Auto- und Motorradführerschein zusammen machen: Voraussetzungen und Kosten

Viele Menschen träumen davon, die Freiheit auf zwei Rädern zu erleben. Doch was, wenn Sie bereits einen Autoführerschein besitzen und überlegen, zusätzlich den Motorradführerschein zu erwerben? Hier erfahren Sie alles über die Voraussetzungen, Kosten und Möglichkeiten, beide Führerscheine zusammen zu machen.

Welche Motorradführerscheinklasse ist die richtige?

Wer sich dazu entscheidet, einen Motorradführerschein zu machen, steht meist vor folgenden Fragen: Welche Führerscheinklasse ist die richtige für meine Wunsch-Maschine? Wie alt muss ich für den Motorradführerschein sein und welche Kosten kommen auf mich zu?

Die verschiedenen Führerscheinklassen im Überblick:

  • Klasse AM: Ab 16 Jahren für Zweiräder bis 4 kW, maximal 50 ccm Hubraum und 45 km/h.
  • Klasse A1: (125er Führerschein) Motorräder und Roller bis 11 kW und 125 ccm. Das Leistungsgewicht darf 0,1 kW je Kilogramm der Leermasse nicht überschreiten. Auch Dreiräder (Trikes) bis 15 kW können mit dem Motorradführerschein A1 gefahren werden.
  • Klasse A2: Ab 18 Jahren für Motorräder bis 35 kW und 48 PS. Das Leistungsgewicht darf 0,2 kW je Kilogramm der Leermasse nicht überschreiten.
  • Klasse A: Zweiräder und Dreiräder ohne Hubraumgrenzen und Geschwindigkeitsbeschränkung. Das Mindestalter für den Direkteinstieg beträgt 24 Jahre.

Voraussetzungen für den Motorradführerschein

Wenn ihr einen Motorradführerschein ablegen wollt, gibt es unabhängig von der Klasse bestimmte Voraussetzungen, die ihr einhalten müsst.

  • Mindestalter:
    • A: 24 Jahre, bzw. 20 Jahre bei mind. 2 Jahren Vorbesitz der Klasse A2

Theorie- und Praxisstunden

Wie viele Theoriestunden beim Neuerwerb des Motorradführerscheins absolviert werden müssen, bevor ihr eure Theorieprüfung ablegen könnt, ist festgeschrieben. Diese umfassen 12 Grundstunden und vier Sonderstunden zur Theorie des Zweirads. Besitzt ihr allerdings bereits einen Führerschein für ein Motorrad und wollt von Klasse A1 auf A2 oder von A2 auf A aufsteigen, entfallen erneute Motorradführerschein Theoriestunden.

Wenn ihr einen Motorradführerschein ablegen wollt, sind 12 Führerschein-Pflichtstunden mit Sonderfahrten wie Autobahn-, Überland- oder Nachtfahrten vorgeschrieben. Außerdem müsst ihr 10 bis 20 Übungsstunden absolvieren. Diese Zahl ist abhängig davon, wie begabt ihr seid und wie schnell ihr euer Motorrad sicher fahren könnt.

Kosten für den Motorradführerschein

Natürlich kommen, je nach Führerschein, auch diverse Kosten auf euch zu. Legt euch also einen finanziellen Puffer von insgesamt ca. 1.250-1.550 Euro an. Aber beachtet: Diese Kosten sind auch abhängig davon, ob ihr die Prüfungen sofort besteht und wie viele Übungsfahrstunden ihr benötigt.

Die Kosten für den Motorradführerschein variieren von Fahrschüler zu Fahrschüler. Vor allem die Anzahl der praktischen Fahrstunden wirkt sich auf die Höhe der Führerscheinkosten aus.

Führerscheinklasse Kosten (ca.)
Mofa-Prüfbescheinigung 200 €
Führerscheinklasse AM 750 €
Führerscheinklasse A1 1.250 €
Führerscheinklasse A2 1.350 €
Führerscheinklasse A 1.550 €

Die Kosten variieren je nach Gemeinde, Fahrschule und Anzahl der Übungsfahrten.

Haben Sie bereits einen Pkw-Führerschein und möchten noch den Motorradführerschein machen, können Sie einen Teil der Kosten sparen. Die theoretische Ausbildung ist für beide Führerscheine ähnlich. Bei den Übungsstunden können Sie einiges einsparen, wenn Sie schon längere Zeit im Straßenverkehr unterwegs sind. Um die zwölf Sonderfahrten auf Landstraßen, auf der Autobahn und bei Nacht kommen Sie jedoch nicht herum.

Gut zu wissen: Für Fahranfänger und Wiedereinsteiger ist zu Beginn der Saison ein freiwilliges Fahrsicherheitstraining für etwa 100 Euro sinnvoll. Dabei lernen Sie, Ihr Zweirad noch besser zu kontrollieren und in Gefahrensituationen richtig zu reagieren.

Kombination von Auto- und Motorradführerschein

Vielleicht besitzt ihr bereits einen Autoführerschein und wollt jetzt auch die Welt auf zwei Rädern erkunden? Außerdem dürfen alle Autofahrer Kleinkrafträder mit 50 ccm Hubraum fahren, ohne eine extra Prüfung ablegen zu müssen.

Man kann das machen und man spart nicht nur bei den Anmeldegebühren, sondern man hat auch nur eine Theorie-Prüfung. Du solltest Dich bei den Fahrschulen in Deiner Umgebung informieren, die können Dir die Preise etc. sagen. Die Fahrschulen haben in der Regel eine Homepage, wo Du schon vorab mal die zu erwartenden Kosten nachsehen kannst. Ich finde, es ist eine gute Idee.

Bares Geld sparen - mit der Kombination aus Auto- und Motorrad-Führerschein

Die Kombi zahlt sich aus.

  • Führerschein Klasse A1 + B
    • Mindestalter: 18 Jahre
  • Führerschein Klasse A2 + B
    • Mindestalter: 20 Jahre

Wie viel gespart wird ist schwierig zu sagen, da es auch vom Talent abhängig ist.

125er fahren mit dem Autoführerschein (B196)

Seit Januar 2020 können Autofahrer ihren Klasse B-Autoführerschein ohne Prüfung erweitern und 125er-Motorräder und -Roller fahren. Im Dezember 2019 beschloss der Deutsche Bundesrat, dass in Deutschland künftig jeder - unter bestimmten Voraussetzungen - mit seinem Autoführerschein auch 125er-Leichtkrafträder fahren darf.

125er oder Leichtkrafträder (L3e-A1) sind Motorräder oder Roller, die mehr als 50, aber höchstens 125 Kubik Hubraum aufweisen und maximal 11 kW/15 PS Leistung haben. Die Regelung gilt seit Januar 2020.

Voraussetzungen für die Führerscheinerweiterung B196:

  • Mindestens 25 Jahre alt
  • Seit mindestens 5 Jahren den Führerschein Klasse B
  • Absolvierung von neun 90-minütigen Doppelstunden Fahrschule (4 in Theorie und 5 in Praxis)

Eine Fahrprüfung ist nach der Ausbildung nicht erforderlich. Es reicht eine Bescheinigung der Fahrschule aus, welche die entsprechende Schulung bestätigt.

Mit dieser kann man sich binnen zwölf Monaten die Schlüsselnummer 196 zur Klasse B eintragen lassen und darf damit Leichtkrafträder und -roller fahren. Diese haben qua Definition 125 cm³, maximal 11 kW (15 PS) und dürfen bei voller Leistung nicht leichter als 110 Kilo sein (maximal 0,1 kW/kg), Dreiräder bis zu 15 kW (20 PS). Sie können eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 100 km/h erreichen.

Kosten der Erweiterung B196

Die Kosten für die Erweiterung des Autoführerscheins um die Schlüsselzahl 196 variieren je nach Fahrschule und Region. In der Regel liegen die Kosten zwischen 500 und 900 Euro. Von der Fahrschule gibt es dann einen Ausbildungsnachweis, mit dem bei der Führerscheinstelle - neues Passbild nicht vergessen - ein neuer Führerschein beantragt werden muss. Für diesen Posten sind etwa 40 bis 50 Euro plus eine Wartezeit für den Amtsweg einzukalkulieren.

Erfolg der B196-Regelung

Die Bilanz des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) nach den ersten zwei Jahren zeigt, dass der B196-Schein sehr gefragt ist. Im ersten Jahr (2020) nutzten bereits 77.823 Autofahrer die Möglichkeit zur Erweiterung ihres Führerscheins. Zum Stichtag 1. Januar 2022 wurden bereits mehr als 130.000 B196-Berechtigungen erworben.

Gültigkeit im Ausland

Bisher ist das Recht, mit Klasse B 196 Leichtkrafträder und -roller zu fahren, noch auf Deutschland beschränkt. Der Grund dafür: Weil sich die EU-Staaten bisher nicht auf eine einheitliche Regelung einigen konnten, hatte jedes Land die nationale Option, das Fahren von Leichtkrafträdern und -rollern mit Pkw-Lizenz zu erlauben.

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