Das Motorradfahren ist mehr als nur ein Hobby; es ist eine Leidenschaft, die viele Menschen ein Leben lang begleitet. Doch was bedeutet es, wenn man älter wird? Wie verändert sich die Perspektive, und welche Anpassungen sind notwendig, um weiterhin sicher und mit Freude unterwegs zu sein?
Motorradfahren im Alter: Eine persönliche Perspektive
Die Frage nach dem Motorradfahren im Alter hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, die im Grunde jeder für sich ganz individuell beantworten muss. Willst du im höheren Alter überhaupt noch Motorrad fahren? Gehe diesen Fragenkatalog im stillen Kämmerlein selbstkritisch mit dir durch. Mehrfach und in zeitlichen Abständen, damit du deine Entscheidung nicht von einer etwaigen „Tagesform“ abhängig machst.
Wenn du glaubst, alle Fragen positiv beantworten zu können, dann arbeite den folgenden Katalog mit allen Konsequenzen ab.
- Jede Betätigung, jedes Hobby, findet irgendwann einmal ein natürliches Ende, auch das Motorradfahren. Das ist normal. Hoffentlich nicht durch einen Unfall; aber irgendwann hat man das Gefühl, damit „durch“ zu sein.
- Klar, mit den Jahren lassen die körperlichen Kräfte nach. Auch das ist normal. Wenn dir das Motorradfahren über die Maßen beschwerlich wird, dann macht das nicht nur keinen nachhaltigen Spaß mehr; es geht auch auf Kosten der Sicherheit. Deiner eigenen und der von Anderen. Das ist fatal. Bist du aber körperlich noch gut beieinander oder in der Lage, die erforderliche Fitness zu erreichen, dann mache Sport/Gymnastik. Zielgerichtet und vor allem regelmäßig, jeden Tag. Du brauchst dafür keine Maximalkraft mehr, aber Ausdauer und Beweglichkeit. Wieviel, das merkst du spätestens, wenn die Lunge pfeift und die morschen Knochen krachen. Das ist kein Spaß, aber stetige Übung ist unverzichtbar.
- Motorradfahren ist zu 50% Kopfsache: Erfahrung, Gefühl, Intuition, Konzentration, Reaktion, Reflexe. Vertraue bitte nicht darauf, dass du das Motorradfahren noch gut beherrschst, weil du Jahrzehnte auf zwei Rädern unterwegs warst. Sei dir bewusst, dass dein neuronales System strukturiert ist wie ein Computer: Auf der Festplatte hast du zwar unheimlich viel Erfahrung gespeichert, mit der du dich anderen (vielleicht sogar zu Recht) überlegen fühlst. Deshalb prüfe dich kritisch, ob Reaktionen, Reflexe und Konzentration noch in ausreichendem Maße vorhanden sind. Übungen dafür gibt es zuhauf, vom Flipper bis zu einem langen, anspruchsvollen Vortrag, den du dir auf YouTube konzentriert reinziehst. Ein Freund meines Vaters, ehemaliger Jagdflieger, erzählte immer, sie hätten zwischen den Einsätzen (dienstlich angeordnet!) Mikado gespielt, zur Förderung von Ruhe und Konzentration.
- Das schönste Hobby kann einem sauer werden, wenn es zu Hause unüberwindliche Einwände dagegen gibt. Die Sorge um dein Wohlbefinden und deine Sicherheit ist gewiss aller Ehren wert, besonders, wenn du im Inneren zugeben musst, dass deine bessere Hälfte im Grunde schon Recht hat.
Wie ihr seht, hat meine eingangs erzählte Geschichte vom Motorradwechsel durchaus einen ernsten Hintergrund. Denn mit der Zeit stellt sich unweigerlich das eine oder andere „Problemchen“ ein: wenn das Bein Beschwerden macht beim Schwung über den Sattel oder der Rücken beim Fahren, wenn das Gewicht zum Problem wird - das der Maschine oder dein eigenes. Solltest du das feststellen, dann gestehe dir ruhig ein, dass die Zeit für einen Wechsel gekommen ist und schaue dich nach etwas Neuem um. Auf einem potenten Motorradmarkt wie Deutschland/Österreich/Schweiz gibt es so gut wie alles und für jeden etwas, das passen sollte.
Motorradfahren im Alter - ja oder nein? - diese Frage ist unausweichlich und oft unbequem oder sogar schmerzlich. Die Antwort darauf kann nur höchst individuell ausfallen, denn sie hängt vom eigenen Befinden ebenso ab wie vom persönlichen Lebensentwurf. Dennoch gewährt sie gewisse Spielräume, wenn es darum geht, die Motorradkarriere doch noch ein wenig zu verlängern. Das allerdings erfordert einen festen Entschluß und konsequente Arbeit an sich selbst.
Motorradtouren durch Oberbayern: Eine landschaftliche Offenbarung
Oberbayern ist ein Paradies für Motorradfahrer, mit seinen malerischen Seen, beeindruckenden Alpen und kurvenreichen Bergstraßen. Hier sind einige Highlights, die jede Tour unvergesslich machen:
Die fünf Seen rund um München
Sie präsentieren sich völlig unterschiedlich, die fünf Seen, die man während dieser Motorradtour durch Oberbayern umrundet.
- Starnberger See: Der größte und mondänste von ihnen ist mit 57 Quadratkilometern der Starnberger See, der „Fürstensee“. Prominenteste Besucherin war die österreichische Kaiserin Elisabeth, bekannt unter ihrem Namen „Sissi“. Dort traf sie oft den bayerischen König Ludwig II., der 1866 bei einem Badeunfall im See ums Leben kam.
- Ammersee: Mit 47 Quadratkilometer nur wenig kleiner als der Starnberger See, vergnügte sich an den Ufern des „Bauernsees“ vor allem das einfache Volk.
- Wörthsee, Pilsensee und Wesslinger See: Wer in erster Linie Stille, Idylle und Natürlichkeit sucht, der wird an den drei Gewässern Wörthsee (4 Quadratkilometer), Pilsensee (2 Quadratkilometer) und Wesslinger See (1/2 Quadratkilometer) fündig.
Der Tegernsee: Ein Alpenjuwel
Für die einen ist er ein Alpenjuwel, für die anderen der „Lago di Protzo“- der Tegernsee polarisiert. Kommt auf den Blickwinkel an. Unverrückbar ist jedoch das schier unglaubliche Panorama aus Wasser und Berge, das sich rund um den Tegernsee auftut. Kein Wunder, dass die Menschen seit über 100 Jahren hierherkommen, um Urlaub zu machen. Für uns Motorradfahrer sind auf Motorradtouren durch Oberbayern vor allem die perfekt in Schuss gehaltenen Bergstraßen rund um den Tegernsee interessant. Kurven wie am Fließband auf griffigem Asphalt, kräftige Höhenunterschiede, sportliches Tempo - Kupplung und Getriebe dürfen sich freuen. Highlights sind die Strecken am Sudelfeld sowie über den Ursprungpass.
Der Chiemsee: Bayerisches Meer mit königlichem Erbe
Mittelpunkt des so genannten Chiemgaus bildet der Chiemsee, mit 82 Quadratkilometern der größte bayerische See. Seine Perlen sind die beiden Inseln Herren- und Frauenchiemsee. Zumindest der Besuch einer der beiden gehört zum Pflichtprogramm einer jeden Motorradtour durch Oberbayern. Wir schlagen Herrenchiemsee vor. Fahrgastschiffe verkehren von Prien und Gstadt aus. In einer Viertelstunde ist man zu Fuß vom Anleger am Schloss von König Ludwig II. Der Erhaltungszustand und die Pracht des Bauwerks sind verblüffend. So ist der 98 Meter lange Spiegelsaal noch üppiger ausgestattet als der des Vorbildes Versailles. Schade, dass im Jahr 1885, als der Bau wegen Bankrotts der bayerischen Staatskasse eingestellt werden musste, gerade 20 der 70 geplanten Räume fertig waren.
Die Berchtesgadener Alpen: Ein Paradies für Motorradfahrer
Wie auf jeder Motorradtour durch Oberbayern sind für uns natürlich auch in den Chiemgauer Alpen die Bergstrecken am interessantesten. Die Österreicher nennen das, was da so vorwitzig in ihr Bundesgebiet hineinragt, „Deutsches Eck“. Vermutlich sind sie ein wenig neidisch auf diese Region südlich von Salzburg. Denn landschaftlich gehört sie zu den eindrucksvollsten in Deutschland: Watzmann, Königssee, Berchtesgaden, Bad Reichenhall, Wallfahrtskapelle Maria Gern - da glänzen die Augen. Kein Wunder, dass schon immer Maler, Dichter, Schriftsteller und Fotografen in die Berchtesgadener Alpen kamen. Dass von vielen Motorradtouren durch Oberbayern mindestens eine in die Berchtesgadener Alpen führen muss, liegt an den vielleicht schönsten deutsche Motorradstrecken, die diese Region bietet.
Rossfeld Höhenringstraße: Der Höhepunkt
Absoluter Höhepunkt bildet bei dieser Motorradtour in Oberbayern die Rossfeld Höhenringstraße. Sie ist mit einer Scheitelhöhe von 1.550 Metern Deutschlands höchste Passstraße und mit ihrer hohen Kurvendichte die wohl anspruchsvollste Motorradstrecke der deutschen Alpen. Schon der Anstieg von Berchtesgaden hinauf nach Obersalzberg mit seinen 24 Prozent Steigung hat es gehörig in sich. Vier Kilometer später taucht die Mautstelle auf, danach beginnen 16 Kilometer, die man so schnell nicht vergisst. Wenn je der Begriff Fahrspaß seine Bedeutung verdient, dann auf dieser Etappe einer Motorradtour durch Oberbayern. Enge Bögen, weite Bögen, Haarnadelkurven, griffige Fahrbahn, sehr guter Belag. Der ultimative Aussichtspunkt wartet auf der Scheitelstrecke kurz vor dem Roßfeld-Skigebiet. Und so wird die Fahrt durch die Berchtesgadener Alpen so etwas wie die Vorzeigerunde für Motorradtouren durch Oberbayern. Selten in Deutschland lassen sich Motorradfahrspaß, kulinarischer Genuss und Landschaftsfaszination so genial miteinander verbinden.
Die Wahl des richtigen Motorrads im Alter
Mit zunehmendem Alter kann das Gewicht und die Handhabung eines Motorrads eine größere Rolle spielen. Ein Wechsel zu einem leichteren, agileren Modell kann die Fahrfreude und Sicherheit erhöhen. Hier sind einige Überlegungen und Modelle, die in Betracht gezogen werden könnten:
- BMW F 900 XR: Aus den oben genannten Gründen aus dem Rennen.
- Honda NT1100 DCT: Sehr solide, aber auch nicht sehr viel leichter als unsere FJR.
- Yamaha Tracer 9 GT: Leichteste Maschine im Angebots-Quartett mit fulminantem Dreizylinder, guten Manieren, einem Quickshifter von ballerinenhafter Leichtfüßigkeit und insgesamt bestem Preis-/Leistungsverhältnis.
Die japanische Ästhetik wohnt offensichtlich die Vorstellung inne, daß ein Gegenstand zu seiner Perfektion auch Schattenseiten haben muß, um brillieren zu können. Das gilt bei allen Vorzügen (in hinnehmbarem Maße) auch für die Tracer: frickelige Menüführung der Assistenzprogramme, überfrachtete Anzeigen auf einem zweigeteilten, blendungsanfälligen Display. Um all ihrer Vorzüge willen bin ich aber gerne bereit, das hinzunehmen. Wie stets gilt auch hier: There is no free lunch.
Wenig Wunder, daß unsere motorradmäßige Neuorientierung mit einem Kaufvertrag für die Vorführer-Tracer als neues Fluchtfahrzeug endete. Die altgediente FJR blieb gleich beim Händler. Mit den Helmen auf den Knien fuhren wir, unter den ratlosen Blicken der übrigen Fahrgäste, per U-Bahn zurück nach Hause.
Weitere Aspekte des Motorradfahrens
Neben den technischen und körperlichen Aspekten spielen auch soziale und emotionale Faktoren eine Rolle. Der Verlust eines Fahrpartners kann eine einschneidende Erfahrung sein, die die Art und Weise, wie man das Hobby ausübt, verändert.
Wie schon gesagt, ein wirklich guter Freund ist tot ..... machte ich mir Gedanken darüber ob es sinnvoller wäre zunächst allein meine Wege zu suchen, oder Hilfe von Freunden anzunehmen. Es dauerte geraume Zeit bis ich das bemerkte (als Neuling glaubt man ja fast alles). Boah ey, was sind wir geile Touren zusammen gefahren. Ja, und das ist nun alles vorbei.
Fazit
Das Motorradfahren kann in jedem Alter eine Quelle der Freude und des Abenteuers sein. Wichtig ist, sich den Herausforderungen zu stellen, die mit dem Alter einhergehen, und die notwendigen Anpassungen vorzunehmen, um sicher und mit Freude unterwegs zu sein. Oberbayern bietet mit seinen vielfältigen Landschaften und Strecken ideale Bedingungen für unvergessliche Motorradtouren.
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