Die Funktion des Bremsflüssigkeitsausgleichsbehälters beim Motorrad

Der Bremsflüssigkeitsbehälter ist ein kleines, jedoch unverzichtbares Bauteil der Bremsanlage. Seine ordnungsgemäße Funktion gewährleistet, dass die Bremsflüssigkeit sicher gespeichert und bei Bedarf zum Hauptbremszylinder geleitet wird. In diesem Beitrag vertiefen wir das Wissen über die Bedeutung des Bremsflüssigkeitsbehälters, über seine Wartung und darüber, wie Werkstattmitarbeiter, Ingenieure und KFZ-Fachleute durch entsprechende Maßnahmen die Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen können.

Die Bedeutung des Bremsflüssigkeitsbehälters

Die Bremsanlage zählt zu den komplexesten Sicherheitssystemen eines Fahrzeugs. Dabei ist die Bremsflüssigkeit unverzichtbar, denn sie ermöglicht die Übertragung der Kraft vom Bremspedal auf die Bremskomponenten der Räder. Der Bremsflüssigkeitsbehälter speichert die Bremsflüssigkeit und sorgt für den nötigen Druckausgleich im System. Ein leerer oder defekter Behälter kann das gesamte Bremssystem beeinträchtigen, was im schlimmsten Fall zu einem Totalausfall der Bremskraft führen kann.

Aufbau und Funktion

Der Bremsflüssigkeitsbehälter besteht häufig aus einem robusten, halbtransparenten Kunststoff, der es dem Fahrer oder der Werkstatt ermöglicht, den Flüssigkeitsstand auf einen Blick zu erkennen. Moderne Bremsflüssigkeitsbehälter sind oft mit einem Sensor ausgestattet, der den Flüssigkeitsstand überwacht und bei Bedarf eine Warnleuchte im Armaturenbrett aktiviert. Der Bremsflüssigkeitsbehälter ist so gestaltet, dass er Temperaturschwankungen und Belastungen standhält, die durch das häufige Bremsen entstehen.

Die Bremsflüssigkeit übernimmt eine entscheidende Rolle, da sie durch das hydraulische System Druck an die Bremsen weiterleitet. Es gibt verschiedene DOT-Klassen (DOT 3, DOT 4 und DOT 5.1), die sich in ihren Siedepunkten und Zusammensetzungen unterscheiden. Die Wahl der Bremsflüssigkeit sollte immer entsprechend der Herstellerempfehlungen erfolgen, da eine falsche Auswahl die Bremsleistung negativ beeinflussen könnte. Da Bremsflüssigkeit hygroskopisch ist, zieht sie im Laufe der Zeit Feuchtigkeit an, was den Siedepunkt der Flüssigkeit senken kann.

Sicherheitsrisiken und Symptome eines defekten Behälters

Ein beschädigter oder undichter Bremsflüssigkeitsbehälter stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Ein zu niedriger Bremsflüssigkeitsstand, der durch Lecks oder Defekte im Behälter verursacht wird, kann zu einem schwammigen Gefühl beim Betätigen des Bremspedals und einem verlängerten Bremsweg führen. Dies erhöht das Risiko von Unfällen, da die Bremsleistung nicht mehr zuverlässig gewährleistet ist.

Zu den häufigsten Symptomen eines defekten Behälters gehören sichtbare Risse im Kunststoff, Undichtigkeiten oder eine Verfärbung der Bremsflüssigkeit.

Wartung und Austausch des Bremsflüssigkeitsbehälters

Für Fachleute in der Werkstatt ist die regelmäßige Kontrolle und Wartung des Bremsflüssigkeitsbehälters unerlässlich. Im Rahmen jeder Inspektion sollte der Flüssigkeitsstand geprüft und auf Risse oder andere Schäden geachtet werden. Wenn der Behälter beschädigt ist, sollte er sofort gegen ein Original- oder qualitativ hochwertiges Ersatzteil ausgetauscht werden.

Der regelmäßige Wechsel der Bremsflüssigkeit ist ebenfalls eine wichtige Wartungsmaßnahme, um die Bremsleistung zu erhalten. Die meisten Hersteller empfehlen einen Wechsel alle zwei Jahre. Beim Austausch der Bremsflüssigkeit ist es wichtig, das System gründlich zu entlüften, um Luftblasen zu entfernen, die die Bremskraft beeinträchtigen könnten.

Wichtige Wartungsschritte:

  • Regelmäßige Inspektion: Jeder Bremsflüssigkeitsbehälter sollte im Rahmen der Fahrzeugwartung geprüft werden.
  • Bremsflüssigkeitsstand überwachen: Der Stand der Bremsflüssigkeit sollte stets innerhalb der vorgeschriebenen Grenzen liegen.
  • Entlüftung des Systems: Nach dem Austausch der Bremsflüssigkeit oder des Bremsflüssigkeitsbehälters ist eine gründliche Entlüftung wichtig.

Bedeutung für KFZ-Fachleute

Für KFZ-Fachleute, Ingenieure und Autoteile-Servicefachleute ist es unerlässlich, die Funktionsweise des Bremsflüssigkeitsbehälters und seine Bedeutung für das Bremssystem zu verstehen. Die Sicherheit des Fahrzeugs hängt maßgeblich von der Wartung und Pflege dieses Bauteils ab. Schulungen und regelmäßige Weiterbildungen sind für alle Fachleute in der KFZ-Branche wichtig, um stets über die neuesten Standards und Technologien informiert zu sein.

Der Bremsflüssigkeitsbehälter mag klein und unscheinbar wirken, doch seine Funktion innerhalb der Bremsanlage ist von entscheidender Bedeutung. Ohne ihn kann die Bremsflüssigkeit nicht korrekt gespeichert und Druck im System nicht aufrechterhalten werden. Für Werkstätten und KFZ-Fachleute ist es deshalb wichtig, regelmäßig den Zustand dieses Bauteils zu überprüfen und es bei Bedarf zu ersetzen. So tragen sie maßgeblich zur Sicherheit der Fahrzeuge und zur Unfallprävention bei.

Bremsflüssigkeitsbehälter und Deckel: Zubehör für Bremse und Kupplung

Die Bremsen sind an einem Fahrzeug eines der wichtigsten Systeme. Um jederzeit einen kraftvollen Biss zu gewährleisten, ist es wichtig, die Teile immer gut in Schuss zu halten. Die Bremsflüssigkeit leitet hierbei den Druck, den du über den Bremshebel oder das Bremspedal auslöst, auf die Bremskolben weiter. Für eine einwandfreie Funktion ist es wichtig, die Bremsflüssigkeit, die sich in den Bremsleitungen sowie im Bremsflüssigkeitsbehälter befindet, in regelmäßigen Abständen zu wechseln.

Möchtest du deinem Motorrad eine individuelle Note verleihen, ist der Wechsel eine ideale Möglichkeit, Ausgleichsbehälter für die Bremse und/oder den Kupplungsflüssigkeitsbehälter durch ein Modell aus unserem Shop zu tauschen.

In unserem Sortiment findest du:

  • Universal Bremsflüssigkeitsbehälter hinten in verschiedenen Farben
  • Deckel für Bremsbehälter hinten und vorne für verschiedene Marken
  • Deckel für Ausgleichsbehälter vorn für Aprilia, Kawasaki, Suzuki oder Yamaha
  • Kupplungsflüssigkeitsbehälter
  • Deckel CNC gefräst

Bremsflüssigkeit wechseln - So geht’s

Spätestens wenn du bei einem Blick in den Bremsflüssigkeitsbehälter nur noch Schwarz siehst, ist es allerhöchste Zeit, die Bremsflüssigkeit zu wechseln. Hydraulikflüssigkeiten altern, auch in einem geschlossenen System nehmen sie Luft und Wasser auf. Der Druckpunkt wird im Laufe der Zeit schwammig und bei thermischer Belastung hält die Hydraulik bei einer Gefahrenbremsung nicht mehr stand. Daher ist es absolut notwendig, die vom Hersteller empfohlenen Wartungsintervalle einzuhalten und dabei die Bremsanlage sorgfältig zu entlüften.

Unbedingt beachten! Arbeiten an der Bremsanlage sind für die Verkehrssicherheit entscheiden. Für sie sind eingehende Fachkenntnisse im Kraftfahrzeug-Handwerk zwingende Voraussetzung. Solltest du auch nur den kleinsten Zweifel an deinen Fähigkeiten diesbezüglich haben, überlasse diese Arbeiten unbedingt einem Fachmann!

Die richtige Bremsflüssigkeit fürs Motorrad

Bremsflüssigkeit ist giftig und enthält Glykol. Achte daher stets darauf, dass weder du noch lackierte Fahrzeugteile oder die äußeren Bereiche der Ausgleichsbehälter in Kontakt mit der Bremsflüssigkeit (DOT 3, DOT 4, DOT 5.1) kommen. Passiert es doch, solltest du das Malheur schnellstmöglich und mit reichlich Wasser gründlich abwaschen. Die Silikon-Bremsflüssigkeit DOT 5 hinterlässt einen hartnäckigen Schmierfilm. Halte sie penibel von Bremsbelägen und Scheiben fern.

Bremsen entlüften

Durch Herauspumpen mithilfe des Bremshebels bzw. des Bremspedals oder durch das Absaugen mit einer Vakuumpumpe entfernst du die alte Bremsflüssigkeit und entlüftest das System gleichzeitig. Alternativ besteht die Möglichkeit, eine Stahlbus-Entlüftungsschraube mit Rückschlagventil (ersetzt die originale Bremsenentlüftungsschraube und verbleibt dauerhaft am Fahrzeug) zu verwenden.

Wichtig: Um zu verhindern, dass neue Luft in das System gelangt, halte den Füllstand von dem Bremsbehälter im Auge. Sonst musst du mit der Arbeit von vorne beginnen.

So funktioniert der Bremsflüssigkeitswechsel

Für den Wechsel über den Hand-/Fußhebel bockst du das Fahrzeug sicher auf. Der noch geschlossene Bremsflüssigkeitsbehälter muss sich dabei in ungefähr waagerechter Position befinden. Hast du alle lackierten Teile sorgfältig abgedeckt, steckst du den passenden Ringschlüssel über die Entlüftungsschraube der Bremszange, die am weitesten vom Ausgleichsbehälter entfernt ist. Nun den Schlauch für den Behälter oder das Bremsenentlüftungsgerät anbringen. Achte hier auf einen sicheren Sitz.

Nun entfernst du vorsichtig die Schrauben vom Deckel des Bremsbehälters. Hier ist es wichtig, einen gut passenden Schraubendreher zu verwenden. Vorsichtig die Abdeckung von dem Bremsflüssigkeitsbehälter öffnen und mit der Gummieinlage sauber ablegen. Als Nächstes öffnest du die Entlüftungsschraube um eine halbe Umdrehung. Mit dem Hebel/Pedal der Bremse pumpst du nun die alte Flüssigkeit aus dem System. Hier ist Fingerspitzengefühl angesagt, damit beim Betätigen die Flüssigkeit nicht aus der Entlüftungsbohrung schießt und es spritzt.

Außerdem wichtig: Der Bremsflüssigkeitsbehälter darf nie leerlaufen. Dazu füllst du zwischendurch in den Bremsflüssigkeitsbehälter neue Bremsflüssigkeit nach, ist der Pegel sichtbar gesunken. Diesen Vorgang wiederholst du so lange, bis ausschließlich blasenfreie und saubere Flüssigkeit durch den durchsichtigen Schlauch fließt.

Nun noch das System entlüften

Du hast an allen Entlüftungsschrauben das Bremssystem entlüftet? Dann füllst du den Bremsflüssigkeitsbehälter bis zur Maximal-Markierung auf. Der Behälter befindet sich noch immer in waagerechter Ausrichtung. Mit der gereinigten und getrockneten Gummieinlage und dem Deckel verschließt du den Behälter an deinem Motorrad. Durch mehrmaliges Betätigen des Bremshebels/-pedals baust du auf der Bremsarmatur Druck auf. Dabei ist es wichtig, immer wieder einen festen Druckpunkt nach kurzem Leer Weg zu spüren.

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