine Transalp wiegen. Angenommen, man hat Helm, Radhose, Trikot, Buff, Radschuhe, ggf. Handschuhe und Sonnenbrille an und Trinkflaschen und Navigationsgerät am Rad, sollten folgende Dinge in den Rucksack (mit Regenhülle):
- Hose, Oberteil, Unterwäsche für die (Hütten-)Abende
- Optional: Ersatz-Trikot und -Radhose, Wechselsocken
- Regenjacke
- Isolierende (Wärme-)Schicht (in den Bergen kann es auch im Sommer schnell frisch werden)
- Erste-Hilfe-Set
- Biwaksack für Notfälle
- Smartphone, Lademöglichkeit
- Karte digital (wenn möglich im Offlinemodus nutzbar) und Papier
- EC-Karte, Bargeld, Personalausweis, ggf. DAV-Mitgliedsausweis
- Ggf. Hüttenschlafsack
- Energieriegel, Snacks
- Funktionshandtuch (schnelltrocknend)
- Duschgel/Shampoo
- Zahnbürste und -pasta
- Deo
- Sonnencreme
- Ohropax
Wichtig: Bei einer Transalp macht sich jedes zusätzliche Gewicht bergauf schnell bemerkbar. Gerade Neulinge können auch eine geführte Tour in Erwägung ziehen - hier wird oft ein Gepäcktransport angeboten.
Welches Fahrrad nehme ich?
Wer ein eigenes Mountainbike besitzt, wird dieses vermutlich auch für die Transalp nutzen. Wer sich ein Rad leiht oder sogar eine Neuanschaffung erwägt, kann die Wahl des Fahrrads auf die geplante Route abstimmen. Sind technisch eher leichte Touren geplant, reicht ein verhältnismäßig leichtes Cross-Country-Hardtail, bei höherem Trail-Anteil ergibt ein Fully Sinn und wer technisch wirklich anspruchsvoll unterwegs ist, wird vielleicht sogar zum Enduro greifen.
Auch Transalps mit dem E-Mountainbike sind heute keine Seltenheit mehr - hier gilt es, weitere Punkte zu beachten (Komme ich mit dem Gewicht des Bikes klar? Wo kann ich den Akku laden? Bin ich auch auf der Abfahrt sicher unterwegs? Etc.). Ein Leih- oder auch neu angeschafftes Mountainbike fährt man vor der Transalp ausgiebig Probe - und nutzt das Probefahren gleich als Training.
Wer das optimale Bike gefunden hat, kann einige Komponenten einstellen (lassen), um Schmerzen und Fehlhaltungen zu vermeiden. Generell birgt eine bequemere Sitzhaltung auf langen Touren Vorteile. Detaillierte Infos zu den Einstellungen gibt es hier. Auch die Frage nach Pedalen und Schuhen sollte man sich stellen: Sind viele Geh- und Tragepassagen zu erwarten? Führen die Abfahrten über ruppige Trails? Welches Bike passt am besten zu den Anforderungen der gewählten Tour?
Mit einem E-Rennrad fährt man nicht auf den Trail. Andersherum versucht man, mit einem E‑Fully möglichst Straßen zu meiden. Nicht nur die unterschiedlichen Radgattungen, auch die unterschiedlichen Antriebe sollten bei der Wahl berücksichtigt werden. E‑Mountainbiker fahren in den Alpen steilere Anstiege und brauchen deshalb mehr Power am Berg, während E‑Tourenfahrer eher gemütlich vorankommen möchten.
Die Planung deiner Transalp
Wie plane ich eine Transalp?
Erste Inspiration liefern Blogs, Foren, Bücher, Tourenportale, Social Media …
Nach der Entscheidung für eine Route sollte man mit der Detailplanung beginnen und die Etappen auf der Karte durchgehen: Wie lang sind sie und wie schwierig? Wie ist die Wegbeschaffenheit? Wo kann ich mich mit Wasser und weiterem Proviant versorgen? Gibt es im Notfall eventuell sogar eine Werkstatt unterwegs? Besonders zu beachten sind die jeweiligen rechtlichen Gegebenheiten in den (Bundes-)Ländern, also die Frage: Welche Wege darf ich überhaupt mit dem Bike befahren?
Wenn die Etappen geplant sind, heißt es: Unterkünfte buchen. Für die meisten Alpenvereinshütten funktioniert das hervorragend mit dem Online-Reservierungssystem. Bei spontanen Buchungen kann das Last-Minute-Hüttenbett helfen. Selbstverständlich sollte es sein, in der Unterkunft (besonders auf Berghütten) möglichst früh Bescheid zu geben, wenn man die Buchung doch nicht wahrnehmen kann.
Insidertipp: Wer die Tour nicht am Wochenende startet, bekommt leichter Platz auf den Hütten und ist nicht mit allen anderen unterwegs. Schon in die Planung sollte man mögliche Pausentage einbeziehen - reserviere ich eine Unterkunft eventuell direkt für zwei Nächte? Einen Plan B für unvorhergesehene Verzögerungen (Wetter, Pannen, etc.) parat zu haben, sorgt für ruhige Nächte.
Auch Hin- und Rückfahrt will bei einer Transalp geplant sein: Kann das Fahrrad überall mitgenommen werden?
Insidertipp: Die Fahrradkapazitäten in den Zügen auf beliebten Strecken (wie z.B. vom Gardasee nach Deutschland) sind sehr knapp und ohne frühzeitige Buchung schwer zu ergattern. Eine spontane Fahrradmitnahme ist so gut wie ausgeschlossen. Wer den Planungsaufwand minimieren möchte, nimmt an einer geführten Tour teil. Angebote finden sich meist auf den Sektionswebseiten. Auch der DAV Summit Club bietet geführte Transalps an.
Mit wem unternehme ich eine Transalp?
Ein ähnlicher Fitnesszustand in der Gruppe beugt Unzufriedenheiten und Enttäuschungen vor. Zwischenmenschlich sollte es natürlich auch passen. Die richtige Begleitung macht die Transalp doppelt schön.
Was muss ich für eine Transalp können?
Solide Fahrtechnik auf allen Untergründen ist das A & O. Einen Überblick gibt es hier, Details im Alpin-Lehrplan Mountainbiken oder beim Fahrtechnikkurs deiner Sektion.
Häufig gibt es Passagen, auf denen das Rad getragen werden muss. Ohne Platten schaffen es wohl die wenigsten über die Alpen. Gerade im Hochgebirge kann man sich genauso wenig auf eine durchgehende Markierung wie auf durchgehenden Handyempfang verlassen - daher sollte man sich unbedingt auch mit Blattkarte und ggf. Kompass orientieren können.
Durchhaltevermögen und der Wille, sich zumindest ein bisschen zu quälen, braucht es für eine Überquerung der Alpen schon auch!
Wissen: Was mache ich im Notfall? Dafür sollte man den Erste-Hilfe-Kurs in regelmäßigen Abständen auffrischen - hier gibt es eine Zusammenfassung der wichtigsten Maßnahmen.
Wie bereite ich mich auf eine Transalp vor?
Radfahren lässt sich wunderbar in den Alltag integrieren, egal ob zur Arbeit, für kleinere Erledigungen oder in den Biergarten - und ist oft nervenschonender als mit Auto oder Öffis.
Die Wochenenden sollte man nutzen, um erste Mehrtagestouren in der Umgebung - gerne auch mit ein paar Höhenmetern z. B. im Mittelgebirge - zu unternehmen.
Gezieltes Krafttraining für Beine und Rumpf. Hier gibt es Trainingstipps für Kraft, Ausdauer und Mobilisation.
Die richtige Planung und Vorbereitung verschaffen Gelassenheit unterwegs. Das gilt auch für die optimale Ausrüstung, also: sich im Vorfeld Zeit nehmen und im Fachhandel beraten lassen. Dann ist man auch mental perfekt auf das anstehende Abenteuer eingestimmt.
Wie bleibe ich fit auf einer Transalp?
Regelmäßig, am besten schon vor dem Hunger-/Durstgefühl, essen und trinken. Unterwegs Energieriegel oder auch mal belegtes Brot oder Trockenobst, in der Unterkunft ordentlich und gerne kohlenhydratreich Abendessen und Frühstücken.
Pause machen! Am besten schon vorab geeignete Plätze auswählen und nicht erst rasten, wenn der Körper schon völlig erschöpft ist.
Wer schon vorher bestimmte Körperregionen als „Schwachstelle“ ausgemacht hat - häufig sind das Po, Hände oder Rücken - sollte auf diese Bereiche besonderes Augenmerk legen. Verschiedene Einstellungen am Rad (siehe oben) auszuprobieren oder eine bewusste Wahl der Radlhose und -handschuhe kann viele Beschwerden lindern. Je nach Körperteil sollte man dennoch bewährte Salben dabeihaben oder wohltuende Übungen kennen.
Wie orientiere ich mich auf meiner Transalp?
Besonders auf viel frequentierten Routen findet man meist Markierungen in Form von Schildern, farbigen Symbolen am Fels oder Steinmännchen - verlassen sollte man sich darauf aber lieber nicht. Daher immer auch Karte (ggf. Bekannte Routen sind meist ausgeschildert - verlassen sollte man sich darauf jedoch nicht. Wer die Touren-App auf dem Smartphone (Achtung: Empfang, Tour vorher herunterladen) oder ein GPS-Gerät zur Orientierung nutzen möchte, braucht eine passende Halterung für den Lenker. Außerdem muss man sich mit der Verfügbarkeit von Lademöglichkeiten auseinandersetzen - im Bestfall hat man eine geladene Powerbank dabei.
Insidertipp: Gerade auf Berghütten finden sich oft Gleichgesinnte, die auch auf der Tour unterwegs sind und Auskunft zu Wegbeschaffenheit oder sonstige Tipps geben können. Dasselbe gilt für die Hüttenwirtsleute.
Welche Gefahren und Risiken gibt es bei einer Transalp?
Dass das Wetter in den Bergen schnell umschlagen kann, ist kein Geheimnis. Daher sollte man auf alles vorbereitet sein: Hitze, Kälte und die damit verbundenen Gefahren von Hitzschlag oder Unterkühlung oder Gewitter (Verhaltenstipps gibt’s hier) genauso wie Schnee, der im Hochgebirge bis in den Sommer liegenbleiben kann.
Auch bei akribischer Planung kann es unterwegs zu Erschöpfung oder Überforderung kommen. Was tun? Generell sollte man von Beginn der Tour an dafür sorgen, nicht in einen Erschöpfungs- oder Überforderungszustand zu kommen. Dazu gehört, langsam zu starten und ausreichend Pausen mit Energiezufuhr einzulegen.
Aber auch, wenn es dafür zu spät ist, kommt man meist unbeschadet aus der Situation heraus, wenn man ein paar Dinge beachtet. Bei akuter Erschöpfung macht man das Naheliegende: eine Pause, während der man die Energiereserven auch durch Essen und Trinken wieder auffüllt. Bei Überforderung sollte man hingegen versuchen, sich immer nur auf das zu konzentrieren, was direkt vor einem liegt - und alles andere mal kurz ausblenden. Auch hier helfen kurze Auszeiten, z. B. ein Atemzug mit geschlossenen Augen. Selbstverständlich darf und sollte man sich auch aus der Gruppe Unterstützung holen.
Wer fernab der Zivilisation mit dem Bike unterwegs ist, muss mit Pannen umgehen können - und das passende Werkzeug dabeihaben (siehe oben). Die häufigsten Pannen und wie du sie behebst, haben wir hier zusammengefasst.
Verletzungen und Stürze passieren den Besten. Wichtig ist, vorbereitet zu sein und zu wissen, was im Notfall zu tun ist. Das Wetter kann einem schnell einen Strich durch die Rechnung machen.
Die richtige Reisezeit
Die richtige Reisezeit ist mitentscheidend für einen erfolgreichen Alpencross. „Speziell für Touren im Gelände bieten sich eigentlich nur die Sommermonate an. Ansonsten kann es auch passieren, dass man in höheren Lagen noch auf Schnee trifft“, erklärt Anja Knaus, die die Schweizer Berge direkt vor der Haustür täglich genießen kann.
Akku-Management
Das „Problem“ für E‑Biker: Der Akku braucht am Ende des Tages Strom. Wer nicht ein Solarpanel mitführen möchte, ist auf eine feste Unterkunft mit Steckdose angewiesen - und diese sind im Sommer heiß begehrt oder aufgrund von Corona-Regelungen geschlossen. „Deshalb sollte man einerseits langfristig planen und sich umsehen, wo es geeignete Übernachtungsmöglichkeiten gibt, andererseits sich auch auf kurzfristige Umbuchungen gefasst machen“, rät Stiener. Aber auch die Zeltübernachtung auf dem (Natur-)Campingplatz oder anderen geeigneten Flächen ist möglich. Die Ladestopps finden dann einfach während des Tages in Cafés und Restaurants (falls geöffnet) oder an speziellen Ladestationen, wie sie immer mehr Tourismusregionen anbieten, statt.
Die Länge der Etappen sowie die Unterkünfte unterwegs sollten schon vor dem Start sorgsam geplant werden, damit weder den Radlern noch den E-Bikes die Kräfte ausgehen. Die Akku-Größe bestimmt die Etappenlänge, Routenwahl und ggf. Ladestopps. Deshalb ist es ratsam, die Etappen vorab am heimischen Rechner zu planen und die Daten auf ein GPS-Gerät zu laden.
Bei der Planung sind neben den Kilometern unbedingt die Höhenmeter mit einzubeziehen. Außerdem sorgt das Gepäck für Mehrgewicht und somit höheren Stromverbrauch, die kühlen Temperaturen in den Höhenlagen mindern zusätzlich die Leistungsfähigkeit des Akkus. Zudem sind in Österreich manche Wege für den Radverkehr gesperrt. Ein bisschen Puffer für einen Umweg oder eine Ladepause sollte man deshalb bei der Routenplanung immer berücksichtigen. Hilfe bietet das ein oder andere Buch für E‑Bike-Touren. Darin werden Strecken-Tipps aufgezeigt, bei denen Lademöglichkeiten oder Umfahrungen von Schiebe- und Tragepassagen vermerkt sind.
Wenn die Etappen doch etwas länger werden sollten, besteht die Option eines Zweit-Akkus. Dieser ist entweder direkt am Rad verbaut oder er kann optional im Gepäck transportiert werden. Dafür eignen sich spezielle E‑Bike-Taschen, wie nicht nur wasserdicht sind, sondern auch über ein Akku-Fach verfügt, in dem der Energiespeicher während der Fahrt geschützt ist.
Pannenhilfe
Auch E‑Bikes können einmal eine Panne haben. Deshalb ist es bei Mehrtagestouren immer sinnvoll, die nötigsten Hilfsmittel dabei zu haben. Ein leichter Ersatzschlauch und eine kleine Luftpumpe gehören ebenso ins Gepäck wie ein Multitool und ein Erste-Hilfe-Set. Ein Schloss ist ebenfalls Pflicht. „Nachts im Fahrradkeller im Hotel oder tagsüber auf der Hütte hat man sein E‑Bike einfach nicht immer im Blick. Und wer will schon riskieren, dass der teure Reisebegleiter auf einmal weg ist?“, sagt Torsten Mendel vom Sicherheitsspezialisten Abus.
Die richtige Kleidung
Selbst an heißen Sommertagen kann das Wetter im Hochgebirge schnell umschlagen. Eine leichte Regenjacke ist deshalb Pflicht. „Aber auch Arm- und Beinlinge sollten im Gepäck verstaut sein. Denn in den Bergen kann es leicht kalt werden. Die Produkte nehmen nicht viel Platz weg und sind schnell übergezogen“, rät Anna Rechtern vom Outdoor-Ausrüster Vaude und ergänzt, dass auch eine dünne, winddichte Mütze (passt unter den Helm) und ebenfalls winddichte Langfinger-Handschuhe vorsichtshalber mit ins Gepäck sollten, um Auskühlung zu verhindern.
Fahrradrahmen von E-Bikes, die trotz Akku noch Platz für einen Flaschenhalter bieten, sind auf Reisen im Vorteil: Bei längeren Anstiegen in der Sonne greift auch ein E‑Biker gerne zum Wasser, ohne die Flasche umständlich irgendwo aus der Tasche ziehen zu müssen. Falls der Akku keine Befestigung am Unterrohr zulässt, können die Flaschenhalter beispielsweise am Sattel- oder Steuerrohr angeschraubt werden und sind so stets griffbereit. Alternativ bieten manche Hersteller bei manchen Modellen ein magnetisches Railsystem wie das von Monkeylink zur Befestigung an. Auch ein paar Riegel und kleine Snacks für die Trikottasche sind sinnvoll.
Fitness
Das E‑Bike nimmt zwar einen (Groß-)Teil der Arbeit ab, aber ohne Training geht es trotzdem nicht. Eine gewisse Grundkondition ist für eine mehrtägige Tour mit vielen Höhenmetern Pflicht. Wer diese nicht hat, sollte jetzt an den Aufbau denken.
Gruppendynamik
Drei bis sechs Personen gelten auf einer Alpenüberquerung als ideale Gruppenstärke. Im alpinen Gelände hat man oft keinen Handyempfang. In einer Notsituation kann so ein Teilnehmer beim Verletzten bleiben, während ein anderer Hilfe holt. Je mehr Teilnehmer, desto größer die Pannenwahrscheinlichkeit. Auch Verpflegungspausen, Klamottenwechsel oder Foto-Sessions können sich bei einer zu großen Gruppe extrem in die Länge ziehen und den Zeitplan gefährden.
Routen-Planung
Derjenige, der die Route plant, ist automatisch der Guide. Trotzdem müssen alle Mitglieder über den Routen-Verlauf im Bilde sein. Die Länge der Etappen muss sich an der Leistungsfähigkeit des schwächsten Teilnehmers orientieren. Die Etappen so kalkulieren, dass man nicht auf der letzten Rille ins Ziel rollt. Und wenn absehbar ist, dass die Akku-Kapazitäten knapp werden könnten, muss es auf der Route Exit-Strecken geben - Abfahrten zu nahe gelegenen Orten oder Hütten. Und die sollten natürlich geöffnet haben.
Grenzen erkennen
Zumindest zu Anfang sollte ein Teilnehmer vorausfahren, der viel Erfahrung in Sachen Reichweite auf alpinen Touren mitbringt. Denn schweres Gepäck und steile Anstiege ziehen die Energie schneller aus Batterie und Beinen als auf moderaten Touren. Ein erfahrener Guide wird das Tempo besonders zu Anfang drosseln. Auch dürfen die Erschöpfungsgrade nie so weit gehen, dass die Konzentrationsfähigkeit darunter erheblich leidet - in den Alpen warten oft technisch anspruchsvolle Abfahrten. Dazu muss der Zeitplan jeder einzelnen Etappe regelmäßige Pausen vorsehen. Abends sollte man sich dehnen, kohlenhydratreich essen und reichlich trinken - kein Alkohol. Wenn ein Teilnehmer nach einer anstrengenden Etappe keinen Hunger oder schlecht geschlafen hat, kann das ein Anzeichen für Überanstrengung sein. Ideal wären dann: ein Tag Pause oder eine leichte Alternativetappe in Begleitung.
Die Launen der Natur
Checken Sie die regionalen Wettervorhersagen regelmäßig. Bei starkem, andauerndem Regen, dichtem Nebel, Gewitter oder Wintereinbruch brechen Sie die Etappe rechtzeitig ab. Ihre Ausrüstung muss für alle Witterungsverhältnisse gewappnet sein, auch eine lichtschutzstarke Sonnencreme darf nicht fehlen - im Gebirge sticht der Planet besonders intensiv. Besondere Gefahr droht von Gewittern in exponiertem Gelände. Dann heißt es: runter vom Gipfel, weg von einzelnen Bäumen, Abstand von Wasserläufen, Leitungen und Weidezäunen. Alle elektrischen Geräte ausschalten, das Bike min. 50 Meter entfernt ablegen, eine Mulde suchen und auf den Rucksack kauern. Die Füße zusammenhalten - denn Gefahr geht nicht nur vom direkten Blitzeinschlag, sondern auch vom Strom im Boden aus.
In der Not
Ist ein Mitfahrer verletzt oder entkräftet, so, dass er nicht mehr aus eigener Kraft ins Tal abfahren kann, müssen Sie Erste Hilfe leisten und die Bergrettung rufen. Entweder mit der zentralen europäischenNotrufnummer 112 oder besser mit den direkten Notrufnummern der Länder: Österreich 140, Schweiz 144, Italien 118, Frankreich 15, Slowenien 112, Deutschland 112
Keine Panik, wenn Sie in einem Funkloch stecken: Schalten Sie das Handy aus und wieder ein, geben Sie dann anstatt des Pins die zentrale europäische Notrufnummer 112 ein. Das Handy sucht sich dann - unabhängig von Ihrem Provider - das stärkste verfügbare Netz. Auch über spezielle Smartphone-Apps können Sie Hilfe anfordern. Einzige Voraussetzung für das Prozedere: Der Akku muss geladen sein. Funktioniert wirklich kein Netz, müssen Sie Hilfe holen: mindestens einer bleibt beim Verletzten, mindestens einer macht sich auf den Weg. Markieren Sie Ihre Position auf der Karte oder mittels GPS-Gerät. Vergewissern Sie sich, ob die nächste Hilfe auch wirklich erst im Tal wartet - oder vielleicht doch auf einer nahen Hütte.
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