Viele Motorradfahrer wünschen sich einen satteren und sportlicheren Sound für ihr Bike. Doch wie lässt sich der Auspuff legal lauter machen, ohne die Betriebserlaubnis zu gefährden oder andere Verkehrsteilnehmer zu belästigen? Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte des Auspuff-Tunings und gibt Hinweise, wie man legal zu einem besseren Sound kommen kann.
Die Herausforderung: Legalität und Lautstärke
Legal und lauter sind zwei Dinge, die sich gegenseitig ausschließen. Selbst bei einem Sportauspuff, der legal ist, wird das Fahrzeug nicht unbedingt lauter. Nur die Frequenz des Tons wird geändert, wodurch es subjektiv lauter wirkt. Es ist wichtig zu verstehen, dass eine übermäßige Lärmentwicklung dazu führen kann, dass das Fahrzeug stillgelegt wird, bis der dB-Killer wieder eingebaut ist.
Sportauspuffanlagen: Eine Option?
Der Wechsel der werkseigenen Abgasanlage z. B. gegen eine Sportauspuffanlage soll die Leistungssteigerung bewirken. Dies funktioniert jedoch häufig nur durch zusätzliche Anpassungen in der Systemsteuerung (Chip-Tuning). Auf dem Markt finden sich unter der Bezeichnung „Sportauspuff“ auch Endtöpfe, die ausgetauscht werden können. Der Austausch nur einzelner Komponenten der Auspuffanlage hat jedoch in der Regel kaum merkliche Auswirkung auf die Fahrzeugleistung.
Sobald eine Zubehör-Auspuffanlage eine Allgemeine Betriebserlaubnis (für ein Motorradmodell) erhält, entspricht diese den Gesetzlichen Anforderungen. Die EG-Zulassung / Prüfnummer reicht als Nachweis aus! Es bedeutet eher, dass der getestete Endtopf zum Zeitpunkt der Prüfung den gesetzlichen Vorgaben entsprach. Ein eigentlich zugelassener Auspuff muss nicht zwangsläufig manipuliert sein, um zu laut zu sein. Und es gehört tatsächlich etwas Eigenverantwortung dazu, wenn man mit soetwas umherfährt.
Der dB-Killer: Freund oder Feind?
Der dB-Killer dient bei Sportauspuffanlagen bei Motorrädern der Einhaltung der Lärmemission-Grenzwerte. Wenn Sie den dB-Eater bearbeiten oder entfernen, kann dies das Erlöschen der Betriebserlaubnis bedeuten. Der dB-Killer - oder dB-Eater - ist im Endrohr vom Auspuff verbaut. Es handelt sich um ein zirka 5 cm langes Rohr mit einem Durchmesser von 5 bis 8 cm. Durch die schmale Form des Rohres verringert es die Ausbreitung der Schallwellen und somit auch die Lautstärke der Auspuffanlage.
Einige Fahrer, die bei ihrem Motorrad einen besseren Sound erzielen wollen, sind versucht, den dB-Killer zu kürzen oder ganz zu entfernen, um den Schallwellen mehr Raum für Entfaltung zu bieten. Wenn Sie mit einem Motorrad ohne dB-Killer fahren oder den dB-Killer unzulässig bearbeiten, bedeutet das im Zweifel, dass Sie ohne gültige Betriebserlaubnis unterwegs sind.
Auspuff-Tuning: Was ist erlaubt?
Beim Auspuff-Tuning ist zu unterscheiden zwischen rein optischen Veränderungen (Auspuffblende) und leistungsoptimierenden Maßnahmen (Austausch der gesamten Anlage). Eine rein ästhetische Tuning-Maßnahme am Auspuff stellt die Anbringung von Auspuffblenden am Endrohr der Auspuffanlage dar. Dabei wird auf das Endrohr ein zusätzliches Bauteil aufgebracht, das den sichtbaren Teil der Anlage sportlicher wirken lässt. Auspuffblenden haben keinerlei Auswirkungen auf die Leistung von Fahrzeugen.
Bei einer Sportauspuffanlage sind die Endrohre in der Regel mit Löchern versehen. So soll der Luftdruck in der Auspuffanlage verringert werden, sodass die Kolben weniger Energie für die Ableitung der Abgase aufbringen müssen (Achtung: Das eigenhändige Anbohren des Endrohrs ist illegal!). Zudem sind die Schalldämpfer eines Sportauspuffs häufig mit Stahlwolle oder anderen Metallen gefüllt, wodurch ein satterer Sound entsteht und auch die Wärmeableitung optimiert wird.
Illegale Umbauten und ihre Folgen
Auch die Entfernung des Katalysators oder der Einbau einer Kat-Attrappe soll den Luftwiderstand im Abgassystem vermindern. Das Problem bei solchen Umbauten ist jedoch, dass durch entsprechende an den Auspuffanlagen vorgenommene Tuning-Maßnahmen ein Verstoß gegen die Vorgaben zur Fahrzeugbeschaffenheit erfüllt ist. Werden solche illegalen Umbaumaßnahmen entdeckt, bedeutet das für die Autobesitzer regelmäßig nicht nur ein saftiges Bußgeld, sondern auch die mögliche Einleitung eines Steuerstrafverfahrens.
Durch den veränderten Ausstoß von Schadstoffen entspricht das Fahrzeug im Zweifel nämlich nicht mehr der Schadstoffklasse, die bei der Kfz-Steuer angegeben und so ggf. zu wenig Steuer abgeführt wurde.
Lärmgrenzwerte und ihre Bedeutung
Lärm kann krank machen, zumindest auf Umwegen über den Stress, den er verursachen kann. Aus diesem Grunde gelten in Deutschland für Fahrzeuge Grenzwerte bei der Lärmemission. Für Neufahrzeuge gilt seit 2016 ein Grenzwert von maximal 72 Dezibel (dB). Bei älteren Fahrzeugen kann dieser noch bei bis zu 75 dB liegen. Zur Einhaltung dieser Grenzwerte dienen Schalldämpfer und bei Motorrädern mit Sportschalldämpfer die sogenannten dB-Killer.
Was tun, wenn der Auspuff zu laut ist?
Es wird schwierig sein, ein Motorrad (Auspuff) leiser zu machen. Es funktioniert, wenn man den Aufwand nicht scheut. Z.B. Vlies einlegen oder eingelegtes Vlies erneuern. Um was für eine Maschine/Auspuff handelt es sich denn ? - Edelstahl-Auspuffe bei BMW sind oftmals mittels Schweißnaht verschlossen. Am Endstück auftrennen, Vlies "verlegen" und neu verschweißen. - Rohrreduzierstück hinten rein - kann auch etwas bringen. Leistungsverlust möchtest du ja sicherlich vermeiden.
Die einzige Möglichkeit, die ich sehe, ist einen Auspuff neu zu stopfen, weil die Töpfe mit Dämmwolle sich nach einer Weile freibrennen. Einen Originaltopf ohne Wolle leiser zu kriegen, wird schwierig. ansonsten noch bei Akrapovic reinschauen, die haben mitunter ziemlich leise Zubehörtöpfe. Muss aber auch nicht immer so sein.
Neu Stopfen ist nicht bei allen Modellen möglich, je nach Aufbau muss der Dämpfer aufgeschnitten werden und anschließend wieder verschweißt . . das lohnt nicht, dann besser wie Lille vorschlägt, nach einem preiswerten Ersatz suchen.
Auspuffanlagen und ABE
Wer auf eine Zubehörauspuffanlage zurückgreift, ist auf der sicheren Seite und hat es leichter. Sie hat meistens ein E-Prüfzeichen und eine EG-Betriebserlaubnis. So eine Anlage kann man eintragen lassen, muss man aber in der Regel nicht. Keine Unterlagen? Keine Panik.Natürlich kann es vorkommen, dass es gar keine Unterlagen für die fragliche Auspuffanlage gibt. Zum Beispiel, weil man sie selbst gebaut hat oder sie schon sehr alt ist. Wenn sie jedoch die gesetzlichen Anforderungen erfüllt, kann man sie meist trotzdem per Einzelabnahme eintragen lassen.
Sanktionen bei Verstößen
Fahren ohne dB-Eater? Die Strafe kann hoch sein. Neben Fahren ohne Betriebserlaubnis - mit einem Bußgeld von 50 Euro veranschlagt - kommt auch ein Verstoß gegen den Lärmschutz hinzu, für denin der Regel meist weitere 10 Euro fällig sind.
Haben Sie an Ihrem Motorrad einen Auspuff ohne entsprechende ABE montiert drohen ebenfalls Strafen. Das Teilegutachten müssen Sie bei TÜV, DEKRA und Co. vorzeigen um die Änderung an Ihrem Fahrzeug abnehmen zu lassen.
Zusammenfassung
Das Tuning des Auspuffs, um einen besseren Sound zu erzielen, ist ein beliebtes Thema unter Motorradfahrern. Es ist jedoch wichtig, die gesetzlichen Bestimmungen zu beachten und sicherzustellen, dass alle Änderungen legal sind. Der Einbau einer Sportauspuffanlage mit ABE und die Einhaltung der Lärmgrenzwerte sind dabei entscheidend. Illegale Umbauten können nicht nur zu Bußgeldern und dem Verlust der Betriebserlaubnis führen, sondern auch strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
Es ist ratsam, sich vor dem Tuning von einem Fachmann beraten zu lassen und sicherzustellen, dass alle Änderungen den gesetzlichen Anforderungen entsprechen.
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