Autobatterien und Motorradbatterien sollen eigentlich während der Fahrt über die Lichtmaschine wieder voll aufgeladen werden. Wenn mehr rausgeht als die Lichtmaschine nachlädt, kommt es zu einer schleichenden Entladung und zur vorzeitigen Alterung. Gerade bei Saisonfahrzeugen, Motorrädern, Wohnmobilen, Booten ist es nicht nur ärgerlich, wenn man das Fahrzeug nutzen will, aber die Batterie leer ist.
In der Regel sind die Fahrzeughersteller bemüht, die Batterie so auszulegen, dass es gerade so reicht mit dem vorhandenen Equipment. Zusätzliche Verbraucher sind allerdings an der Tagesordnung: Handy oder iPad für die Musikwiedergabe oder Kinder-Unterhaltung an der Kopfstütze, ein zusätzlich verbautes Navigationsgerät, eine manuelle Sitzheizung oder eine Sitzauflage, die ich über den Zigarettenanzünder anstecke.
Kälte und Hitze spielen eine Rolle für die Leistung der Batterie. Man merkt es gut, wenn das Fahrzeug beginnt schleppend zu starten, zu eiern, zu orgeln. Zweimal im Jahr die Batterie mit Ladegerät zu laden ist kein Fehler. Mindestens vor der Wintersaison, in der die Batterie stark beansprucht wird, die Spannung prüfen.
Kann man eine Autobatterie mit einem Motorradladegerät laden?
Die kurze Antwort lautet: Ja, das ist grundsätzlich möglich. Hier sind einige wichtige Punkte, die Sie beachten sollten:
- Spannung: Achten Sie darauf, dass das Ladegerät für eine Spannung von 12 Volt ausgelegt ist.
- Ladezeit: Das Laden dauert länger, da Motorradladegeräte in der Regel eine geringere Ladeleistung haben und die Autobatterie eine höhere Kapazität besitzt.
- Kapazität: Es ist egal wieviel Ah die Batterie hat. Dauert eben länger oder kürzer, je nach Kapazität.
Technische Details und Vorgehensweise
Grundsätzlich ladet man mit max.1/10 der kapazität der batterie. Soviel ich jedoch weiß besitzen Motorradladegeräte eine Ladestärke von ca.2.5 Ampere. Falls kein Überlastungsschutz und Überhitzungsschutz vorhanden ist kann dies zu Problemen führen.
Beispiel: Eine GS-Batterie hat normalerweise 20Ah Kapazität, also mit 2A 10 Stunden laden. Wenn Du nun Deine PKW-Batterie damit laden willst brauchst Du bei einer kleinen PKW-Batterie mit 40 Ah eben rund 20 Stunden, wenn sie völlig leer ist.
Die 10% Regel (=0,1CA) ist die physikalische Theorie. Die Praxis ist, dass auch Moppedbatterien mit brutalen Strömen geladen werden. Anfängliche Ladeströme (direkt nach dem Start) von 25...
Der Strom sinkt IMMER je voller die Batterie wird, egal wieviel das Ladegerät kann.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Aufladen einer Autobatterie
Hier ist eine detaillierte Anleitung, wie Sie eine Autobatterie sicher und effektiv aufladen können:
- Vorbereitung: Genaue Anweisungen zum Vorgehen beim Laden finden sich in den Herstellerangaben zur Batterie und in der Anleitung des Ladegeräts. Zündung, Motor und sonstige Stromquellen müssen während des gesamten Ladevorgangs der Batterie ausgeschaltet sein.
- Belüftung: Vor dem Ladevorgang prüfen, ob alle Belüftungsschlitze der Batterie frei sind, damit sich eventuell freigesetzte Gase nicht stauen.
- Abklemmen (optional): Wenn nötig, den Akku vom Stromkreis trennen (Anleitung des Fahrzeugherstellers beachten). Dazu zuerst die Verbindung am Minuspol (schwarz) und dann am Pluspol (rot) abklemmen.
- Anschließen des Ladegeräts: Ausgeschaltetes Ladegerät anschließen. Zuerst das rote Kabel am Pluspol, dann das schwarze Kabel am Massepunkt des Autos (bei eingebauter Batterie) bzw. am Minuspol der Batterie (bei ausgebautem Akku).
- Einschalten: Ladegerät einschalten. Achtung: Erst wenn alle Verbindungen hergestellt sind, darf das Ladegerät eingeschaltet werden, andernfalls drohen Schäden an der Starterbatterie.
- Ladevorgang beenden: Moderne Ladegeräte schalten bei vollem Akku automatisch ab bzw. gehen in den Ladungs-Erhaltungsmodus.
Wichtige Hinweise
- So gut wie alle Autobatterien sind heutzutage wartungsfrei, sodass vor dem Ladevorgang keine Überprüfung des Säurestands nötig ist.
- Bei älteren Batterien (erkennbar an aufschraubbaren Zellverschlüssen an der Oberseite) sollte zuvor der Säurestand gecheckt werden.
- Vor Beginn des Aufladens sicherstellen, dass das Ladegerät für den Batterietyp (z. B. Blei-Säure-Batterien oder Gel-Batterien) geeignet ist.
- Es empfiehlt sich, auf ein Autobatterie-Ladegerät zurückzugreifen, das über einen automatischen Abschaltmechanismus (Delta-Peak-Abschaltung) verfügt und den Vorgang beendet, sobald die Starterbatterie vollgeladen ist.
- Am besten geeignet sind Ladegeräte mit einer sogenannten Mikroprozessorsteuerung. Sie erkennen beim Anschließen automatisch Batterietyp und -spannung und laden den Akku optimal auf.
Warum muss die Batterie regelmäßig geladen werden?
Idealerweise hat die Autobatterie immer eine Spannung von (über) 12,6 Volt und ist voll aufgeladen. Denn sobald die Spannung für längere Zeit darunter fällt, beginnt die sogenannte Sulfatierung. Das heißt, es lagern sich kleine Sulfatkristalle an den Bleiplatten ab. Dadurch sinkt mit der Zeit die Leistungsfähigkeit der Batterie - ergo: Sie geht kaputt. Damit das nicht passiert, sollte man die Autobatterie regelmäßig laden.
Auf Langstrecken passiert das automatisch durch die Lichtmaschine. Wird jedoch viel Kurzstrecke gefahren, kann die Lichtmaschine die Batterie oft nicht vollständig nachladen. Deswegen sollte man regelmäßig ein Ladegerät anschließen. Alternativ kann mit einem Batterietester die Spannung überprüft werden und dann reagiert werden, wenn sie sich dem kritischen Bereich nähert.
Die folgende Tabelle zeigt den Ladezustand in Abhängigkeit von der Spannung:
| Volt | Ladezustand | Ergebnis und ToDo |
|---|---|---|
| > 12,4 | > 60 % | = ok |
| 12,0 - 12,4 | 25 - 60 % | = sollte geladen werden |
| < 12,0 | < 25 % | = muss geladen werden |
Weitere wichtige Punkte
- Defekte Batterie: Eine altersschwache Autobatterie ist daran zu erkennen, dass sie selbst nach langer Überlandfahrt oder einem Ladevorgang noch Startschwierigkeiten hat.
- Ladezustand prüfen: Wie "voll" eine (ältere) Batterie ist, lässt sich leider nicht allein durch die Messung der Ruhespannung feststellen.
- Batteriepulser: Eine letzte Möglichkeit vor dem Austausch des Akkus, ist das Anschließen eine sogenannten Batteriepulsers. Mit Spannungsspitzen soll das Gerät Sulfatkristalle, die das Laden der Batterie verhindern, zerstören. Den Prozess nennt man Desulfatierung. Auch viele moderne Ladegeräte verfügen über eine Desulfatierungsfunktion.
Batterieladegerät anschließen:
- Stellen Sie sicher, dass Ihr Fahrzeug ausgeschaltet ist und der Schlüssel abgezogen wurde. Damit lassen sich Schäden an der Elektrik vermeiden.
- Positionieren Sie das Ladegerät so, dass die Ladekabel die Batteriepole ungehindert erreichen können. Legen Sie das Ladegerät nicht direkt auf die Batterie.
- Verbinden Sie zuerst die rote Klemme des Ladegeräts mit dem Pluspol der Batterie, der in der Regel mit einem "+" oder "POS" gekennzeichnet ist. Aber was tun, wenn sich die Batterie nicht im Motorraum befindet? Alternativ kann das Ladegerät dann auch am Fremdstartstützpunkt angeschlossen werden. Das sind Kontaktpunkte im Motorraum, die ein Fremdstarten erlauben, auch wenn sich die Batterie beispielsweise im Kofferraum befindet. Hierbei kann die Bedienungsanleitung helfen.
- Verbinden Sie nun die schwarze Klemme des Ladegeräts mit dem dafür vorgesehenen Massepunkt des Fahrzeugs. Ein Anklemmen an den Minuspol der Batterie sollte unterlassen werden. Zum einen reduziert der Massepunkt das Risiko von Funkenbildung während des Ladevorgangs, zum anderen sind moderne Fahrzeuge häufig mit einem Batteriesensor ausgestattet, der Strom, Spannung und Temperatur misst. Ein Anschluss an den falschen Punkt könnte diesen Sensor beschädigen oder zu unplausiblen Messwerten führen.
- Schalten Sie das Ladegerät nun ein oder stecken es an der 230V-Steckdose an. Wählen Sie den passenden Modus (z.B. Schnellladung oder Erhaltungsladung) in Abhängigkeit vom Zustand der Batterie. Achten Sie dabei darauf, auch den richtigen Batterietyp auszuwählen, den Sie auf der Beschriftung der Batterie oder durch Internetrecherchen ermittelt haben.
- Entfernen Sie zunächst die schwarze Klemme (Minus) und dann die rote Klemme (Plus).
Wie lange dauert es, eine Batterie zu laden?
Das hängt von der Kapazität der Batterie und dem maximalen Ladestrom des Ladegeräts ab. Übliche maximale Ladeströme sind, je nach Verkaufspreis des Ladegeräts, 5,7 oder 10 A. Je größer die Batterie, desto größer sollte auch der Ladestrom sein. Beispielsweise dauert das Laden einer leeren 100-Ah-Batterie mit einem 7-A-Ladegerät auf 80 Prozent bis zu elf Stunden.
Lebensdauer einer Autobatterie
Als Faustregel beträgt die durchschnittliche Lebensdauer einer Autobatterie etwa vier bis fünf Jahre. Dabei spielt es keine Rolle um welche Art von Starterbatterie es sich handelt.
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