Motorradteile und ihre Bezeichnungen: Ein umfassender Überblick

Um ein besseres Verständnis für die Technik und Wartung von Motorrädern zu entwickeln, ist es wichtig, die verschiedenen Bauteile und ihre Funktionen zu kennen. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Motorradteile und ihre Bezeichnungen.

Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE)

Die Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) wird für Serienfahrzeuge vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) erteilt, wenn das Fahrzeug den aktuellen technischen Bestimmungen der Straßenverkehrs-Zulassungsordnung (StVZO) entspricht. Die allgemeine Betriebserlaubnis ist nationales Recht und gilt nur in Deutschland. Nach und nach wird sie von europäischen Typengenehmigungen (ETG) abgelöst.

Die Betriebserlaubnis erlischt, wenn am Fahrzeug technische Veränderungen vorgenommen werden, außer es werden Teile verwendet, die eine eigene Betriebserlaubnis oder ETG haben und von einem zugelassenen Sachverständigen einer Prüforganisation der korrekte Einbau geprüft wurde. Wer ein Fahrzeug mit erloschener Betriebserlaubnis im öffentlichen Straßenverkehr bewegt, der begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldstrafe und Punkten in Flensburg geahndet wird. Außerdem erlischt mit der Betriebserlaubnis auch der Versicherungsschutz.

Ist das Fahrzeug in der ABE aufgelistet, kann das Teil eingebaut werden. Auflagen beachten! Zum Beispiel kann bei einer technisch zulässigen Rad-/Reifenkombination zusätzlich eine Tachoangleichung o.ä. erforderlich sein. Ob für das Teil trotz ABE eine Änderungsabnahme am Fahrzeug erforderlich ist, steht in der ABE.

Prüfzeichen

Ein vom KBA zugeteiltes Prüfzeichen.

Motor

Kurbelwelle

Die Kurbelwelle wandelt die Kraft, welche durch die Verbrennung im Motor erzeugt wird, in eine Drehbewegung um. Die gradlinige Aufwärts- und Abwärtsbewegung der Kolben wird dabei über die Pleuelstange in ein Drehmoment übertragen und über die Kupplung an das Getriebe weitergegeben. Durch die Kurbelwelle werden noch weitere Teile, wie z.B.

Um den starken Belastungen standhalten zu können verfügen Kurbelwellen über einen zähen Kern und eine gehärtete Oberfläche. Sie werden deshalb aus legiertem Stahl geschmiedet und bieten daher eine große Festigkeit. Die Lagerstellen der Kurbelwelle werden oberflächengehärtet womit sie verschleißfester sind.

Für Tuningzwecke wird eine sogenannte Vollwangen-Kurbelwelle eingesetzt. Bei dieser kann im Kurbelgehäuse die Vorverdichtung erhöht werden, was zu einem besseren Füllgrad führt. Für die Lagerung im Kurbelgehäuse besitzt jede Kurbelwelle Wellenzapfen die in einer Achse liegen. Die Hubzapfen dienen zur Aufnahme der Pleuellager. Durch die Kurbelwangen werden Hubzapfen und Wellenzapfen miteinander verbunden.

Durch Wangen und Hubzapfen ergibt sich ein Ungleichgewicht der Massenverteilung welches durch Gegengewichte an den Wangen ausgeglichen wird. Auf der Abtriebsseite einer Kurbelwelle ist das Schwungrad befestigt an dem meist die Kupplung untergebracht wird. Gegenüberliegend sind Zahnrad, Kettenrad oder das Zahnriemenrad sowie ggf.

Abtriebswelle

Die Abtriebswelle ist für den Abgriff des am Getriebe erzeugten Drehmoments zuständig. Unter Schraubern wird sie auch als Ausgangswelle oder als Ritzelwelle bezeichnet. Zum Motorblock abgedichtet wird die Abtriebswelle mit einem Simmerring.

Erhältlich ist dieses zum Getriebe gehörende Bauteil unter anderem für die 3-Gang-Modelle Simson S50, KR51/1 (Schwalbe) oder für den Star SR4-2 sowie mit zwölf Bohrungen für die 4-Gang-Mopeds Simson S51, S70 oder SR50. Bei den MZ-Motorrädern ETZ 250, 251 und 301 sowie TS 250 und 250/1 kann man sogar noch aus verbliebenen DDR-Beständen schöpfen.

Beim Wechseln der Abtriebswelle sollte man natürlich nicht nur auf die Passgenauigkeit, sondern auch an das notwendige Zubehör denken.

Motortypen

Abhängig von der Anzahl und Anordnung der Zylinder ergeben sich unterschiedliche Motorcharakteristiken:

  • Einzylinder: Ideal für leichte Maschinen, drehfreudig und wartungsfreundlich.
  • Zweizylinder-V (45 Grad): Kompakte Bauweise, uriger Charakter, ideal für Cruiser.
  • Zweizylinder-V (90 Grad): Sportlich, charakterstark, leistungsstark und robust.
  • Zweizylinder-Reihe: Einfach, kostengünstig, kompakt und leistungsstark für die dynamische Mittelklasse.
  • Zweizylinder-Boxer: Niedriger Schwerpunkt, gute Wartungsfreundlichkeit, hervorragender Rundlauf.
  • Dreizylinder-Reihe: Individualität, Leistung, Laufruhe und toller Sound.
  • Vierzylinder-Reihe: Hohe Leistung, laufruhig und drehzahlfest, erste Wahl für moderne Sportler.
  • Vierzylinder-V: Technisch reizvoll, laufruhig und hohe Drehzahl.

Bremsanlage

Bremsflüssigkeit

Bremsflüssigkeit dient in hydraulischen Bremsanlagen zur Übertragung der Kraft vom Bremszylinder zu den Bremsklötzen. In der Regel basiert diese Flüssigkeit auf Glykol. Glykol ist hydroskopisch. Das bedeutet, Glycol ist wasserbindend. Auch im geschlossenen Bremssystem reichert sich die Bremsflüssigkeit nach und nach mit immer mehr Wasser an und wird damit zunehmend gefährlich für den Moppedfahrer.

Ab einem gewissen Wasseranteil in der Bremsflüssigkeit wird es vorkommen, dass besonders bei harten Bremsmanövern die Temperatur der Bremsklötze hoch genug ist, um den Wasseranteil verdunsten zu lassen. Es entstehen Blasen aus Wasserdampf, einem Gas. Gase lassen sich, im Gegensatz zu Flüssigkeiten, sehr leicht Komprimieren. Der Druck, der eigentlich auf die Bremsklötze wirken soll, verliert sich im komprimierten Wasserdampf. Die Bremsanlage verliert deutlich an Kraft und wird im schlimmsten Fall wirkungslos.

Sämtliche Arbeiten an der Bremsanlage sollten nur von Leuten vorgenommen werden, die über das nötige Fachwissen und entsprechende Werkzeuge verfügen!

Bremshebel

Bremshebel sind Vorrichtungen, mit denen die Bremsen von Kraftfahrzeugen - und damit auch von motorisierten Zweirädern - betätigt werden. Unterschieden wird bei Bremshebeln zwischen den Handbremshebeln und den auch Pedal genannten Fußbremshebeln.

Die Übertragung der (Zug-)Kraft vom Bremshebel zur Bremse erfolgt entweder mechanisch oder hydraulisch. Mechanisch wird die Kraft über ein Drahtseil übertragen, das von einer flexiblen, aber druckfesten Hülle (dem sogenannten Bowdenzug) ummantelt wird. Hydraulische Bremsen besitzen zwei Bremszylinder - den Geberzylinder am Bremshebel und den Nehmerzylinder an der Bremse. Sie sind mit einer Druckleitung miteinander verbunden.

Simson Mopeds und MZ Motorräder sind - je nach Modell - mit mechanischen oder hydraulischen Bremsen ausgestattet.

Bremslichtkontakte

Als Bremslichtkontakte werden bei Zweirädern diejenigen Bauteile der Bremsanlage bezeichnet, über die eine Verbindung zum Bremslicht hergestellt wird. Sie bewirken, dass das Bremslicht aufleuchtet, wenn der Bremsvorgang beginnt - und umgekehrt erlischt, sobald er endet. Bei Simson Mopeds und MZ Motorrädern befinden sich die Bremslichtkontakte an der Bremslichtkontaktschraube. An ihr sind zum einen die Kontaktzunge und zum anderen der Kerbnagel befestigt.

Während die Kontaktzunge dem Anschluss des Kabels an der Nabe dient, ist der Kerbnagel das Gegenstück zur am Bremsnocken befestigten Kontaktfahne. Mit Hilfe des Bremsnockens werden die Bremsbeläge der Scheiben- und Trommelbremsen von Zweirädern bedient und dadurch der Abbremsvorgang eingeleitet bzw. beendet. Wird gebremst, wird der Bremsnocken so verschoben, dass der Bremsbelag auf die Scheibe bzw. Trommel der Bremse gedrückt wird und zugleich die Kontaktfahne den Kerbnagel berührt. Das Bremslicht leuchtet daher auf, sobald der Bremsvorgang beginnt. Wird die Bremse gelöst, wird der Kontakt wieder unterbrochen und das Bremslicht erlischt.

Bremslicktkontakte sind vergleichsweise filigrane Zweiradbauteile, die von Zeit zu Zeit ausgetauscht werden müssen.

Bremslichtschalter

Die Bremslichtschalter eines Zweirads dienen der Betätigung der Bremsleuchten. Bei Zweirädern sind generell sowohl die Vorder- als auch die Hinterradbremse mit den Bremsleuchten verbunden und beide mit einem Bremslichtschalter ausgerüstet. Aufgrund des unterschiedlichen Aufbaus der Handbremse (Hebel) und der Fußbremse (Pedal) unterscheiden sich in den meisten Fällen auch die Bremslichtschalter für die Vorder- und die Hinterradbremse in ihrer Konstruktion.

Bei einigen Simson Mopeds und MZ Motorrädern sind die Bremslichtschalter jedoch sowohl für die Vorderrad- als auch für die Hinterradbremse geeignet. Neben diesen elektromechanischen Bremslichtschaltern gibt es auch solche Modelle, die durch den Druckaufbau in der Bremsanlage selbst betätigt werden.

Bremslichtschalter sollten zusammen mit der Bremsanlage regelmäßig (spätestens alle ca.

Bremssattel

Beim Bremssattel handelt es sich um ein Bauteil der Scheibenbremse von Kraftfahrzeugen, darunter auch motorisierten Zweirädern wie MZ Motorrädern und Simson Mopeds. Bei der Scheibenbremse hat der Bremssattel die Aufgabe, die auf beiden Seiten der Bremsschreibe angeordneten Bremsbeläge zuzuspannen und dadurch die Bewegung der Scheibe zu verlangsamen und diese schließlich zum Stillstand zu bringen.

Bei hydraulischen Bremsen wird der Bremssattel durch Kolben betätigt, bei mechnischen Bremsen durch Drücken des entsprechenden Hand- oder Fußbremshebels. Der Bremssattel ist an der sogenannten D...

Bremsleitungen

Bremsleitungen oder Bremsschläuche dienen dazu, die Bremsflüssigkeit und damit den Bremsdruck innerhalb des Bremssystems weiterzuleiten. Bremsleitungen aus Gummi werden mit der Zeit porös oder quellen auf wodurch die volle Bremsleistung nicht mehr erreicht wird. Deshalb empfehlen wir Stahlflex Bremsleitungen bei denen diese Probleme nicht auftreten.

Teilen sich auf in Gummi- und Stahlflexleitungen. Gummileitungen sind kostengünstig herzustellen, brauchen jedoch regelmäßige Pflege, dehnen sich im Lauf der Zeit aus und altern, so dass sie nach etwa fünf Jahren ausgetauscht werden müssen. Stahlflexleitungen sind alterungsbeständig und besitzen zumeist einen gegenüber Gummileitungen klarer definierten Druckpunkt, der sich nicht verändern kann.

Bremsscheibe

Radseitiger Teil einer Scheibenbremse, auf die die Bremsbeläge wirken, um die Bewegungsenergie in Wärme umzuwandeln und damit ein Fahrzeug zu verzögern. Sie besteht aus der eigentlichen Bremsfläche und einem Träger, der die Scheibe mit der Nabe verbindet. Bremsscheiben und -beläge können bei intensiver Beanspruchung 500° C und mehr erreichen.

Eine Besonderheit stellen im Rennsport gebräuchliche Kohlefaser-Scheiben dar. Wave-Bremsscheiben mit welligem Design stammen aus dem Motocross.

ABS (Antiblockiersystem)

Das Antiblockiersystem (ABS) ist ein technisches System für mehr Fahrsicherheit. Durch Reduzierung des Bremsdrucks wirkt das ABS einem möglichen Blockieren der Räder entgegen, wodurch der Erhalt der Lenkbarkeit ermöglicht wird. Durch einen Sensor wird die Radumdrehungen gemessen und zwischen Vorder- und Hinterrad abgeglichen.

Bremsbelag

Der Bremsbelag ist ein metallisches Bauteil welches gegen die Bremsscheibe gedrückt wird. Eingesetzt werden Träger aus Metall mit Bremsbelägen aus verschiedenen Faserverbundwerkstoffen sowie Sintermetall.

Fading

Fading oder Bremsschwund beschreibt das Nachlassen der Bremswirkung des Bremssystems durch Erwärmung der Bremse, z. B. Hierdurch kann sich der Bremsweg erheblich verlängern.

DOT Klassen

Bremsflüssigkeiten werden nach DOT-Klassen spezifiziert, die zum Beispiel den Siedepunkt definieren. Am gebräuchlichsten ist DOT 4, zuweilen auch DOT 3 oder DOT 5.1. Diese können miteinander vermischt werden. Eine Ausnahme ist die auf Silikon basierende Bremsflüssigkeit DOT 5, wie sie Harley-Davidson und Buell für viele Modelle vorschreiben. Die Spezifikationen geben in erster Linie die Siedepunkte an: DOT 3 bei 205°C, DOT 4 bei 230°C, DOT 5 und 5.1 bei 260°C.

Weitere wichtige Motorradteile

Auspuff

Auspuff ist die Bezeichnung für die Abgasanlage eines in einem Kraftfahrzeug verbauten Verbrennungsmotors. Bei der Pflege und Wartung von Auspuffanlagen für Zweiräder ist insbesondere auf einen festen Sitz des Auspuffs sowie der an ihm befestigten Bauteile (insbesondere des Hitzeschutzes) zu achten.

Wegen ihrer exponierten Lage können die Auspuffanlagen von Zweirädern leichter beschädigt werden als die anderer Kraftfahrzeuge. Zudem sind Zweiradauspuffe - auch für Simson und MZ - oft verchromt. Chrom ist ein witterungsanfälliger Werkstoff, so dass verchromte Bauteile beim Dauerbetrieb des Zweirads leichter Schaden nehmen können als unverchromte Teile, vor allem durch den Kontakt mit Streusalz im Winter.

Batterie

Die Batterie spielt bei den meisten Modellen von Simson und MZ eine eher untergeordnete Rolle. Da alle Modelle mit Kickstarter ausgerüstet sind, muss sie lediglich für die kurze Zeit zwischen dem Einschalten der Zündung und dem Motorstart, die Versorgung der entsprechenden Verbraucher gewährleisten. Ab Motorstart übernimmt die Lichtmaschine, oder die Ladespule diese Funktion.

Erst wenn alle Verbraucher gleichzeitig zugeschaltet werden, wird die Batterie wieder belastet, da die Leistung der Lichtmaschine / Ladespule dann zum Teil nicht mehr ausreicht. Die Batterie puffert dann die Lastspitzen ab. Nahezu alle Modelle aus der DDR Produktion, lassen sich auch ohne Batterie zumindest fahren. Die Simson Moppeds und auch die AWO´s, lassen sich sogar antreten. Bei den MZ´s muss ohne Batterie angeschoben werden. Dafür ist am Zündschloss sogar eine extra Schalterstellung vorgesehen.

In der DDR wurden generell Blei-Säure Akkus verwendet. Blei war, und ist, ein teurer Rohstoff. Mit den Simson Modellen S 50 N und S 51 N haben die Tüftler gezeigt, dass ein Moped durchaus auch ohne Batterie laufen kann.

Benzinschlauch

Der Benzinschlauch verbindet bei motorisierten Zweirädern Benzintank und Vergaser. Sowohl am Benzintank (genauer am Benzinhahn) als auch am Vergaser befinden sich Schlauchstutzen, an denen der Benzinschlauch angeschlossen werden kann. Der - je nach Fahrzeugtyp unterschiedliche - äußere Duchmesser der Schlauchstutzen ist maßgeblich dafür, wie groß der innere Durchmesser des Benzinschlauches sein darf.

Benzinschläuche für motorisierte Zweiräder werden aus unterschiedlichen Kunststoffen hergestellt. Damit der Motor nicht "stottert", ist ein einwandfreier Benzischlauch unerlässlich. Um Kleinstpartikel aus dem Benzin herauszufiltern, bevor diese den Motor erreichen können, befindet sich am Benzinhahn (also am Ausgang des Benzintanks) bei den meisten Simson Mopeds und MZ Motorrädern ein integrierter Benzinfilter. Zusätzlich können weitere Filter in den Benzinschlauch eingesetzt werden.

Bilux-Lampe

Die Bilux-Lampe, ursprünglich ein Markename aus dem Hause Osram, ist eine sogenannte Zweifaden-Glühlampe, bestehend aus Abblendlichtglühwedel, Abschirmpfann, Fernlichtglühwedel, Glaskolben, Führungsscheibe Glühlampensockel und Anschlusskontakte. Sie dienen beispielsweise zur Fern- und Abblendbeleuchtung. Je nach Fahrzeugmodell verfügt sie über eine Spannung von 6 Volt oder 12 Volt und wahlweise über Leistungen von 15 / 15 Watt, 25 / 25 Watt, 35 / 35 Watt oder 45 / 40 Watt.

Ebenfalls vom Fahrzeug abhängig ist natürlich die Wahl des passgenauen Sockels.

Blinkgeber

Der Blinkgeber ist für das automatische Aus- und Einschalten der Lampen zuständig. Am häufigsten kommen jene Bestandteile im Fahrtrichtungsanzeiger zum Schalten von Blinkleuchten zur Anwendung. Sollte es beim Blinkgeber zu Defekten kommen, ist ein Austausch des Ersatzteils von Nöten - beim Simson MZ erfolgt der Verbau im Blinkerrelais im Motorraum des Fahrzeugs. Blinkgeber gibt es als 6V und 12V Variante.

Die 6V Blinkgeber sind für die Modelle Schwalbe, Sperber und Habicht geeignet, während Sie bei der Simson S51und S70 sowie MZ ETZ 125 bis 250 lieber zu einem 12 Volt-Blinkgeber greifen sollten. Einen hochwertigen Blinkgeber erkennt man zudem daran, dass dieser mit Moosgummi ausgestattet ist.

Blinkleuchtenträger

Ein Blinkleuchtenträger bzw. -halter dient als Motorrad-Zubehörteil der Befestigung der Blinkleuchten am vorderen und hinteren Teil des Motorrades. Diese sind für runde oder eckige Blinker erhältlich. Die vorderen Blinkleuchten werden mit den entsprechenden Blinkleuchtenträgern an den Telegabelholmen jeweils an der rechten und linken Seite montiert. Die hinteren Blinkleuchten werden am Schutzblech bwz. an der Sitzbankverschraubung mit der passenden Verschraubung angebracht.

Durchmesser der meist verzinkten oder verchromten Blinkleuchtenträger liegt zwischen 10 - 15 mm. Bei verchromten Zubehörteilen ist eine regelmäßige Pflege mit speziellen Pflegemittel für Chrom zu beachten.

Blockierwerkzeug

Beim Blockierwerkzeug für Simson und MZ unterscheidet man vorrangig zwischen zwei verschiedenen Varianten. Das Zahnradblockierwerkzeug dient unter anderem zum Öffnen bzw. Fixieren der Variomatik bei Simsonmopeds mit einem stufenlosen Automatikgetriebe. Es besteht meist aus massivem Stahl und verfügt über entsprechende Verzahnungen, die in die Riemenscheibenzähne greifen und somit ungewollte Drehungen verhindern.

Außerdem gibt es Blockierwerkzeuge für Kerzengewinde von Zweitaktern, die auch als Kolbenstopper bezeichnet werden. Dieser blockiert den Motor, sodass man beispielsweise die Mutter auf der Kurbelwelle ungehindert ablösen kann. Natürlich lassen sich Blockierwerkzeuge auch selbst herstellen.

Bordwerkzeug

Das Bordwerkzeug war bei Simson und MZ, nicht wie heute, nur wirkliches Notfallwerkzeug, sondern war sinnvoll und durchdacht zusammengestellt. Es gab kein breites Netz von Werkstätten und auch keinen ADAC. Kleinere Reparaturen wurden vom geborenen DDR - Bürger selbst ausgeführt. Das betraf nicht nur einen simplen Austausch der Zündkerze, auch einen Bowdenzug oder eine Glühlampe konnte man ohne zusätzliches Spezialwerkzeug wechseln. Selbst der Ausbau des Vergasers zu Reinigungszwecken oder die Demontage eines Rades und flicken des Schlauches war mit dem Bordwerkzeug am Straßenrand möglich.

Das Bordwerkzeug war entweder unter dem linken Seitendeckel neben der Batterie oder unter der klappbaren Sitzbank untergebracht. In dem Werkzeugwickel befinden sich: zwei Montierhebel, Doppelmaulschlüssel (8 und 9 mm, 10 und 13 mm, 12 und 14 mm, 17 und 19 mm), Zündkerzensteckschlüssel, Steckschlüssel 10 und 13 mm, Hakenschlüssel für den Krümmer, Schlitzschraubendreher klein und groß, Kombizange, Fühllehre und eine Ersatzkerze. Je nach Typ variierten die Anzahl und die Größe der Doppelmaulschlüssel.

Bougierohr

Als Bougierohr bezeichnet man einen vorrangig schwarzen Schlauch aus robustem Kunststoff. Bei Zweirädern von Simson und MZ wird dieser Schlauch in erster Linie als unterstützendes Element zur geordneten Führung mehrerer Kabel verwendet. Zudem hat das Bougierohr isolierende Eigenschaften und schützt somit die durchgeführten Kabel vor Brüchen oder Beschädigungen. Verfügbar sind sie wahlweise als Meterware oder in verschiedenen Längen. Je nach Kabelanzahl und Dicke sind diese praktischen Isolierrohre mit einem Innendurchmesser von ca. 4 mm bis 10 mm erhältlich.

Rahmen

Moderne Motorradrahmen halten die Räder sicher in der Spur. Es gibt verschiedene Rahmenkonzepte, die jeweils eigene Vor- und Nachteile haben.

Doppelschleifenrahmen: Klassisches Rahmenkonzept, bei dem der Motor nahezu frei von Biegekräften bleibt. Allerdings ist die Verbindung von Lenkkopf und Schwingenlagerung nicht optimal.

Einrohrrahmen: Simples Rahmenkonzept, das bei Enduros oder kostengünstigen Mittelklassemaschinen für ausreichend hohe Stabilität sorgt.

Brückenrahmen: Stabile Aluminium- oder Stahlkonstruktionen, die den Motor als tragendes Element einbinden. Diese Rahmen bieten eine hohe Verwindungssteifigkeit.

Gitterrohrrahmen: Leichte und stabile Rohrrahmen, die die enorme Steifigkeit von Dreiecksverbänden nutzen. Ducati verwendet dieses Rahmenlayout als markantes Design-Element.

Die Anforderungen an einen Motorradrahmen sind hoch. Er muss eine gewisse Biege- und Torsionssteifigkeit gewährleisten, um die Räder auch bei hohen Belastungen ohne Verschränkung in der Spur zu halten. Gleichzeitig sollte der Rahmen im Lenkkopfbereich eine gewisse Flexibilität aufweisen, um die Federung zu unterstützen.

Die Konstrukteure erreichen diesen Mix aus Steifigkeit und Flexibilität durch den Einsatz unterschiedlich dicker Wandungen und Profilquerschnitte.

Antriebskette

DID Motorradketten und Ketten anderer Hersteller sind einheitlich genormt und bieten dazu normierte Ritzel und Kettenräder, damit diese perfekt zusammenpassen. Diese Normierung (Teilung) ermöglicht eine reibungslose Passform, unabhängig vom Hersteller wie beispielsweise AFAM, JT Sprockets, ESJOT, PBR, Maxum, Renthal, Supersprox, Sunstar und andere, sowie letztendlich OEM Parts (Originalteile).

Die Werbeaussage, dass Komponenten eines Herstellers besser zueinander passen, ist eher eine strategische Werbemaßnahme. Eine Übersicht der Motorradketten-Hersteller zeigt gleiche Kettentypen mit verschiedenen Zugfestigkeiten und damit theoretisch zu erwartenden Laufleistungen je nach Einsatzzweck und Qualität der Antriebsketten.

Kettenlängen werden in Rollen angegeben. "118" auf der Verkaufsverpackung bedeuten 118 Rollen in geschlossener oder offener Form. Manchmal werden im Sprachgebrauch Kettenrollen mit Kettengliedern (innere Komponente mit jeweils 2 Rollen, siehe Skizze unten) verwechselt. Eine Motorradkette besteht in ihrem inneren Teil aus einem Kettenglied mit jeweils immer 2 Rollen. Die Kettenlängen werden aber grundsätzlich immer in Kettenrollen angeboten und verkauft.

Historisch bedingt werden Maße häufig noch in englischem Zoll angegeben, wie beispielsweise 5/8 x ¼ = 520. Die Teilung P beschreibt den Abstand von Bolzenmitte zu Bolzenmitte, während die Breite b1 die Rolle definiert. Basierend auf ihren Maßen erhalten die DID-Motorradketten spezifische Kurzbezeichnungen wie 520, wie in der Tabelle ersichtlich. Die Typ-Bezeichnungen starten bei niedrigen Kettentyp-Zahlen (415) für hubraumschwache Motorräder und steigern sich entsprechend für leistungsstarke Modelle.

Reifen

Es gibt verschiedene Reifentypen für Motorräder, die sich in ihrer Konstruktion und ihren Eigenschaften unterscheiden:

  • Diagonalreifen: Einfacher Aufbau, stabile Flanke, geeignet für den Einsatz im Gelände.
  • Breaker-Variante: Verstärkte Lauffläche für höhere Laufleistung und Pannensicherheit.
  • Diagonal-Gürtelreifen: Vorstufe zum Radialreifen, Karkasse ist diagonal, aber ein Gürtel ist vorhanden.
  • Radialreifen: Karkasswinkel von ca. 90° zur Umfangsrichtung, Gürtel sorgt für Stabilität und höhere Geschwindigkeiten.

Moderne Motorräder sind fahrdynamisch auf Radialreifen abgestimmt.

Tabelle: Vergleich von Bremsflüssigkeiten nach DOT-Klassen

DOT-Klasse Siedepunkt (trocken) Siedepunkt (nass)
DOT 3 205°C 140°C
DOT 4 230°C 155°C
DOT 5.1 260°C 180°C

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