Ratgeber für Motorradgespann-Anhänger

Manchmal kann ein Motorrad nicht auf eigenen Rädern bewegt werden. Wenn Sie Ihr Motorrad mit in den Urlaub nehmen möchten, wenn es verkauft werden soll, oder wenn Sie es auf einer Rennstrecke bewegen wollen - es gibt einige Situationen, in denen Ihr Zweirad transportiert werden muss. Ist die Anfahrt zum gewünschten Ziel zu lang, um sie komplett zu fahren, transportieren Sie Ihr Motorrad einfach selbst. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, um den Transport durchzuführen. Für den Transport eignen sich z. B. ein Motorradanhänger, ein Transporter oder u. U. ein Autoreisezug.

Motorradanhänger: Die flexible Transportlösung

Ein Motorradanhänger ist die ideale Lösung, wenn du dein Motorrad sicher, komfortabel und unabhängig transportieren möchtest und ist für viele Biker unerlässlich. Entweder für die Fahrt in den Urlaub oder zur Rennstrecke ist ein Motorradanhänger eine gute Anschaffung. Auf diese Weise kann man mit einem Anhänger das Motorrad über lange Anfahrtsstrecken transportieren. Die Standschienen des Motorradanhängers halten das Zweirad bei schnellen Autobahnfahrten in Position.

Man kann also gefahrlos das Motorrad für gelegentliche Ausflugsfahrten mitnehmen. Ein Motorradanhänger bietet dir die Freiheit, dein Motorrad überallhin mitzunehmen, ohne auf Komfort oder Sicherheit verzichten zu müssen. Ob für den Urlaub, den Rennstreckenbesuch oder den Werkstatttermin - mit dem passenden Anhänger bist du stets flexibel.

Es gibt verschiedene Arten von Motorradanhängern:

  • Motorradanhänger mit Standschienen: Die klassische Variante mit stabiler Führung für ein oder mehrere Motorräder.
  • Absenkanhänger: Perfekt für schnelles, müheloses Be- und Entladen.
  • Universalanhänger: Flexibel einsetzbar, auch für andere Transportgüter neben dem Motorrad.
  • Universalanhänger kippbar: Mit kippbarer Ladefläche für einfaches Verladen, auch von nicht fahrbereiten Maschinen.
  • Absenkbar und zusammenklappbar: Kompakte Lösung für wenig Stauraum.
  • Absenkanhänger mit Hydraulik: Komfortabler geht’s kaum - mit hydraulischer Absenkung lässt sich dein Motorrad besonders sanft und sicher aufladen. Super für schwere Maschinen.
  • Kofferanhänger mit Polyesterbug: Voll geschlossener Anhänger mit aerodynamischem Bug.

Praktisch sind absenkbare Auffahrrampen, über die das Motorrad einfach auf den Anhänger geladen beziehungsweise vom Anhänger abgeladen werden kann. Je nach Anhängervariante lassen sich auch mehrere Krafträder mit einem Anhänger transportieren. Achten Sie auf die maximale Nutzlast des Anhängers und die maximale Anhängelast Ihres Fahrzeugs. Beides darf nicht überschritten werden. Zudem ist das Gesamtgewicht des Gespanns relevant.

Offene Anhänger sind günstiger in der Anschaffung, bieten aber nicht so viel Schutz vor Witterungseinflüssen. Geschlossene Anhänger schützen das Motorrad deutlich besser.

Wichtige Aspekte beim Kauf eines Motorradanhängers:

  • Ladefläche: Die Größe der Ladefläche muss den Abmessungen deines Motorrads entsprechen.
  • Standschienen und Auffahrschiene: Diese Komponenten sorgen für einen sicheren Stand deines Motorrads während des Transports.

Alternativen zum Motorradanhänger

Neben dem Motorradanhänger gibt es auch noch andere Möglichkeiten, um ein Motorrad zu transportieren.

Motorradtransport im Transporter

Der Motorradtransport in einem Transporter ist empfehlenswert. Ein großer Vorteil ist die mögliche Geschwindigkeit. Anders als bei Anhängern können Sie mit einem Transporter auch schneller als 80 km/h oder höchstens 100 km/h fahren. Gerade bei weiten Strecken macht sich die höhere Geschwindigkeit bemerkbar.

Klassische Transporter erhalten Sie bei jeder Autovermietung. Für den Transport von 1 - 2 Motorrädern reicht ein Transporter der Klasse L1H1 aus. Im Idealfall wählen Sie einen Transporter mit Hochdach, um die Verladung möglichst einfach zu realisieren. Fürs Be- und Entladen des Transporters sollten Sie einen Helfer und im Idealfall eine Auffahrrampe haben. Im Laderaum muss das Motorrad sicher fixiert werden. Dazu eignen sich z. B. Motorradschienen, Vorderradklemmen und natürlich Gurte.

Auf dem Markt gibt es einige Modelle mit extra abgetrenntem Bereich im Heck des Fahrzeugs zum Zweiradtransport.

Motorradtransport im Wohnmobil

Auch beim Transport im Wohnmobil muss das Motorrad sicher fixiert werden. Oftmals gibt es bei den dafür ausgelegten Modellen vorbereitete Befestigungspunkte oder sogar eine Vorderradwippe, in der das Zweirad nur noch verzurrt werden muss. Seltener befindet sich eine Befestigungsmöglichkeit im Wohnteil des Fahrzeugs. Achten Sie bitte unbedingt auch darauf, das Fahrzeug nicht zu überladen. Zumeist sind Camper für den Transport von Motorrollern oder Mopeds ausgelegt.

Sicherheit beim Verladen und Transport

Wenn Sie Ihr Motorrad verladen haben und es sich in der gewünschten Position befindet, muss das Vorderrad stabil abgestützt werden. Für den Motorradtransport gibt es spezielle Vorderradständer. Fixieren Sie zudem die Handbremse, damit das Motorrad beim Verzurren nicht wegrollt.

Wichtig beim Vertäuen des Motorrades ist, dass es von den Gurten vorn fest in die Gabel und hinten in die Feder gezogen wird. Beim Anziehen der Spanngurte ist es ratsam, einen Lappen oder etwas Ähnliches unterzulegen, wenn die Riemen über Lack- oder Metallteile verspannt werden. Auch sollten die Gurte nicht zu stark angezogen werden. Es muss allerdings dennoch sichergestellt sein, dass sich die Gurte nicht während der Fahrt lösen können.

Professionelle Transportdienste

Wenn Sie sich nicht stundenlang selbst hinter das Steuer setzen möchten, können Sie Ihr Zweirad auch transportieren lassen. Es gibt verschiedene Dienstleister, die den Transport für Sie erledigen.

Abhängig vom Ziel ist der Autoreisezug eine komfortable Transportmöglichkeit. Für die fachgerechte Sicherung Ihres Fahrzeugs ist die Verlademannschaft der Bahn zuständig. Die Kosten für den Motorradtransport mit dem Zug sind abhängig von Reiseziel, Reiseentfernung und Reisesaison.

Schnell und sicher von A nach B - mit der Motorradspedition kein Problem. Spezialisierte Spediteure übernehmen den Transport von Mofas, Mopeds, Rollern und Motorrädern an das Wunschziel. Ihr Zweirad wird bei Ihnen abgeholt, eingeladen und sicher verpackt. Gut geschützt durch gepolsterte Gurte und Halterungen wird es zum von Ihnen gewünschten Zielort transportiert. Je nach Strecke und Art des Kraftrads fallen unterschiedliche Kosten an.

Versicherung

Beim Transport eines Motorrades mit einem eigenen oder gemieteten Anhänger sollte man eine ausreichende Versicherung nicht vergessen. In einem solchen Fall kann eine Vollkaskoversicherung den entstandenen Schaden abdecken - muss aber je nach Versicherer nicht. Das ist aber bei einem Transport auf einem Anhänger nicht der Fall.

Wir allerdings leisten in der Vollkasko auch für die Transportschäden am Motorrad. Als Alternative kommt daher auch eine Transportversicherung infrage, wie sie von vielen Vermietern angeboten wird.

Führerschein und Anhängelast

Beim Fahren mit Anhängern gibt es einiges zu beachten - ganz gleich, ob es sich um kleine Baumarktanhänger oder um größere wie Wohnwagen oder Anhänger für Motorräder und Boote handelt.

Welchen Führerschein braucht man?

Die richtige Fahrerlaubnis, umgangssprachlich auch Führerschein, ist beim Fahren mit Anhängern die Grundvoraussetzung. Ob Sie für die Fahrt mit einem Pkw-Anhänger die Führerscheinklasse B (also den normalen Autoführerschein), B96 oder BE benötigen, hängt im Wesentlichen von der zulässigen Gesamtmasse des Gespanns ab. Für den kleinen ungebremsten Anhänger (bis 750 Kilo zulässiges Gesamtgewicht) beispielsweise genügt der Führerschein der Klasse B. Für Wohnwagengespanne ist sehr häufig der Führerschein B96 ausreichend.

Maximale Anhängelast beachten

Bei Pkw-Anhängern unterscheidet man zwei Typen: gebremste Hänger mit eigener Bremsvorrichtung und ungebremste. Für beide Anhängertypen ist im Fahrzeugschein bzw. in der Zulassungsbescheinigung des Zugfahrzeugs die maximale Anhängelast eingetragen. Diese Lasten variieren stark und liegen zwischen wenigen Hundert Kilogramm bis zu 3,5 Tonnen. Sie dürfen nicht überschritten werden.

Anhänger richtig beladen

Damit man mit einem Anhänger am Haken sicher fährt, sollte er richtig beladen werden. Und das gilt nicht nur für große und schwere Anhänger wie zum Beispiel Wohnwagen, Bootstrailer oder Pferdeanhänger. Auch bei kleinen, leichten und ungebremsten Anhängern kann eine Überladung beziehungsweise falsche Beladung schlimme Folgen haben, wie Brems- und Ausweichtests des ADAC gezeigt haben. Im schlimmsten Fall gerät das Gespann ins unkontrollierbare Schleudern und stürzt um.

Tipps zum richtigen Beladen

  • Schwere Lasten sollten unbedingt über der Achse des Anhängers transportiert werden, auf keinen Fall zu weit vorne oder hinten. Nur so erzielt man eine optimale Straßenlage und gewährleistet eine optimale Bremswirkung.
  • Die im Fahrzeugschein eingetragene zulässige Stützlast und die des Anhängers sollten beim Beladen möglichst ausgeschöpft, keinesfalls aber überschritten werden.
  • Lasten auf Anhängern sind so zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlichen Ausweichbewegungen nicht verrutschen, umfallen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen können.
  • Grundsätzlich ist über das Gespann nach hinten hinausragende Ladung deutlich zu kennzeichnen.

Übrigens: In den Niederlanden, Österreich und der Schweiz müssen Autofahrer auch einen ungebremsten Anhänger zusätzlich sichern. Überladung wird beim Pkw-Anhänger ebenfalls mit Bußgeldern und Punkten in der Flensburger Verkehrssünderkartei geahndet (bei Anhängern über zwei Tonnen zGG bereits ab mehr als 5 Prozent).

Rückwärts rangieren mit Anhänger

Stellen Sie Ihren Innen- und Außenspiegel so ein, dass Sie Ihren Anhänger gut sehen können. Lenken und rangieren Sie langsam, da vor allem kleine Anhänger sehr stark auf große Lenkradeinschläge reagieren. Wenn Sie sich mit den Abständen nicht sicher sind, sollten Sie stehen bleiben und aussteigen. Nur so wissen Sie genau, wie viel Rangierraum Sie noch haben. Wenn Sie zu zweit sind, kann Ihnen Ihr Mitfahrer Anweisungen geben.

Je steiler der Winkel ist, in dem Sie zur Parklücke stehen, umso schwerer wird das Einparken. Wenn möglich, dann fahren Sie Ihr Auto etwas weiter von der Parklücke weg, damit Sie in einem sanften Bogen einparken können.

Beim Rangieren im öffentlichen Straßenraum auf einer viel befahrenen Straße sollte die Warnblinkanlage eingeschaltet werden. Ein Einweiser ist dann beim Rückwärtsfahren vorgeschrieben.

Üben macht den Meister

Wer lange nicht oder noch nie mit Anhänger gefahren ist, sollte unbedingt vorher auf einer großen Fläche oder einem Verkehrsübungsplatz bzw. ADAC Fahrsicherheitszentrum üben. Insbesondere das Rangieren und Rückwärtsfahren haben es in sich. Im Hinterkopf sollte man immer haben, dass sich der Hänger beim Rückwärtsfahren anders verhält, als man es erwartet: Er bewegt sich in entgegengesetzter Richtung des Lenkradeinschlags. Vorsicht auch bei starkem Wind oder beim Befahren von Brücken! Große Fahrzeuge haben eine größere Windangriffsfläche als kleine.

Spezielle Anforderungen für Motorradgespanne

Die Spurbreite liegt bei ca. 120 cm an den Reifen außen gemessen muss die Ladefläche mindestens 126 cm breite aufweisen Die Länge ist nicht ganz so wichtig. Hier würden zwei Meter reichen. Ladehöhe möglichst niedrig. Gewicht des Gespanns liegt bei ca.

Ich würde an deiner Stelle auf jeden Fall einen Anhänger mit Bordwänden nehmen, dann bist du flexibler wenn mal was anderes transportiert werden soll.

Interessant für eine Wahl ist sicher auch dein Zugfahrzeug.

Hier möchte ich flexibler werden. Auch wenn eigentlich nicht notwendig muss jetzt ein Anhänger für das Gespann her.

Anhängerkupplung am Motorrad

Es geht hier nicht um kleine Fahrrad-/Mofa-Anhänger oder klassische Einspur-Anhänger á la “Campi”. Es geht um richtige Anhänger mit 50mm-Kugelkopfkupplung, wie sie normalerweise von Autos gezogen werden. Solche Anhänger sind an Motorrädern nicht allzu verbreitet. Was neben den offensichtlichen Gründen (Wer braucht einen Anhänger am Motorrad?!) auch daran liegt, dass es gar nicht so einfach ist, einen Anhänger (legal!) ans Motorrad zu bekommen.

  1. Es gibt nur ganz wenige Motorräder, für die man eine Anhängerkupplungen fertig kaufen kann: Ural/Dnepr und Honda Goldwing fallen mir spontan ein.
  2. Von Motorrädern dürfen ausschließlich Anhänger mit einer Maximalbreite von 100cm gezogen werden. So einen kleinen Anhänger braucht sonst niemand, entsprechend selten und teuer sind sie. Alternativ kann man sich einen breiteren Anhänger umbauen, was aber natürlich auch nicht ganz einfach ist. (Theoretisch gibt es bei Gespannen auch die Möglichkeit, sich einen breiteren Anhänger eintragen zu lassen. Dazu muss man aber die Zulassungsstelle überzeugen, dass ein schmaler Anhänger nicht zumutbar ist.
  3. Am Ende müssen Anhängerkupplung und Anhänger natürlich noch den Segen des TÜV-Prüfers bekommen.
  1. Bei modernen Autos sind meines Wissens 500 kg Anhängelast das Minimum. Selbst ein Smart darf 550 kg ziehen. Dass ein kleines Motorrad nicht so viel ziehen darf, dürfte klar sein. Man stelle sich die Gefahrenbremsung eines 200 kg-Motorrades mit einem vollbeladenen 500 kg-Anhänger vor. Neee, das stelle ich mir lieber nicht vor. Die 75 kg sind ein fester Wert und stehen für den Fahrer. Man darf also die Hälfte dessen anhängen, was das leere Motorrad mit 75kg-Fahrer wiegt.
  2. Die StVO sagt: Motorräder mit Anhänger dürfen nicht schneller als 60 km/h fahren. Ohne Ausnahmen. Dass das problematisch ist, dürfte klar sein. Gerade auf Autobahnen führt das regelmäßig zu Streit (Darf man dann überhaupt noch auf die Autobahn?) und gefährlichen Situationen. Ich habe mir sagen lassen, dass sich viele Anhängerfahrer nicht daran halten und aus Sicherheitsgründen Tempo 80 fahren. Für mich ist das eher nebensächlich. Ich bezweifle, dass mein 19PS-Moped mit beladenem Anhänger überhaupt schneller als 60 fahren kann.
  3. Endlich ein erfreulicher Aspekt: Ein Anhänger am Motorrad kann als zulassungsfreier Anhänger genutzt werden. Das bedeutet, er wird einmal vom TÜV geprüft und bekommt dann ein Folgekennzeichen (also das gleiche Kennzeichen wie das Zugfahrzeug). Das war’s. Man muss für den Anhänger keine Steuern und keine Versicherung zahlen und auch nicht zur HU. Kein Stress und keinerlei laufende Kosten.

Anbau einer Anhängerkupplung am MZ-Gespann

Dank vieler Tipps und guter Vorbereitung eigentlich gar nicht so kompliziert. Der Teufel steckt aber - wie immer - im Detail.

Tja, wie baut man eine Anhängerkupplung?

  1. Entweder man baut sie von Grund auf neu. Dazu kauft man sich für ein paar Euro einen 50mm-Kugelkopf (Aber bitte einen mit Zulassung, sonst bekommt man ihn nie eingetragen) und befestigt ihn stabil am Fahrzeug.
  2. Ich habe mich ein bisschen informiert und mit Leuten gesprochen, die selbst eine Anhängerkupplung am MZ-Gespann haben. Ich habe mich letztlich für Möglichkeit 2 entschieden, weil es einfacher war. Die Wahl fiel auf eine Anhängerkupplung vom Trabant, denn diese wird gerne an MZ-Gespannen verwendet und scheint wunderbar zu funktionieren. Warum gerade vom Trabant? Wir hatten im Osten ja nüschd. Nur Trabis. Eine fast neue Trabi-AHK. Links ist der Kugelkopf, rechts wird sie an den angeschweißten Blechen verschraubt. AHKs vom Trabant bekommt man bei eBay Kleinanzeigen quasi nachgeschmissen; ich habe für meine in tadellosem Zustand 35 Euro bezahlt. Die AHK darf 300 bzw. gebremst 400 kg ziehen.

Ich hatte viele Detailsfotos von anderen MZ-Anhänger-Gespannen bekommen und wusste deshalb im Prinzip, wo die AHK befestigt werden muss. Hauptbefestigungspunkt ist das Querrohr unten am Beiwagenrahmen, an dessen linkem Ende die untere Klemmfaust sitzt. Dieses Rohr befindet sich zentral zwischen Motorrad und Beiwagen, ist exakt waagerecht, quer zur Fahrtrichtung, und ist obendrein sehr stabil.

Zusätzlich benötigt sie zwei Streben, die die vertikalen und horizontalen Kräfte aufnehmen. Also die Stützlast bzw. die seitlichen Kräfte beim Kurvenfahren. Die Stützlaststrebe wollte ich eigentlich relativ weit hinten am rechten Rahmenrohr unter der Sitzbank befestigen. Ich habe viel probiert, Fotos begutachtet und mit dem TÜV diskutiert.

Vorne am Querrohr (Durchmesser ca. 38 mm) befinden sich zwei sehr massive Schellen mit M12-Schrauben. Daran bzw.

Die Platte ist 6 mm stark. Warum 6 mm? Weil der TÜV mir folgenden Tipp gegeben hat: Alles, was ich anfertige, muss stärker sein als die vorhandenen Teile. Dann ist gewährleistet, dass “meine” Teile nicht vor den originalen Teilen nachgeben. Und die wurden dafür ausgelegt und geprüft, insofern sollten sie ausreichend dimensioniert sein.

Die AHK befindet sich übrigens unter dem Stabi, was meines Erachtens ganz wichtig ist. Man könnte sie zwar auch darüber verlaufen lassen, aber dann müsste man wegen des Einfederweges sehr viel Abstand einplanen. Dann wäre sie extrem weit oben. Laut StVZO muss der Kugelkopf 350 bis 420 Millimeter vom Boden entfernt sein. Ich bezweifle, dass man das dann noch hinbekommt. Bei mir ist er schon auf ca. 400 mm.

Ich musste mehrere Prototypen der Halteplatte anfertigen, bis alles gepasst hat. Nach hinten war der Stabi im Weg, nach rechts der Bremsschlauch, nach links die Haltestrebe von der Soziusraste. Außerdem wollte ich auch Gewicht einsparen, deshalb sollte sie so klein wie möglich sein.

Jetzt fehlten noch die Streben. Die Stützstrebe sollte (wie gesagt) oben am Rohr befestigt werden. Mit einer Schelle oder auch direkt am Befestigungspunkt der Auspuffhaltestrebe. Aber ich hatte Angst, dass sich das relativ dünne Rohr verbiegen könnte. Außerdem konnte ich auch keine gute Stelle mit ausreichend Platz finden. Am Ende habe ich mich deshalb dafür entschieden, sie an der oberen Stoßdämpferaufnahme zu befestigen. Das ist einer der stabilsten Punkte am ganzen Motorradrahmen und deshalb optimal geeignet.

Die Strebe für die Stützlast, stabil verschraubt an der oberen Stoßdämpferaufnahme. Die seitliche Stebe verläuft waagerecht unter dem Beiwagen bis zur rechten Stabibuchse.

Die Teile habe ich für’s Erste nur mit einer Spraydose mattschwarz lackiert. Wenn alles eingetragen ist, zerlege ich es evtl.

Das Ergebnis überzeugt. Zumindest mich. 😉 Alle Teile sitzen bombenfest, sind spielfrei und belastbar. Einziges Manko: Der Abstand zum Auspuff ist leider nicht sehr groß. Zwischen der hinteren Schelle und dem Endtopf sind vielleicht 5 mm Abstand. Die AHK mag zwar spielfrei sein, der Auspuff ist es aber nicht. Gut möglich, dass der beim “Rumschlackern” an die Schelle anschlägt. Das finde ich momentan aber nicht dramatisch.

Elektrik am Anhänger

Eines fehlt noch: Die Elektrik. Was braucht man denn überhaupt für Kabel bzw. Anschlüsse? Masse, die beiden Rückleuchten und den rechten Blinker konnte ich unter der Sitzbank abgreifen, wo die Kabel zum Beiwagen abgehen. Für den linken Blinker musste ich eine zusätzliche Leitung vom Lampentopf nach hinten ziehen. Eine Nebelschlussleuchte wird (wegen des Baujahrs des Anhängers) nicht benötigt und würde an einem Motorradanhänger ohnehin keinen Sinn ergeben.

Fehlt nur noch die Bremsleuchte. Und die hat es in sich. Denn das Bremslicht ist an der MZ (genau wie die Hupe) über Masse geschaltet. Soll heißen: Sobald die Zündung an ist, liegen am Bremslicht dauerhaft 12 V an. Von dort geht dann ein Kabel bis zur Hinterradbremse, wo beim Bremsen ein Kontakt zum Rahmen und damit zum Minuspol der Batterie hergestellt wird. Am Anhänger ist es aber umgekehrt: Das Bremslicht hat dauerhaft Massekontakt, aber nur beim Bremsen “kommt Strom” vom Pluspol. Wenn ich die Bremsleuchten direkt verbinde, leuchtet das Bremslicht am Anhänger folglich permanent.

Die “Quick and Dirty”-Methode wäre, einfach die Kontakte am Anhängerbremslicht zu tauschen. Dann würde es korrekt funktionieren. Aber dann wäre die ganze Verkabelung nicht mehr TÜV-konform. Würde ich einen anderen Anhänger ans Gespann oder den Anhänger an ein anderes Zugfahrzeug hängen, würde es nicht funktionieren. Außerdem handelt es sich um vergossene LED-Leuchen, die sich gar nicht öffnen und umpolen lassen.

Für ein paar Euro bekommt man lose Bremslichtschalter, die man einfach mit einem Draht oder Ähnlichem am Bremshebel befestigt. Bei Zug öffnen sie und stellen einen Kontakt her. Mit so einem Schalter könnte ich einfach einen zusätzlichen Bremslicht-Schaltkreis einrichten. Zündplus anschließen, Kabel an die Anhängerdose, fertig. Eine relativ einfache und günstige Lösung. Aber eine dauerhafte? Immerhin baumelt der Schalter mitsamt seinen Kabeln dann immer im Spritzwasser des Hinterrades rum.

Man könnte ein Relais verwenden. Ein Relais ist im Prinzip ein Schalter. Nur dass der nicht von Hand geschaltet wird, sondern elektrisch. Dazu hat das Relais vier Anschlüsse. Fließt zwischen Anschluss 1 und 2 Strom, schließt das Relais den Kontakt zwischen den Anschlüssen 3 und 4, so dass dort ebenfalls Strom fließen kann. Fließt kein Strom mehr zwischen 1 und 2, wird auch der Kontakt zwischen 3 und 4 getrennt. Es gibt also einen “Steuer-Stromkreis” und einen “Arbeits-Stromkreis”. Das Wichtige ist, dass die beiden Stromkreise untereinander keine Verbindung haben.

Der Steuer-Stromkreis des Relais’ kommt zwischen Zündplus und den vorhandenen Bremslichtschalter. Am entsprechenden Eingangskontakt des Arbeits-Stromkreises liegt ebenfalls Zündplus an und auf der Ausgangsseite ist das Anhänger-Bremslicht angeschlossen. Wenn das Relais den Kontakt herstellt, kann der Strom also ungehindert von der Batterie zum Bremslicht und wieder zurück fließen.

Das Schöne an dieser Lösung: Das Relais ist klein und lässt sich gut geschützt unter dem Seitendeckel oder der Sitzbank anbringen. Es ist billig und quasi unkaputtbar.

Wenig überraschend habe ich mich für Möglichkeit 2 und das Relais entschieden. Ein Platz war schnell gefunden, fast genau so schnell waren ein paar Kabel verlegt und angeschlossen.

Erste Testfahrt mit Anhänger

Nachdem alles fertig war, konnte ich es kaum erwarten, AHK und Anhänger zu testen. Ganz legal war da natürlich nicht, aber ohne Probefahrt konnte ich ja schlecht beim TÜV vorstellig werden. Die erste Fahrt war eine große Überraschung: Beim Beschleunigen und Bremsen merkt man den Anhänger gar nicht! Klar, er war unbeladen. Und der Beiwagen war auch fast leer. Richtig spannend wird es erst, wenn beide an der Beladungsgrenze sind.

Bei der Gelegenheit habe ich noch etwas ausprobiert. Der TÜV verlangt nämlich auch einen Bremstest: Mit beladenem Anhänger muss das Motorrad eine Verzögerung (“Negativ-Beschleunigung”) von mindestens 2,5 m/s² erreichen. Das ist ziemlich wenig. Moderne Fahrzeuge schaffen ein Vielfaches und selbst Oldtimer liegen selten unter 5 m/s². Natürlich hatte ich kein präzises Messgerät, aber eine kostenlose Beschleunigungsapp sollte zur groben Orientierung ausreichen. Also habe ich mein Handy am Motorrad befestigt und mehrfach auf knapp 50 km/h beschleunigt und runtergebremst. Das Ergebnis war erfreulich: 4 m/s² waren es immer, teilweise sogar fast 5 m/s².

Der Segen des TÜV

Nachdem Anhänger und Anhängerkupplung fertig sind und alles wie gewünscht funktioniert, fehlt nur noch der Segen des TÜVs.

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