Auto Dreirad Umbau Anleitung: Vom Standardfahrzeug zum individuellen Dreirad

Der Umbau eines Autos in ein Dreirad erfordert ein hohes Maß an Geschicklichkeit und technisches Know-how. Hierbei wird die gesamte Hinterachse des Autos ausgebaut und umgebaut.

Ein bekanntes Beispiel für ein umgebautes Dreirad ist der sogenannte Ellenator.

Was ist ein Ellenator?

Das Fahrzeugkonzept des Ellenator wurde im Allgäu entwickelt. Der Erfinder, Kfz-Meister Wenzeslaus „Wenzel“ Ellenrieder aus Dösingen, hatte es sich zum Ziel gemacht, ein taugliches Auto für seinen 16-jährigen Sohn zu konstruieren. Es sollte eine gewisse Stabilität aufweisen und ein Mindestmaß an Sicherheit bieten können.

Die Vorteile eines Ellenator Autos:

  • Führerschein Klasse A1 bereits mit 16 Jahren möglich
  • Sicherheit eines vollwertigen Autos

Ellenator Fahrzeuge gehören in die Kategorie der Personenkraftwagen, obwohl das Fahrzeug vier Räder hat, wird es trotzdem als Dreirad-Kraftfahrzeug gewertet.

Wie funktioniert der Umbau?

In etwa der Mitte des Kofferraums muss dann ein geeigneter Radkasten angebracht werden, was natürlich das Kofferraumvolumen einschränkt. Der Radkasten wird fest eingeschweißt, sodass zwei 14-Zoll-Räder die Radlast optimal aufnehmen und verteilen können.

Über die Hinterradschwinge wird das Doppelrad aufgenommen, das lediglich eine Spurweite von weniger als 460 mm aufweist (Richtlinie 2002/24/EG, ein solches Rad gilt rechtlich als ein Rad). Die bisher verwendeten Federn und Stoßdämpfer können weiterhin bestehen bleiben, wenn sie unbeschädigt und voll funktionsfähig sind.

Anschließend werden die hinteren Radgehäuse mit einem verzinkten Blech verkleidet und gegebenenfalls lackiert oder foliert.

Welche Autos eignen sich für den Umbau?

Autos, die auf der PQ24-Plattform des VW-Konzerns (Seat Ibiza, Škoda Fabia und VW Polo) gebaut wurden, können zum Ellenator umgebaut werden. Und seit 2017 ist auch der Umbau vom beliebten Fiat 500 möglich. Allerdings gibt es auch bereits umgebaute Ford KA und andere Modelle. Wichtig ist hier die Fahrzeugklasse, so das auch ein Opel Corsa in Betracht kommen könnte. Wer also genügend Kapital hat, der kann sich einen gut ausgestatteten Audi A2, den etwas größeren Seat Cordoba oder auch den VW Fox sowie den Skoda Fabia zum Ellenator umbauen lassen. Und auch das seltene VW Gol sollte sich dafür eignen. Sie alle sind nämlich auf der PQ24 Plattform entstanden.

Der Personenkraftwagen wird in der Regel mit einem 1,0 - 1,2 Liter Ottomotor betrieben. Was den Motor angeht, so wurde im Falle des 500er der Original-Fiat-Motor auf 14,4 kW (20 PS) gedrosselt, wodurch das Fahrzeug eine Spitze von etwa 90 km/h erreicht. Dabei bleibt er mit einem Verbrauch von ca. 5 Litern auf 100 km ziemlich sparsam.

Anleitung zum Umbau eines Pino 2 Tandems mit Elektromotor

Diese Anleitung richtet sich an alle Besitzer eines Pino 2 mit Stahlrahmen, die überlegen, ihr Tandem mit einem Elektromotor nachzurüsten.

Anforderungen an den Umbau

Die Anforderungen an den Umbau waren:

  • Eine moderate Unterstützung für Alltagsfahrten und leichte Familientouren, hauptsächlich auf ebenem Gelände, das gelegentlich auch leichte Steigungen aufweist - jedoch keine Bergtouren.
  • Eine Lösung, die praktikabel, unauffällig und wartungsarm ist.

Benötigtes Material

  • Ersatzkettenblatt links mit Freilauf von Hase Bikes (Pino AL mit Vierkanttretlager)
  • Bafang BBS01 250-Watt-Motor mit UART-Protokoll
  • Akku mit passender Spannung (36 Volt für Bafang BBS01)
  • Kurbelabzieher
  • Spezialwerkzeug für Lagerschalen
  • Sprengringzange
  • Tretlager-Spacer (4 mm)
  • M6-Unterlegscheiben
  • Nietmuttern
  • Wago-Klemmen oder XT60-Stecker
  • Kabelbinder (430 mm)
  • Elektroklebeband
  • Optional: USB-Programmierkabel

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schritt 1: Tretkurbel entfernen

Der erste Schritt ist das Entfernen der rechten Tretkurbel, auf der auch das rechte Kettenblatt sitzt. Dazu wird ein Kurbelabzieher verwendet.

Schritt 2: Tretlagerschale demontieren

Da die Lagerschalen durchaus aus Kunststoff bestehen können, sollte man unbedingt das passende Spezialwerkzeug verwenden. Eine Rohrzange oder ein anderes ungeeignetes Werkzeug könnte die Lagerschalen so verformen oder beschädigen, dass eine zerstörungsfreie Demontage des Tretlagers kaum noch möglich ist.

Schritt 3: Sprengring entfernen

Im Tretlagergehäuse sitzt ein Sprengring (genauer gesagt ein Außensicherungsring) auf der Tretlagerwelle, der entfernt werden muss. Dafür wird eine möglichst lange Sprengringzange benötigt.

Schritt 4: Tretlagerwelle herausziehen

Wenn der Sprengring entfernt ist, lässt sich die Tretlagerwelle nach links aus der Lagerschale herausziehen. Im Anschluss wird die Tretlagerschale auf der linken Seite gegen den Uhrzeigersinn ausgeschraubt, wie es bei einem normalen Rechtsgewinde üblich ist.

Motor einsetzen

Die Antriebswelle des Bafang-Motors wird durch das Tretlagergehäuse geführt und dort mit der Vierschlitzmutter fixiert. Das Tretlagergehäuse bildet dabei den wichtigsten Montagepunkt für den Motor. Vor dem Einbau muss sorgfältig geprüft werden, dass das Motorgehäuse beziehungsweise das Getriebegehäuse nicht an der Kettenstrebe anliegt und dass die Kettenlinie stimmt.

Beim Stahl-Pino musste ich 4 Millimeter starke Tretlager-Spacer verwenden, da das Getriebegehäuse sonst in Kontakt mit der Kettenstrebe gekommen wäre.

Um eine ausreichende Distanz sicherzustellen, habe ich 4 Millimeter starke Tretlager-Spacer verbaut, bestehend aus einem 3-Millimeter- und einem 1-Millimeter-Distanzring. Dadurch bleibt eine kleine Restlücke von etwa 1 Millimeter, was ausreichend Spielraum bietet.

Durch den Einsatz der Spacer verringert sich auf der linken Seite die verfügbare Gewindelänge für die Montage- und Kontermutter um etwa 4 Millimeter. Damit die Mutter trotzdem sicher hält, habe ich sie mit mittelfestem Sicherungslack (Loctite) fixiert und mit 80 statt der vorgesehenen 60 Newtonmetern angezogen.

Zusätzlich habe ich M6-Unterlegscheiben verwendet. Diese wurden notwendig, weil die Dreiecksplatte, die ein Verdrehen des Motors im Tretlagergehäuse verhindert, durch den Einsatz der Spacer nun 4 Millimeter weiter vom Motor entfernt sitzt.

Akku montieren

Der Akku besitzt eine Basisplatte, die teilweise aus Aluminium gefertigt ist. Das ist ein großer Vorteil, da die vorhandenen Bohrlöcher in der Platte angepasst, insbesondere verlängert werden mussten. Leider liegen die Gewindelöcher beim Pino zu weit vorne, sodass ich die Langlöcher in der Basisplatte des Akkus nach oben hin verlängern musste. Dadurch konnte ich den Akku näher am Sitzrohr montieren.

Zusätzlich habe ich oberhalb der vorhandenen Bohrungen zwei passende Nietmuttern gesetzt, um die Schiene sicher verschrauben zu können. Das Gehäuse dieser Akkuschiene ist äußerst praktisch, weil sich darin die Verbindung zwischen Akku und Motor gut unterbringen lässt.

Für einen 250-Watt-Motor ist das noch in Ordnung. Empfehlenswerter wäre es jedoch, XT60-Stecker anzulöten, um eine noch zuverlässigere Verbindung zu erhalten.

Sensoren

Ich benötige nur den Geschwindigkeitssensor und kann auf Schalt- und Bremssensoren verzichten. Deshalb habe ich eine alternative Halterung selbst im 3D-Druck angefertigt.

Display

Ich habe mich für das Display 500C entschieden. Da die Lenkerstangen beim Pino nahezu vertikal stehen, konnte ich das Display am Ende des Lenkers montieren.

Restarbeiten

Für die Befestigung der Kabel am Rahmen habe ich extra lange Kabelbinder mit einer Länge von 430 Millimetern verwendet, da der Rahmen des Pino ziemlich breit ist. Die nicht benötigten Sensorkabelanschlüsse habe ich mit Elektroklebeband sauber abgeklebt, um sie vor Schmutz und Feuchtigkeit zu schützen.

Motor programmieren

Mit einem passenden Programmierkabel und der entsprechenden Software lässt sich der Bafang-Motor auf den eigenen Fahrstil anpassen.

Tuning eines Graf Carello LDR 25 Lastendreirads

Hier einige Tipps und Tricks zum Tuning eines Graf Carello LDR 25 Lastendreirads:

  • 3-Gang aktivieren: Den Stecker mit den beiden Kabeln (Hellblau, Türkis) mit dem Stecker "Three speed" verbinden.
  • Geschwindigkeitsbegrenzer deaktivieren: Den Speed Limiter abstecken.
  • Leistung steigern: Kabel vom Controller überbrücken (Braun-Schwarz, Schwarz-Rot ist langsam).

Achtung: Durch das Tuning können Geräusche vom Fahrwerk entstehen. Es ist ratsam, die Schrauben besser anzuziehen.

Dreiradtransport mit dem Auto

Für den Transport von Dreirädern mit dem Auto gibt es spezielle Heckträger. Der komplette Heckträger besteht aus drei Modulen: Dem Anbindungssystem, der individuellen Trageeinheit und dem Lichtbalken. Für jede Bestellung eines Dreiradträgers wird ein ausgefülltes Datenblatt benötigt, da der Träger individuell maßgefertigt wird.

Je nach Achsabstand des Dreirades und Fahrzeuggegebenheiten ist die Mitnahme eines Zweirades möglich. Hierzu benötigen Sie eine ausreichende Stützlast. Um den Fahrkomfort zu erhöhen, bieten wir bei Dreirädern mit langem Radstand eine schwenkbare Variante an. Das seitliche Rausstehen des Rades wird verringert, in dem das Vorderrad um max. 90° geschwenkt wird.

Mittels Auffahrschienen kann der Träger komfortabel Beladen werden.

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