Alpenüberquerung MTB Routen: Schwierigkeitsgrade im Überblick

Über die Alpen mit dem Mountainbike - für viele Traum und Herausforderung zugleich.

Es gibt lange und nicht ganz so lange, leichte, knifflige und hundsgemeine Routen von Nord nach Süd und von Ost nach West.

Die Via Claudia Augusta

Die leichte Route startet in Ehrwald, erklimmt auf Waldwegen den Fernpass und den leichtesten Hauptkammübergang, den Reschenpass (Asphalt).

Von dort rollt man auf vorwiegend asphaltierten Radwegen durchs Vinschgau, an Meran, Bozen, Trento und Rovereto vorbei, dem Gardasee entgegen. Der höchste Punkt liegt dabei auf knapp 1 500 Meter. Vorteil der Route: Sie können schon im Frühjahr losfahren.

Wenn auf den hohen Pässen noch dicker Schnee liegt, haben Sie im Tal schon freie Fahrt. Allerdings erleben Sie auch das Panorama nur vom Talboden aus.

Aber vielleicht packt Sie ja der Ehrgeiz und Sie wagen sich auch mal an eine der schweren Etappen?

Alpenüberquerung Via Claudia - leicht:

  • 345 km/3 857 hm
  • 5 Etappen
  • Schwierigkeit: * (max. 6 Sterne)

Diese Transalp-Route eignet sich für: absolute Transalp-Einsteiger oder Ungeduldige, die es schon im Frühjahr über die Alpen zieht.

Die Highlights: Lechtal, Inntal, Etschtal, die leichten Trails am Fernpass (1 266 m), Vinschgauer Radweg mit Ortlerblick. Zwischen Ehrwald und dem Gardasee liegen nur 4 000 Höhenmeter - zumindest auf der leichten Variante der Via Claudia. Harte Naturen drücken sich das an einem Tag in die Beine.

Allerdings verteilen sich diese Höhenmeter auf 345 Kilometer und wer das an zwei Tagen schafft, der ist konditionell wahrscheinlich auf der schweren Variante der Via Claudia besser aufgehoben.

Alpenüberquerung Via Claudia - schwer:

  • 588 km/20 293 hm
  • 8-9 Etappen
  • Schwierigkeit: ****** (max. 6 Sterne)

Diese Transalp-Route eignet sich für: Bergziegen mit Kraft für 2 500 Höhenmeter am Stück und guter Fahrtechnik für Hochgebirgspfade.

Die Highlights: Dirstentrittkreuz, Madritschjoch, Eisjöchl, Auener Jöchl, Monte Gazza.

Die schwere Variante der Tour startet in Mitten­wald und misst 588 Kilo- und 20 293 Höhenmeter. Dazwischen türmen sich mit dem Dirstentrittkreuz, dem Idjoch, der Venetalm, dem Madritschjoch und dem Eisjöchl die „bösen Buben“ der Ost­alpen.

Stundenlange und durchweg steile Anstiege - wer diese Tour in Angriff nimmt, braucht wirklich Biss.

Aber Sie müssen ja nicht: Die beiden Routen treffen oft am selben Übernachtungsort wieder zusammen. Sollten die Beine also morgens doch zu schwer oder das Wetter fürs Hochgebirge zu schlecht sein, können Sie jeden Tag auf die leichte Variante ausweichen.

Weitere Alpenüberquerungsrouten

Neben der Via Claudia Augusta gibt es zahlreiche weitere Routen, die sich in Länge, Höhenmetern und Schwierigkeitsgrad unterscheiden.

  • Heckmair-Route (Oberstdorf-Riva del Garda): 412km, 14030hm, 7 Etappen, Kondition: sehr schwer, Fahrtechnik: mittel
  • Maximilianweg (Bodensee-Königsee): 656km, 16670 Hm, 12 Etappen, Kondition: sehr schwer, Fahrtechnik: Schwer
  • Ostalpentraum (Villach - Trieste/Pirano): 439km, 10510 Hm, 6 Etappen, Kondition: sehr schwer, Fahrtechnik: schwer
  • Westalpencross (Susa - Ventimiglia): 348km, 12410 Hm, 8 Etappen, Kondition: schwer, Fahrtechnik: schwer
  • Tirol pur: über die Jöcher (Mayrhofen - Riva del Garda): 369km, 12970 Hm, 6 Etappen, Kondition: Sehr schwer, Fahrtechnik: schwer
  • Albrecht-Route (Garmisch-Riva del Garda): 422km, 14000hm, 7 Etappen Kondition: Schwer, Fahrtechnik: mittel
  • Freeride-Alpencross (Riezlern-Riva del Garda): 479km, 4800hm, 6 Etappen Kondition: schwer Fahrtechnik: Sehr schwer
  • Haute Route (Chamonix-Mont-Blanc - Zermatt): 261km, 11900hm, 6 Etappen Kondition: schwer Fahrtechnik: Schwer
  • Trail Transalp Tirol (Seefeld-Meran): 174km, 9500hm, 7Tage, Kondition: schwer Fahrtechnik: sehr schwer

Die richtige Routenwahl

Die Wahl der richtigen Route hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der eigenen Fitness, dem Können und den persönlichen Vorlieben.

Was muss ich für eine Transalp können?

Solide Fahrtechnik auf allen Untergründen ist das A & O. Einen Überblick gibt es hier, Details im Alpin-Lehrplan Mountainbiken oder beim Fahrtechnikkurs deiner Sektion.

Häufig gibt es Passagen, auf denen das Rad getragen werden muss. Ohne Platten schaffen es wohl die wenigsten über die Alpen.

Gerade im Hochgebirge kann man sich genauso wenig auf eine durchgehende Markierung wie auf durchgehenden Handyempfang verlassen - daher sollte man sich unbedingt auch mit Blattkarte und ggf. Kompass orientieren können.

Durchhaltevermögen und der Wille, sich zumindest ein bisschen zu quälen, braucht es für eine Überquerung der Alpen schon auch!

Wissen: Was mache ich im Notfall? Dafür sollte man den Erste-Hilfe-Kurs in regelmäßigen Abständen auffrischen - hier gibt es eine Zusammenfassung der wichtigsten Maßnahmen.

Empfehlungen für Neulinge:

  • Flusstäler in den Alpen dienten schon vor hunderten Jahren als Transitwege.
  • Auch heute führen die einfachsten Routen durch diese: Vom Chiemsee aus gibt es zum Beispiel einfache Routen an den Gardasee über Inntalradweg, Reschenpass, Etschtal und Passo San Giovanni oder über Brenner, Eissack- und Etschtal.
  • Routen mit breiten Fahrwegen bieten sich auch für Transalp-Neulinge an.

Vor der Tour

Nach der Entscheidung für eine Route sollte man mit der Detailplanung beginnen und die Etappen auf der Karte durchgehen: Wie lang sind sie und wie schwierig? Wie ist die Wegbeschaffenheit? Wo kann ich mich mit Wasser und weiterem Proviant versorgen?

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