Die Förderung wurde am 06. Durch die Fördermittelgewährung von Bund und Land kann nun in die bauliche Umsetzung gegangen werden.
Erneuerung des Radwegs entlang der L185
Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) erneuert zwischen Pohnsdorf und Bad Schwartau vom 9. September bis voraussichtlich 4. Oktober 2024 den Radweg entlang der Landesstraße 185. Die Durchfahrt bis zum Gewerbegebiet Nieland-Straße bleibt möglich.
Polizei und Rettungsdienste im Einsatz können den Baubereich passieren. Anliegerinnen und Anlieger werden von der Baufirma vor Ort rechtzeitig durch Hauswurfzettel über Beeinträchtigungen benachrichtigt. Über Änderungen im Linienverkehr informiert der Buslinienbetreiber eigenständig. Die Arbeiten sind witterungsabhängig; terminliche Verschiebungen sind daher möglich.
Die ausgeschilderte Umleitung führt ab Pohnsdorf über die L 184 nach Curau, die K 37 Richtung Malkendorf, die K 18 bis Bad Schwartau sowie die L 309 zur L 185 in Bad Schwartau und umgekehrt. Die Verkehrsführung wurde mit der Polizei, der Verkehrsbehörde, der Stadt und dem Buslinienbetreiber abgestimmt.
Der geplante Radschnellweg von Bad Schwartau nach Groß Grönau
Dieser Traum aller Radpendler soll auf der ca. 15km langen Strecke von Bad Schwartau über Lübeck bis nach Groß Grönau entstehen. Doch kann man soviel Fahrrad wagen? Wenn man richtig was erreichen will, muss man klotzen und nicht kleckern und auch mal eine Brücke oder Unterführung bauen, so dass das Projekt 15 Millionen Euro und mehr kosten kann.
Der geplante Radschnellweg ist circa 12 Kilometer lang. Es ist eine Verbindung von Bad Schwartau durch Lübeck bis nach Groß Grönau. Er soll über Verwaltungsgrenzen hinaus verbinden. Die Route verknüpft Wohnquartiere, Arbeitsplätzen, Bildungsstandorte, den Lübecker Hauptbahnhof sowie die Lübecker Altstadt miteinander. Im Süden wird das Gelände der Universität, der technischen Hochschule und des UKSH angeschlossen.
Ziele des Radschnellwegs
- Bessere Erreichbarkeit für Pendelnde und Radfahrende: Arbeitsplätze, Wohnorte, Schulen, Universität und Freizeitziele sollen komfortabel, sicher und schnell per Rad erreichbar sein.
- Erhöhung der Sicherheit: Eine eigene Infrastruktur, die ausreichende Platzverhältnisse zum gegenseitigen Überholen bietet. Übersichtliche Kreuzungsbereiche, um das Unfallrisiko zu senken.
- Radverkehrsförderung: Gute Bedingungen für alle schaffen, die mit dem Fahrrad oder auch dem E-Bike unterwegs sein möchten.
- Klimaschutz: In der Metropolregion gibt es mit mehr als 700.000 Pendelnden starke Verflechtungen, insbesondere zu den urbanen Zentren wie Hamburg, Lübeck oder Schwerin.
Radschnellwege bilden die höchste Qualitätsstufe im Radverkehrsnetz. Sie sind Radverkehrsverbindungen, die über größere Entfernungen zum Beispiel Wohn- und Gewerbegebiete oder Stadtzentren miteinander verknüpfen. Sie garantieren durch hohe bauliche Standards ein sicheres Befahren. Insbesondere für Pendlerinnen und Pendler sollen Radschnellwege ein sicheres, attraktives und komfortables Vorankommen ermöglichen. Radschnellwege müssen viele Kriterien erfüllen. Sie sind mindestens drei Meter breit und erlauben so zum Beispiel ein entspanntes Nebeneinanderfahren von Radfahrenden. Aber auch das gegenseitiges Überholen wird möglich.
Planung und Umsetzung
Die Planungen zum Radschnellweg wurden in Zusammenarbeit mit der Metropolregion Hamburg erstellt. Zwischen 2014 und 2024 arbeitete die Hansestadt Lübeck gemeinsam mit Vertreter:innen der Kreise und Kommunen aus insgesamt vier Bundesländern an verschiedensten Elementen rund um das Thema Radschnellwege. Gemeinsam soll ein regionales Radschnellnetz entstehen. Es wurden Potenzialanalysen, Machbarkeitsstudien, Gestaltungs- sowie Kommunikationskonzepte erstellt. Ziel ist es, durch die Umsetzung von Radschnellwegen in der Region den Radverkehr zu stärken. Durch gemeinsame Planungen wird die Wiedererkennbarkeit über Stadtgrenzen hinaus geschaffen. Dafür wurde auch ein regional einheitlicher Name für die Radschnellwege gewählt: Radrouten Plus. Insgesamt sollen neun Radrouten Plus entstehen. Lübecks Route verläuft dabei als einzige ausschließlich in Schleswig-Holstein und nicht auf Hamburg zu.
Durch die Komplexität des Projekts und die umfassenden baulichen Maßnahmen wird dafür in Teilabschnitten vorgegangen. Die Ratzeburger Allee wird in vier Teilabschnitte gegliedert, die nacheinander umgesetzt werden. Insgesamt ist eine Zeitspanne von 2025 bis 2028 vorgesehen. Begonnen wird auf dem Teilstück zwischen Stresemannstraße und Mönkhofer Weg. Hier wird 2025 begonnnen und voraussichtlich bis Mitte 2026 fertiggestellt werden. Dem Beginn des Abschnitts 1 geht ein Ausschreibungs- und Vergabeprozess voraus, weshalb mit dem offiziellen Baubeginn Mitte des Jahres 2025 zu rechnen ist. Alle Informationen zum Bauvorhaben, möglichen Auswirkungen sowie Termine und Fertigstellungen werden über die gesamte Projektlaufzeit auf dieser Seite aktualisiert. Aktuell orientiert sich die Hansestadt Lübeck an folgendem Bauzeitenplan.
Neuanlage Radwege und Anpassung Fahrbahn
- Neuanlage Radwege: es werden jeweils drei Meter breite Radwege hergestellt. Die Radwege sind mit ausreichend breiten Sicherheitstrennstreifen vom fahrenden und ruhenden Kfz-Verkehr getrennt.
- Verbreiterung Grünflächen: Dort, wo der bestehende Radweg entfällt, kann den vorhandenen Grünstreifen und Bäumen mehr Platz gegeben werden.
- Anpassung Fahrbahn: Um die drei Meter breiten Radwege und den Sicherheitstrennstreifen zu ermöglichen, wird ein Teil der heutigen Fahrbahn genutzt.
Das Projekt wird anteilig mit Fördermitteln des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr sowie des Landes Schleswig-Holstein finanziert. Dabei werden sowohl Mittel aus der „Verwaltungsvereinbarung Radschnellwege 2017-2030“ genutzt als auch Mittel aus dem Landesprogramm „Ab aufs Rad“.
Während der erste Abschnitt auf der Ratzeburger Allee gebaut wird, arbeitet die Verwaltung daran, die nächsten Abschnitte für die Umsetzung vorzubereiten.
Wirtschaftliche Vorteile des Radschnellwegs
Der ADFC hat nicht nur 14 Routen (8 nördlich und 6 südlich Lübecks) auf ihre Eignung hin untersucht, sondern auch den Nutzen des Radschnellwegs (RSW) berechnet:
- Verlagerung von 35 Mio. Personenkilometern aufs Fahrrad
Beim ADFC-Fahrradklimatest schneidet Lübeck regelmäßig mit einer 4 ab. Wir erwarten, dass die 74.000 Einwohner im Einzugsgebiet des RSW die Gesamtqualität mit einer Note besser bewerten würden. Im Vergleich mit anderen Städten zeigt sich, dass diese Verbesserung eine deutlich höhere Fahrradnutzung nach sich zieht. Umgerechnet auf ganz Lübeck könnte man so 6,2% der gesamten Verkehrsleistung von den anderen Verkehrsträgern auf das Fahrrad verlagern, was ca. 35 Millionen Personenkilometern jährlich entspricht.
Weil der Fahrradverkehr geringerer Zuschüsse durch die Stadt als andere Verkehrsmittel bedarf, lassen sich allein hierdurch schon ca. 1,34 Mio. Euro pro Jahr einsparen. Weitere 103.000 Euro jährlich kommen nach ein paar Jahren hinzu, weil die städtischen Mitarbeiter aus dem Einzugsgebiet durch häufigeres Radfahren seltener krank werden.
Volkswirtschaftliche Vorteile
Neben diesem rein betriebswirtschaftlichen Nutzen ergeben sich volkswirtschaftlich Vorteile für Lübeck durch die Senkung der Gesundheits- und Pflegekosten sowie der externen Kosten des Kfz-Verkehrs (z.B. Unfälle und Umweltschäden) von 19,3 Mio. € jährlich. Wenn man den Zugewinn von Lebenszeit und Lebensqualität, die Fahrzeitersparnis und geringere Staukosten mit einrechnet, erhöht sich der Betrag auf 57,2 Mio. Euro in jedem Jahr.
Wenn man die erst verzögert einsetzenden Effekte (z.B. bessere Gesundheit) mit einrechnet, haben sich die rund 15 Mio. € Investitionen für den Radschnellweg rein betriebswirtschaftlich schon nach 12 Jahren amortisiert. Bei volkswirtschaftlicher Betrachtung refinanziert sich der RSW je nach Umfang der berücksichtigten Effekte bereits nach 5 Jahren bzw. schon vor Ablauf des ersten Jahres.
Auswirkungen der Sturmflut auf den Ostseeküsten-Radweg
Im Oktober 2023 gab es eine große Sturmflut an der Ostsee, die die Küste zum Teil massiv beschädigt hat. Dies hat auch Auswirkungen auf den Ostseeküsten-Radweg (sowie weitere Radwege), die entlang der Küste der Ostsee Schleswig-Holstein führen.
- Im Süden: Zwischen dem Südstrand Burgtiefe und Meeschendorf sowie von Meeschendorf in Richtung Ferienresidenz Staberdorf.
- Im Osten: Zwischen Campingplatz Klausdorf und Presen. Der asphaltierte Deich zwischen Presen und Marienleuchte (es kann alternativ der Deichverteidigungsweg hinter dem Deich genutzt werden).
- Im Norden: Zwischen Puttgarden und Grüner Brink. Steilküste zwischen Kellenhusen und Leuchtturm Dahmeshöved. Umleitung über sog.
Verwandte Beiträge:
- Triumph Mountainbike Test & Kaufberatung: Modelle, Preise & Erfahrungen
- Decathlon Mountainbike 26 Zoll: Test & Kaufberatung
- Ist Fahrradfahren Sport? Kalorienverbrauch & gesundheitliche Aspekte
- Motorrad Hebebühne für Garage: Test, Vergleich & Kaufberatung
- Motocross selber fahren: Alle Voraussetzungen, Tipps und Tricks für Einsteiger!
Kommentar schreiben