Das Aufsteigen auf ein Motorrad, insbesondere mit Gepäck oder für den Beifahrer, kann eine Herausforderung darstellen. Es gibt verschiedene Techniken und Überlegungen, die berücksichtigt werden sollten, um den Vorgang sicherer und komfortabler zu gestalten.
Herausforderungen beim Aufsteigen
Viele Motorradfahrer kennen das Problem: Voll bepackt mit Tankrucksack, Koffern und Campingrolle wird das Aufsteigen zum Balanceakt. Der Raum zwischen Tank und Gepäckrolle ist oft sehr begrenzt, sodass man nur seitlich einsteigen kann. Das erfordert eine gewisse Gelenkigkeit und kann zu Szenenapplaus von Zuschauern führen.
Auch die Höhe des Motorrads spielt eine Rolle. Eine höhere Maschine wie die F800 GS kann das Aufsteigen zusätzlich erschweren. Es gibt verschiedene Aufstiegstechniken, die in solchen Situationen angewendet werden können.
Techniken zum Aufsteigen
Variante 1: Aufsteigen über die linke Seite
Hände an den Lenker, linker Fuß auf die linke Raste und aufsteigen. Hierbei liegt eine extreme Last auf dem Seitenständer. Dies könnte irgendwann mit einem Ständerbruch enden.
Variante 2: Aufsteigen über die rechte Seite
Rechts neben der Kiste stehen, Hände an den Lenker, rechter Fuß auf die rechte Raste und unter Beibehaltung des Schwerpunkts aufsteigen. Hierbei wird der Seitenständer so gut wie gar nicht belastet. Diese Technik erfordert etwas Übung, dürfte aber funktionieren.
Variante 3: Aufsteigen mit Hauptständer
Mittels Hauptständer aufsteigen, Motor starten, erster Gang rein, Gewicht nach hinten verlagern, mit Schwung nach vorne, Motorrad kippt vom Hauptständer, bei Bodenkontakt beider Räder losfahren. Diese Methode ist jedoch nicht unbedenklich.
Variante 4: "Schwanensee"
Füße auf dem Boden, rechtes Bein hoch und mit etwas Glück auf die andere Seite kommen.
Variante 5: Aufsteigen wie Mutti auf's Fahrrad
Lenker greifen, Seitenständer rein, linker Fuß auf linke Raste, losfahren, dann rechtes Bein rüberschwingen, setzen, fertig. Diese Variante funktioniert am besten ohne viel Gepäck.
Variante 6: Storchenschritt
Einfach einen Storchenschritt über die Sitzbank machen und auf dem Moped sitzen.
Da sehr viele Umfaller beim Auf- oder Absteigen geschehen, sollte man immer erst auf dem Seitenständer abstellen, bevor man irgendwelche Kapriolen mit dem Hauptständer beginnt.
Gepäckoptimierung für mehr Komfort
Je handlicher das Motorradgepäck, desto besser lässt es sich auf- und absteigen. Es gibt viele Möglichkeiten, das Gepäck zu optimieren und den Komfort zu erhöhen.
Packtipps für Motorradreisen
- Kultur- bzw. Waschbeutel: Cremes, Shampoo und Co. in kleine Plastik-Flaschen bzw. Dosen in Reisegröße füllen.
- Reiseseife: Seifenblättchen oder Gästeseife verwenden.
- Reisezahnbürste: Eine kleine Reisezahnbürste spart Platz.
- Klappbare Haarbürste: Eine klappbare Haarbürste ist platzsparend und praktisch.
- Nackenhörnchen und aufblasbare Kissen: Für den schläfrigen Beifahrer ist ein Nackenhörnchen ideal.
- Vakuum- bzw. Kompressionsbeutel: Vakuum- oder Kompressionsbeutel helfen, Platz zu sparen.
- Handtücher und Strandlaken: Mikrofaser-Handtücher sind leicht und trocknen schnell.
- Erste-Hilfe-Tasche/Verbandstasche: Eine kleine Erste-Hilfe-Tasche sollte immer dabei sein.
- ROK-Straps Spanngurte: ROK-Straps Spanngurte sind eine gute Alternative zu normalen Spanngurten.
- Gepäckanhänger/Tracker: Gepäckanhänger helfen, das Gepäck wiederzufinden.
- Beintasche: Eine Beintasche bietet Platz für Portemonnaie, Smartphone und Schlüssel.
- Einweg-Regencape: Ein Einweg-Regencape ist praktisch für unerwartete Regenschauer.
- Kühltasche: Eine kleine Kühltasche hält Getränke und Snacks kühl.
- Kabeltaschen: Kabeltaschen helfen, Ordnung in das Kabelsalat zu bringen.
Tieferlegung des Motorrads
Eine weitere Möglichkeit, das Aufsteigen zu erleichtern, ist die Tieferlegung des Motorrads. Dies kann durch den Einbau von Tieferlegungs-Sätzen erreicht werden. Im Gegensatz dazu werden oft nur verkürzte Bauteile, verkürzte Federn und Federbeine angeboten. Hier verändern sich die Federwege und das Fahrverhalten des Motorrades zum Teil extrem. Der Hauptständer muss gegen einen verkürzten ersetzt werden oder entfallen. Andernfalls funktioniert die kraftsparende Hebelwirkung beim Aufbocken nicht mehr und das Motorrad würde beim Abbocken einen zu großen Sprung nach vorne machen. Mit dem serienmäßigen Seitenständer ergibt sich ein zu steiler Stellwinkel und somit kein sicherer Stand für das Fahrzeug.
Tieferlegungs-Treppe
Eine Tieferlegungs-Treppe kann helfen, den gewünschten Boden-Fuß-Stand zu ermitteln. Auf der 42 mm Stufe fühlt sich der Fahrer bereits sicher. Noch kommt er mit der gesamten Schuhsohle nicht 100 % auf den Boden. Bei 48 mm kommt der Fahrer mit seiner Schuhsohle zu 100% auf den Boden. Durch zusätzliche Beladung und Gewicht sinkt die Maschine weiter in die Federn.
Welche Veränderungen für Dich den größten Nutzen ergeben, bestimmst natürlich Du. Anschließend bekommst Du einen überraschungsfreien Abhol-Festpreis und einen Werkstatt-Termin. Der Termin dauert in der Regel 3 Stunden.
Probleme mit der Motorradbekleidung
Einige Fahrer berichten von Problemen mit der Motorradbekleidung, insbesondere bei höheren Geschwindigkeiten. So kann es vorkommen, dass die Beine durch den Fahrtwind auseinandergedrückt werden. Hier kann eine andere Hose oder eine geänderte Sitzposition Abhilfe schaffen.
Soziusbetrieb
Wer nicht allein Motorradfahren will, sollte bereits den Aufstieg mit der Sozia oder dem Sozius üben. Als Erstes steigt der Fahrer auf die Maschine. Dort sorgt dieser für Stabilität und sicheren Stand, sprich: beide Füße stehen auf dem Boden und die Hände umfassen fest die Griffe am Lenker, erläutert das Institut für Zweiradsicherheit (ifz).
Sobald das gewährleistet ist, signalisiert ein Zeichen oder Kommando dem Mitfahrenden aufzusteigen. Wer von links aufsteigen will, platziert den linken Fuß zunächst auf der linken Raste. Beim Aufsteigen hält man sich an der Schulter des Fahrers fest. Daran zieht man sich hoch und schwingt gleichzeitig das Bein über die Sitzbank. Sollte zum Beispiel ein Topcase den Schwung übers Bike behindern, zieht man das entsprechende Bein an und versucht so, es über die Bank zu kommen. Wer sicher sitzt, gibt Bescheid, dass es losgehen kann.
Unterwegs als Duo sind häufigere Pausen als im Soloflug ratsam. Nicht nur die Fahrt auf dem Rücksitz kann speziell für Neulinge anstrengend sein.
Fazit
Das Aufsteigen auf ein Motorrad kann eine Herausforderung sein, insbesondere mit Gepäck oder für den Beifahrer. Es gibt verschiedene Techniken und Hilfsmittel, die den Vorgang erleichtern können. Wichtig ist, die richtige Technik zu finden und das Gepäck optimal zu verstauen. Auch die Tieferlegung des Motorrads kann eine Option sein. Mit der richtigen Vorbereitung und Übung wird das Aufsteigen zum Kinderspiel.
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