Auto gegen Motorrad: Ein Vergleich auf der Rennstrecke

Die ewige Frage, die an Stammtischen immer wieder für hitzige Diskussionen sorgt: Was ist schneller, ein Auto oder ein Motorrad? Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Aspekte dieses Duells, von Beschleunigungsrennen bis hin zu Rundenzeiten auf anspruchsvollen Rennstrecken.

Beschleunigungsduell: Porsche 918 Spyder gegen BMW S 1000 RR

Ein Vergleich zwischen einem 887 PS starken Porsche 918 Spyder und einer BMW S 1000 RR mit 199 PS auf dem Lausitzring sollte klären, wer im Sprint bis 300 km/h die Nase vorn hat. Dank Launch-Control beschleunigt der Porsche in 2,6 Sekunden auf 100 km/h. Die BMW hingegen erfordert Fingerspitzengefühl, um das Vorderrad am Boden zu halten.

Die BMW jagt in 6,9 Sekunden auf 200 km/h und in unter zehn Sekunden auf 240 km/h. Bei etwa 280 km/h erreicht die Maschine jedoch ihren Leistungszenit, während der Porsche ungerührt weiterzieht. Auf den letzten Metern überholt der Porsche die BMW und sichert sich einen knappen Sieg.

Zugegeben, der Sieg schmeckt ein wenig geschenkt, einfach weil die BMW weit schneller könnte, als ihr das kurze Getriebe zugesteht.

Das Duell am Nürburgring: Walter Röhrl gegen Helmut Dähne

Ein weiteres Duell fand auf der Nürburgring Nordschleife statt, wo Walter Röhrl in einem Porsche GT2 gegen Helmut Dähne auf einer Honda CBR 1000 antrat. Röhrl, Rallye-Weltmeister und Porsche-Testfahrer, kennt die Strecke und das Auto in- und auswendig. Dähne, ein erfahrener Motorradrennfahrer, hält den Rundenrekord für Zweiräder auf der Nordschleife.

Röhrl fuhr eine Zeit von 7:32,18 Minuten, während Dähne 8:12,62 Minuten benötigte. Das Auto nutzte seine größere Auflagefläche und bessere Kurvengeschwindigkeit aus, während das Motorrad trotz seines besseren Leistungsgewichts nicht mithalten konnte.

Dähne sagte, dass das Motorrad auf der Nordschleife keine echte Chance hat, da es keine Vorteile beim Anbremsen gibt und in den Kurven aufgrund der schmalen Reifen deutlich langsamer ist.

Formel 1 gegen MotoGP: Ein Vergleich der Königsklassen

Ein Vergleich zwischen Formel 1 und MotoGP zeigt deutliche Unterschiede in Bezug auf Geschwindigkeit und Fahrverhalten. Auf vier Rennstrecken fahren beide: Austin, Barcelona, Silverstone und Spielberg. Die Formel 1 ist etwa 20 Sekunden schneller pro Runde, selbst auf kurzen Strecken wie dem Red Bull Ring in Spielberg.

Die Formel 1 ist in jeder Kurve überlegen. Der Geschwindigkeitsunterschied reicht von 7,5 bis zu 130,7 km/h. Die MotoGP wirkt dafür spektakulärer, da die Fahrer mehr mit der Maschine kämpfen müssen.

Die Zweirad-Fraktion macht fehlende Geschwindigkeit mit mehr Bewegung im und auf dem Motorrad wett. Es rutscht viel mehr. Kurz gesagt, weil ein Motorrad weniger und dünnere Reifen hat und Aerodynamik im Verhältnis eine Minimalrolle spielt.

Ein Formel-1-Auto klebt wie Kaugummi auf der Straße - aber nur in sauberer Luft. Der Hintermann klagt bei einer Wagenlänge Abstand über einen Abtriebsverlust von rund 45 Prozent.

In der MotoGP suchen Fahrer bewusst auch mal das Hinterrad des Gegners, um sich auf einer schnellen Runde anzusaugen. Die Motorräder und ihre Fahrer sind auf künstliche Hilfsmittel nicht angewiesen.

Technische Daten im Vergleich

Merkmal Formel 1 MotoGP
Leistung ca. 1.000 PS 250-290 PS
Gewicht 743 kg (inkl. Fahrer) 157 kg (ohne Fahrer)
Leistungsgewicht 0,67 kg/PS 0,54 kg/PS
Reifenbreite hinten 405 mm Schmaler

Jorge Lorenzo wechselt zum Autorennsport

Der fünfmalige Motorrad-Weltmeister Jorge Lorenzo tauschte sein Motorrad gegen einen Porsche 911 GT3 Cup und bestritt den Porsche Mobil 1 Supercup. Er sagte, dass das Fahren eines Rennwagens eine völlig andere Welt sei, da man seinen Körper nicht einsetzen kann, um das Gewicht zu verlagern.

Lorenzo betonte, dass ein Motorrad auf den Geraden viel schneller beschleunigt, während ein Auto in Kurven Vorteile hat. Er suchte nach einer weniger gefährlichen Alternative zum Motorradrennsport, da das Risiko von Verletzungen in einem Rennwagen geringer sei.

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