Die Motorradbatterie ist das Herzstück der Energieversorgung Ihres Motorrads. Damit die Batterie ihre Aufgabe optimal erfüllen kann, muss sie in einwandfreiem Zustand sein. Die Winterzeit ist die optimale Zeit zur Pflege und Wartung der Motorradbatterie. Was muss alles beachtet werden, damit eine Motorrad-Batterie lange zuverlässig funktioniert? Hier im Ratgeber zur Motorradbatterie stellen wir Ihnen alles Wichtige zusammen.
Warum ist die richtige Batteriepflege wichtig?
Eine Batterie muss immer in bestem Zustand sein, damit sie auch bei kalter Witterung ausreichend Energie vor allem beim Startvorgang liefern kann: Elektrostarter, Zündung, elektrische Anlage und Einspritzung verlangen Saft! Stark sulfatierte Bleiplatten können zu einem Plattenschluss führen, was das Ende der Batterielebensdauer bedeutet.
Batterietypen und ihre Besonderheiten
Neben der seit Jahrzehnten weit verbreiteten Blei-Säure-Batterie gibt es eine Vielzahl neuer Starterbatterien, mit denen Motorräder ausgestattet sein können. Es handelt sich zwar ebenfalls um Blei-Akkus, allerdings sind diese anders konstruiert und wartungsfrei. Anders als die übliche Blei-Säure-Batterie haben die Blei-Gel- und die AGM-Akkus einen gebundenen Elektrolyten. Dieser Elektrolyt hat keine freie Flüssigkeit, sondern z. B. eine in einer Glasfasermatte gebundene Flüssigkeit.
Wartungsfreie MF-Batterien
Seit vielen Jahren sind wartungsfreie, versiegelte MF-Batterien auf dem Markt, sie haben die klassische Blei-Säure-Batterie mit den farbigen Stopfen auf der Oberseite und dem seitlich aufgesteckten Entlüftungsschlauch nahezu verdrängt. »MF« bedeutet »Maintenance free«, was so viel heißt wie »wartungsfrei«. Doch dieses Versprechen ist trügerisch, denn ab und zu muss die Batterie ausgebaut, gereinigt und geladen werden. Dann bleibt sie auch mehr als nur zwei oder drei Jahre lang voll gebrauchstüchtig.
Das »wartungsfrei« bezieht sich also vorwiegend darauf, dass kein destilliertes Wasser nachgefüllt werden muss, weil aus ihr keines verdunstet. Eine versiegelte MF-Batterie hat keinen Entlüftungsschlauch, weil bei richtiger Ladung nur Sauerstoff entsteht (im Gegensatz zu herkömmlichen Batterien, die auch Wasserstoff freisetzen). Dieser reagiert an der Minusplatte mit dem dort gebundenen Wasserstoff und verwandelt sich wieder in Wasser. So bleibt der Flüssigkeitsstand der Batterie stets konstant.
Motorradbatterie ausbauen
Wenn Minusgrade herrschen, ist es auch bei häufiger Nutzung des Motorrades am besten, die Batterie über Nacht auszubauen und am nächsten Tag vor der Fahrt wieder einzubauen.
- Die Zündung ist ausgeschaltet!
- Batteriefach öffnen: Es ist meist irgendwo unter der Sitzbank oder einem Seitendeckel zu finden; ab und zu auch unterm Tank (in der Betriebsanleitung nachsehen).
- Zuerst den Minuspol der Batterie abschrauben (schwarz), dann den Pluspol (rot).
- Sicherungsband abnehmen, Batterie ganz herausnehmen.
Beim Ausbau der Batterie sollten Sie immer den Minuspol zuerst abklemmen und beim Einbau auch als letztes wieder anklemmen. Damit wird vermieden, dass das Werkzeug an dem Pluspol bei Berührung des Rahmens einen Kurzschluss erzeugt.
Motorradbatterie laden
Eine Batterie muss geladen werden, wenn ihre Spannung weniger als 12,3 Volt (beziehungsweise 6,3 Volt) beträgt. Dies ist am »müden« Elektrostarter zu spüren, wenn dieser den Motor nicht mehr richtig durchdreht (oder am flackernden Licht, wenn der Motor mit niedriger Drehzahl läuft). Zum Messen des Ladezustands bleiben die Kabel an den Batteriepolen angeschlossen. Entsprechende Messgeräte sind im Kfz- oder Motorradzubehörhandel erhältlich.
Nachdem Sie die Motorradbatterie ausgebaut haben, laden Sie diese zuallererst wieder auf.
- Ausgebaute Batterie unter fließendem warmen Wasser reinigen, Wurzelbürste zu Hilfe nehmen.
- Batterie gut abtrocknen. Polanschlüsse mit einer Messingbürste oder mit Schmirgelleinen blank putzen.
- Batterie an Ladegerät anschließen: zuerst Pluspol anklemmen, dann Minuspol. Bei Blei-Säure-Batterien unbedingt ALLE Stopfen entfernen!
- Ladegerät einschalten, Batterie mit kleiner Ladespannung laden.
Beim Laden dürfen die auf der Batterie (oder im Beipackzettel einer neuen Batterie) angegebenen Ladeströme und Ladezeiten nicht überschritten werden, weil durch zu hohen Ladestrom und zu lange Ladezeit die Batterie beschädigt werden kann.
Batterieladegeräte für Motorradbatterien
Wenn Sie im Schuppen von Opa ein Ladegerät finden, mit dem dieser früher die Batterie seines Traktors geladen hat, dann hängen Sie daran keine Motorradbatterie, denn es kann sein, dass sie dann während eines Ladevorgangs kaputtgeht. Kaufen Sie sich ein Batterieladegerät speziell für Motorradbatterien, bei dem sich kleine Ladeströme einstellen lassen. Es gibt auch ganz prima elektronische Batterieladegeräte, die nach dem Anschließen zunächst einige Zeit mit der Batterie korrespondieren und deren Lade- und Allgemeinzustand abchecken. Aufgrund dieser Ergebnisse werden Ladestrom und Ladezeit automatisch eingestellt (»Ladekurve«).
Wir empfehlen Ihnen, dass Sie sich zum Laden ein Automatik-Ladegerät kaufen. Dieses erkennt, wie viel Strom die Batterie zum vollständigen Aufladen braucht, und passt die Ladeströme dem Ladevorgang an. Sobald die Batterie aufgeladen ist, nehmen Sie das Ladegerät aus der Steckdose und klemmen die Batterie ab.
Unter den automatischen Ladegeräten gibt es sogenannte Erhaltungsladegeräte; diese weisen die Besonderheit auf, dass die Batterie die ganze Zeit angeschlossen ist und mit geringeren Strömen geladen wird. Unter allen Umständen raten wir Ihnen davon ab, Standard-Ladegeräte zu kaufen, die nicht automatisiert funktionieren.
Ladezeiten und Ströme
- Normalladung mit 1/10 der Amperestärke der Batterie, Ladezeit 5 bis 10 Stunden.
- Wenn am Batterieladegerät die kleinste einzustellende Ladespannung 1 Ampere beträgt, sollte man die Batterie damit aufladen. Dies gilt auch für eine 6- oder 9-Ah-Batterie, die ja nur mit 0,6 bzw. 0,9 Ampere geladen werden sollte.
- Eine Schnellladung darf nur im Notfall stattfinden, ein langsames Laden ist vorzuziehen.
Batterie von Ladegerät abklemmen: zuerst Minuspol abklemmen, dann Pluspol. Nach der Ladung die Batterie mindestens 30 Minuten ruhen lassen, also nicht sofort einbauen und losfahren.
Motorradbatterie einbauen und anschließen
- Vor dem Einbau Folgendes abchecken: Ist eine Gummiunterlage für die Batterie im Batteriekasten vorhanden? Wenn nein, schnippeln Sie sich eine aus säurefestem Gummi, etwa einer alten Auto-Fußmatte; zur Not kann man auch einige Streifen Fensterdichtgummi unter die Batterie kleben. Batterie nicht ohne Gummi einbauen, sonst drohen Vibrationsschäden.
- Sind die Batterie-Kabelanschlüsse sauber und ohne Korrosion? Wenn nein, auf beiden Seiten mit feinem 400er-Schmirgel abziehen.
- Ladedatum auf der Batterie vermerken, Batterie in Batteriekasten einsetzen.
- Schrauben mit etwas Kupferpaste einschmieren, das sichert guten elektrischen Kontakt und beugt Korrosion vor.
- Zuerst Pluskabel an Batterie anschließen, dann Minuskabel. Kabel exakt verlegen, sie dürfen sich nicht übermäßig stark knicken oder irgendwo scheuern.
- Schutzkappen auf Anschlüsse aufstecken.
- Deckel des Batteriekastens schließen.
Achten Sie darauf, dass die Batteriepole richtig eingesetzt werden. Mit der Maßnahme, die Batteriepole einzufetten, tragen Sie zu einer verzögerten Oxidation an den Polen der Batterie bei. Die Oxidation ist bei Blei-Akkus einer der größten Gründe dafür, dass eine Batterie an Lebensdauer einbüßt.
Spezielle Hinweise für MF-Batterien
Sollte Ihr Motorrad mit einer wartungsfreien MF-Batterie ausgestattet sein und Sie sind aus irgendeinem Grund einmal gezwungen, eine nicht wartungsfreie Bleibatterie anstatt einer wartungsfreien Batterie einzubauen, wird ein Entlüftungsschlauch benötigt. Dieser muss unbedingt knickfrei nach unten verlegt werden, und sein Ende muss so ins Freie gelangen, dass austretende Dämpfe mit keinem Teil des Fahrzeugs in Berührung kommen, sonst entstehen an der Maschine in kürzester Zeit hässliche Säureschäden.
Neue MF-Batterie mit Säure füllen, danach Verschluss sicher wieder aufdrücken.
Vor dem Einbau einer neuen Bleibatterie
Eine neue Batterie muss vor ihrem Einbau zunächst mit Säure befüllt und dann geladen werden. Dies gilt bei einer »nicht wartungsfreien« Blei-Säure-Batterie genauso wie bei einer wartungsfreien MF-Batterie. Beide sind zwar trocken vorgeladen und nach der Erstbefüllung mit Säure theoretisch sofort einsatzbereit, doch je sorgsamer eine neue Batterie auf ihren ersten Einsatz vorbereitet wird, desto länger lebt sie.
Bei einer Bleibatterie muss die Batteriesäure mithilfe eines Trichters in die einzelnen Zellen eingefüllt werden. Bei einer wartungsfreien MF-Batterie ist es etwas einfacher.
- Klebestreifen über den Einfüllöffnungen der Batterie entfernen.
- Schutzfolie vom Säurebehälter abziehen. Säurebehälter genau auf die Einfülllöcher der Batterie ansetzen und gleichmäßig eindrücken. Wichtig: Säuremenge und Fließgeschwindigkeit sind exakt auf die Batterie abgestimmt. Die Behälter NICHT anstechen in dem Glauben, dass die Säure nur dann fließt! Wenn der Säureabfluss stockt, Behälter leicht mit einem Finger anstoßen.
- Nach circa einer Stunde ist die Säure in die Batterie gelaufen: leeren Säurebehälter von der Batterie abziehen. Stopfenleiste fest aufdrücken, gegebenenfalls mit Gummihammer leicht nachklopfen.
- Batterie vorschriftsmäßig laden, danach mindestens 30 Minuten ruhen lassen, dann einbauen.
Besondere Beachtung bei Blei-Säure-Batterien
Eine nicht wartungsfreie Bleibatterie ist mit Batteriesäure (Schwefelsäure) gefüllt. Der Flüssigkeitsstand sinkt mit der Zeit durch Verdunstung ab. Wenn er sich unterhalb der auf der Batterie angebrachten Markierung befindet, muss destilliertes Wasser aufgefüllt werden. KEINE Säure zum Nachfüllen verwenden!
Einer neuen, nicht wartungsfreien Batterie ist ein Entlüftungsschlauch beigepackt, der sehr eng zusammengewickelt ist. Dem gerollten Schlauch kann das Ringeln abgewöhnt werden, wenn man ihn mit einem Föhn erhitzt und gerade zieht; er behält danach seine Form.
Säuredichte prüfen
Zum Prüfen der Säuredichte wird ein Säureheber, auch Aärometer genannt, benötigt. Damit man an die Säure rankommt, müssen die Stopfen aus den Bohrungen entweder ausgezogen oder ausgedreht werden.
- Säuredichte beträgt 1,26 Gramm pro cm³: Batterie ist in Ordnung.
- Säuredichte weniger als 1,18 Gramm: Batterie ist defekt und muss erneuert werden.
Tipps zur Überwinterung der Batterie
Soll die Batterie Ihres Motorrads lange leben, sind regelmäßige Wartung und richtiges Überwintern unerlässlich. Mit Hilfe richtiger Wartung und Pflege können Sie die Lebensdauer Ihrer Batterie entscheidend verlängern. Unsere Experten raten dringend, bei einer Einmottung von Motorrad oder Roller die Batterie auszubauen, sie vollzuladen und an einem kühlen Ort (bei etwa zehn Grad Celsius) zu lagern.
Damit die Motorradbatterie einwandfrei überwintern kann, ist es wichtig, dass Sie diese mitten in der Winterpause (z. B. 2x) aufladen.
Steht das Fahrzeug in der Winterpause in einem Raum mit Temperaturen über zehn Grad, können Sie die Batterie auch im Fahrzeug lassen. Allerdings darf kein Dauerverbraucher (z.B. Warnanlage) angeschlossen werden. Da die Verbraucher meist nicht abschaltbar sind, sollten Sie zumindest das Batteriekabel am Minuspol abschrauben. Auch wenn die Batterie im Fahrzeug bleibt, muss sie entsprechend gewartet werden. In vielen Fällen ist dies aufgrund der Lage der Batterie allerdings nur mit zusätzlichen Kabelverbindungen möglich, so dass der Ausbau meist die bequemere Methode ist.
Das richtige Ladegerät wählen
Standard-Batterien können Sie mit nichtautomatischen Ladegeräten laden, die günstig zu haben sind (ab zehn Euro). Dabei muss allerdings nach der Formel "maximaler Ladestrom = maximal 1/10 der Batteriekapazität" die Ladezeit errechnet und die Batterie beobachtet werden. Wenn die Säure zu gasen beginnt, müssen Sie den Akku vom Netz nehmen. Bei Fahrzeug-Ruhezeiten von mehr als drei Monaten müssen Batterien zum Erhaltungsladen dauerhaft an spezielle Motorradbatterie-Ladegeräte angeschlossen werden, damit Schäden durch die sogenannte Tiefentladung vermieden werden.
Von amperestarken Auto- oder Baumarkt-Ladegeräten ist abzuraten, sie können die kleine Motorradbatterie schädigen oder zerstören. Die richtige Wahl ist ein Automatik-Ladegerät mit Regelelektronik, das sich selbständig der Größe der Batterie und deren Ladungszustand anpasst.
Für die in neueren Motorrädern zunehmend eingebauten wartungsfreien Gel- und Microvlies-Batterien sind solche intelligenten Ladegeräte zu Preisen zwischen 15 und 30 Euro zwingend nötig: Eine Sichtkontrolle der Batterieflüssigkeit ist schließlich nicht möglich.
Wer die Batterie seines Motorrades oder Rollers noch schonender über einen langen Winter oder andere lange Standzeiten bringen will, der sollte ein automatisches Gerät mit zusätzlicher Be- und Entlade-Funktion wählen. Solche Geräte simulieren den Rhythmus des alltäglichen Fahrbetriebs: Ist die maximale Ladespannung erreicht, wird die Batterie wieder entladen. Das ständige Formieren der Zellen schützt die Batterie und verlängert deren Lebensdauer.
Ein solches Gerät ist im Fachhandel zu Preisen zwischen 40 und 60 Euro zu bekommen. Es lohnt sich übrigens auch für Wenig-Fahrer und Zweirad-Fans, die während der Saison längere Pausen einlegen. Für die immer populärer werdenden Lithium-Ionen-Batterien sind besondere Ladegeräte bzw. Ladetechniken erforderlich. Hierzu sollte der Fachhändler befragt werden.
Zusätzliche Tipps zur Batteriepflege
- Stelle sicher, dass du die Batterie vollständig auflädst, um die Sulfat-Kristalle aufzulösen.
- Damit der Elektrolyt - also die Batterieflüssigkeit - ständig in Bewegung bleibt, solltest du die Batterie regelmäßig laden und entladen. Ein intelligentes Ladegerät kann dir dabei helfen.
Häufige Fehler vermeiden
Fehler 2: Motor im Leerlauf laufen lassen. Die sich hartnäckig haltende Empfehlung, den Motor der abgestellten Maschine von Zeit zu Zeit im Leerlauf laufen zu lassen, halten unsere Motorrad-Experten für den größten Fehler bei einer Winterpause ohne Batteriepflege. Denn das hilft nicht bei der Batterie-Ladung und ist für das restliche Motorrad sogar richtig schlecht.
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