Automatik-Motorradmodelle von Kawasaki: Ein Überblick

Kawasaki hat in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte im Bereich der Motorradtechnologie gemacht, insbesondere bei der Entwicklung von Modellen mit automatisierten Schaltgetrieben und Hybridantrieben. Diese Innovationen zielen darauf ab, das Fahrerlebnis zu verbessern und den Fahrkomfort zu erhöhen, insbesondere für Fahrer mit gesundheitlichen Einschränkungen oder solche, die ein einfacheres Handling bevorzugen.

Die Hybrid-Technologie von Kawasaki

Kawasaki hat mit der Einführung von Hybridmodellen einen wichtigen Schritt in Richtung umweltfreundlichere und vielseitigere Motorräder gemacht. Diese Modelle kombinieren einen Verbrennungsmotor mit einem Elektromotor, was zu einer verbesserten Leistung und reduzierten Emissionen führt.

Mit einem kompakten Antriebsmotor, der hinter der Zylinderbank eines 451 cm³ großen Parallel-Twin-Verbrennungsmotors montiert ist, ist der starke Hybridantrieb der erste seiner Art in einem Motorrad. * Starke Hybridsysteme kombinieren einen Verbrennungsmotor (ICE) mit einem Elektromotor für kraftvolles Fahren und können aufgrund ihrer großen Batteriekapazität ausschließlich mit Strom betrieben werden.

Bisher konnten viele Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor und Elektroantrieb nicht unabhängig voneinander betrieben werden; entweder nur mit Elektroantrieb oder nur mit Verbrennungsmotor. Das Design des Antriebsstrangs ist sehr effizient.

Fahrmodi der Kawasaki Hybrid-Modelle

Die Kawasaki Hybrid-Modelle, wie die Z7 und Ninja 7 Hybrid, sind mit drei Fahr-Modi ausgestattet:

  • SPORTHYBRID
  • ECO-HYBRID
  • Rein elektrisch (EV) für kurze Distanzen und niedrige Geschwindigkeiten

Damit ist man für alle Fahrsituationen gerüstet. Die Auswahl aus drei Fahrmodi (SPORTHYBRID, ECO-HYBRID und Elektro-Fahrmodus für kurze Distanzen mit niedriger Geschwindigkeit) bietet die Vielseitigkeit, sich an eine Vielzahl von Fahrsituationen anzupassen. Für Nullemissionszonen ist ein reiner Elektrobetrieb möglich.

Der EV-Modus des Ninja 7 Hybrid kann in bestimmten Situationen hilfreich sein, in denen ruhiges Fahren angebracht ist, beispielsweise in Wohngebieten oder in Parkhäusern.

Automatisiertes Schaltgetriebe

Ein weiteres Highlight der Kawasaki Hybrid-Modelle ist das elektronisch gesteuerte 6-Gang-Getriebe. Kawasakis einzigartiges, elektronisch gesteuertes 6-Gang-Getriebe nutzt eine proprietäre Logik, um die Gänge sanft zu schalten und die Kupplung zu betätigen.

Seit den ersten Patenten und Vorführungen schien es immer, als plane Kawasaki das Hybridkrad mit einer Automatik oder einer vergleichbaren Schaltung zu bauen. Seit der offiziellen Vorstellung der Ninja 7 Hybrid ist klar: Es ist ein automatisiertes Schaltgetriebe, ohne Kupplungshandhebel und ohne Fußschalthebel.

Wahlweise mit einem manuellen Modus, was der Umschalter an der linken Lenkerarmatur beweist, dann schaltet der Fahrer sequenziell mit den Fingern hoch oder herunter. Nicht zu verwechseln mit dem DCT von Honda mit 2 Kupplungen. Bei der Kawasaki wird ein konventionelles 6-Gang-Getriebe von Aktuatoren gesteuert. Ein vergleichbares System ließ sich KTM vor einiger Zeit patentieren.

Wenn das Fahrzeug während des MT-Betriebs stoppt, schaltet das Getriebe automatisch in den 1. Gang zurück, um das erneute Anfahren zu erleichtern.

Weitere Merkmale und Technologien

Die Kawasaki Hybrid-Modelle bieten eine Reihe weiterer fortschrittlicher Funktionen und Technologien, die das Fahrerlebnis verbessern:

  • Rideology-App: Für die Kawasaki Hybrid-Modelle wurde eine neue Version der Rideology-App eingeführt.
  • IMU (Inertial Measurement Unit): Die kompakte IMU arbeitet in 6 DOF (Freiheitsgraden): 5 gemessen + 1 berechnet.
  • KTRC (Kawasaki Traction Control): Die dreistufige KTRC ist für eine Vielzahl von Fahrsituationen geeignet. Die Stufen 1 und 2 bieten erweiterte Möglichkeiten für eine sportliche Fahrweise.
  • Assist- und Rutschkupplung: Basierend auf Feedback aus Rennaktivitäten, verwendet die Assist- und Rutschkupplung zwei Nocken, einen Unterstützungsnocken (Assist) und einen Rutschnocken, um entweder den Kupplungskorb und die Druckplatte zusammenzudrücken oder zu trennen.
  • Horizontal Back-Link-Hinterradaufhängung: Im Vergleich zur traditionellen Uni-Trak-Hinterradaufhängung von Kawasaki, bei der das Federbein vertikal montiert ist, liegt das Federbein bei der Horizontal Back-Link-Hinterradaufhängung fast horizontal.
  • ERGO-FIT: Die richtige Ergonomie ist entscheidend für den Komfort und die Kontrolle des Fahrers. ERGO-FIT ist ein Schnittstellensystem, mit dem der Fahrer seine ideale Sitzposition finden kann.
  • Anzeige für sparsames Fahren: Die Anzeige für sparsames Fahren ist eine Funktion, die anzeigt, wenn unter den aktuellen Fahrbedingungen wenig Kraftstoff verbraucht wird.
  • ABS (Antiblockiersystem): Eine plötzliche Überbremsung oder das Bremsen auf glatten Oberflächen wie nassem Asphalt oder Kanaldeckeln kann dazu führen, dass die Räder eines Motorrads blockieren und rutschen. Das ABS wurde entwickelt, um solche Vorfälle zu verhindern.

Die Kawasaki Versys 7 Hybrid

Es gibt Spekulationen über eine mögliche Versys 7 Hybrid. In einem Patent steckt Kawasaki die Hybridtechnik in eine Versys 650. Exakt so ein Modell wünschten sich die ersten Testfahrer, eine Versys 7 Hybrid. Bringt Kawa den hybriden Tourer? Es war MOTORRAD bereits auf der ersten Fahrt mit den beiden neuen hybriden Kawasaki klar: Das Konzept muss als Versys kommen. Und der Ruf scheint erhört, denn Kawasaki hat in einem neuen Patent den neuen Hybrid-Twin mit einer Art Versys kombiniert.

Der Nomenklatur der bereits gezeigten Z 7 Hybrid und Ninja 7 Hybrid nach würde ein Sporttourer Versys 7 Hybrid heißen. Technisch dürfte wie beim Naked Bike und dem Sportbike das Chassis der Versys 650 Pate stehen, denn der zusätzliche Generator und der kleine Akku im Heckrahmen benötigen Platz. Und natürlich die Steuereinheiten für den neuartigen Antrieb mit seinem automatisierten Schaltgetriebe.

Technische Daten der Ninja 7 Hybrid

Zur bereits verfügbaren Ninja 7 Hybrid nennt Kawasaki 59 PS Höchstleistung, ergänzt durch die 9,5 PS des Starter-Generators auf dem Getriebe. In Summe ergibt das 69 PS. Für eine 450er nicht schlecht. Das für E-Antriebe wichtige Drehmoment beträgt laut Kawasaki 43,6 Nm bei 7.500 Touren für den Twin und 23,9 Nm bei 2.400 /min für den E-Motor. Ergibt ein Maximum im System von 60,4 Nm bei nur 2.800 Touren. Stark für eine 450er und auf Niveau einer 700er-Maschine. Niedrig hingegen der Verbrauch von homologierten 3,7 Liter pro 100 Kilometer im Eco-Modus und 4,0 Liter pro 100 Kilometer im Sport-Modus. Im Kontext verbraucht die Ninja 7 Hybrid so wenig wie ein 300er-Twin mit 42 PS und etwas weniger als ein 500er-Twin mit 48 PS.

Merkmal Wert
Höchstleistung (Verbrennungsmotor) 59 PS
Leistung (Starter-Generator) 9,5 PS
Gesamtleistung 69 PS
Drehmoment (Verbrennungsmotor) 43,6 Nm bei 7.500 U/min
Drehmoment (E-Motor) 23,9 Nm bei 2.400 U/min
Maximales Drehmoment (System) 60,4 Nm bei 2.800 U/min
Verbrauch (Eco-Modus) 3,7 Liter pro 100 km
Verbrauch (Sport-Modus) 4,0 Liter pro 100 km

Fazit

Kawasaki setzt mit seinen Hybrid- und Automatik-Modellen neue Maßstäbe im Motorradbau. Diese Innovationen bieten Fahrern eine verbesserte Leistung, mehr Komfort und eine größere Vielseitigkeit. Es bleibt abzuwarten, welche zukünftigen Modelle und Technologien Kawasaki entwickeln wird, aber die aktuellen Fortschritte sind vielversprechend und zeigen das Engagement des Unternehmens für Innovation und Fahrerzufriedenheit.

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