Alte BMW Motorrad Modelle: Eine Übersicht

Die Geschichte der BMW Motorräder begann im Jahr 1923. Auf der Berliner Automobilausstellung im September 1923 fiel der Startschuss für den Bau von BMW Motorrädern: Die R 32 ist das erste Motorrad der Bayerischen Motoren Werke, entwickelt von Max Friz.

Der deutsche Fahrzeughersteller BMW wurde 1917 als Motorenhersteller gegründet und produziert seit 1923 Motorräder. Bereits seit 1913 produzierte Karl Rapp in dem nach ihm benannten Unternehmen Motoren. Nach mehreren Umbenennungen firmierte das Unternehmen ab 1916 zunächst als Bayerische Flugzeugwerke (BFW), bevor im Jahr 1917 die Bayerischen Motorenwerke (BMW) gegründet wurden.

Im Jahr 1923 kam neben der Produktion von Motoren, die vor allem für Flugzeuge eingesetzt wurden, die Motorradproduktion hinzu. Schon das erste Modell, die BMW R 32, hatte einen Zweizylinder-Boxermotor. Mit der R 39 kam 1924 eine zweite Modellreihe mit nur einem Zylinder hinzu. Beide Motorräder besaßen einen Kardanantrieb. An dieser grundsätzlichen Ausrichtung hielt BMW über 40 Jahre lang fest.

Nach den Kriegswirren gelingt BMW 1948 ein Neubeginn mit der Motorrad-Herstellung. Die 1950er Jahre sind von sportlichen Erfolgen geprägt. In Berlin-Spandau, wo bis 1945 Flugmotoren entstanden und danach eine Werkzeugmaschinen-Fertigung aufgebaut wurde, bekommen die BMW Motorräder ihr neues Zuhause - und Berliner Luft in die Reifen.

Eine neue Ära wird eingeleitet: Cockpit- und Vollverkleidungen machen das Fahren auf dem Motorrad komfortabler. Es entstehen sportliche Reisemotorräder. Der Motorradbauer überrascht mit wegweisenden Innovationen und dem neuen Segment der Reise-Enduros.

1955 wurde die "Gummikuh" geboren: Bei den Vollschwingen-BMW hob sich die Hinterradfederung beim Gasgeben, während sich die Federung beim Gaswegnehmen vorne wie hinten senkte. Auch in den Folgejahren war BMW immer wieder für neue Entwicklungen im Motorradsektor bekannt.

1980 brachte BMW mit der R 80 G/S die erste, eigene Enduro hinaus. Es war die erste Enduro mit einem Mehrzylindermotor und Kardanantrieb, was die meisten Experten als Nachteil im Gelände sahen. Das änderte sich aber schlagartig als BMW die nächste Rallye Dakar gewann.

Etliche neue Modelle und technische Innovationen sorgen bei BMW Motorrad für Wachstum: die neue K-Baureihe geht jetzt mit einem quer eingebauten Motor an den Start; und die neu entwickelte F-Modellreihe befeuert das Segment der Mittelklasse-Maschinen. 1983 legte BMW mit der K-Baureihe seine ersten Vierzylindermodelle auf.

Eines der bekanntesten Motorräder von BMW ist die K 100. Sie löste 1983 mit einem längs eingebauten wassergekühlten 2-Ventil-Vierzylinder-Reihenmotor die bisherigen luftgekühlten Boxermotoren ab. Der Hubraum betrug 987 cm³ und die Leistung 90 PS, womit die BMW eine Höchstgeschwindigkeit von über 200 km/h erreichte. Die K 100 gab es in vier Varianten: Einem "Naked Bike" ohne Verkleidung, einer sportlichen Variante mit Verkleidung (RS) und zwei Tourenvarianten mit Komplettverkleidung und Koffern (RT und LT).

Kernstück dieser Modellreihe war das „Compact Drive System“ mit dem längs und liegend eingebauten Motor. Gut zwei Jahrzehnte später, zur Intermot 2004, präsentierte BMW mit der K 1200 S seinen ersten quer eingebauten Vierzylindermotor. 167 PS (123 kW) sind ein Vorstoß in eine neue Leistungsdimension für BMW Motorrad. Das geringe Gewicht von 81,3 kg des um 55 Grad nach vorne geneigten Motors (inklusive Kupplung und Getriebe) lässt aufhorchen.

Mit der R 80 GS Basic läuft im Spandauer BMW Motorradwerk außerdem das letzte Modell der klassischen Zweiventil-Boxergeneration vom Band. Nach mehr als 70 Jahren geht hier ein großes Kapitel deutscher Motorradgeschichte zu Ende. Die Bilanz: Seit 1923 wurden weltweit 684.830 Exemplare der klassischen Boxer-Baureihe verkauft.

Der neue Vierventil-Boxer mit elektronischem Motormanagement und das erste BMW Einzylinder-Motorrad seit 1966 kommen in den 1990er Jahren auf den Markt.

Die R 1100 RS ist das erste Modell der neuen Vierventil-Boxer mit elektronischem Motormanagement und zwei im Kopf liegenden Nockenwellen. Wie kaum ein anderes Motorrad auf der Welt vereint dieser Sport-Tourer Charakter, Tradition und modernste Technik. Eine Besonderheit ist das Ergonomie-Paket, das eine individuelle Anpassung des Motorrades an den Fahrer erlaubt: Verkleidungsscheibe und Lenker sind variabel, die zweigeteilte Sitzbank ist für den Fahrer höhenverstellbar.

Als Nachfolger der R 100 GS präsentiert BMW Motorrad den Vierventiler R 1100 GS. Fast zwanzig Jahre nach der Einführung der R 80 G/S kommt die R 1150 GS als Nachfolgerin der R 1100 GS auf den Markt. Außer dem Motor wurden auch das Getriebe, das Fahrwerk und die Frontpartie überarbeitet.

Zur Zweizylinder-Boxerreihe und zur K-Reihe kommt Ende 1993 eine dritte Modellreihe hinzu: die F-Reihe, zunächst vertreten durch die Funduro F 650. Die erste Einzylinder-BMW seit 1966 ist ein europäisches Gemeinschaftsprojekt. BMW entwickelt das technische Konzept sowie das dynamische Design. Kooperationspartner Aprilia unterstützt die Entwicklung und ist federführend bei der Montage. Den Bau des nach BMW Vorgaben modifizierten 650-ccm-Einzylinder-Vierventilmotors übernimmt der österreichische Motorenspezialist Rotax.

Das Einstiegs-Modell mit Einzylinder-Vierventilmotor, Ketten- statt Kardanantrieb, Einschleifenrahmen aus Vierkantstahlrohr, Telegabel vorne und Zweiarmschwinge hinten. Das Gewicht beträgt nur 189 kg.

Mit der R 1200 C betritt BMW zum ersten Mal das Feld der Cruiser-Motorräder. Nicht nur der Boxermotor, sondern auch das Design der R 1200 C sorgen für eine völlig eigenständige Interpretation des Themas Cruiser.

Mit den Modellen F 650 GS und F 650 Dakar überträgt BMW im Jahr 2000 das Endurokonzept erfolgreich auf die Einzylindermodelle. Die beiden Siege von Richard Sainct bei der Rallye Paris Dakar in den Jahren 1999 und 2000 sorgen für zusätzliche mediale Begleitung.

Die Nachfolgerin der F 650 orientiert sich optisch an ihrer großen Schwester, der R 1150 GS, und ist als erstes Einzylindermotorrad mit einer digitalen Motorelektronik und geregeltem Katalysator ausgestattet.

Mit der F 650 CS legt BMW 2002 einen „Street Carver“ auf, bei dem erstmals bei einer BMW das Hinterrad per Zahnriemen angetrieben wird. Die F 650 CS überzeugt mit Einarmschwinge, Zahnriemenantrieb und neuartigem Staufachkonzept.

Mit der Einführung der neuen R 1200 GS im Oktober 2003 führt BMW Motorrad die damals fast 30-jährige Erfolgsgeschichte der GS in eine neue Ära. Mit einem deutlich dynamischeren Motor mit fast 15 PS mehr aber über 30 Kilogramm Gewichtsersparnis setzt diese GS einen Meilenstein im Segment der beliebten Reise-Enduros. Sie führt die neue Boxer-Baureihe erfolgreich ein, wird 2005 mit der Vorstellung der R 1200 GS Adventure erweitert und setzt sich schnell an die Spitze der Verkaufscharts. Seitdem hält sie die Position des meistverkauften Motorrades der Welt (Verkäufe weltweit über 600 ccm).

Als Ergänzung der K-Baureihe zwischen K 1200 LT und K 1200 RS ist die K 1200 GT ein Motorrad für Fahrer, die maximale Agilität und Dynamik mit hoher Reisetauglichkeit verknüpfen wollen.

Die Einzylinder-Baureihe von BMW wird 2006 um die G 650 X-Modelle erweitert. Die Modelle basieren auf dem bekannten und robusten 650 ccm Einzylinder-Triebwerk und einem Stahlrahmen, werden aber durch Design und Fahrwerkskomponenten für die Einsatzzwecke optimiert. Die G 650 XMoto ist die dynamischste von ihnen und zeichnet sich als Super-Moto-Ableger durch ein herausragendes Handling aus.

Der C1 ist eine innovative Synthese aus Zweirad und Automobil und als alternatives Verkehrsmittel für Großstädte und Ballungsgebiete gedacht.

2009 beginnt mit dem neuentwickelten Supersportler S 1000 RR eine neue Ära und BMW Motorrad tritt in Kooperation mit dem Partner Alpha Racing in der Superbike-Weltmeisterschaft an. Racing Power, Alu-Chassis, radiale Bremsen, Tail-up-Nose-down Design und die derzeit ultimative Kombination elektronischer Fahrassistenzsysteme bilden ein Superbike ohne Wenn und Aber. Auch als Serienmodell überzeugt die S 1000 RR mit ihren Rennsport-Genen.

Die 2010er sind eine Dekade voller Innovationen und Erfolge. Die Einführung der S 1000 RR setzt neue Maßstäbe im Superbike-Segment. Hinzu kommt ein völlig neues Segment - die Heritage Motorräder. Sie bringen jede Menge Retro-Charme in die Modellpalette, während die GS-Modelle weiterhin Abenteuerlustige begeistern.

Das Superbike des Jahrtausends: die S 1000 RR.

Bei der Form des Logos orientierte sich BMW an der Vorgängerfirma. Bereits bei der Rapp Motorenwerke GmbH wurde ein kreisförmiges Logo genutzt mit einem inneren und einem äußeren, kleineren Kreis. Der äußere, weiterhin schwarze Kreis wurde nun mit dem Schriftzug "BMW" versehen. Der innere Teil des Logos sollte an das bayrische Staatswappen mit weißen und blauen Rauten erinnern. Da BMW allerdings kein Staatsunternehmen war durfte dieses nicht kopiert werden, so dass nach der Entfernung des bisher vorhandenen Rappen eine Vierteilung vorgenommen wurde, wodurch die Rauten nur angedeutet werden. Diese wurden in blau (oben links und unten rechts) und weiß gehalten. Schon ab 1929 poetisiert BMW aber das eigene Logo: Der innere Kreis solle den Blick durch einen Flugzeugpropeller darstellen.

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