Wie gut kann ein Klapprad für 189 Euro sein? Dieser Frage möchten wir auf den Grund gehen. Der Discounter Aldi hat immer wieder Fahrräder & Fahrradzubehör in seinem Angebot. Wir haben uns das Alu Klapprad in 20 Zoll geholt, um es zu testen.
Lieferumfang und Montage
Gekauft und geliefert wird das Klapprad in einem großen Karton. Der Deal scheint recht einfach zu sein, man gibt Aldi 189 € und im Gegenzug bekommt man ein vormontiertes Alu-Klapprad. Der Hinweis, dass das Fahrrad nur vormontiert ist, ist wichtig. Ein direktes Zusammenbauen und Losfahren ist somit nicht möglich.
Im Lieferumfang enthalten ist neben dem Klapprad eine Anbau bzw. Montieranleitung und eine Tasche (Transporttasche), um das Fahrrad im zusammengeklappten Zustand einwandfrei und problemlos transportieren zu können.
Straßenzulassung und Ausstattung
Das Fahrrad selbst ist nach aktuellen Vorgaben der Straßenverkehrsordnung für den deutschen Straßenverkehr zugelassen. Es erfüllt somit alle notwendigen Anforderungen laut StVZO. Mit dieser Vorgabe wissen wir bereits, dass das Klapprad mit einer funktionierenden Lichtanlage ausgeliefert wird.
Die Lampen liegen separat bei und können ohne Werkzeug am Fahrrad montiert werden. Die Vorderlampenhalterung wird mit einer Klemme und einer Schraube mit Drehkopf fixiert. Die Rückleuchte findet dabei seinen Platz an der Sattelstange. Die Halterungen können dauerhaft am Fahrrad montiert bleiben, da die Akku Fahrradlampen mittels Klickfunktion abgenommen werden können.
Bei der Rücklampenhalterung sollte man jedoch schauen, dass man die Sattelstange nicht bis auf das Maximum einfährt. Gegebenenfalls muss man hier die Halterung entfernen. Zusätzlich der Hinweis, dass das Fahrrad nur dann eine Straßenzulassung hat, wenn auch beide Beleuchtungseinheiten montiert sind.
Sämtliche vorgeschriebene Reflektoren und Rückstrahler befinden sich ebenfalls an dem 20 Zoll Klappfahrrad. Die Pedalen haben gelbe Reflektoren und die Mäntel der Reifen haben einen Leuchtstreifen, bzw. Reflektorstreifen. Wer möchte, kann die Speichen optional noch mit Speichenreflektoren bestücken. Batteriebeleuchtung / LED Steckbeleuchtung inkl.
Klappmechanismus und weitere Details
Die Pedalen sind neben dem Rahmen und der Lenkerstange auch mit einem Klappmechanismus versehen. Der Rahmen hat neben dem Klappmechanismus und dem Schnellspanner eine Einrastfunktion. Möchte man das Fahrrad auseinanderklappen, muss man diese Arretierung durch das Hochheben des Schnellspannhebels lösen. Erst jetzt kann der Rahmen geklappt und das Fahrrad verkleinert werden. Diese Arretierung gibt es auch bei der Lenkerstange.
Bei den Bremsen setzt man hier auf V-Bremsen die sehr gut zupacken und das Fahrrad gut, aber mit einem quietschen zum Stehen bringen. Ergonomische Handgriffe sucht man hier vergebens, angesichts der Tatsache, dass man mit einem Klapprad meist keine langen Strecken zurücklegt, ist dies ok.
Die Sattelstütze ist lang, so wie sich es für ein 20 Zoll Fahrrad für Erwachsene gehört. Hierbei ist wichtig, dass man die Sattelstütze mit Federung nicht weiter herauszieht als die Markierung mit der maximalen Auszugslänge.
Der Gepäckträger bietet gerade genügend Platz, um eine Jacke oder kleinere Gegenstände mitzunehmen. Am Gepäckträger befindet sich noch eine Mini Luftpumpe von SKS. Wir haben in unserem Aldi Klapprad Test zwar unsere MSX Fahrradtasche am Gepäckträger befestigt bekommen, jedoch liegt zu wenig Platz zwischen der Fahrradtasche und der Pedale.
Die mitgelieferte Transporttasche ist genau groß genug um das Aldi Klapprad gut zu verstauen. Das ganze Fahrrad kann man in wenigen Handgriffen zusammenklappen und fahrbereit machen. Die Gangschaltung schaltet sauber und flüssig durch alle Gänge, eine 7-Gang-Kettenschaltung von Shimano schmückt hier das Hinterrad. Vorne gibt es nur ein Ritzel, einen Umwerfer gibt es somit nicht.
Die festen Bauteile die nicht mit einem Klapp- oder Faltmechanismus ausgestattet sind, sind alle ohne klappern und wackeln montiert. Bei den Klappgelenken muss man mit dem Schnellspanner den richtigen Anschlag finden. Einmal eingestellt kann dies jedoch so bleiben und die Schrauben verstellen sich dank selbstsichernder Muttern nicht. Bei der Montage ist unbedingt darauf zu achten, dass alle Schrauben fest sitzen.
Gewicht und Maximalgewicht
Mit gerade mal 14,9 kg kann sich das Faltrad durchaus sehen lassen. Dabei gilt es jedoch unbedingt das Maximalgewicht zu beachten. In der Betriebsanleitung steht ein Maximalgewicht von 100 kg geschrieben. Dort ist eine Beispielrechnung aufgeführt, die wie folgt aussieht: 100 kg - 14,5 kg = 85,5 kg für den Fahrer.
Eignung und Fazit
Wer täglich damit aus der Bahn zur Arbeit fahren will, der sollte sich entscheiden etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen. Im Klapprad Test haben wir bereits ausführlich darüber informiert, worauf man bei der Anschaffung alles achten sollte. Auf dem Boot im Hafen oder auf dem Campingplatz, alles kein Problem. Auch wenn man mal gelegentlich damit ein Fahrrad für Besuch vorhalten möchte, kann sich das Klapprad durchaus etablieren. Mit den 7 Gängen bekommt man auch bei leichter Steigung nicht direkt Probleme.
Was man bei einem Test nicht vergessen darf ist das Verhältnis vom Preis zur Leistung. Betrachten wir uns dieses Verhältnis beim Aldi Klapprad, kommen wir auf ein gutes Ergebnis. Die Ausgangsfrage: „Was kann man für 189 Euro erwarten“, können wir mit einem: „Für den Preis ein vernünftiges Klapprad“. Nicht mehr und nicht weniger.
Die mitgelieferte Luftpumpe von SKS sollte man besser nicht zum Einsatz bringen, wir haben es unterwegs leider nicht geschafft, damit Luft in den Reifen zu bekommen. Am Ende war er so platt, dass wir schieben mussten. Von uns bekommt das Aldi Klapprad im Test eine Punktzahl von 3,8 von 5 möglichen Punkten. Punktabzug gibt es für den einfachen Sattel und die Akkulampen. Eine dauerhaft verbaute Lichtanlage gibt mehr Komfort und das Fahrrad ist jederzeit einsatzbereit.
Leider gibt es das Aldi Klapprad nicht immer im Sortiment, daher haben wir ein Klapprad in ähnlicher Preisklasse herausgesucht.
Alternativen und weitere Testberichte
Rex, die sportive Marke von Prophete, bringt 2019 ein Pedelec für die Jugend. Das mit 24” Laufrädern ausgerüstete Rex Graveler Kids E-ATB hat alles, was auch ein „erwachsenes” E-Bike mit sich bringt. Um das Gewicht im Rahmen zu halten, verbauen die Prophete-Entwickler einen kompakten und verhältnismäßig leichten Hecknabenantrieb im Kids-Graveler. Sehr sinnvoll: Die Software schaltet die Unterstützung serienmäßig über 20 km/h ab. Mit 374 Wh ist der Akku für ein Kinderrad üppig und sollte für den Wochenendausflug reichen. Fünf Stufen stehen als Unterstützung bereit.
Macht Spaß? Unser Testfahrer David war ziemlich gespannt, was ihn da jetzt erwartet. Unsere Bedenken, das Rad sei etwas schwer für ein siebenjähriges Kind, verflüchtigten sich schnell. Bald waren ihm die unteren Unterstützungsstufen etwas zu lahm und er favorisierte die kräftigeren Modi des bis zu 40 Nm Drehmoment unterstützenden Antriebs. Keine Frage, das Handling mit dem für Kinder schweren Rad muss geübt werden. Vor allem Kurvenfahren bei hohem Tempo und anschließende Bremsmanöver sollten gemeinsam geübt werden.
Spaß für Kids: Das Rex Graveler Kids E-ATB ist stabil, besitzt eine ordentliche Ausstattung, ist verkehrssicher. Das Rex Graveler Kids E-ATB 24“ hat Ihr Interesse geweckt?
Das Elektrofahrrad Alu-Rex 28'' scheint zu polarisieren: Die eine Hälfte der Rezensenten bescheinigen dem E-Bike eine gute Performance und vergeben die Top-Bewertung, während die andere Hälfte weniger zufrieden ist. Positiv hervorgehoben werden die hochwertige Verarbeitung und das angenehme Fahrgefühl. Bei der Akku-Standzeit sind die Meinungen geteilt: Einige Nutzer berichten, dass eine Ladung 25.000 und 40.000 Kilometer durchhält, andere bemängeln, dass nach ungefähr 50 Ladezyklen der Akku nicht mehr funktionsfähig war.
In der Kritik der Rezensenten steht außerdem der Reparaturservice, vor allem wegen der zu hohen Wartezeiten auf Ersatzteile und Termine (bis zu zwei Wochen). Einige Nutzer bemängeln die störenden Motorgeräusche und die Fehlfunktion der Nabenschaltung.
Die Firma Prophete rühmt sich mit der 1 Jährigen Garantie auf Akkus, aber das schaffen Sie in der Regel auch. Mein Tip an jeden E-Bike interessierten: Vergessen Sie die Angebote vom Supermarkt und kaufen Sie sich ein vernünftiges E-Bike ab ca.
Vergleichstest von E-Bikes
Hier ist eine Übersicht einiger im Test befindlichen E-Bikes:
- Kreidler Vitality Elite: Mit einem Preis von 2200 Euro rangiert das Pedelec im Mittelfeld der getesteten Komforträder.
- Raleigh Leeds HS: 2400 Euro teuer und mit ordentlichen Messwerten.
- Kalkhoff Pro Connect C8: Mit der Gesamtnote 2,7 verpasst das Bike die Note "Gut". Mit einem Preis von 2500 Euro ist es recht teuer.
- Flyer C8 Premium: Die Note 2,8 verschafft dem Rad den 4. Platz in der Rangliste.
- Kettler Twin Front NX8: Der Alurad-Hersteller ist eigentlich für Qualitätsprodukte bekannt. Das 2100 Euro teure Twin Front scheiterte jedoch an seinen schwachen Bremsen. Note 4,5.
- Pegasus E-Tour: Noch schlechter als das Kettler. Im Dauertest ging der Rahmen zu Bruch.
- Diamant Zouma Sport +: für 2700 Euro bekommt der Käufer ein Fahrrad, das die Tester im Prinzip überzeugt hat.
- Winora F2: Eine große Reichweite zählt zu den Stärken des 2300 Euro teuren Pedelecs. Der Preis dafür ist ein hohes Gewicht und eine sehr lange Ladezeit.
- Giant Twist Esprit Power: Der Tourer macht vornehmlich durch eine geringe Reichweite (35 km) und schlechte Bremsen von sich reden. Ansonsten Durchschnitt und ein günstiger Preis (1900 Euro).
- Ruhrwerk E-Bike: Außer dem günstigen Preis von 1000 Euro hat das Pedelec nicht viel zu bieten. Die läppische Reichweite von gut 20 km hilft niemandem, die lange Ladezeit nervt. vor allem führen die schlechten Bremsen zur schlechtesten Note im Test (5,0) Gemeinsam mit dem Pegasus E-Tour teilt sich das Ruhrwerk den letzten Platz im Feld.
Elektrofährräder im Test: ADAC und Stiftung Warentest haben 12 aktuelle E-Bikes getestet.
Mit geschickter Hand für das große Ganze haben die Produktmanager mit dem Rex Graveler e8.7 ein All Terrain Bike mit Tourencharakter konzipiert. Entgegen dem Trend zum Mittelmotor setzen die Westfalen bei e8.7 auf die Vorzüge des Hecknabenantriebssystems: Kräftiges Anfahren durch direkte Übertragung der Kraft im Hinterrad, das Drehmoment von 42 Nm wirkt unmittelbar am Reifen und wird nicht, wie bei den Mittelmotoren, durch die Übersetzung gefiltert.
Ein 488 Wh Akku speist das Antriebssystem mit Energie. Der fast geräuschlos arbeitende Antrieb ist ein weiteres großes Plus für naturliebendes Radfahren mit e-Antrieb. Ein bewährter Alu-Diamantrahmen mit einer Suntour Federgabel bilden die Basis des Trekkingrades. Schon auf den ersten Metern erfreut sich unser Testfahrer über den flüsterleisen Antrieb mit der kräftigen Beschleunigung beim Anfahren. Auf der kurvigen Strecke führt das Rex Graveler e8.7 mit wendigem Fahrverhalten und sehr guter Straßenlage zu einem beeindruckend leichten Handling, das durch die geschickte Reifenwahl unterstützt wird: Dämpfung und Gripp passen auch bei extremer Schräglage. Bei Geschwindigkeiten jenseits der 25 Km/h Unterstütztungsschwelle fährt sich das e8.7 wie ein normales Fahrrad, der Motor erzeugt keinen spürbaren Widerstand beim Treten. Klasse für weniger Trainierte: der Antrieb unterstützt auch beim Leertreten.
Langzeittest eines Baumarktrades
Nur schöner Schein oder tatsächlich fahrbar? Was ist dran am Baumarktrad? Wir wollten es genauer wissen und herausfinden, was man einem Billigrad wirklich abverlangen und zumuten kann. Zu diesem Zweck haben wir ein typisches Baumarktrad einem Langzeittest unterzogen. Wir erwarben ein Fahrrad zum günstigsten Preis, den wir ausfindig machen konnten, in einem Supermarkt und fuhren das Rad anschließend unter durchschnittlicher Belastung, wie es ein ganz normaler Fahrradfahrer auch tun würde - drei Jahre lang zu allen möglichen Gelegenheiten, zu allen Jahreszeiten.
Wenn der Frühling naht, dann sind die Prospekte der Baumärkte und großen Supermärkte auf einmal wieder voll mit Fahrradangeboten. Rechtzeitig zum Saisonstart stehen sie im Eingangsbereich der Discounter und Markthallen, bei Aldi, Obi, Real oder sonstwo: Fahrräder von der Stange, schlichte Stadträder, Trekkingräder oder stylische Mountainbikes. Sie heißen Ragazzi, McKenzie, Germatec, Vortex, Cyco, Hill oder Mifa - und stammen dann von letzterer, der Mitteldeutschen Fahrradwerke AG, die die großen Handelsketten mit Rädern des unteren Preissegments beliefert.
Einfache, schlichte, aber qualitativ höherwertige Fahrräder bekommt man ab etwa 500 Euro aufwärts. Hier stellt sich dann fast zwangsläufig die Frage, wie dann die schicken Räder im Supermarkt für 150 bis 250 Euro verkauft werden können. Ob Räder zu solchen Preisen überhaupt den Namen Fahrrad verdient haben, daran scheiden sich die Geister. Die überwiegende Meinung in Fachforen und Blogs ist, dass diese Räder (dabei gern als „Neuschrott“ bezeichnet) nicht viel taugen - außer sie in den Keller zu stellen und verrosten zu lassen. Zum ernsthaften Gebrauch, gar zum tagtäglichen Radfahren, seien sie absolut ungeeignet.
Das günstigste Fahrrad, was ausfindig zu machen war, war ein „Trekkingrad“ zum Aktionspreis von 99,- Euro in einfachster Ausstattung: keinerlei Federung (sieht man von der Federungswirkung des Gel-Sattels und der Luftreifen ab), eine 7-Gang-Kettenschaltung, dazu Ausstattung gemäß StVZO (Seitenläufer-Dynamo, Lampen, Reflektoren, Klingel), mit zu diesem Zeitpunkt angesagtem „Brezellenker“, ein sogenannter Multifunktionslenker in Form einer Acht, wobei Multifunktion hier die vielfältigen Möglichkeiten von Greifpositionen meint. Als seitliche Reflektoren waren nur billige Katzenaugen vorhanden.
Mit diesem Rad wurde nun gefahren, wie man es bei einem typischen Alltagsrad erwarten kann: Fahrten zum Einkaufen im Stadtverkehr, Transporte mit dem Kindersitz, Ausflüge ins Grüne und auch einmal längere Radtouren - immerhin wurde das Rad unter der Bezeichnung „Trekking“ angeboten.
Dass sich die Räder in ihre Einzelteile zerlegen, das kann sich kein Händler erlauben, immerhin bestehen 2 Jahre gesetzliche Gewährleistung auch auf ein Billigfahrrad, von denen das erste halbe Jahr unproblematisch einzufordern ist. Der Trick ist jedoch, dass die Geschäfte diese Räder gar nicht als fahrbereite Fahrräder verkaufen, sondern lediglich „vormontiert“: d.h., dass der Kunde nach dem Kauf noch selbst ran darf (oder eine Fahrradwerkstatt damit beauftragen): zumindest die Pedale und der Lenker müssen vom Käufer nach dem Erwerb selbst montiert bzw. eingestellt werden.
Die Gewährleistung erlischt dadurch selbstverständlich nicht, für Montagefehler ist jedoch dann der Kunde selbst verantwortlich, wenn er etwa z.B. die Pedalen entgegen der Anleitung falsch herum hineinschraubt und somit die Tretkurbel-Gewinde zerstört. Bricht z.B. der Rahmen, liegt unzweideutig ein Gewährleistungsfall vor, aber die „Fahrbereitschaft“ an sich liegt damit letztlich in der Verantwortung des Kunden. Zieht dieser nicht alle Schrauben richtig an und stürzt infolgedessen (weil z.B. die Bremsen nicht richtig greifen oder der Lenker zu sehr wackelte), kann er dafür kaum den Verkäufer haftbar machen.
Das Wichtigste am Fahrrad neben der Betriebssicherheit ist das Fahrgefühl. Ein Fahrrad, auf dem das Fahren keinen Spaß macht, wird dazu führen, dass man das Rad ungern benutzt. Den Fahrspaß trüben können die unterschiedlichsten Dinge. Nicht zuletzt entscheidet das Gesamtgewicht des Rades darüber, ob man gerne damit fährt oder nicht. Die ersten Punkte lassen sich relativ leicht beheben, doch am Gewicht des Fahrrades kann man nicht viel verstellen. Auch unser Testfahrrad wies mehrere dieser Probleme auf.
Das Rad wurde nur in einer Größe angeboten - für Herren, aber offenbar hatte man dabei an kleinwüchsige Männer gedacht. Der Rahmen war sehr klein dimensioniert, so dass die fehlende Höhe durch extremes Herausziehen der Sattelstütze und Hochstellen des Lenkers kompensiert werden musste. Wer nun denkt, durch den kleinen Rahmen wäre wenigstens Gewicht gespart worden, irrt. Denn das Fahrrad ist ein optischer „Blender“: der Fahrradrahmen sieht aus wie einer aus (leichtem) Aluminium, besteht in Wirklichkeit aber aus schwerem Stahl. Die Rahmenrohre sind somit dicker, als sie eigentlich sein müssten, denn Stahlrahmen kommen auch mit geringeren Rohrdurchmessern aus. Zugunsten des moderneren Erscheinungsbildes wurde jedoch auf eine leichtere Bauweise verzichtet. Das gaukelt nach außen hin ein modernes Fahrrad vor, macht das Rad aber unnötig schwer.
Auch im Übrigen wurde Stahl statt Aluminium verwendet: Gepäckträger, Lenker, Sattelstütze - alles kein Aluminium. Nur die Bremsgabeln sind tatsächlich aus Aluminium - so konnte man das begehrte Schlagwort „Alu“ dann doch noch im Werbeprospekt unterbringen. Auch an weiteren Stellen trickste das Fahrrad. Die „Sprungfedern“ unter dem Sattel etwa waren nicht echt, sondern durch eine entsprechende Form aus Plastik nur angedeutet.
Defekte und Verschleißerscheinungen nach drei Jahren
Die nächstwichtigste Frage beim Kauf eines Rades, gerade in Bezug auf die typischen Baumarkträder, ist natürlich, wie lange es überhaupt hält.
- Das wahrscheinlich unwichtigste Teil am Fahrrad ging ironischerweise zuerst über den Jordan: die Klingel. Beim Testen der Klingel kurz nach dem Kauf brach der Klingelklöppel ab, die Klingel wurde damit unbrauchbar.
- Kurz nach Ablauf der Frist für die Gewährleistungsbeweislastumkehr fing das Hinterrad an zu eiern.
- Nachdem das neue Hinterrad eingebaut war, machte auch der dazugehörige Reifen schlapp. Das Profil war abgerieben und an der Seite entstanden tiefe Risse.
- Wider Erwarten hielt der Schlauch des Hinterrades durch, dafür gab es nun vorne einen Platten.
- Die Lenkergriffe waren eigentlich gar keine, sondern schlichte Schaumstoffüberzüge, die sich nach einem Regenschauer bis zur letzten Pore mit Wasser vollsogen. Griff man dann an den Lenker, war es, als würde man einen Schwamm auswringen. Nach einem Dreivierteljahr sahen die Lenkerbezüge nicht mehr schön aus: die Lenkstangenummantelung aus hartem Schaumstoff war spröde geworden und auf einer Seite bereits aufgerissen.
- Das Gel im Gelsattel war nach etwa einem Jahr nicht mehr im Urzustand, der Sattel verformte sich, wurde platter und faltig. Es trat zwar kein Gel aus, es schien sich jedoch innerhalb des Sattels neue Wege zu suchen.
- Passend zum Sattel machte auch die Sattelstütze im selben Zeitraum Probleme. Sie setzte so viel Rost an, dass das Rohr äußerlich bereits völlig korrodiert schien. Aus dem ehemaligen Silber des Metalls war ein satter Bronze-Ton geworden. Der Rost bröselte andauernd herunter, verschmutzte die Kleidung und landete auf der Ladung des Gepäckträgers.
- Das Fahrrad war noch nicht mit dem heute auch in dieser Preisklasse üblichen Nabendynamos ausgestattet, sondern verfügte noch über einen klassischen Seitenläuferdynamo. Dessen Laufrolle war nach ca. anderthalb Jahren so abgefahren, dass die Rolle kein Profil mehr hatte und am Reifen durchrutschte.
- Der Scheinwerfer hielt anderthalb Jahre, dann brach der Kontaktstift für die Aufnahme des Stromkabels, vermutlich aufgrund Durchrostung, ab.
- Die Halterung für den Lenker war bereits ab dem Kauf eine eher wackelige Angelegenheit gewesen, doch mit der Zeit wurde der Vorbau derart instabil, dass der Lenker bei Belastung deutlich Spiel zu beiden Seiten hatte - trotz fest angezogener Schrauben. Die Konstruktion des höhenverstellbaren Vorbaus schien mangelhaft zu sein, das Scharnier für die Höhenverstellung war nicht exakt eingepasst und lockerte sich im Laufe der Zeit immer mehr.
- Nach etwas über 2 Jahren brach eine der Pedale während der Fahrt. Der Kunststoffrahmen, der den Metallkern umfasste, riss auf einer Seite ab, die Pedalfläche verkleinerte sich um 30 Prozent.
- Nach zweieinhalb Jahren flog ebenfalls mitten in Fahrt der Kettenschutzring weg.
- Der Lack ist ab. Diese Aussage ist zugespitzt, doch nach 3 Jahren zeigen sich an der Lackierung deutliche Gebrauchspuren. Vor allem am Oberrohr zeigen sich deutliche Schäden. Diverse Schlagstellen ziehen sich über den Fahrradrahmen, die durch das Anlehnen an z.B. Straßenlaternen und Fahrradständern entstanden sind.
Beständige Teile
Doch nicht alles ging im Laufe des Testzeitraumes kaputt, manche Fahrradteile erwiesen sich als äußerst beständig.
- Die Bremsen sind noch absolut in Ordnung. Sowohl die Bremsgriffe als auch die Bowdenzüge und die Bremsen selbst. Lediglich die Bremsklötze mussten zwischenzeitlich ausgetauscht werden, doch da diese als Verbrauchsmaterial anzusehen sind, kann deren Austausch nicht zulasten der Qualität der Bremsvorrichtung ausgelegt werden.
- Auch das Vorderrad samt Vorderreifen sind weiterhin in gutem Zustand. Das Profil des Vorderreifens ist abgenutzt, aber noch ausreichend.
- Die Gangschaltung überraschte am meisten, ist sie doch häufig das Sorgenkind bei Billigfahrrädern. Nicht so bei diesem Rad. Die Gangschaltung schaltet auch nach Jahren noch zuverlässig, Schalthebel, Verdrahtung und die Gangschaltung an sich sind tip-top, das Schalten erfolgt wie am ersten Tag leichtgängig und präzise.
- Bewährt haben sich auch das Rücklicht mit Standlichtfunktion, das ohne Wartung auskam, der Drahtgepäckträger, die Kette, der Ständer und die Schutzbleche. Tretlager und Kurbeln funktionieren wunschgemäß. Auch die Katzenaugen in den Speichen haben durchgehalten. Der Lenker zeigt nach 3 Jahren nun stellenweise auch Ansätze von Flugrost, ist aber weiterhin brauchbar.
Fazit zum Langzeittest
Auch Billigräder sind Fahrräder, mit denen man von A nach B kommt, das hat der Langzeittest bewiesen. Auch ein Rad aus dem Supermarkt kann sich gut und komfortabel fahren. Die Frage ist jedoch, zu welchem Preis, wobei Preis wortwörtlich gemeint ist.
Rechnet man alle Ersatzteile zusammen, übersteigen die Kosten hierfür den Anschaffungspreis des Fahrrades um genau 50 Euro, es wurden also Ersatzteile für 149 Euro beschafft. Letztendlich hat sich der Preis für das Fahrrad nach 3 Jahren Fahrt dadurch um 150% auf 248 Euro erhöht - Arbeitszeit für Reparaturen und Ersatzteileeinbau nicht eingerechnet. Im Ergebnis sind aus den unschlagbaren 99 Euro nach 3 Jahren Fahrt also knapp 250 Euro geworden. Doch auch dies ist immer noch sehr viel günstiger als ein höherwertiges Fahrrad.
Lohnt sich der Kauf eines Billigrades also doch? Jein. Es kann wie gesehen eine billige Alternative sein, nämlich dann, wenn man Selbstreparieren nicht scheut. Es ist eine günstige Möglichkeit, an ein „Fahrradgrundgerüst“ zu gelangen, das die ersten Monate erst einmal fährt. Man muss aber davon ausgehen, dass man mindestens noch einmal denselben Betrag in Ersatzteile investieren muss - und immer wieder den Werkzeugkasten auszupacken hat.
Lässt man die Reparaturen in einer Werkstatt ausführen und montiert nicht selbst, wird es noch sehr viel teurer. Radfahrer, die sich die Hände nicht schmutzig machen möchten, sollten von Baumarkträdern daher Abstand nehmen und sich für höherpreisige Räder entscheiden, die aus höherwertigeren Teilen zusammengesetzt sind, da sich der vermeintlich billige Fahrradkauf sonst sehr schnell in eine Kostenfalle verwandelt. Wer nur Rad fahren, aber nicht reparieren will, sollte bereits am Anfang mehr Geld in eine qualitativ bessere Ausstattung investieren. Wer jedoch auch gerne mal an seinem Fahrrad herumschraubt, wer das Fahrrad an sich als Hobby betrachtet, der kann durchaus auch mit einem Billigrad glücklich werden. Ein Käufer eines Supermarktrades muss wissen, was er tut - oder sich das Wissen über Montage und Instandsetzung selbst aneignen. Das und die vielen kleinen Reparaturen kosten Geld und Zeit.
Zu einem gewissen Teil bleibt der Kauf eines Billigstrades jedoch auch Glückssache, denn man weiß nie, wie lange ein Teil halten wird oder wann es zu ersten Ausfallerscheinungen kommt.
In einem Punkt hat diese Art von Rädern jedoch einen eindeutigen Vorteil gegenüber der Konkurrenz: sie ist relativ sicher vor Diebstahl.
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