Die Suche nach leichter, luftiger und sicherer Motorradbekleidung für den Sommer beschäftigt viele Fahrer. Eine interessante Option, die in Betracht gezogen wird, ist abriebfeste Unterwäsche aus Aramid.
Die Ausgangssituation
Viele Motorradfahrer nutzen aktuell Motorradjeans mit Aramid-Materialdoppelungen und Textiljacken mit Protektoren. Diese bieten zwar ein gewisses Maß an Sicherheit, können aber bei sportlicher Fahrweise die Bewegungsfreiheit einschränken.
Aramid-Unterwäsche als Alternative
Abriebfeste Unterwäsche, wie die Abra Guard von SGS, könnte eine Alternative darstellen. Diese Unterwäsche ist sogar in Varianten mit Hüft-, Knie-, Ellenbogen- und Schulterprotektoren erhältlich und hat in Tests gut abgeschnitten. Das Material soll selbst bei einem Sturz aus 100 km/h auf Asphalt standhalten.
Die Frage ist, ob man auf spezifische Motorradkleidung verzichten und stattdessen Aramid-Unterwäsche unter einer normalen Jeans und einer dünnen Jacke tragen sollte. Wo liegen die Nachteile gegenüber normaler Motorradkleidung, wenn die Unterwäsche vor Schlag- und Schürfverletzungen schützt?
Kosten und Flexibilität
Aramid-Unterwäsche kostet etwa 400 Euro, was dem Preis einer brauchbaren Kombi entspricht. Der Vorteil ist, dass man nicht auf eine bestimmte Motorradbekleidung beschränkt ist, sondern den kompletten Kleiderschrank auf dem Bike tragen kann.
Die Lederkombi-Alternative
Einige Fahrer schwören auf den Leder-Einteiler, unabhängig von Temperatur und Distanz. Leder bietet einen hohen Schutz, kann aber im Sommer sehr warm sein.
Erfahrungsberichte und Meinungen
Die Meinungen zur Aramid-Unterwäsche gehen auseinander. Einige Fahrer sind begeistert und finden sie angenehm zu tragen, während andere Bedenken hinsichtlich des Schutzes und der Wärmeentwicklung haben.
Vorteile laut Nutzern
- Angenehm zu tragen
- Man schwitzt nicht wirklich mehr
- Kann unter normaler Jeans getragen werden
- Gute Dienste bei einem Unfall geleistet
Bedenken und Nachteile
- Mögliche Einschränkung der Bewegungsfreiheit
- Bedenken hinsichtlich des Schutzes im Vergleich zu Lederkombis
- Wärmeentwicklung im Sommer
- Passformprobleme, wenn die Kleidung in einer Nummer größer benötigt wird
Alternativen und Ergänzungen
Es gibt auch andere Optionen, wie z.B. Helite-Jacken mit Airbagsystem, Motorradjeans mit Elasthananteil oder Protektorenanzüge.
Weitere Meinungen aus dem Forum
- Protektoren sind wichtig: Die Unterwäsche ohne Protektoren wird als fast sinnfrei angesehen, da Knie, Ellbogen, Hüfte und Wirbelsäule geschützt werden sollten.
- Position der Protektoren: Es wird bezweifelt, dass ein Aramidhemd mit Protektoren in Position gehalten werden kann, wenn man auf dem Boden aufschlägt und rutscht.
- Abriebfestigkeit: Es gibt Bedenken, dass schwarze Aramid-Unterwäsche weniger abriebfest sein könnte, da der Färbeprozess die Fasern schwächen kann.
- UV-Beständigkeit: Es wird empfohlen, die Unterwäsche nur drunter zu tragen, da UV-Licht die Fasern angreift.
Motorrad-Leggings im Test
Einige Hersteller bieten Motorrad-Leggings an, die komplett mit Aramid verstärkt sind. Diese werden in verschiedenen Größen und Längen angeboten und wurden in Praxistests auf Sicherheit, Passform und Waschbarkeit geprüft.
Testberichte zu verschiedenen Modellen
Es wurden verschiedene Motorrad-Leggings getestet, darunter:
- Alpinestars Banshee: Figurbetont, guter Schutzstandard, aber enger Einstieg.
- Büse Grazia Leggins: Edel glänzend, komfortabler Einstieg, fällt groß aus.
- Oxford Original Approved Leggings: Leicht und luftig, Monolayer-Konstruktion, aber Rückruf wegen Sicherheitsbedenken.
- Rukka Melita: Komfortabel, figurbetont, aber keine Knieprotektoren im Lieferumfang enthalten.
- Trilobite Leggings: Für schmale Hüften, Jeans-Look, aber enger Bund.
Die Testerinnen kombinierten die Leggings am liebsten mit Motorrad-Sneakern.
Zusammenfassung der Testergebnisse
Hier ist eine Zusammenfassung der getesteten Motorrad-Leggings:
| Modell | Preis (UVP) | Schutzstandard | Material | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| Alpinestars Banshee | 179,95 Euro | A | 91 % Polyester / 9 % Elastan; Futter: 50 % Kevlar / 50 % Polyester | Figurbetont, enger Einstieg |
| Büse Grazia Leggins | 189,95 Euro | A | 88 % Polyester / 12 % Elastic; Futter: 95 % Kevlar / 5 % Polyester | Edel glänzend, komfortabler Einstieg, fällt groß aus |
| Oxford Original Approved Leggings | 149,95 Euro | AA | Außen: 40 % Baumwolle / 40 % Polyester / 20 % Elasthan; Futter: 100 % Polyamid / 5 % Polyester | Leicht und luftig, Monolayer-Konstruktion, Rückruf |
| Rukka Melita | 219 Euro | B | Außen: 62 % Baumwolle / 32 % Polyester / 6 % Elasthan; Futter: 60 % Aramid / 37 % Kevlar / 3 % Elasthan | Komfortabel, figurbetont, keine Knieprotektoren |
| Trilobite Leggings | 169,95 Euro | AA | Außen: 100 % Polyamid; Futter: komplett mit Aramidfasern % Kevlar / 50 % Polyester | Für schmale Hüften, Jeans-Look, enger Bund |
Weitere Aspekte und Diskussionen
Die Diskussion über Aramid-Unterwäsche und alternative Motorradbekleidung ist vielfältig. Es gibt verschiedene Aspekte zu berücksichtigen, wie z.B. den Tragekomfort, die Schutzwirkung, die Wärmeentwicklung und die individuellen Bedürfnisse des Fahrers.
Aramid Hoodie + Protektorjacke: Sichere Kombi für den Sommer?
Es wird diskutiert, ob die Kombination aus Aramid Hoodie und Protektorjacke eine sichere Option für den Sommer ist. Dabei gibt es unterschiedliche Meinungen:
- Schutz vor Abrieb: Ein Aramid-Hemd kann vor Schleifen schützen, während eine Protektorenweste vor Aufprall schützt.
- Position des Aramid: Es ist wichtig, dass das Aramid nicht als erste Schicht auf den Asphalt kommt, da es sich verhaken und reißen kann.
- Kombination mit Unterwäsche: Einige Fahrer empfehlen, zusätzlich Aramid-Unterwäsche zu tragen, um die Haut vor Abschürfungen zu schützen.
- Verbindung zwischen Hemd und Hose: Eine Verbindung, z.B. mit Reißverschluss, zwischen Hemd und Hose wird empfohlen, um ein Verrutschen zu verhindern.
Alternativen und Materialien
Neben Aramid gibt es auch andere Materialien, die in Motorradbekleidung verwendet werden, wie z.B. Cordura und Dyneema. Cordura ist ein Markenname für eine Gruppe von Stoffen mit unterschiedlichsten Eigenschaften. Dyneema ist eine Polyethylen-Faser, die ebenfalls für abriebfeste Jeans verwendet werden kann.
Aramid-Unterwäsche im Detail
Aramid ist eine reißfeste, synthetische Faser. Kevlar ist der eingetragene Markenname eines Aramid-Gewebes der Firma DuPont. Aramid ist temperaturbeständig, unanfällig gegenüber Lösungsmitteln, Salzwasser, Bakterien und Pilzen, aber nicht UV-beständig.
Abra-Guard bietet Aramid-Unterwäsche in verschiedenen Varianten an: Urban, Overland und Touring. Urban ist die günstigste Variante ohne Protektoren und mit einer Lage Aramid-Stoff. Overland hat auch keine Protektoren, aber eine doppelte Lage Aramid-Stoff an Gesäß, Hüften und Knie. Touring ist die teuerste Variante mit Protektoren.
Die Reinigung der Aramid-Unterwäsche ist einfach. Sie kann bei 30°C zusammen mit einem Waschmittel für Funktionskleidung in der Waschmaschine gewaschen werden. Auf keinen Fall sollte man die Aramid-Kleidung mit Weichspüler oder Waschmittel mit Weichspüler-Bestandteil waschen.
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