In Siegburg hat die Arbeiterwohlfahrt Bonn/Rhein-Sieg ihre Fahrradwerkstatt vergrößert und das „Radhaus“ in neue Räumlichkeiten verlegt. Der AWO-Radladen bietet die gesamte Servicepalette rund um das Fahrrad an.
Neuer Standort und Erweiterung des Angebots
Anfang des Jahres zog das Radhaus aus seinen angestammten Räumen an der Frankfurter Straße 53 aus und nur wenige Meter weiter in das Haus mit der Nummer 39 ein. In die ehemaligen Räumlichkeiten des Secondhand-Ladens in der Frankfurter Str. 39 in Siegburg ist der Fahrradladen „RadHaus“ eingezogen. Mit dem Umzug des Radhauses in neue Räumlichkeiten hat die Arbeiterwohlfahrt das Arbeits- und Beschäftigungsangebot für psychisch erkrankte Menschen nochmals deutlich erhöhen können.
Bei einem Pressegespräch am 3.8.2021 wurde die Einrichtung der AWO Bonn/ Rhein-Sieg am neuen Standort vorgestellt. Fahrräder stehen in Reih und Glied, an der einen Wand hängen Ersatzreifen, gegenüber finden sich Sattel, Helme und anderes Zubehör. Auf den ersten Blick ein ganz normaler, professioneller Fahrradladen.
Angebote und Leistungen
Der Fahrradladen bietet alle Tätigkeiten eines Einzelhandels- und Werkstattbetriebs mit dem Schwerpunkt der Aufarbeitung und Instandsetzung defekter Spendenfahrräder, die anschließend zu sozial-verträglichen Preisen zum Verkauf angeboten werden. Der Radladen bietet die gesamte Servicepalette rund ums Rad: Inspektionen, Reparaturen, Ersatzteilverkauf, Verkauf von aufgearbeiteten Gebrauchträdern und neuen Fahrrädern.
Weiterhin bietet die Werkstatt Fahrradinspektionen und Reparaturen aller Art an. Durch gezielte Mitarbeiterschulungen ist dieser Service in den letzten Jahren auch auf E-Bikes ausgeweitet worden. Neue Fahrräder und E-Bikes befinden sich ebenfalls in der Angebotspalette. Defekte oder nicht mehr passende Fahrräder können mitgebracht werden und werden beim Kauf eines Gebraucht- oder Neurades angerechnet.
„Kleinere Reparaturen erledigen wir sofort“, sagt Rolffs. Für aufwendigere Sachen oder Inspektionen würden Termine vergeben. Bis zu zehn Reparaturen erledigen er und seine Mitarbeiter am Tag.
Arbeitsförderung für psychisch erkrankte Menschen
Unverändert geblieben ist das Konzept des Radladens. Das Arbeitsprojekt richtet sich besonders an psychisch erkrankte Klientinnen und Klienten aus dem Wohnverbund der AWO Bonn/Rhein-Sieg, die noch nicht dauerhaft in einem Integrationsbetrieb oder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt einer Beschäftigung nachgehen können. Sie erhalten die Möglichkeit, in Form eines Arbeitstrainings Schritt für Schritt wieder die eigene Belastbarkeit zu steigern. Die Arbeit im Radladen hilft ihnen bei der Tagesstrukturierung und beim Aufbau sozialer Kontakte. Dies gelingt besonders durch die Förderung von sozialen und motorischen Fähigkeiten, wobei konkret Wartungs- und Reparaturarbeiten an Fahrrädern erlernt werden können.
Das „Radhaus“, im Jahre 2009 als gemeinnützige Fahrradwerkstatt gegründet, kann nun bis zu 10 psychisch beeinträchtigten Menschen einen Arbeitstrainingsplatz bieten. Es besteht Barrierefreiheit, sodass auch körperliche Einschränkungen keine Zugangsbeschränkung mehr darstellen.
In den neuen Räumen im Haus Frankfurter Str. 39 können die Mitarbeitenden in ganz verschiedenen Arbeitsbereichen eingesetzt werden. Es gibt den Fahrradreinigungsbereich, den Werkstattbereich, die Reparaturannahme, die Kundenberatung und den Verkauf, die Pflege des SB-Ersatzteilebereichs und den Lagerhaltungsbereichs. Der Einsatz in diesen Bereichen wird flexibel und durchlässig gestaltet, unter Berücksichtigung der gesundheitlichen Situation sowie der persönlichen Fähigkeiten und Wünsche der Klientinnen und Klienten. Im Vordergrund steht, dass deren soziale, kognitive und motorische Fähigkeiten gefördert und gestärkt werden.
„Wir möchten unseren Klienten, die noch nicht bereit für die Arbeit in einem Integrationsbetrieb oder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt sind, eine sinnvolle Beschäftigung bieten“, sagt Awo-Geschäftsführer Franz-Josef Windisch. In einem geschützten Bereich erhielten sie eine Tagesstruktur, könnten neue Kontakte aufbauen und so Schritt für Schritt ihre eigene Belastbarkeit wieder steigern.
Zu ihren Aufgaben gehört aber mehr als die reine Fahrradreparatur oder -reinigung. So lernen die Mitarbeiter auch Lagerhaltung, Pflege der Selbstbedienungswände, Reparaturannahme, Beratung der Kunden und den Verkauf von Fahrrädern. „Das ist ein anspruchsvolles, technisches Metier“, betont Andreas Rolffs. Die Fahradtechnik habe sich in den vergangenen Jahren weiter entwickelt. Um immer auf dem neuesten Stand zu sein, bildet sich das Radhaus-Team daher stetig weiter. Das technische Wissen werde weitergegeben.
Von einem Erfolgsmodell spricht der Awo-Kreisvorsitzende Heinz-Willi Schäfer mit Blick auf das Radhaus-Konzept. Das kann Andreas Rolffs nur bestätigen. So ist etwa einer seiner früheren Klienten inzwischen fest angestellt bei der Awo.
Öffnungszeiten und Kontakt
Das AWO-Radhaus, Frankfurter Straße 39 in Siegburg, hat montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr sowie von 13 bis 18 Uhr geöffnet. In der Regel hat das „RadHaus“ montags- freitags von 9-12 und 13-18 Uhr geöffnet.
Hinweis: Das Radhaus-Team macht am 20.06. (Fronleichnam) einen Tag Pause für ein verlängertes Wochenende und ist ab dem 23.06. wieder ganz normal für Euch da. In der Ferienzeit werden wir urlaubsbedingt in den beiden Monaten Juli und August freitags geschlossen haben.
Die Arbeiterwohlfahrt Bonn/Rhein-Sieg
Die Arbeiterwohlfahrt kämpft mit ehrenamtlichem Engagement und professionellen Dienstleistungen für eine sozial gerechte Gesellschaft. Wir bestimmen - vor unserem geschichtlichen Hintergrund als Teil der Arbeiterbewegung - unser Handeln durch die Werte des freiheitlich - demokratischen Sozialismus: Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit. Wir sind ein Mitgliederverband, der für eine sozial gerechte Gesellschaft kämpft und politisch Einfluß nimmt. Dieses Ziel verfolgen wir mit ehrenamtlichem Engagement und professionellen Dienstleistungen. Wir fördern demokratisches und soziales Denken und Handeln. Wir haben gesellschaftliche Visionen. Wir unterstützen Menschen, ihr Leben eigenständig und verantwortlich zu gestalten und fördern alternative Lebenskonzepte. Wir praktizieren Solidarität und stärken die Verantwortung der Menschen für die Gemeinschaft. Wir bieten soziale Dienstleistungen mit hoher Qualität für alle an. Wir handeln in sozialer, wirtschaftlicher, ökologischer und internationaler Verantwortung und setzen uns nachhaltig für einen sorgsamen Umgang mit vorhandenen Ressourcen ein. Wir wahren die Unabhängigkeit und Eigenständigkeit unseres Verbandes; wir gewährleisten Transparenz und Kontrolle unserer Arbeit.
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