Der TT Circuit Assen in der gleichnamigen Stadt in den Nord-Niederlanden ist genau der richtige Ort, um diese Faszination einmal direkt vor Ort zu erleben. Dabei bietet sich der TT Circuit Assen nicht nur aufgrund der hervorragenden Infrastruktur an, sondern auch durch die spannende Geschichte der Rennstrecke, die hier in Führungen vermittelt wird.
Geschichte seit 1925 - die wichtigste Rennstrecke der Niederlande
Während die Rennstrecke von Zandvoort durch die Formel 1 in den vergangenen Jahren wieder in den Fokus gerückt ist, ist eigentlich der TT Circuit Assen jener, der mit der Geschichte des Rennsports in der Niederlande am intensivsten verknüpft ist. Das liegt auch daran, dass die Geschichte der Rennstrecke sich bereits bis in das Jahr 1925 zurückverfolgen lässt.
Die erste Dutch TT fand am Samstag, dem 11. Juli 1925 statt. Damals handelte es sich noch nicht um eine ‚echte‘ Rennstrecke. Die Rennen fanden auf öffentlichen Straßen statt. Als Kurs diente zu Beginn das 28,4 km lange Straßendreieck zwischen Rolde (Start/Ziel), Borger und Schoonloo.
Im darauffolgenden Jahr fand die zweite Dutch TT in Assen statt, wo im Süden der Drenter Hauptstadt ein neuer, 16,5 km langer Parcours gefunden wurde. Er führte nun durch de Haar, Barteldbocht, Oude Tol, Hooghalen und Laaghalerveen. Dieser wurde bis zur 24. Dutch TT im Jahr 1954 beibehalten.
1936 ging die Organisation der TT vom Motorclub Assen zur speziell dafür gegründeten Stiftung ‚Circuit van Drenthe‘ über, und 1939 fand die 15. Dutch TT statt. Anschließend sorgte der 2. Weltkrieg für eine Unterbrechung.
1946 wurde das Renngeschehen wieder aufgenommen, wenn auch nur auf nationaler Ebene. Nach dem Krieg gab es 1946 erneut ein nationales Rennen und im Jahr darauf ging es wieder mit internationaler Beteiligung an selber Stelle weiter. Der Circuit van Drenthe, wie er ab 1926 bis 1954, mit einer Pause zwischen 1939 und 1946 aufgrund des 2. Weltkriegs genannt wurde.
Die Rennstrecke ab 1955
Mit der 25. Dutch TT im Jahr 1955 wurde die speziell gebaute, 7,7 km lange Rennstrecke in Gebrauch genommen. Die Strecke sollte 1955 für die Dutch TT erbaut werden, obwohl schon frühere Events auf öffentlicher Straße ausgetragen wurden.
Schon seit 1949 wird hier jährlich ein Weltmeisterschafts-Rennen ausgetragen. Somit ist Assen die einzige Rennstrecke, die seit der Gründung der Motorrad-WM jedes Jahr zum Kalender gehört. Außerdem ist der TT Circuit momentan die einzige WM-Strecke, welche extra für Motorrad-Rennen konzipiert wurde.
1984 wurde die 1955 angelegte Rennstrecke komplett renoviert. Durch Kürzung der Nordschleife um 1,5 Kilometer reduzierte sich die Länge auf 6,1 Kilometer. Fünf Jahre später gab es einen neuerlichen Ausbau mit einigen Verbesserungen und einer Verbreiterung der Piste um 3 auf 10 Meter.
1999 wurde der Circuit mit einer neuen Tribüne, einem Kontrollturm, Pressezentrum und renovierten Boxen versehen. In den Jahren 2001 und 2002 wurde das komplette Fahrerlager mit Boxen und Verwaltungsgebäude neu gebaut. Dabei wurde auch ein neuer Tunnel zum Fahrerlager gebaut.
Im Jahr 1992 wurde der heutige TT Circuit Assen zum ersten Mal dauerhaft vom öffentlichen Verkehr getrennt. Nach Ablauf der Saison 2003 wurde an einer weiteren Verbesserung der Publikumsunterbringung gearbeitet. Gleichzeitig kam ein schöner Motorradparkplatz hinzu, auf dem rund 12.000 Motorräder auf dem Seiten- oder Hauptständer auf Betonabschnitten abgestellt werden können.
Zur Saison 2004 wurde im Bereich der Gegengeraden mit engeren Kurven etwas Geschwindigkeit herausgenommen und an einigen Kurven die Sturzräume erweitert. Die Strecke hat durch diesen Umbau deutlich an Attraktivität gewonnen. Leider wurde die stark überhöhte „de bulit“-Kurve in eine ganz „normale“ Linkskurve umgebaut.
Im Winter 2005 auf 2006 wurde nun die Grand-Prix-Strecke auf 4,7 Kilometer verkürzt. Alle Veranstaltungen finden nun auf dieser Strecke statt. Viele Fahrer aus der WM bedauern diese Kürzung, da aus ihrer Sicht der einzigartige Charakter von Assen verloren gegangen ist.
Aber auch an die Sicherheit der Fahrer wurde gedacht. Dazu kam eine Erweiterung und Vergrößerung der Kiesbetten, zusätzliche Schutzzäune und weitere Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit.
2013 wurde mit dem Sponsor Dorna eine Vereinbarung über die Weiterführung der MotoGP bis einschließlich 2021 getroffen.
Die Strecke ist schmal mit schnellen Richtungswechseln und ist komplett von Gras und Tribünen umgeben, die für exzellente Sicht der hunderttausend fanatischen Zuschauer sorgen, die jedes Jahr von neuem zum größten niederländischen Motorsportevent pilgern.
Informationen für Besucher
Das Gelände ist ca. 130 Hektar groß, verfügt über 34 Boxen für Fahrer und Teams, sowie 2 Restaurants. Auf dem Gelände gibt es auf knapp 60 Hektar Fläche Parkmöglichkeiten für bis zu 23.000 Autos und 25.000 Motorräder.
Am TT-Tag öffnen sowohl die Parkplätze, als auch die Kassen um 6 Uhr.
Die Schikanen sind „nicht ohne“. Manchmal eine Bodenwelle zuviel. Es gibt keine für Motorradfahrer gefährliche Curbs (Randsteine).
Das Mitbringen von Haustieren ist nicht erlaubt, und auf dem Fahrerlager gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 15 km/h für jedes motorisierte Fahrzeug (Autos, Lastwagen, Motorräder, Roller, Quads usw.). Pocketbikes sind nicht erlaubt und Personen unter 12 Jahren dürfen kein motorisiertes Fahrzeug fahren.
Führung und Besichtigung auf und an der Rennstrecke
Für Besucher hat die Rennstrecke nicht nur ein einmaliges Panorama zu bieten, sondern darüber hinaus auch die Möglichkeit, sich von den Mitarbeitern des TT Circuit Assen noch ein wenig mehr über die besondere Historie der Rennstrecke erzählen zu lassen. Die Führungen, die für Gruppen individuell vereinbart werden können, beschäftigen sich nicht einfach nur mit den unterschiedlichen Kuriositäten und besonderen Rennen, die hier im Laufe der Geschichte bereits stattgefunden haben.
Auch eine Begehung der Strecke und ein kleiner Blick hinter die Kulissen, wo das eine oder andere historische Gefährt zu finden ist, gehört zu den Führungen auf der Strecke. Es ist eine tolle Möglichkeit, ein wenig mehr über den Motorsport zu lernen und gleichzeitig einen Blick auf die Strecke zu werfen, die sich in den letzten fast 100 Jahren auf die unterschiedlichsten Weisen verändert hat. Für Gruppen in der Region eine tolle Möglichkeit für eine interessante Erfahrung, die man in dieser Form an kaum einen anderen Ort der Welt machen kann.
Todesfälle auf der Rennstrecke Assen
Nach der TT auf der Isle of Man ist Assen leider bezüglich der Anzahl der Todesopfer im Rennsport weit vorne in der Statistik:
- Gosta Lönnfors, 34 (FIN), gestorben 26.6.1948
- Josef Knebel (Deutschland, Side Car), gestorben 28.6.1957
- Peter Ferbrache (UK, 350 cm³), gestorben 28.6.1960
- Hans Schuld (NED, 250 cm³), gestorben 29.6.1962
- Roland Föll (GER, 125 cm³), gestorben am 27.6.1964
- Norman Huntingford (GBR, Sidecar), gestorben am 25.6.1966
- Rolf Thiele (GER, 125 cm³), 26.6.1975
- Yasumoto Nagai (JAP, WSBK), 12.9.1995
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