Viele Motorradfahrer sind gerne in der Gruppe unterwegs und gemeinsame Touren mit Freunden machen Spaß. Aber welche Verantwortung trägst du als Veranstalter und/oder TourGuide? Was ist wichtig bei der Tourenvorbereitung? Auf was musst du bei der Durchführung der Tour achten?
Um ein professioneller und zertifizierter Motorrad-Fahrsicherheitstrainer zu werden, sind bestimmte Voraussetzungen und eine umfassende Ausbildung erforderlich. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte, die für eine erfolgreiche Karriere in diesem Bereich wichtig sind.
Voraussetzungen für die Ausbildung
Um als Motorrad-Fahrsicherheitstrainer arbeiten zu können, müssen bestimmte persönliche und fahrerische Voraussetzungen erfüllt sein. Hier sind einige der wichtigsten Kriterien:
- Mindestalter: 23 Jahre
- Fahrerfahrung: Mehrjährige Fahrerfahrung im Straßenverkehr
- Führerschein: Besitz des Führerscheins für die entsprechende Fahrzeugklasse
- Technische Kenntnisse: Kfz-technisches Verständnis
- Kommunikationsfähigkeit: Hohe Kommunikationsfähigkeit und Fähigkeit, komplizierte Sachverhalte anschaulich und verständlich zu vermitteln
- Persönliche Eigenschaften: Empathie, Sympathie und Wertschätzung für die Trainingsteilnehmer, offenes Auftreten und Freude an der Arbeit mit Menschen, Zuverlässigkeit und Verantwortungsbewusstsein, Organisationstalent, selbstständige und eigenverantwortliche Arbeitsweise
Ausbildungsinhalte und -ablauf
Die Ausbildung zum Motorrad-Fahrsicherheitstrainer umfasst sowohl theoretische als auch praktische Elemente. Ziel ist es, den Teilnehmern die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten zu vermitteln, um selbstständig und eigenverantwortlich Trainings durchführen zu können.
AVP-Institut: Ausbildung zum zertifizierten TourGuide
Das AVP-Institut bietet eine hochwertige Ausbildung zum zertifizierten TourGuide an. Erfahrene und professionelle Fahrsicherheits-Trainer und -Moderatoren haben ein umfassendes Hybrid-Seminar (online und Präsenz) entwickelt. Während der Entwicklung des Ausbildungsprogramms haben wir uns mit den verschiedenen sehr umfangreichen Themen und den unterschiedlichen Situationen in die ein TourGuide geraten kann intensiv auseinandergesetzt.
Rainer Gurke, 1. Vorsitzender des AVP-Instituts, betont: „Wenn man aufhört, besser werden zu wollen, hat man schon aufgehört, gut zu sein.“ Die Ausbildung umfasst folgende Themen:
- Fahrsicherheit
- Fahren mit Sozius und Gepäck
- Ergonomie
- Teilnehmerbetreuung und Menschenführung
- Gruppenprozesse
- Erste Hilfe für Motorradfahrer und Trauma Motorradunfall
- Rechtliche Aspekte (inkl. Musterverträge, -haftungsausschlüsse und -AGBs)
Die Schulung ist lebendig und interaktiv, wobei der Fokus auf der aktiven Teilnahme der Gruppe liegt.
ADAC: Qualifizierung zum Fahrsicherheitstrainer
Der ADAC Hessen-Thüringen beschäftigt derzeit ca. 70 freiberufliche Trainerinnen und Trainer, welche selbstständig und eigenverantwortlich Pkw-, Motorrad- und/oder Nutzfahrzeug-Trainings leiten. Alle vom ADAC eingesetzten Trainerinnen und Trainer haben eine Ausbildung nach den Vorgaben des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) absolviert. Diese vermittelt die erforderlichen Kenntnisse hinsichtlich Erwachsenenbildung sowie die nötigen technischen und fahrerischen Aspekte.
Der Qualifizierungsprozess beim ADAC umfasst mehrere Schritte:
- Erste Kontaktaufnahme und Abgleich der Voraussetzungen
- Persönliches Kennenlerngespräch
- Teilnahme an mindestens einem ADAC Fahrsicherheitstraining
- Ca. 40 Hospitationen (Trainingsbegleitungen) mit den Schwerpunkten:
- Ziele und Inhalte des ADAC Fahrsicherheitstrainings
- Kursablauf und -organisation
- Gesprächsführung und Moderation
- Fahrpraxis / Fahrzeugtechnik und Anlagentechnik
- Teilnahme an einem 3-tägigen Basisseminar mit dem Schwerpunkt Kommunikation
- Teilnahme an einem 5-tägigen Qualifizierungsseminar mit abschließender Prüfung
- Finale Lehrprobe
Je nach Vorbildung, Eignung und zeitlicher Verfügbarkeit dauert die Qualifizierung ca. 6-9 Monate (z. B. im Pkw-Bereich). Grundsätzlich sollte ein Abschluss nach spätestens 1,5 Jahren erfolgen.
Die Kosten für die Qualifizierung je Sparte belaufen sich auf ca. 2.800 EUR (inkl. Hospitationen, Basisseminar und Qualifikationsseminare) und haben sich nach ca. 10-12 Trainingsdurchführungen amortisiert.
Trainer C-Ausbildung des DOSB
Der ADAC Weser-Ems bietet in Kooperation mit weiteren Partnern die Ausbildung zum Trainer C des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) an. Diese Ausbildung besteht aus vier Modulwochenenden, die verschiedene Themenbereiche abdecken, darunter Sportpädagogik, Sportorganisation, Trainingslehre, Anti-Doping-Richtlinien und Gewaltprävention. Die Teilnahmegebühr beträgt 260,- € pro Modul für ADAC-Mitglieder und 310,- € für andere Teilnehmer.
Voraussetzungen zur Zulassung:
- Vollendung des 18. Lebensjahres
- Besitz des Führerscheins für Auto und/oder Motorrad
- Erfahrungen in mindestens einer entsprechenden Motorsportdisziplin
- gültiger Erste-Hilfe-Kurs
- Ehren und Verpflichtungserklärung der dmsj in aktuell gültiger Version (im Original unterschrieben)
- Einwandfreies erweitertes Polizeiliches Führungszeugnis (nicht älter als 3 Monate, muss zum Ende Modul III vorliegen)
- Sporttauglichkeit
Weitere Aspekte der Tätigkeit
Nach erfolgreicher Ausbildung und Qualifizierung ist die regelmäßige Weiterbildung und Qualitätskontrolle wichtig. Der ADAC beispielsweise sieht dies durch ein eigenes Qualitätsmanagement-System vor. Als Trainer nimmt man regelmäßig an Weiterbildungen teil, um Wissen zu festigen, Neuerungen kennenzulernen und die Qualitätsansprüche der ADAC Trainings sicherzustellen.
Die Tätigkeit als Fahrsicherheitstrainer ist in der Regel freiberuflich und kann als Nebentätigkeit oder als selbstständige Tätigkeit ausgeübt werden. Die durchschnittlichen Trainingseinsätze sind je nach zeitlicher Verfügbarkeit unterschiedlich und liegen in der Regel zwischen 10 und 50 Trainingseinsätzen pro Jahr.
Kompetenzbereiche für Fahrlehrer der Klasse BE
Fahrlehrer der Klasse BE müssen über umfassende Kenntnisse und Fähigkeiten in verschiedenen Kompetenzbereichen verfügen. Diese umfassen unter anderem:
- Verkehrsverhalten: Fahreignung, Fahrtüchtigkeit, Fahrverhalten, Vielfalt im Straßenverkehr, Fahraufgaben und Grundfahraufgaben, verantwortungsvolles Verhalten, Verkehrswahrnehmung und Gefahrenvermeidung, Fahrkompetenzdefizite und Unfälle, umweltschonendes Fahr- und Verkehrsverhalten
- Recht: Rechtssystematik, verkehrsrechtliche Vorschriften und angrenzende Rechtsgebiete
Die Ausbildungsinhalte in diesen Bereichen umfassen unter anderem:
- Alkohol und andere Drogen (Auswirkungen, Rechtsvorschriften, Vermeidungsstrategien)
- Krankheiten und Medikamente (Auswirkungen, Rechtsvorschriften, Fahrvermeidung)
- Ablenkung und Müdigkeit (Auswirkungen, Vermeidungsstrategien)
- Soziale Einflüsse von Mitfahrern
- Emotionen, Aggression und Selbstdurchsetzung
- Stress (Auslöser, Auswirkungen, Stressabbau)
- Fahrerselbstbild und Fahrertypen
- Verkehrssicherheitsrelevante Besonderheiten anderer Verkehrsteilnehmer
- Perspektivenübernahme
- Fahraufgaben und Grundfahraufgaben gemäß den Fahraufgabenkatalogen
- Anforderungs- und Bewertungsstandards
- Kommunikation im Straßenverkehr
- Verantwortungsvolles, rücksichtsvolles und regelbewusstes Fahr- und Verkehrsverhalten
- Bedeutung und Grenzen des Regelvertrauens
- Deviantes Fahrverhalten (Ursachen, Strategien zur Veränderung)
- Komponenten der Verkehrswahrnehmung und Gefahrenvermeidung
- Typische Verkehrsbeobachtung von Fahranfängern und Fahrexperten
- Erschwerende Rahmenbedingungen bei der Verkehrsbeobachtung
- Mögliche Gefahren im Straßenverkehr
- Antizipation gefährlicher Entwicklungsmöglichkeiten von Verkehrssituationen
- Fehleinschätzungen von Fahrzeugführern
- Verhalten in potenziell gefährlichen Situationen
- Trainingsmöglichkeiten zur Verbesserung der Verkehrswahrnehmung und Gefahrenvermeidung
- Erhöhtes Unfallrisiko und typische Unfallszenarien von Fahranfängern, jungen Fahrern und älteren Fahrern
- Regionale Gefahrenstrecken
- Typische Fahrkompetenzdefizite und Fahrverhaltensbesonderheiten verschiedener Fahrergruppen
- Arten der Verkehrsteilnahme
- Einflussfaktoren auf den Kraftstoffverbrauch bzw. Energiebedarf
- Strategien für ein umweltschonendes bzw. energiesparendes Führen von Fahrzeugen
Zusammenfassung
Die Ausbildung zum Motorrad-Fahrsicherheitstrainer ist anspruchsvoll, aber lohnend. Sie erfordert sowohl fahrerisches Können als auch pädagogische und kommunikative Fähigkeiten. Durch die Teilnahme an qualifizierten Ausbildungsprogrammen, wie sie beispielsweise vom AVP-Institut, dem ADAC oder dem DOSB angeboten werden, können angehende Trainer die notwendigen Kompetenzen erwerben und einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit leisten.
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