Apps für Radfahrer: Navigation, Kalorienverbrauch und mehr

In einer zunehmend digitalisierten Welt bieten auch Radfahren und E-Bike-Fahren zahlreiche innovative Lösungen, um Ihre Touren zu optimieren. Ob Sie Ihre Route verfeinern, Ihre Leistung verfolgen oder neue Herausforderungen entdecken möchten - die richtige App kann einen großen Unterschied machen.

Navigation und Routenplanung

Klassische Radkarten sind zwar gut, aber die digitale Navigation wird immer beliebter. Im Gegensatz zu Google Maps kennen die kostenpflichtigen Anbieter wie Komoot auch wirklich jeden Radweg und berücksichtigen weitere Faktoren wie beispielsweise Fitness-Level und Radgattung.

Außerdem können Touren im- und exportiert werden; bei manchen Pedelecs sogar direkt aufs E-Bike-Display.

Einige beliebte Apps für Navigation und Routenplanung sind:

  • Komoot: Ermöglicht die einfache Planung der perfekten Route unter Berücksichtigung des Untergrunds.
  • Bikemap: Bietet Sprachnavigation und über 4 Millionen Fahrradrouten weltweit.
  • Bike Citizens: Legt den Fokus auf Navigation mit hervorgehobenen Fahrradwegen.

Sicherheit und Diebstahlschutz

Safety first: Schlosshersteller lassen sich immer mehr einfallen, um Diebstahl auch mit digitalen Lösungen zu verhindern.

Das 770A SmartX von Abus lässt sich beispielsweise per Smartphone öffnen und verriegeln, reagiert dank eingebauter Sensoren bei Diebstahlverdacht mit einem Alarmsignal - und der kann irgendwann ohrenbetäubend sein.

Ähnliches können die Schlösser I lock it und Linka, viele Schlosshersteller experimentieren mit Bluetooth- und Fingerabdruck-Lösungen.

Andere Möglichkeiten sind GPS-Chips, die bei der Suche eines gestohlenen Rades helfen können.

Zahlreiche E-Bike-Hersteller integrieren solche Systeme inzwischen ab Werk.

Auch Helme werden immer smarter, ermöglichen Telefonate oder die Steuerung von Lichtern am Hinterkopf via App.

Am interessantesten für alle, die gerne mal alleine unterwegs sind, sind jedoch die Funktionen rund um den Notfall.

Ein eigenständiges System, das mittlerweile von verschiedenen Helmherstellern (z. B. Alpina, Ekoi, Uvex) integriert wird, ist Tocsen. Hier wird eine Art Knopf auf den Helm geklebt oder direkt in die Schale eingebaut, dessen Sensoren jeden Sturz erkennen. Automatisch werden zuvor festgelegte Notfallkontakte sowie die Rettungsgemeinschaft in der Nähe alarmiert. Tocsen kann man sich auch einfach selbst kaufen und so den Helm nachrüsten. Specialized hat mit dem ANGi-System etwas Ähnliches im Angebot.

Andere Helm-Hersteller wie beispielsweise Cratoni haben ihre eigenen Smarthelme entwickelt, die ebenfalls über ein solches System verfügen.

Egal ob mit Smarthelm oder ohne unterwegs: Praktisch sind auch Erste-Hilfe-Apps wie die vom Deutschen Roten Kreuz.

Fitness-Tracking und Kalorienverbrauch

„If it’s not on strava it didn’t happen“ heißt leicht ironisch die neue Redewendung rund um Fitness-Apps. Denn die bekannteste unter diesen ist Strava, die viel von Läufern und Radfahrern genutzt wird.

Hier kann jede Fahrradstrecke getrackt werden, Kalorienverbrauch und Geschwindigkeiten werden erfasst.

Auch kann eingetragen werden, welches Rad genutzt wurde und vieles mehr.

So lassen sich sportliche Erfolge speichern und sogar mit anderen teilen.

Das ist nicht nur Angeberei, sondern kann auch zu neuen Kontakten und Ideen für schöne Ausfahrten in der Gegend führen.

Wichtig: Man sollte stets die erweiterte Privatsphäre einstellen, sodass die Touren nicht direkt von der Heimatadresse aus getrackt werden, sonst lädt man Fahrraddiebe direkt zu sich nach Hause ein. Die App Runtastic funktioniert ganz ähnlich wie Strava.

Eine spielerische Alternative ist die Radbonus-App, bei der einfach Kilometer gesammelt werden.

Einige beliebte Apps für Fitness-Tracking sind:

  • Strava: Bietet präzises Tracking und eine starke Community-Funktion.
  • Adidas Running (ehemals Runtastic): Richtet sich an ambitionierte Freizeitsportler mit individuellen Zielen.
  • Nike Run Club: Bietet kostenlose Funktionen und Motivation durch Audio-Läufe und Belohnungssysteme.

Kalorienverbrauch beim E-Bike-Fahren

Das Pedalieren auf dem E-Bike erfordert reichlich Energie. Aber wie hoch ist eigentlich der Kalorienverbrauch beim Fahren mit einem E-Bike?

Durch seine Unterstützung sorgt der Motor dafür, dass uns das Radfahren auf einem E-Bike weniger Energie kostet als auf einem herkömmlichen Fahrrad.

Während der Motor den Energieverbrauch beim E-Biken senkt, lässt ihn das höhere Gewicht des E-Bikes im Vergleich zu einem Fahrrad ohne E-Antrieb wiederum ansteigen.

Viele Quellen sprechen übereinstimmend von einer Marke von ungefähr 300 Kilokalorien, die im Laufe einer Stunde zusammenkommen. Canyon bemerkt, dass dabei stets auch das Körpergewicht der Fahrenden betrachtet werden müsse. So erreiche ein Mensch mit einem Körpergewicht von 90 Kilogramm diesen Wert deutlich leichter als eine leichtere Person.

Formel zur Berechnung des Kalorienverbrauchs

Die Sportwissenschaft liefert auch etwas komplexere Formeln, die sich mit ein paar Erklärungen dennoch gut erschließen lassen:

Kalorienverbrauch pro Minute = 0,0175 x MET-Wert x Gewicht in Kilogramm

Kalorienverbrauch = Kalorienverbrauch pro Minute x Dauer in Minuten

Der MET-Wert drückt aus, wie viel Energie der Körper eines 40-jährigen Mannes mit einem Körpergewicht von 70 Kilogramm bei einer bestimmten körperlichen Tätigkeit aufwenden muss.

E-Bike-Hersteller Himiway geht von einem um 20 Prozent niedrigeren MET-Wert aus.

Werte für ein Fahren mit dem E-Bike bei moderater Intensität liegen zwischen 3,7 und 8,5.

Beispielrechnung

Eine männliche Person, die 95 Kilogramm wiegt, fährt für 45 Minuten Radfahren:

  • Fall 1: E-Bike mit hoher Unterstützung (MET 2,2) - Kalorienverbrauch: ca. 74 kcal
  • Fall 2: E-Bike mit niedriger Unterstützung (MET 4,0) - Kalorienverbrauch: ca. 133 kcal
  • Fall 3: Herkömmliches Fahrrad (MET 8,0) - Kalorienverbrauch: ca. 266 kcal

Weitere nützliche Apps und Gadgets

  • Quarq TyreWiz: Sendet Informationen zum aktuellen Luftdruck an den Bordcomputer bzw. die passenden Apps.
  • Gates Carbon Drive: Kontrolliert die Spannung des Zahnriemens.
  • Trink-Apps (Aqualert Water Tracker, Mein Wasser, Hydro Coach): Erinnern ans Trinken und helfen, den Überblick zu behalten.
  • Everysight Raptor AR Smartglass: Zeigt nützliche Informationen direkt im Sichtfeld an.
  • EatMyRide: Informiert Radsportler, wann sie unterwegs was essen sollten und welche Produkte diesen Energiefluss leisten können.

Manch digitale Lösung rund ums Radfahren ist reine Spielerei, andere sind richtig praktisch. Soviel ist klar: Nicht jedem taugen sie. Wer auf den Geschmack kommt, dem steigert die ein oder andere App ganz bestimmt den Fahrradspaß. Und nicht zuletzt sorgen einige Gadgets für mehr Sicherheit.

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