Auf der Suche nach dem besten Kinderfahrrad hat die Stiftung Warentest diejenigen engagiert, die es am besten wissen müssen: raderprobte Grundschulkinder. Sie waren unsere Tester im Praxistest.
Testergebnisse und Kaufberatung
Die Tabelle zeigt unsere Bewertungen für zwölf 20-Zoll-Kinderfahrräder. Darunter sind Modelle häufig gekaufter Marken wie Puky, Cube und Woom von 270 bis 575 Euro. Wir erläutern, wie Sie das beste Fahrrad für Ihr Kind finden, welche Ausstattung wichtig ist und welche weniger.
Bei den Testkandidaten handelt es sich um 20-Zoll-Kinderfahrräder für 270 bis 575 Euro. Die geprüften Fahrräder sind mit Ketten- oder Nabenschaltung, mit zwei Handbremsen oder Vorder- und Rücktrittbremse ausgestattet.
Mit bis zu 15 Kilogramm wiegen die Kinderfahrräder im Test so viel wie manches Fahrrad für Erwachsene. Zarten Kindern kann es schwerfallen, dieses Gewicht anzuheben und mit den Rädern anzufahren, selbst Erwachsene können beim Schleppen ins Schwitzen kommen. Nur ein teures Rad ist wirklich leicht und sehr kindgerecht gebaut.
Bei den Testkandidaten handelt es sich um 20-Zoll-Kinderfahrräder - in der Regel eignen sie sich für Grundschulkinder. Die Größe von Kinderfahrrädern wird meist in Zoll angegeben. Ob ein Rad tatsächlich passt oder nicht, hängt aber vor allem von der niedrigsten einstellbaren Sattelhöhe ab. Und damit auch davon, ob ein Kind eher groß oder klein ist.
Pegasus Avanti 20: Ein typisches Schulrad im Test
Als typisches „Schulrad“ stellt der 20-Zöller von Pegasus Sicherheit und Bedienungsfreundlichkeit in den Vordergrund. „Avanti“ bedeutet „los geht’s“ auf Italienisch, und das passt perfekt zum Start ins Fahrradleben auf dem Kinderrad.
Die Modellserie von Pegasus umfasst aktuell 17 Fahrräder zwischen 18 und 26 Zoll und deckt damit einen großen Altersbereich ab, der vom Kindergarten bis zu den ersten Teenie-Jahren reicht. Wer mit sechs zur Grundschule radelt, tut das für gewöhnlich auf einem 20-Zoll-Rad. Wie lange man dieser Größe treu bleibt, lässt sich pauschal nicht sagen - bei manchen Kindern steht schon zwei Jahre später der Schritt zum 24-Zöller an, es kann aber auch etwas länger dauern.
Was an einem guten Schulrad dran sein muss, macht Pegasus mit dem Avanti 20 vor. Das in zwei Rahmenformen und drei Farben verfügbare Bike soll natürlich in erster Linie verkehrssicher sein - anders als so manches sportliche Kinderrad liegt sein Fokus auf tadelloser Funktion im Alltag. Das bedeutet erst einmal, dass eine Dynamo-Lichtanlage am Rad sein muss, die am Pegasus mit einem ziemlich hellen LED-Strahler mit „indirekter Quelle“ ausgestattet ist. Das bedeutet, dass die Leuchtdiode in den Reflektor hineinleuchtet statt aus ihm heraus, was zu einer größeren Lichtausbeute führt - satte 30 Lux bringt der Strahler auf die Straße, was für ein Kinderrad wirklich viel ist.
Sicherheits-Feature Nummer zwei sind die Bremsen, die an diesem Rad in größerer Zahl gibt: Zwei Felgenbremsen stehen bereit, dazu der gute alte Rücktritt, den viele Kinder noch von ihrem allerersten Fahrrad kennen. Zur Rücktrittbremse gehört eine Nabenschaltung, und hier bietet Pegasus zwei Optionen: Drei und sieben Gänge, wobei das Avanti mit letzterer Variante 50 Euro mehr kostet - 599,95 zu 649,95 Euro. Diese sind jedoch klug investiert, denn das Siebengang-Getriebe bietet einen um 30 % größeren Übersetzungsumfang; die viel feinere Abstufung erleichtert es außerdem, die optimale Tretfrequenz zu finden. Erkennbar ist die Siebengang-Nabe, die am Testrad verbaut ist, am größeren Gehäuse; bedient werden beide Varianten per Drehgriff.
Ein Bauteil, über das man geteilter Meinung sein kann, ist freilich die Federgabel. Sie bietet 40 mm Weg, was am Kinderrad ausreichend ist; da sie jedoch nicht wirklich verstellt werden kann, dürften leichte Fahrerinnen und Fahrer wenig von ihr haben. Gerade angesichts der aufrechten Sitzhaltung mit weniger Gewicht auf dem Vorderrad können solche Gabeln nicht sehr feinfühlig ansprechen. Klar, das Avanti wirkt durch die Teleskopgabel sportlicher, andererseits wird das Rad dadurch schwerer.
Voll überzeugen kann die aufrechte, kindgerechte Sitzhaltung auf dem Pegasus. So ist optimaler Überblick im Straßenverkehr gewährleistet, und bequem ist diese Sitzposition auch; dazu hat der Hersteller auf eine gute Größenanpassung geachtet. Das Sitzrohr des Rahmens ist nur 28 cm kurz, die Sattelstütze kann weit ausgezogen werden und auch der Schaftvorbau lässt sich einfach verstellen.
Pegasus spezifiziert einen soliden Gepäckträger mit Federklappe; die Reifen sind recht griffig, rollen aber leicht auf glattem Belag. Am Rahmen fällt die sichere Befestigung von Schalt- und Bremszug auf - anstatt von Plastikclips, die schnell verloren gehen, werden hier geschraubte Ösen verwendet. Dieses Detail dürfte dazu beitragen, dass das Avanti 20 auch nach längerer Benutzung noch ordentlich und gepflegt aussieht - und das macht den früher oder später erfolgenden Weiterverkauf leichter oder freut das kleine Geschwisterkind, dem das Rad weitergereicht wird.
Das Pegasus Arcona Alu ND verzichtet auf Gimmicks und bietet dennoch alles was das Kind im Fahrrad-Alltag braucht. Stabiler und dennoch leichter Aluminum-Rahmen mit Gepäckträger. Mit der 3-Gang Nabenschaltung und Rücktrittbremse (plus Felgenbremsen) geht es optimal durch den Alltag.
Weitere 20-Zoll-Kinderfahrräder im Fokus
Sicher, vielseitig und ein absoluter Spaßgarant für kleine Mädchenherzen. Das Pegasus Avanti 7 ist für Kinder ab sieben Jahren konzipiert. Ungewöhnlich ist das für ein Rad dieser Größe hohes Gewicht von mehr als 15 kg. Laut Hersteller verträgt es eine Zuladung von 115 kg.
Der Test von Stiftung Warentest bescheinigt dem Rad zwar gute Fahreigenschaften. Er merkt jedoch auch an, dass die Bremskraft für das angegebene zugelassene Gesamtgewicht nicht noch genug ist. Zudem erschwert die ungewöhnliche Rahmenform auch das Tragen des Rades. Zur Ausstattung gehört eine LED-Lichtanlage mit Nabendynamo. Die in die Bereifung eingearbeiteten Reflexstreifen sorgen für zusätzliche Sicherheit. Ein außergewöhnliches Merkmal stellt die Suntour-Federgabel dar.
Stiftung Warentest: Testkriterien und Ergebnisse
Zwölf Kinderfahrräder wurden getestet. Bremsschwächen, Risse an der Tretkurbel und kritische Stoffe. Das sollten insbesondere Kinderfahrräder nicht aufweisen. Doch im Test der Stiftung Warentest war das der Fall. Stiftung Warentest hat zwölf Kinderfahrräder getestet.
Mit Grundschulkindern wurde der Praxistest durchgeführt. Sie mussten mit den Testrädern durch einen Parcours fahren. Mit leichten Rädern war sowohl das Fahren als auch das Aufheben der Räder für die Kinder leichter. Stiftung Warentest hat die Räder unter Belastungsprobe gestellt. Nicht alle haben bestanden.
Ein weiteres Kriterium neben dem Praxistest war die Laborprüfung. Vor allem in Sachen Sicherheit und Schadstoffbelastung schwächelten hier fast alle Räder etwas. Untersucht wurden folgende Kriterien:
- Bremsen: Die Testräder fahren auf einer Rolle. Sobald die Bremse betätigt wird, misst der Prüfstand die Bremskraft. Vier der zwölf Modelle schafften es nicht, das Fahrrad nach der vorgegebenen Sicherheitsnorm zum Stehen zu bringen.
- Kritische Stoffe: Bei der Hälfte der getesteten Kinderrädern fand die Untersuchung den Weichmacher Dipropylheptyphthalat (DPHP). In Tierversuchen schädigte der Stoff vor allem die Schilddrüse. Das Bundesinstitut ruft daher auf, den Schadstoff in Kinderprodukten nicht zu verwenden.
- Haltbarkeit: Durch eine Dauerprüfung wurden Sattel, Lenker sowie die Tretkurbel getestet. Nicht alle Räder bestanden den Test: Bei dem Woom-Rad bildeten sich Risse an der Tretkurbel und bei dem Winora-Modell riss die Sattelklemmung.
- Gewicht: Kinder mögen leichte Fahrräder. Einige der Fahrräder sind mit 13 Kilogramm so schwer wie Räder für Erwachsene.
Drei der insgesamt zwölf getesteten Kinderfahrräder haben gut abgeschnitten. Obwohl einige der Fahrräder für Kinder nicht besonders gut abgeschnitten haben, haben sie alle eine Gemeinsamkeit: Der Praxistest, also das Fahren, das Kinder getestet haben, wurde im Test bei allen Rädern gut bewertet. Ebsenso konnten einige Fahrräder bezüglich der Sicherheit punkten.
Kleine Kinder können bereits im Alter von vier bis fünf mit dem ersten Fahrrad fahren. Die Kinderfahrräder, die von der Stiftung Warentest getestet wurden, sind allerdings für Kinder ab sieben oder acht Jahren zu empfehlen. Zwei der Räder sind vom Hersteller auch für Kinder ab sechs Jahren geeignet. Wer mehr als ein Kind hat, nutzt meist die Räder, die bereits vorhanden sind. Oder man erhält ein ausgedientes Fahrrad aus der Nachbarschaft. Doch auch hier gilt: Schaut euch das Rad gut an und untersucht es auf mögliche Risse oder Abnutzungserscheinungen, die die Sicherheit beeinträchtigen können.
Kinder selbst achten beim Kauf eines Fahrrads eher auf die Farbe. Doch die wichtigsten Fragen bei der Übernahme eines Fahrrads aus dem Bekanntenkreis sollten sein: Rollen die Räder ohne Widerstand? Gehen beide Bremsen? Bremsgriffe, Sattelhöhe sowie die Position der Klingel sollten anschließend so eingestellt werden, dass sich das Kind sicher auf dem Rad bewegen kann.
Die getesteten Räder lagen alle im Bereich zwischen 450 und rund 600 Euro.
Empfehlungen und Alternativen
Zuhause durch den Wald gurken geht, keine Frage. Es geht aber auch besser: Abwechslungsreiche Parks, super Aussichten und spannende Touren. Die 20 Zoll-Kinderfahrräder von Early Rider, Puky oder woom zählen zu den beliebtesten. Unsere Community und Experten empfehlen aber als Alternative auch Modelle von Cube bzw. Decathlon. Unser Überblick über die besten 20-Zoll-Räder.
Top 5 Favoriten für 20 Zoll Kinderfahrräder
- woom EXPLORE 4: Ein leichtes, sportliches Allround-Kinderfahrrad mit hochwertigen Komponenten und sportlicher Radgeometrie.
- ADAC Testsieger: Ein solides Kinderfahrrad ohne große Schwächen, Testsieger beim ADAC-Kinderfahrradtest 2022.
- Preis-Leistungs-Tipp: Eine Empfehlung für kleine Budgets mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis und solider Verarbeitung.
- Klassiker von Puky: Ein hochwertiges Kinder-Kinderfahrrad vom deutschen Marktführer Puky, ideal für sportliche Kinder.
- Premium-Fahrrad: Ein nahezu perfektes 20 Zoll-Kinderfahrrad mit wartungsarmem Riemenantrieb und hochwertiger Verarbeitung.
Weitere Empfehlungen von Experten
Dipl.-Ing. Marcus Degen, Fahrradexperte und Geschäftsführer von velomotion, empfiehlt: „Ein Kinderfahrrad sollte auf keinen Fall zu klein sein. Zu groß ist dann okay, wenn das Kind schon sehr gut Radfahren kann. Wichtig ist, dass die Füße auf den Boden langen, wenn das Rad steht und dass die Bremsen gut bedient werden können. Marken wie woom oder EARLY RIDER haben sich die Mühe gegeben, auf jedes Detail zu achten. Da sind die Pedale in der richtigen Größe, die Lenkergriffe auf Kinderhände ergonomisch angepasst, die Bremsgriffe für Kinderhände gut erreichbar - diese Dinge waren den anderen Herstellern früher egal."
Stiftung Warentest/ADAC Testergebnisse
Die deutsche Stiftung Warentest hat zusammen mit dem ADAC im Mai 2022 Kinderfahrräder in 20 Zoll getestet.
Die Testkriterien bei Stiftung Warentest/ADAC: Fahren (u.a. Fahreigenschaften und Fahrkomfort), Eignung für das Kind (u.a. Ergonomie), Handhabung (u.a. Montage und Gebrauchsanleitung), Sicherheit und Haltbarkeit (u.a. Verarbeitung, Bremsen, Belastbarkeit) sowie Schadstoffe.
Ergebnis: Nur drei der zwölf Kinderfahrräder wurden beim Test von Stiftung Warentest und ADAC mit „gut“ bewertet. Bei den mit „mangelhaft“ bewerteten Modellen sorgte vor allem die Kategorie „Sicherheit und Haltbarkeit“ für Abwertungen. Auch das beliebte woom 4 wurde mit mangelhaft bewertet; Grund: Riss der Tretkurbel am Pedalgewinde in der Dauerprüfung.
Testergebnisse für 20 Zoll-Kinderfahrräder von Stiftung Warentest 05/2022 und ADAC
| Testinstitut | Testsieger Kinderfahrräder | Link zum Test |
|---|---|---|
| Stiftung Warentest / ADAC | - Skyride 20-3 Alu Light von Puky (Testsieger 05/2022 mit Note 2,2 / „gut“) - ACID 200 Street von Cube (2. Platz 05/2022 mit Note 2,3 / „gut“) - City Bike 20 Zoll D4 Rock von Decathlon (ex aequo 2. Platz 05/2022 mit Note 2,3 / „gut“) |
Checkliste für den Kauf eines 20-Zoll-Kinderfahrrads
- Fahrradgröße: Ein 20 Zoll-Fahrrad ist für Kinder mit einer Schrittlänge von ca. 50 cm bzw. einer Körpergröße ab 120 cm geeignet.
- Rahmen: Ein tiefer Rahmen erleichtert das Auf- und Absteigen enorm.
- Gewicht: Ein geringes Gewicht ist bei Kinderfahrrädern nicht nur für Anfänger wichtig.
- Höheneinstellung: Der Sattel und der Lenker eines Kinderfahrrads sollten genügend Spielraum für die H...
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