Das Historische Kennzeichen wurde 1997 als besondere Möglichkeit für Oldtimer eingeführt. Für Besitzer eines Oldtimers lohnen sich die Schilder durchaus, denn sie bringen finanzielle Vorteile mit sich. Es entspricht grundsätzlich dem regulären Euro-Kennzeichen. Einziger Unterschied: Die Erkennungsnummer endet mit dem Buchstaben H.
Voraussetzungen für das H-Kennzeichen
Damit man das H-Kennzeichen für sein Leichtkraftrad bekommen kann, müssen jedoch bestimmte Voraussetzungen beachtet werden. Nicht jedes alte Leichtkraftrad ist gleich ein Oldtimer. Ob das H-Kennzeichen vergeben wird, stellt der Prüfer bei der Hauptuntersuchung fest.
In der Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) ist genau festgelegt, welche Fahrzeuge als Oldtimer bezeichnet werden dürfen. Die Erstzulassung des Leichtkraftrades muss vor mindestens 30 Jahren stattgefunden haben. Grundsätzlich erhalten zudem nur solche Fahrzeuge ein Oldtimerkennzeichen, die gemäß § 2 Nr. 22 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung die Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturguts unterstützen.
Wichtig ist außerdem ein weitgehender Originalzustand des Fahrzeugs: Ein leistungsstärkerer Motor, der nachträglich eingebaut wurde, ist ebenso tabu wie andere jüngere Fahrzeugteile. Zeitgenössische Umbauten mit originalen Teilen und Umbauten für die Verkehrssicherheit sind jedoch erlaubt.
Ihr altes Leichtkraftrad erfüllt diese Kriterien? Dann erhalten Sie im Anschluss an die Prüfung ein offizielles Oldtimer-Gutachten, beispielsweise vom TÜV oder der DEKRA ausgestellt. Auch Sonderformen wie Zustands- oder Wertgutachten sind hier möglich.
Vorteile des H-Kennzeichens
Besitzer von Oldtimern mit H-Kennzeichen genießen eine Reihe von Vorteilen. Fahrzeughalter eines Oldtimers mit H-Kennzeichen zahlen üblicherweise eine niedrigere Kfz-Steuer - für Autos fällt eine Pauschale von jährlichen 191,73 Euro, für Motorräder von 46,02 Euro an (Stand: Januar 2017). Auch die Konditionen rund um die Kfz-Versicherung sind mit Oldtimer-Nummernschild günstiger. Vor allem sparen sie bei der Kraftfahrzeugsteuer.
Halter von automobilen Klassikern mit H-Kennzeichen profitieren zudem vom günstigeren Versicherungsschutz. Versicherer gehen nämlich davon aus, dass betagte Vehikel seltener und achtsamer im Straßenverkehr bewegt werden als andere Fahrzeuge. Auch die Umweltauflagen sind nach aktueller Rechtslage geringer.
Fahrzeuge mit H-Kennzeichen benötigen keine Umweltplakette, sie können Umweltzonen ohne Einschränkung befahren.
Die Vorteile im Überblick:
- Niedrigere Kfz-Steuer (46,02 Euro für Motorräder)
- Günstigere Kfz-Versicherung
- Befreiung von Umweltplaketten
Das H-Kennzeichen als Saisonkennzeichen
Seit einiger Zeit ist es möglich, Oldtimer saisonal zulassen, also das H-Kennzeichen und das Saison-Kennzeichen zu kombinieren. Dann zahlt der Halter noch weniger Kfz-Steuer und spart auch anteilig Versicherungsbeiträge. Ein H-Saison-Kennzeichen gilt auf Wunsch für einen durchgehenden Zeitraum zwischen zwei und elf Monaten.
Die Kfz-Steuer fällt nur für die Monate an, in denen das Auto auch gefahren wird. Die Versicherungsbeiträge sind in der Regel aber mindestens für sechs Monate zu zahlen. Weiterer Vorteil bei einer Saison, die mindestens sechs Monate umfasst: Dabei profitiert der Fahrzeughalter auch von einem Schadenfreiheitsrabatt und kann so seine Beiträge im Laufe der Zeit reduzieren. Bei einer kürzeren Saison wird der Rabatt nicht gewährt.
Das rote 07’er-Kennzeichen als Alternative
Es gibt auch die rote Variable "07"-Platte, die temporär (z. B. für Rallyes) an verschiedenen Autos verwendet werden kann. Wenn du sämtliche Arbeiten an deinem Fahrzeug mit Rechnungen und Fotos dokumentierst, kannst du die technische Untersuchung beschleunigen. Denn durch die Dokumentation erhält der Prüfer einen Beleg dafür, dass sich dein Fahrzeug in originalgetreuem Zustand befindet.
Du besitzt eine Sammlung, die mehrere Oldtimer umfasst? Dann könnte das rote Wechselkennzeichen interessant für dich sein. Dieses Kennzeichen darf nämlich für mehrere Fahrzeuge verwendet werden, solange deren Daten in dem dazugehörigen Fahrzeugscheinheft eingetragen sind. Auch die regelmäßige Hauptuntersuchung entfällt in den meisten Fällen.
Obwohl du mit dem roten 07’er-Kennzeichen so viele Oldtimer-Fahrzeuge fahren kannst, wiedu willst, zahlst Du Steuern für lediglich ein Kfz - nämlich für dasjenige mit dem höchsten Steuersatz. Dem H-Kennzeichen entsprechend dürfst du auch mit dem roten Kennzeichen in Deutschland alle Umweltzonen befahren.
Allerdings ist die Nutzung des Wechselkennzeichens stark eingeschränkt:
- Der Alltagsgebrauch ist unzulässig.
- Das rote 07’er-Kennzeichen darf nur benutzt werden, um das Kfz auf Rallyes oder Oldtimer-Treffen zu befördern.
- Erlaubt sind außerdem „Probe- und Prüfungsfahrten sowie Fahrten zum Zwecke der Reparatur und Wartung“. Hierzu muss ein Fahrtenbuch geführt werden.
- Öffentliches Parken ist verboten.
- Kfz mit roter Wechselnummer dürfen nicht auf öffentlichen Parkplätzen abgestellt werden.
Das Zulassungsverfahren
Die Zulassung Ihres Oldtimers mit H-Kennzeichen ist nicht aufwendig.
Benötigte Dokumente:
- Gültiger Personalausweis oder Reisepass mit aktueller Meldebestätigung
- Elektronische Versicherungsbestätigung (eVB)
- Zulassungsbescheinigung I und II (Schein und Brief)
- Gültiger Bericht zur Hauptuntersuchung oder Prüfbericht und Gutachten zur Begutachtung gemäß §21 StVZO
- Gültiges Oldtimer-Gutachten nach § 23 StVZO
- Betriebserlaubnis; alternativ Nachweis über Einhaltung der Bau- bzw.
Mit dem Gutachten stuft ein amtlich anerkannter Sachverständiger oder Prüfingenieur das Fahrzeug offiziell als Oldtimer ein. Das Hauptaugenmerk der Untersuchung gilt der Frage, ob das Fahrzeug als „kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut“ betrachtet werden kann. Die Ästhetik und Technik des Fahrzeugs muss also einem bestimmten vergangenen Zeitgeist entsprechen, der für die Nachwelt erhalten werden soll. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen Pkw, ein Motorrad, einen Lkw oder einen Traktor handelt.
Tipps für die Vorbereitung zur Oldtimer-Zulassung
Manchmal entscheiden Kleinigkeiten darüber, ob dein Fahrzeug eine Zulassung zum Oldtimer erhält oder nicht. Damit du möglichst gut vorbereitet bei der Zulassungsstelle ankommen, haben wir die wichtigsten Tipps & Tricks in einer Checklist zusammengestellt.
- Dokumentiere jede Reparatur und / oder Restauration.
- Achte auf eine zeitgenössische Lackierung.
- Vermeide erkennbare technische Neuerungen im Innenraum.
- Umbau oder Tuning sind nur zulässig, wenn es zeitgenössische Belege dafür gibt.
- Sammele altes Bildmaterial zu deinem Oldtimer-Modell.
Fazit
Das H-Kennzeichen für Motorräder ist eine attraktive Option für Besitzer von Oldtimern, die von finanziellen Vorteilen und weniger strengen Umweltauflagen profitieren möchten. Es ist jedoch wichtig, die Voraussetzungen für die Zulassung zu erfüllen und das Fahrzeug in einem guten Originalzustand zu erhalten.
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