Wer auf seiner Motorradtour keine unliebsamen Überraschungen erleben möchte, der sollte vor jedem Start einen Kurzcheck machen. Insbesondere auf Touren im Ausland können Motorrad-Defekte Probleme bereiten. Die ADAC Motorradexperten haben die wichtigsten Tipps zusammengestellt, wie das Motorrad auch für größere Reisen fit gemacht wird und was auf einer Packliste nicht fehlen sollte.
Motorrad-Grundcheck
Schon beim theoretischen Unterricht in der Fahrschule wurde die Wichtigkeit der Überprüfung der "3 großen B" ins Hirn der künftigen Motorradfahrer eingebrannt: Beleuchtung, Bereifung und Bremsen. Vor jeder Fahrt sollten folgende Checks in die Routine eingebaut werden.
Beleuchtung
Sehen und gesehen werden ist eine wichtige Voraussetzung für sicheres Motorradvergnügen. Denken Sie daran, dass eine ordnungsgemäße Beleuchtung nicht nur gesetzlich vorgeschrieben ist, sondern auch Ihre Sicherheit auf der Straße gewährleistet. Auch Rück- und Bremslicht sowie die Blinker sollten in diesen Check einbezogen werden.
Hier sind einige Schritte, die Sie befolgen können:
- Scheinwerfer: Überprüfen Sie, ob der Scheinwerfer richtig funktioniert. Schalten Sie das Motorrad ein und prüfen Sie, ob sowohl das Abblendlicht als auch das Fernlicht funktionieren.
- Blinker: Testen Sie sowohl die vorderen als auch die hinteren Blinker. Stellen Sie sicher, dass sie deutlich sichtbar sind und in der richtigen Frequenz blinken.
- Bremslichter: Überprüfen Sie, ob die Bremslichter aufleuchten, wenn Sie die Bremsen betätigen. Dies sollte sowohl für die Vorder- als auch für die Hinterradbremse gelten.
- Rücklicht/Positionslicht: Stellen Sie sicher, dass das Rücklicht/Positionslicht funktioniert und klar sichtbar ist.
- Kennzeichenbeleuchtung: Die Kennzeichenbeleuchtung sollte Ihr Kennzeichen klar und deutlich beleuchten.
- Kontrollleuchten: Überprüfen Sie alle Kontrollleuchten auf dem Armaturenbrett, einschließlich der Kontrollleuchte für die Motortemperatur, Öldruck, Batterie und Neutralstellung.
Reifen
Weil die Reifen den Kontakt zur Straße herstellen und eine kaum postkartengroße Fläche über das Gelingen selbst schwieriger Fahrmanöver entscheidet, sollten sie zwingend vor jeder Fahrt überprüft werden. Die entscheidenden Fragen sind:
- Ist die vorgeschriebene Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimeter vorhanden? Erheblich sicherer ist man unterwegs, wenn das Profil nicht bis zum gesetzlichen Minimum abgefahren wird.
- Ist der Luftdruck im fürs Modell vorgeschriebenen Bereich?
- Sind Beschädigungen am Reifen sichtbar? Prüfen Sie auf Fremdkörper im Gummi, Risse in der Karkasse etc.
- Sind beide Ventilkappen vorhanden?
Bremsen
Natürlich fasziniert beim Motorradfahren die Beschleunigung. Das Gegenteil ist allerdings eine Lebensversicherung - und zur "Entschleunigung" sind funktionierende Bremsen nötig. Prüfen Sie vor einer Ausfahrt unbedingt:
- Die Leitungen und Schläuche auf Dichtheit oder Scheuerstellen.
- Bremsbeläge auf Abnutzung.
- Der Stand der Bremsflüssigkeit im Ausgleichbehälter kann per Augenschein geprüft werden, die Qualität der Bremsflüssigkeit nicht.
Da sie auch Alterungsprozessen unterliegt, sollte sie - unabhängig von der Fahrleistung - jedes Jahr, spätestens aber alle zwei Jahre getauscht werden. Normalerweise sollte nicht überalterte Bremsflüssigkeit eine klare und goldgelbe Farbe aufweisen. Die Bremswirkung muss vor dem Fahrtantritt gecheckt werden, indem Hinterrad und Vorderrad möglichst abseits des Verkehrs (Parkplatz, Hof) bis zur Blockiergrenze gebremst werden. Baut sich der Bremsdruck schnell auf und nach Lösen der Bremse ebenso schnell ab, ist die Bremsfunktion in Ordnung. Ob neben den Bremshebeln auch der Kupplungshebel und der Gasgriff leichtgängig sind, kann dabei ebenfalls getestet werden.
Antriebskette und Kardanantrieb
Die Antriebskette sollte bei jeder Fahrt ausreichend mit Schmierstoff versorgt sein. Eine entsprechende Sprühdose gehört deshalb zur Fahrer-Grundausstattung, schließlich können Regenfahrten Schmierung kosten. Für die richtige Kettenspannung gilt die alte "Biker-Faustregel": Die Kette sollte sich rund zwei Fingerbreit auf und ab bewegen lassen. Durch diese regelmäßigen Checks haben Sie den Verschleiß der Motorradkette im Auge.
Besitzer von Motorrädern mit Kardanantrieb sollten den Stand des Kardanöls regelmäßig prüfen und gegebenenfalls nachfüllen. Sind alle Lager, Manschetten und Gelenke sauber und dicht, oder tritt irgendwo Öl aus?
Motoröl und Seitenständer
Die Prüfung des Motorenöl-Standes sowie das eventuell erforderliche Nachfüllen sollte vor dem Start auf größeren Touren zum Programm gehören. Ob die Seitenständer-Feder genügend Rückholkraft besitzt, kann leicht geprüft werden. Wenn der "Killschalter" des Seitenständers zum Verdrecken neigt, sollte dessen Reinigung gekonnt sein. Nach einer Rast im Nirgendwo deshalb vom Anlassen gehindert zu werden, ist ein wenig schönes Erlebnis.
Technische Prüfung vor der Reise
Hier ist es ratsam, den technischen Check mit ausreichend Vorlauf zum Reisebeginn durchzuführen, um auf eventuelle Mängel reagieren und Wartungsarbeiten durchführen zu können. Auf einer zehntägigen Motorradtour mit Sozia und Campingausrüstung auf rauen Kurvenstraßen am Mittelmeer wird das Motorrad anders beansprucht als auf der meist kurzweiligen "Hausrunde", weshalb Anpassungen am Bike vor einer großen Motorradreise vorgenommen werden sollten. Zusätzlich zum Motorrad-Grundcheck (siehe oben) empfehlen wir eine ausführliche technische Prüfung für eine rundum sichere und komfortable Tour.
- Geplante Fahrstrecke und zu erwartende Restprofiltiefe auf Heimfahrt abschätzen und im Zweifelsfall Reifen erneuern, da Reifen der richtigen Dimension im Ausland vielfach nicht oder nur unter hohem Aufwand erhältlich sind. Berücksichtigen Sie beim Verschleiß eine ggf. höhere Beladung und einen eventuellen Soziusbetrieb. Reifenluftdruck ebenfalls an höhere Beladung und eventuellen Soziusbetrieb anpassen.
- Alle Ölstände prüfen: Motor, ggf. Getriebe und Endantrieb bei Kardanmaschinen.
- Antriebskette - wenn vorhanden - auf Verschleiß checken und im Zweifel eine neue Kette montieren. Antriebsketten bauen bei fortgeschrittenem Verschleiß sehr schnell ab, längen sich dann rapide und können im Extremfall reißen. Kette korrekt einstellen (siehe Grund-Check), dabei höhere Belastung durch Beifahrer und Gepäck berücksichtigen. Es ist zudem ratsam, Kettenspray auf die Tour mitzunehmen - insbesondere nach Regenfahrten sollte die Antriebskette nachgefettet werden.
- Bremsanlage überprüfen (siehe Motorrad-Grundcheck): Kalkulieren Sie einen ggf. höheren Verschleiß der Bremsbeläge aufgrund der zusätzlichen Beladung und ggf. Soziusbetrieb ein.
- Fahrwerk: Motorradgabel und Federbeine auf Dichtigkeit prüfen. Falls auf der Gabel bereits ein Schmierfilm zu sehen ist, sollten die Dichtringe und das Gabelöl erneuert werden. Federvorspannung und Dämpfung auf erhöhte Beladung und ggf. Soziusbetrieb einstellen. Häufig zeigt sich erst im Lauf der Reise, ob das gewählte Fahrwerks-Set-up auch wirklich passt - Hakenschlüssel bzw. Einstell-Werkzeug sollte deshalb griffbereit im Tankrucksack liegen.
- Scheinwerfereinstellung (falls nötig) an erhöhte Beladung anpassen, um den Gegenverkehr nicht zu blenden.
- Ist die Betätigung der Kupplung leichtgängig und der Kupplungszug nicht angescheuert, vor allem aber: Trennt sie richtig, ohne durchzurutschen?
- Zulässiges Gesamtgewicht (siehe Fahrzeugschein) beachten. Zur Ermittlung des Motorradgewichts wird Vorder- und Hinterradlast getrennt auf der Personenwaage gemessen. Die Summe ergibt das Gesamtfahrzeuggewicht.
- Gepäcksysteme (Koffer, Taschen etc.) auf Funktion und Verschleiß prüfen.
Packliste für Motorradreisen
Hier finden Sie eine ausführliche Packliste mit allen wichtigen Basics für Ihre nächste große Motorradtour. Natürlich muss die Liste an die eignen Bedürfnisse, Fahrzeugbegebenheiten und Reiseziele angepasst werden, dient jedoch als grobe Orientierung - wer mit weniger auskommt, umso besser. Als Motorradfahrer werden Sie weder von einer Karosserie, noch einem Airbag oder dem Sicherheitsgurt geschützten. Daher sind sowohl aktive und passive Sicherheit extrem wichtig.
Passive Sicherheit ist die sogenannte Schutzausrüstung. Im Auto dienen die eben aufgezählten Sicherheitsgegenstände zur passiven Sicherheit. Diese Ausrüstungsgegenstände sind nach der Anschaffung vorhanden, auch ohne ihr aktiven Beitrag. Mit einer vorausschauenden Fahrweise und Training auf geeignetem Gelände kann die Sicherheit weiter gesteigert werden. Dieser Teil der Sicherheit ist in der Regel um so höher, je mehr Zeit investiert wird und sollte auch regelmäßig wiederholt werden.
Daher sollte man den Schutz vor solchen Gefahren besonders beachten und sich über geeignete Schutzausrüstung informieren. Schon beim Kauf eines Motorrads sollte mit auf Sicherheit geachtet werden. Bei einem Straßenmotorrad ist das Motorrad-ABS bestimmt wichtiger als bei einem Cross-Gefährt. Das Licht muss bei einem Motorrad ständig an sein. Das verlangt die Straßenverkehrsordnung und es ist auch sinnvoll. Die Beleuchtung trägt dazu bei, dass ein Motorrad früher erkannt wird.
In jeder Fahrsituation wird das Risiko für einen Unfall mit durch das eigene Verhalten beeinflusst. Wie bei jeden technischen Gerät können sicherheitsrelevante Bauteile des Motorrads über die Zeit verschleißen oder Ausfallen. Bremse, Licht und Reifen sind sogar von ihrer Konstruktion her Verschleißteile. Viele Motorradfahrer führen daher den jährlichen Frühjahrs-Check durch. Das kann man als technisch erfahrener Motorradfahrer natürlich selbst erledigen aber dieses sinnvolle Ritual wir auch von vielen regionalen Werkstätten mit besonderen Angeboten unterstützt.
Verschiedene Anbieter bieten sogenannte Fahrsicherheitstrainings an. Besonders für Motorradeinsteiger aber auch Biker nach längerer Pause sind diese Veranstaltungen interessant, da hier noch einmal kritische Fahrsituationen in Ruhe erprobt werden können. In den Kursen wird auch das Balancegefühl, das Kurven- und Bremsverhalten trainiert.
Motorradbekleidung
Leder, Textil, Protektoren - wer sich aufs Motorrad setzt, sollte nicht nur gut aussehen, sondern optimal geschützt sein. Inzwischen gibt es viel Technik in moderner Motorradbekleidung. Helm, Kleidung, Stiefel, Handschuhe - dass die richtige Ausrüstung für den Motorradfahrer nicht Jacke wie Hose ist, das ist inzwischen allen Bikern klar. Fahrer in Jeans und Turnschuhen sieht man nur noch selten.
Bei der Schutzkleidung gab es in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte. Dazu Philip Schreiber von TÜV SÜD: „Lederkombis sind heute klimatechnisch fast so gut wie Textilkleidung, andererseits wird Textilkleidung in Sachen Abrieb immer besser.“ Wichtige Kriterien sind auch die optimale Bewegungsfreiheit und der Schutz vor Witterungseinflüssen. „Wer sich wohl fühlt fährt sicherer“, so Schreiber.
Wichtige Fragen vorab: Wie, wofür und wann kommt das Motorrad zum Einsatz? Für kurze Ausfahrten ist der Einteiler gut. Er liegt eng am Körper, bietet wenig Windwiderstand und kann nicht verrutschen. Geht es auf längere Touren oder will man mit dem Bike zum Arbeitsplatz pendeln, sind zweiteilige Textil- oder Lederkombinationen die richtige Wahl, denn sie können auch abseits des Motorrads getragen werden. Zudem verfügen sie zumindest über Stauraum für Schlüssel und Brieftasche. Wichtig bei allen Anlässen ist, gut gesehen zu werden.
Nappa oder Nylon: Leder und Textil sind die sichersten Materialien fürs Motorradfahren. Beim Leder unbedingt auf die Stärke achten - das Material sollte mindestens 1,2 Millimeter stark sein, dann reicht die Abriebfeste des Naturmaterials aus. Gerade bei der Funktionalität haben die Entwickler von Ledermotorradbekleidung in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht. So können moderne Ledermonturen auch bei Wind und Wetter angezogen werden und sorgen dafür, dass der Biker auch bei einem starken Regenguss trocken bleibt.
Textilbekleidung ist leichter, bequemer und bietet zudem besseren Schutz gegen Wind und Regen. Größter Vorteil gegenüber der Lederkleidung: Man kann die Textilkleidung über der normalen Kleidung tragen. In Sachen Klima ist die Textilbekleidung der Ledervariante immer noch ein Stück voraus. Die Materialien sind leichter, zusätzliche Reißverschlüsse im Außenfutter bewirken, dass ausreichend Frischluft zwischen Körper und Futter für gute Lüftung sorgt.
Protektoren: Schultern, Ellenbogen, Rücken, Hüfte und Knie - moderne Protektoren schützen und bieten gleichzeitig einen hohen Tragekomfort. Protektoren sind entweder direkt in die Kleidung integriert oder separat zu erhalten. Dazu Philipp Schreiber: „Eine wichtige Rolle bei der Schutzwirkung von Motorradbekleidung spielen Größe, Form und Anordnung der Protektoren.“ Auf Prüfsiegel achten: EN 1621-2 gilt für Rückenprotektoren, EN 1621-1 für alle anderen. Anzahl und Form der integrierten Protektoren sind wichtiges Kriterium für die Auswahl.
Anprobe: Bei der Anprobe vor allem auf Sitz und Komfort achten. Man sollte ausreichend Bewegungsfreiheit haben und bedenken, dass Funktionswäsche darunter passt. Für Lederbekleidung gilt: In den Bewegungszonen dienen textile Stretch-Einsätze für mehr Agilität und sorgen für Luftzirkulation. Bei den Ärmeln immer wichtig: die Länge. Bei angewinkelten Ellenbogen muss der Bund bis über das Handgelenk reichen und sich einwandfrei verschließen lassen. Auch die Hosenbeine müssen die richtige Länge haben. Um das zu überprüfen, am besten die eigenen Stiefel und Handschuhe zur Anprobe mitbringen. Sportliche Fahrer sollten darauf achten, dass sich der Halsabschluss ausreichend verstellen lässt. Zur eingebauten Sicherheit: Textilbekleidung sollte immer einen Gürtel in der Taille haben, der vor Flattern schützt. Beim Thermo-Innenfutter zudem auf Verstellmöglichkeiten achten, damit Kleidung und Protektoren immer exakt und eng anliegen.
Winterausrüstung für Motorradfahrer
Bei einem solchen Unterfangen ist es jedoch äußerst wichtig, sich im Vorfeld Gedanken, um die Ausrüstung zu machen. Fehler werden bei eisiger Kälte auch eiskalt bestraft. Die Bekleidung ist neben den Spikes und ein paar wenigen anderen technischen Dingen, zu denen ich später komme, der mit Abstand wichtigste Punkt, auf den man sich bei der Vorbereitung konzentrieren muss. Es gilt zu vermeiden, auszukühlen und trotz der dicken Kleidung noch so beweglich zu sein, dass man das Motorrad auch noch fahren kann.
Hier eine Auflistung der Dinge, die ich unterwegs dabeihatte und mit denen ich gute Erfahrungen gemacht habe.
Bekleidung für Winterreisen (von Kopf bis Fuß)
Kopf
Neben einer Sturmhaube und einem warmen Halstuch aus Merinowolle, ist vor allem ein Heizvisier unverzichtbar. Ohne dieses Teil sollte man auf keinen Fall aufbrechen. Es verhindert, dass die Atemluft im Inneren des Helmes binnen Sekunden gefriert und man folglich nichts mehr sehen kann. In solch einer Situation das Visier einfach zu öffnen ist enorm gefährlich, da es zu folgenschweren Erfrierungen an den Augen kommen kann.
Folgende Ausrüstung hatte ich dabei, um den Kopf zu schützen:
- Helm: Scorpion ADX-1
- Beheiztes Visier: Scorpion Visier
- Sturmhaube Merinowolle: Balaclava 200
- Sturmhaube: Sturmhaube 365
- Halstuch: Schlauchtuch Merino 365
Oberkörper
Am Oberkörper merkt man am schnellsten, ob man warm genug gekleidet ist. Der eisige Wind versucht permanent in die Kleidung zu kriechen. Das altbewährte Zwiebelprinzip habe ich noch nie zuvor als so wirksam erlebt, wie auf dieser Reise. Ich habe folgendes getragen:
- Unterhemd: Woolpower 200 T-Shirt Men
- T-Shirt: Icebreaker Oasis
- Dünner Pullover: Underwear Shirt Merino 365
- Dicker Pullover: Woolpower 600 Jacket
- Heizweste: Deerhunter (mit Powerbank)
- Daunenjacke: The North Face M Summit Down
- Motorradjacke: iXS Thermojacke (Prototyp)
Auf meiner Reise war es mit knapp - 20 Grad als kälteste Temperatur nie so kalt, dass ich alles übereinander hätte tragen müssen. Jeder sollte selbst heraus finden, was für ihn am besten passt. Wichtig ist vor allem auch, dass die Motorradbekleidung, also die äußerste Schicht, weit geschnitten ist, damit sich die Körperwärme besser verteilen kann.
Mit einer Daunenjacke unter der Motorradjacke habe ich besonders gute Erfahrungen gemacht. Auch die beheizte Weste, die über eine Powerbank betrieben wird, kann ich nur “wärmstens” empfehlen.
Hände
Viele kennen das: kalte Finger machen beim Motorradfahren keinen Spaß. Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt erst recht nicht! Ich habe meine Hände wie folgt warmgehalten:
- Beheizte Handschuhe bei Temp. unter -5 Grad: Tour LT HEAT ST
- Fleece Handschuhe bei Temp. über -5 Grad: Fleecehandschuhe
- Lenkerstulpen: Wunderlich Motorrad Lenkerstulpen
Um die Hände warm zu halten sind neben den entsprechenden Handschuhen Lenkerstulpen und eine Griffheizung unverzichtbar. Die Hände würden im Fahrtwind sonst so schnell auskühlen, dass man selbst mit den wärmsten Handschuhen nicht gegensteuern kann. Mit zusätzlich angeschalteter Griffheizung hatte ich in den Lenkerstulpen bei Temperaturen bis ca. -5 Grad mit dünnen Fleece-Handschuhen noch schön warme Finger.
Unterkörper
- Unterhose: Icebreaker Merino
- Lange Unterhose: iXS Underwear Hose Merino 365
- Dünne Trekkinghose: North Face Convertible
- Lange Daunenunterhose: Tentock Wintesport Hose
- Motorradhose: iXS Thermohose (Prototyp)
Auch hier habe ich, wenn es richtig kalt wurde, gute Erfahrungen mit der langen Daunenhose gemacht. Ansonsten habe ich unter der Motorradhose eine dünne Trekkinghose über der Unterwäsche getragen. Dies wärmt zusätzlich ein wenig, hatte aber den Hintergrund, dass ich mich bei Pausen in Raststätten oder Restaurants (bei denen man die dicke Oberbekleidung ausziehen sollte) nicht in der Unterhose irgendwo hinsetzen musste.
Füße
Kommen wir zu den Füßen. Ich hasse es, wenn diese nass, kalt oder schlimmer noch, beides sind. Doch die Füße sind bei Temperaturen bis - 20 Grad mit der richtigen Ausrüstung relativ leicht warm zu halten. Mit normalen Motorradstiefeln wäre dies in meinen Augen absolut unmöglich. Es führt also kein Weg an speziellen Polarstiefeln vorbei.
- Stiefel: Sorel GLACIER XT
Als ich die Stiefel zum ersten Mal gesehen habe, fragte ich mich, wie ich man mit diesen Teilen Motorrad fahren kann. Es ging aber problemlos, auch ohne die Fußrasten anders einzustellen. Laut Hersteller sind mit diesen Stiefeln Temperaturen bis -72 Grad möglich. Mit zwei Paar Woll-Socken übereinander in den Polarstiefeln hatte ich kein einziges Mal kalte Füße.
Checkliste für den Saisonstart
Mit den ersten warmen und hellen Tagen im Frühling bereiten sich Motorradfahrer langsam aber sicher auf ihre ersten Touren vor. Man spart sich viel Arbeit, wenn das Motorrad über den Winter einen trockenen Platz hat, beispielsweise in einer Garage oder im Keller.
Der erste Punkt beim Frühjahrscheck ist eine gründliche Reinigung, hier sind nicht unbedingt teure Reiniger vonnöten. Auch warmes Wasser mit einem Autoshampoo entfernt den groben Dreck und reinigt zuverlässig. Bei der Reinigung müssen Bikerinnen und Biker unbedingt auf die Werkstoffe der Maschine achten, so benötigt der Edelstahlauspuff eine Stahlpolitur, die Kette kann mit Bremsenreiniger gereinigt werden. Wurde die Maschine gründlich gereinigt wird die Antriebskette noch geschmiert.
Nach dem Putzen der Maschine fallen sichtbare Mängel schneller ins Auge, beispielsweise fehlende Schrauben oder Risse im Kunststoff der Verkleidung. Anschließend wird die Batterie wieder eingebaut, so kann man überprüfen, ob die verbleibende Leistung für den Start ausreicht. Bei einem Motorradcheck für die neue Motorradsaison sollten Biker auch die Beleuchtung vorne und hinten überprüfen. Selbst bei der Hauptuntersuchung werden die Positionen nicht gecheckt.
Rund alle zwei Jahre ist der Austausch der Bremsflüssigkeit notwendig, nach einiger Zeit nimmt diese zusätzlich Wasser auf, somit verringert sich der Druckpunkt der Bremsanlage. Ergänzend wird der Bremsbelag überprüft, dieser sollte noch von seiner Verschleißgrenze entfernt sein, sonst gilt in diesem Fall auch: austauschen! Im letzten Schritt wird kontrolliert, ob die Bremsscheiben und Bremsleitungen noch intakt sind.
Wenn am Ende der letzten Saison kein Ölwechsel durchgeführt wurde, sollte dies vor der nächsten Tour nachgeholt werden. Nicht nur das Motorrad muss fit für den Frühling sein, auch die Kleidung spielt eine wichtige Rolle.
Die Pflege der Bekleidung kann man bereits im Winter durchführen oder schon nach der letzten Fahrt. Hierzu werden nach Saisonende die Protektoren entfernt und die Reißverschlüsse und Klettverschlüsse geschlossen. Danach kann die Kleidung bei rund 30 Grad ohne Schleudern in der Waschmaschine gereinigt werden. Die handfeuchte Kleidung sollte dann zusätzlich imprägniert werden.
Das Reifenprofil und dessen Tiefe, gesetzlich vorgeschrieben sind mindestens 1,6 mm Profiltiefe, auch der Druck der Reifen muss kontrolliert und angepasst werden, Informationen hierzu gibt der Hersteller der Reifen.
Noch vor dem Beginn der Saison muss kontrolliert werden, ob der aktuelle Versicherungsschutz ausreichend ist oder angepasst werden muss. Weitere Schutzmaßnahmen kann der Fahrer für die neue Saison ebenfalls ergreifen, beispielsweise vor längeren Touren oder bei nicht gesicherten Parkplätzen.
Bikes werden häufig gestohlen, da man sie mit genug Kraft einfach in einen großen Wagen geben kann. Auch eine Sperre am Lenker oder ein Schloss sind kein hundertprozentiger Schutz vor einem möglichen Diebstahl. In dieser Situation kann man im Rahmen der Wartung einen sogenannten GPS-Tracker Motorrad anbringen. Dieses Gerät wird entweder regelmäßig aufgeladen oder fest mit dem Strom der Maschine verbunden. Mittels GPS-App auf dem Smartphone lässt sich das Bike weltweit bis auf wenige Meter genau orten.
Verwandte Beiträge:
- Mountainbike Downhill Ausrüstung: Der ultimative Guide
- Motorrad Führerschein: Die richtige Ausrüstung & Vorbereitung
- Motorradausrüstung komplett: Kaufberatung & Checkliste
- Alte Motorrad Lederjacke: Stilvolle Klassiker & Pflegetipps für dein Kultstück
- Unbedingt Wissen: E-Bike & Pedelec Recht in Deutschland bis 25 km/h – Ihre Rechte und Pflichten
Kommentar schreiben