Die Straßenverkehrsunfallstatistik erfasst alle von der Polizei aufgenommenen Unfälle, bei denen auf öffentlichen Straßen und Plätzen Personenschaden oder Sachschaden entstanden ist.
Der Verkehrsunfallkalender stellt das Unfallgeschehen der vergangenen Jahre auf Tagesbasis dar. So können Sie sich einen Überblick über besonders unfallreiche Tage verschaffen.
Der interaktive Unfallatlas der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder zeigt das Unfallgeschehen auf regionaler Ebene: Wo passieren in meiner Stadt die meisten Verkehrsunfälle? Wo bin ich auf dem Weg zur Arbeit besonders gefährdet? Wo gab es Unfälle mit Verkehrstoten? Angezeigt werden Unfälle mit Personenschäden unter Beteiligung von PKW, Krafträdern, Fahrrädern und Fußgängern.
Die Straßenverkehrsunfallstatistik hat das Ziel, Strukturen des Unfallgeschehens und Abhängigkeiten zwischen unfallbestimmenden Faktoren aufzuzeigen.
Die Ergebnisse dieser Bundesstatistik dienen der Gewinnung zuverlässiger, aktueller und bundesweit vergleichbarer Daten (insbesondere zu den Unfällen auf der Straße) für vekehrszweigübergreifende Unfallrisikovergleiche und schaffen eine notwendige Grundlage für die staatliche Verkehrspolitik - nicht zuletzt auf dem Gebiet der Infrastruktur- und Verkehrssicherheitspolitik.
Unfälle mit Personen- oder Sachschaden nach der Unfallart und die dabei zu Schaden gekommenen Personen nach der Unfallfolge, der Verkehrsbeteiligungsart bzw. Motorradfahrerinnen und -fahrer verunglücken besonders oft.
Der ADAC hat Motorradunfälle analysiert und zeigt, wie sich viele von ihnen vermeiden ließen. Motorradfahren macht Spaß - egal, ob man Touren macht, die sportliche Herausforderung sucht oder einfach nur den Hauch von Freiheit und Abenteuer spüren will.
Allerdings kommen seit dem Jahr 2000 immer weniger Motorradfahrerinnen und -fahrer ums Leben oder werden schwer verletzt. Gleichzeitig steigt jedoch der prozentuale Anteil an getöteten und schwerverletzten Kradfahrerinnen und -fahrern an allen im Straßenverkehr Getöteten und Schwerverletzten.
Das bedeutet: Für alle anderen Verkehrsbeteiligten hat sich die Verkehrssicherheit noch deutlich stärker gesteigert. Insgesamt verzeichnet das Statistische Bundesamt jährlich mehr als 500 tödlich und fast 10.000 schwerverletzte Motorradfahrer und -fahrerinnen.
Dafür werteten die Fachleute des Clubs ca. 2500 schwere Verkehrsunfälle aus, die sich außerhalb von Ortschaften (Autobahn, Landstraße etc.) ereigneten und an denen Motorradfahrende beteiligt waren.
Bei etwas mehr als einem Drittel handelt es sich um Alleinunfälle, bei knapp zwei Dritteln der Unfälle kollidieren die Motorradfahrenden mit anderen Verkehrsteilnehmern.
Am häufigsten erleiden die Motorradfahrerinnen und -fahrer Schädel-Hirn-Traumata, Thorax-Traumata und Traumata an den Extremitäten.
Risikofaktoren bei Motorradunfällen
Risiko Alleinunfall
Bei Alleinunfällen, also rund einem Drittel aller Motorradunglücke, verlieren die Motorradfahrenden oftmals auf kurvigen Streckenabschnitten die Kontrolle über ihr Fahrzeug. Sie verbremsen sich, sind unaufmerksam, stürzen und/oder kommen von der Straße ab.
Mit 47 Prozent sind solche Fahrfehler die häufigste Unfallursache. Die zweithäufigste Ursache von Alleinunfällen ist mit 39 Prozent eine überhöhte Geschwindigkeit. Diese führt oft in einer Kurve zum Unfall.
Risiko Kollisionen
Bei knapp zwei Dritteln der Unfälle prallen die Motorradfahrenden mit anderen Fahrzeugen zusammen. Von Kradfahrerinnen und -fahrern verursachte Kollisionen treten am häufigsten aufgrund von Fehlern beim Überholen, einer unangepassten Geschwindigkeit und einem ungenügenden Abstand auf.
Bei fast der Hälfte der Fälle waren die Kradfahrenden nicht die Unfallverursachenden.
Technische Möglichkeiten zur Unfallvermeidung
Jetzt spontan bremsen? Bei Motorrädern hätte ein Kurven-ABS in Kombination mit einer Traktionskontrolle ein hohes unfallvermeidendes Potenzial. Dadurch könnte ein großer Teil der Fahrunfälle verhindert werden.
Aber auch ein Abstandsregeltempomat (ACC) und ein Totwinkelassistent könnten die Sicherheit der Motorradfahrerinnen und -fahrer erhöhen. Ein eCall-System würde die Hilfeleistung nach dem Crash verbessern.
Da überdies die Hälfte aller Kollisionen beim Abbiegen, Einbiegen oder Kreuzen passieren, könnten Linksabbiegeassistenten und Kreuzungsassistenten bei Pkw das Sicherheitsniveau deutlich erhöhen. Denn durch eine Notbremsung könnten diese einen Zusammenstoß verhüten.
Als große Probleme werden dort eingeschränkte Einsehbarkeit des Streckenverlaufs, ein mangelnder Grip auf der Fahrbahn oder fehlende Linksabbiegestreifen beschrieben.
Schon durch kostengünstige Maßnahmen wie das Zurückschneiden der Bepflanzung, das Entfernen von Hindernissen neben der Fahrbahn, das Herabsetzen der Höchstgeschwindigkeit oder das Aufstellen von Richtungstafeln in Kurven können Unfallschwerpunkte entschärft werden.
Etwa indem sie passende Schutzkleidung, idealerweise sogar eine Airbag-Weste, tragen, sich und die Reifen zu Beginn jeder Fahrt "warm" fahren und einen Sicherheitscheck durchführen.
Und indem sie in regelmäßigen Abständen Fahrsicherheitstrainings absolvieren, um die physikalischen Grenzen ihres Motorrads und die eigenen fahrerischen Fähigkeiten kennenzulernen sowie Letztere zu erweitern.
Da die meisten Unfälle auf ein Fehlverhalten von Fahrerinnen und Fahrern zurückzuführen sind, haben Bikerinnen und Biker, aber auch alle anderen Verkehrsteilnehmenden die Möglichkeit, Unfälle durch ein vorausschauendes, defensives Fahrverhalten zu vermeiden.
Praktische Tipps für mehr Sicherheit auf den Straßen
Schütze dich bei jeder Fahrt mit einem ECE-Helm, Motorradhandschuhen, -stiefeln, -jacke, -hose, Rückenprotektor und Nierengurt.
Achte bei deiner Jacke und Hose auf Protektoren im Bereich der Schultern, Ellenbogen, Rücken, Hüfte, Knie.
Für eine bessere Sichtbarkeit im Straßenverkehr sind kontrastreiche Kleidung und Fahrzeuglackierungen hilfreich.
Checke die Bremsen, Reifen, Feder-Dämpfer-Elemente, Fahrwerklager, Beleuchtungsanlage, Antrieb (z.B. Kette), Motor vor jeder Fahrt.
Übe Bewegungs- und Bedienungsabläufe in Ruhe ein.
Auch die Reifen brauchen Zeit, bis sie eine Mindesttemperatur erreicht haben.
Halte dich selbst körperlich fit, damit du auch bei langen Fahrten unter ungünstigen Bedingungen noch Reserven hast.
Wähle in Linkskurven eine Fahrlinie, die möglichst weit rechts ist. Dadurch hältst du den Abstand zum Gegenverkehr am größten. Außerdem brauchst du in Schräglage mehr Platz.
Trainiere die spezielle Blickführung für die Kurvenfahrt: Einlenkpunkt, Scheitelpunkt, Kurvenausgang, weiterer Straßenverlauf. Die Blickführung gehört zur den wichtigsten Lenkungsinstrumenten.
Sicherheitsvorkehrungen für Auto- und Motorradfahrer
- 42 Prozent der von Autofahrern verursachten Motorradunfälle sind sogenannte "Sichtunfälle". Das bedeutet: Der Autofahrer hat das Motorrad zu spät oder gar nicht wahrgenommen.
- Viele Motorradcrashs ereignen sich an Kreuzungen und Einmündungen - also an Stellen, an denen sich oft die Vorfahrt ändert. Nähern Sie sich solchen Stellen vorsichtig und verringern Sie Ihre Geschwindigkeit. Verlassen Sie sich nicht auf Ihre Vorfahrt.
- Wie bereits oben erwähnt: Zu den meisten Motorradcrashs kommt es wegen überhöhter Geschwindigkeit. Passen Sie daher unbedingt Ihren Speed an die aktuelle Situation an - rasen Sie nicht an Baustellen, in Kurven oder anderen unübersichtliche Stellen.
- Auch bei Fahrten in der Gruppe passiert häufig ein Motorradunfall. Die Gruppendynamik führt dazu, dass sich Motorradfahrer hier eher überschätzen.
- Egal, ob Sie ein geübter Motorradfahrer sind und regelmäßig auf dem Bike sitzen oder gerade erst Ihr Zweirad bekommen haben: Ein Fahrsicherheitstraining mit Motorrad macht auf jeden Fall Sinn. Dabei lernen Sie, in Gefahrensituationen richtig zu reagieren.
- Im Gegensatz zur Hauptuntersuchung ist die Motorrad-Inspektion meist freiwillig. Nur während der Garantiezeit gibt der Hersteller einen Zeitrahmen vor. Wir legen Ihnen die Motorrad-Inspektion auch danach noch ans Herz: Sie ist nämlich deutlich intensiver als die Hauptuntersuchung.
- Sicher ist nur, dass nichts sicher ist. So ungefähr gilt dieses bekannte Sprichwort auch im Straßenverkehr. Daher sollten Sie auf alles vorbereitet sein: zum Beispiel auf überholende Autos auf Ihrer Spur der Landstraße. Bei Kolonnen müssen Sie damit rechnen, dass ein vor Ihnen fahrendes Fahrzeug plötzlich überholt oder wendet. Daher gilt hier besondere Vorsicht, wenn Sie selbst an der Kolonne vorbeiziehen wollen.
Motorrad- und Autofahrende sind auf der Straße häufig auf Kollisionskurs. Was beide Gruppen tun können, um Unfälle noch besser zu vermeiden. Wichtige Tipps für mehr Sicherheit auf den Straßen.
Tipps für Autofahrer
Der Autofahrende denkt: "Links schauen, rechts schauen, prima, alles frei!" Der Motorradfahrende freut sich: "Wunderbare Rechtskurve. Oh, eine Einmündung! Verdammt, der wird doch nicht …" Es kommt zur Vollbremsung. Gerade noch mal gut gegangen!
Genau so sieht eine häufige Unfallsituation aus: Der Autofahrende schaut - und übersieht den Motorradfahrenden trotzdem. Weil der schlichtweg (noch) nicht zu sehen ist oder sich unerwartet schnell nähert.
Gerade zu Beginn der Motorradsaison gibt es solche gefährlichen Begegnungen besonders häufig. Und sehr oft enden sie nicht glimpflich.
Eine Analyse der Verkehrsunfälle ergab: 16.435 Mal krachte es in der Bundesrepublik Deutschland zwischen Pkw und Motorrädern. Dabei verletzten sich fast 10.000 Motorradfahrende schwer und 529 verunglückten infolge von Verkehrsunfällen tödlich.
Weil Auto und Motorrad ungleiche Partner im Straßenverkehr sind. Basierend auf der Fahrleistung ist das Risiko eines Motorradfahrenden, an einem Unfall beteiligt zu sein, vier Mal höher als bei anderen Verkehrsbeteiligten.
Auch das Verletzungsrisiko ist bei Motorradfahrenden erhöht. Ein möglicher Grund liegt darin, dass Krad-Fahrende so gut wie keine passiven Schutzvorrichtungen wie Airbags, Gurte oder Knautschzonen der Karosserie haben.
Neben Alleinunfällen, bei denen Motorradfahrende von der Fahrbahn abkommen, kommt es häufig zu Kollisionen mit Pkw.
Auf kurvenreichen Strecken benötigt ein Motorradfahrender in Schräglage beinahe so viel Platz wie ein Pkw. Schneiden Sie deshalb niemals unübersichtliche Kurven!
Bedenken Sie: Motorräder sind nicht wendiger als Autos und haben auch keinen kürzeren Bremsweg. Im Gegenteil.
Auch bei optimaler Spiegeleinstellung bleiben "tote Winkel". Werfen Sie deshalb vor jedem Spurwechsel, Abbiegen oder Überholvorgang einen bewussten Sicherungsblick über die Schulter. Blinken Sie stets rechtzeitig.
Schauen Sie in Einmündungsbereichen und an Kreuzungen lieber zweimal zu viel als einmal zu wenig. Beachten Sie vor allem: Die vordere Dachsäule ("A-Säule") Ihres Autos verdeckt nur allzu gern den Blick auf seitlich herannahende Motorräder.
Schauen Sie vor einem Spurwechsel, vor einem Überholmanöver oder beim Wenden lieber zweimal in den Spiegel und über die Schulter. Ein Motorrad wird leicht übersehen.
Bleiben Sie gelassen, wenn ein Motorradfahrender überholt. Er braucht dafür weniger Strecke, als Sie annehmen.
Bringen Sie Ihr Navigationsgerät nicht mittig unten an der Frontscheibe an.
Tipps für Motorradfahrer
Vor Kreuzungen Tempo reduzieren, bremsbereit sein, Augenkontakt suchen.
Vertrauen Sie grundsätzlich nicht auf die eigene Vorfahrt.
Fahren Sie immer so, dass Sie an Kreuzungen für wartende Autofahrende gut sichtbar sind. Halten Sie also Abstand zu größeren Autos vor Ihnen, fahren Sie gegebenenfalls "auffällig", indem Sie durch eine kurze Lenkbewegung geringfügig Ihre Fahrspur ändern.
Meiden Sie bei mehrspurigem Kolonnenverkehr den Bereich seitlich hinter anderen Fahrzeugen. Sie befinden sich dort im toten Winkel.
Vorsicht bei haltenden Pkw am Straßenrand. Blinksignale links können ein Einfädeln in die Fahrspur, aber auch ein Wendemanöver ankündigen.
Überholen Sie Kolonnen nur dann, wenn Sie ein Wende- oder Überholmanöver eines vor Ihnen fahrenden Autos ausschließen können.
Rechnen Sie auf Landstraßen mit überholenden Autos im Gegenverkehr.
Fahren Sie in Linkskurven nicht zu weit innen. Durch die Schräglage ragt Ihr Körper sonst in die Gegenspur.
Für Auto- und Motorradfahrende gilt: Fahren Sie defensiv, respektieren Sie die Verkehrsregeln. Und machen Sie sich fit für Gefahrensituationen.
Unaufmerksamkeit als Hauptursache
Bei den von Motorradfahrern verursachten Unfällen ist Unaufmerksamkeit mit Abstand der häufigste Grund für den Crash. Das Allianz Zentrum für Technik (AZT) hat Schadenakten des Versicherers durchforstet, um den Gründen für von Motorradfahrern verursachten Unfällen auf die Spur zu kommen.
Bei den Fehlern der Motorradfahrer, die zu einem Unfall führten, zeichnet sich ein klares Bild: In 33 Prozent der Fälle ist Unaufmerksamkeit die Ursache.
Überhöhte Geschwindigkeit und Fehler beim Überholen schlagen mit jeweils 12 Prozent zu Buche.
Zu diesem Ergebnis passt die Beobachtung der Unfallforscher, dass zwei Drittel der Maschinen, die einen Alleinunfall hatten, nicht mit ABS ausgestattet waren.
Die unaufmerksamen Fahrer dürften bei einer Schreckbremsung mit blockierenden Rädern die Kontrolle über ihre Maschine verloren haben.
Unfallstatistik im Überblick
2024 hat die Polizei laut Angaben des Statistischen Bundesamts 2.512.697 Verkehrsunfälle aufgenommen, davon 290.701 Unfälle mit Personenschaden. Dabei wurden 364.993 Personen verletzt, 50.601 von ihnen schwer.
2.770 Menschen kamen bei Verkehrsunfällen ums Leben; das heißt, durchschnittlich starben mehr als sieben Menschen pro Tag.
Wie in den vergangenen Jahren ist menschliches Fehlverhalten die häufigste Ursache (92 Prozent) für Unfälle mit Personenschaden.
Rund 7 Prozent solcher Unfälle sind auf allgemeine Unfallursachen (Straßenverhältnisse, Witterungseinflüsse, Hindernisse, z.B. Wildunfälle) und lediglich knapp ein Prozent der Unfälle mit Personenschaden sind auf technische Mängel bzw. Wartungsmängel der Fahrzeuge zurückzuführen.
Häufigste Fehlerursachen bei Unfällen mit Personenschaden
Im Jahr 2024 hat die Polizei bei Unfällen mit Personenschaden insgesamt 338.705 Verfehlungen von Fahrzeugführenden festgestellt - knapp 1,2 Fehler pro Unfall. Die häufigsten Fehler traten beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- und Anfahren auf.
Demnach gingen 15,5 Prozent aller Verfehlungen von Fahrern bei Unfällen mit Personenschaden darauf zurück. Danach folgen das Missachten der Vorfahrt beziehungsweise des Vorrangs (13,4 Prozent), ungenügender Abstand (13,1 Prozent), Fahren mit unangepasster Geschwindigkeit (11,7 Prozent) sowie eingeschränkte Verkehrstüchtigkeit (7,3 Prozent), etwa durch Alkoholeinfluss.
Die meisten Menschen sterben im Straßenverkehr allerdings aufgrund von unangepasster Geschwindigkeit.
| Fehlverhalten | Häufigkeit |
|---|---|
| Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- und Anfahren | 52.530 |
| Missachten der Vorfahrt/des Vorrangs | 45.489 |
| Abstandsfehler | 44.456 |
| Fahren mit unangepasster Geschwindigkeit | 39.583 |
| Eingeschränkte Verkehrstüchtigkeit (u. a. durch Alkoholeinfluss) | 24.661 |
| Andere Ursachen | 131.986 |
| Insgesamt | 338.705 |
Unfallorte und ihre Folgen
Die meisten Unfälle mit Personenschaden hat die Polizei 2024 in Ortschaften registriert (69,6 Prozent). Jedoch wurde lediglich etwa ein Drittel der Getöteten (33 Prozent) hier verzeichnet.
Die mit Abstand meisten Verkehrsteilnehmenden kamen auf Außerortsstraßen (ohne Autobahnen) ums Leben - 56,7 Prozent der Verkehrstoten.
Dabei ereignete sich auf Außerortsstraßen etwa jeder vierte Unfall mit Personenschaden (23,7 Prozent). Auf Autobahnen registrierte die Polizei 6,7 Prozent aller Unfälle mit Personenschaden - und 10,3 Prozent aller Getöteten.
| Anzahl der Verkehrstoten | Anzahl der Unfälle mit Personenschaden | |
|---|---|---|
| Außerortsstraßen (ohne Autobahnen) | 1.571 | 68.912 |
| Innerorts | 915 | 202.329 |
| Autobahnen | 284 | 19.460 |
| Insgesamt | 2.770 | 290.701 |
Ursachenforschung und Datenerhebung
Die Polizei trägt die Ursachen eines Verkehrsunfalls in ein sogenanntes Erhebungspapier ein. Dabei greift sie auf ein seit 1975 geltendes Ursachenverzeichnis zurück.
Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden erhält und erfasst alle Daten aus den Bundesländern und erstellt die bundesweite Verkehrs- und Unfallstatistik.
Die Rolle des Frühjahrs bei Motorradunfällen
Im Frühjahr häufen sich diese schrecklichen Bilder: Unfälle mit Motorradfahrern, jedes Wochenende Tote und Schwerverletzte. Die ersten warmen Tage sind für einige Biker leider die letzten ihres Lebens.
Für Siegfried Brockmann gehören die schrecklichen Bilder zum Alltag. Als Unfallforscher beim Gesamtverband der Deutschen Versicherer stellt er klar: „Wir können aus unseren Zahlen nicht schließen, dass Motorradfahrer im Frühling gefährlicher leben als sonst.“
Unfallforscher Brockmann sieht noch einen anderen Grund: „Die Zahl der Unfälle hängt stark vom Wetter ab. Wenn die Sonne scheint, kracht es öfter, weil auch mehr gefahren wird.“ Statistisch gesehen passiere im Frühjahr nicht mehr als in den warmen Sommermonaten.
Wer trägt die Schuld?
Die Zahlen von Siegfried Brockmann bestätigen diese These nur halb. „Bei Unfällen mit mindestens zwei Beteiligten haben tatsächlich nur in 39 Prozent aller Fälle die Motorradfahrer Schuld“, sagt er.
Der Mediziner Heiko Johannsen liest das aus seinen Statistiken etwas anders: „Insgesamt sind bei 62 Prozent aller Unfälle Motorradfahrer nicht unschuldig.“
Nach den Zahlen von Unfallforscher Brockmann liegt dann in 68 Prozent aller Fälle die Schuld bei den Motorradfahrern. Bei Unfällen mit Toten liegt die Quote sogar bei 70 Prozent. Der Grund: Unfälle mit Toten sind zu mehr als 50 Prozent Alleinunfälle ohne Fremdbeteiligung.
Schutzwirkung von Motorradkleidung
Es gibt so gut wie keine wissenschaftliche Forschung zum Thema, wie gut Motorradkleidung schützen kann. Das macht es schwer, belastbare Aussagen zu treffen.
Einigermaßen sicher ist, dass gutes Leder immer noch bessere Reibwerte hat als die beste Textilbekleidung.
Auch die Wirkung bei einem Aufprall wird durch Kleidung aus Leder gemindert. Aber so kann höchstens mal aus einer schweren Prellung ein blauer Fleck werden. Ab Geschwindigkeiten von mehr als 30 km/h kann Kleidung die Aufprallenergie nicht mehr absorbieren.
Dennoch sollte sich kein Biker mit Verstand in kurzen Hosen und T-Shirt aufs Motorrad setzen. Ohne Schutzkleidung kann schon ein leichter Sturz zur bleibenden Erinnerung werden, zum Beispiel als große Narbe oder verbrannte Haut.
Arten von Stürzen
Neben der Kollision mit einem Auto, den Leitplanken oder anderen Gegenständen im Verkehr sind Stürze das größte Risiko. Und das meistunterschätzte!
Grundsätzlich gibt es beim Motorradfahren zwei Arten von Stürzen:
- Der Lowsider ist der klassische Sturz, bei dem das Vorderrad wegrutscht.
- Die zweite, weniger häufig Art von Motorradstürzen ist der Highsider.
Beide Sturzarten sind gefährlich und können tödlich enden.
Technische Innovationen zur Lebensrettung
Ganz klar: Das Motorradfahren ist durch die technische Entwicklung sicherer geworden.
- Fast jede neue Maschine hat mittlerweile ABS an Bord. Das Anti-Blockier-System für Motorräder funktioniert mittlerweile auch in Kurven sehr sicher.
- Zudem gibt es Traktionskontroll-Systeme. Sie bremsen das Antriebsrad hinten ab, wenn der Reifen die Haftung verliert und durchdreht. Diese Systeme bringen aber aufgrund der Schräglagen in Kurven nur sehr bedingt einen Sicherheitsgewinn. Anders als beim Auto bekommt das Rad eines Motorrads keinen Bodenkontakt mehr, wenn der Sturz erst mal da ist. Dann hilft auch keine Traktionskontrolle mehr.
- Nicht zuletzt gibt es Motorradkleidung mit eingebauten Airbags und Versuche mit Lenkrad-Airbags. Aber der Schutzeffekt ist wie bei der Schutzkleidung begrenzt. Die Energie des Aufpralls kann höchstens etwas gemildert werden. Leben retten kann ein Motorrad-Airbag leider nur selten.
Nutzen von Fahrtrainings
Sehr viel, sagt Unfallforscher Siegfried Brockmann. „Der Fahrer ist auf dem Motorrad viel entscheidender als beim Auto.“
Auch Schräglagen und das richtige Verhalten bei unerwarteter Gefahr in der Kurve wird dort gelehrt.
Warum vor allem ältere Biker ein Fahrsicherheitstraining machen sollten, erklärt Siegfried Brockmann: „Ältere Fahrer haben ein höheres Unfall-Risiko, wenn sie erst später wieder- und vor allem neu eingestiegen sind.“
Sicherheit fängt beim Motorrad an: Ein verkehrssicheres Motorrad ist die Grundlage für eine gute Ankunft. Gerade auf zwei Rädern sollte die Technik zuverlässig sein.
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