Die Motorrad-Batterie befindet sich meist unter der Sitzbank oder der Verkleidung und wird oft erst beachtet, wenn sie leer ist. Doch eine regelmäßige Pflege und das richtige Laden sind entscheidend für eine lange Lebensdauer und Zuverlässigkeit. Dieser Artikel bietet eine detaillierte Anleitung, wie Sie Ihre Motorrad-Batterie richtig laden und pflegen.
Neue Batterie - erst Säure, dann laden
Jede neue Motorrad-Batterie muss vor dem Einbau zunächst mit Säure befüllt und geladen werden. Das gilt für alle Arten von Motorrad-Batterien. Der einzige Unterschied liegt im Befüllen der Batterie mit Säure.
Befüllen einer Bleibatterie:
Bei einer Bleibatterie muss die Säure mit einem Trichter in die einzelnen Zellen eingefüllt werden.
Befüllen einer wartungsfreien MF-Batterie:
Bei einer wartungsfreien MF-Batterie ist das Befüllen mit der Batteriesäure einfacher. Dazu gehen Sie folgendermaßen vor:
- Entfernen Sie den Klebestreifen über den Einfüllöffnungen der Batterie und ziehen Sie die Schutzfolie vom Säurebehälter ab.
- Setzen Sie den Säurebehälter genau auf die Einfülllöcher der Batterie an und drücken Sie diese gleichmäßig ein.
- Nach dem Befüllen ziehen Sie den leeren Säurebehälter von der Batterie ab, drücken die Stopfenleiste fest auf und können dann die Motorrad-Batterie laden.
Motorrad-Batterie laden: Ausbau, Laden, Einbau
Bevor Sie die Motorrad-Batterie laden können, müssen Sie diese erst einmal ausbauen. Dazu schalten Sie die Zündung aus und öffnen das Batteriefach, das sich zumeist unter der Verkleidung, dem Tank oder der Sitzbank befindet. Danach schrauben Sie zuerst den Minuspol der Batterie ab, dann den Pluspol und können dann, nachdem Sie das Sicherungsband abgenommen haben, die Batterie herausnehmen. In einem nächsten Schritt können Sie die Motorrad-Batterie laden.
Schritte zum Laden der Motorrad-Batterie:
- Reinigen Sie die ausgebaute Motorrad-Batterie zunächst unter fließendem warmen Wasser. Eine Wurzelbürste erhöht den Effekt.
- Trocknen Sie die Batterie gut ab und putzen Sie die Polanschlüsse mit einer Messingbürste oder Schmirgelleinen.
- Schließen Sie dann die Motorrad-Batterie ans Ladegerät an, indem Sie zuerst den Pluspol anklemmen und dann den Minuspol.
- Schalten Sie dann das Ladegerät ein und laden Sie die Motorrad-Batterie mit kleiner Ladespannung.
- Nach dem Laden klemmen Sie die Batterie vom Ladegerät ab, indem Sie zuerst den Minuspol abklemmen und dann den Pluspol.
- Bauen Sie die Batterie erst nach einer Ruhezeit von mindestens 30 Minuten ein. Achten Sie darauf, dass Sie vor dem Einbau eine Gummiunterlage in den Batteriekasten einbringen, da ansonsten Schäden aufgrund von Vibrationen drohen.
- Vermerken Sie dann das Ladedatum auf der Batterie und setzen Sie die Batterie wieder ein.
- Schmieren Sie die Schrauben mit etwas Kupferpaste ein, um einen guten elektrischen Kontakt zu sichern und einer Korrosion der Schrauben vorzubeugen.
- Im Anschluss schließen Sie zuerst das Pluskabel an die Batterie an und dann das Minuskabel. Achten Sie darauf, dass die Kabel nicht stark knicken oder scheuern.
- Stecken Sie dann die Schutzkappen auf die Anschlüsse auf und schließen Sie den Deckel des Batteriekastens.
Sonderfall: Motorrad-Gel-Batterie laden
Neu sind Motorrad-Gel-Batterien, bei denen die Säure als dickflüssiges Gelee in der Batterie eingelagert ist. Wer sein Motorrad auf diese Batterie umgebaut hat, benötigt spezielle elektronische Ladegeräte, um die Motorrad-Gel-Batterie laden zu können.
Wichtige Hinweise und Tipps
- Batteriekapazität: Die volle Batteriekapazität wird vor allem für den Startvorgang benötigt.
- Batteriespannung: Eine Batterie muss geladen werden, wenn ihre Spannung weniger als 12,3 Volt (beziehungsweise 6,3 Volt) beträgt.
- Entlüftungsschlauch bei MF-Batterie: Bei einer nicht wartungsfreien Bleibatterie wird ein Entlüftungsschlauch benötigt, der knickfrei nach unten verlegt werden muss.
- Säurestand prüfen: Bei herkömmlichen Standardbatterien sollten Sie den Säurestand kontrollieren und gegebenenfalls mit destilliertem Wasser auffüllen.
- Ladestrom: Normalladung mit 1/10 der Amperestärke der Batterie, Ladezeit 5 bis 10 Stunden.
- Ruhezeit: Nach der Ladung die Batterie mindestens 30 Minuten ruhen lassen, also nicht sofort einbauen und losfahren.
Die richtige Wahl des Ladegeräts
Kaufen Sie sich ein Batterieladegerät speziell für Motorradbatterien, bei dem sich kleine Ladeströme einstellen lassen. Es gibt auch ganz prima elektronische Batterieladegeräte, die nach dem Anschließen zunächst einige Zeit mit der Batterie korrespondieren und deren Lade- und Allgemeinzustand abchecken.
Motorradbatterie einbauen und anschließen
Vor dem Einbau Folgendes abchecken: Ist eine Gummiunterlage für die Batterie im Batteriekasten vorhanden? Wenn nein, schnippeln Sie sich eine aus säurefestem Gummi, etwa einer alten Auto-Fußmatte; zur Not kann man auch einige Streifen Fensterdichtgummi unter die Batterie kleben. Batterie nicht ohne Gummi einbauen, sonst drohen Vibrationsschäden.
Sind die Batterie-Kabelanschlüsse sauber und ohne Korrosion? Wenn nein, auf beiden Seiten mit feinem 400er-Schmirgel abziehen.
Schrauben mit etwas Kupferpaste einschmieren, das sichert guten elektrischen Kontakt und beugt Korrosion vor.
Kabel exakt verlegen, sie dürfen sich nicht übermäßig stark knicken oder irgendwo scheuern.
Häufige Fehler vermeiden
Es ist wichtig, Fehler beim Laden und Pflegen der Batterie zu vermeiden, um ihre Lebensdauer zu verlängern. Dazu gehört, den Motor nicht im Leerlauf laufen zu lassen, da dies die Batterie nicht lädt und dem Motorrad schaden kann. Achten Sie darauf, die Batterie regelmäßig zu warten und richtig zu laden, um ihre Leistungsfähigkeit zu erhalten.
Batteriepflege im Winter
Manche Biker bauen ihre Batterie zum Überwintern generell aus. Willst du deine Batterie ausbauen, dann klemme immer zuerst den Minuspol ab, danach den Pluspol.
Beim Einbau der Batterie sollten Sie die Klemmen an die sauberen und fettfreien Pole montieren und danach erst mit Polfett schützen.
Ladezustand der Batterie feststellen
Wie "voll" eine (ältere) Batterie ist, lässt sich leider nicht allein durch die Messung der Ruhespannung feststellen. Diese liefert lediglich eine Aussage über den Ladezustand der Batterie:
| Volt | Ladezustand | Ergebnis und ToDo |
|---|---|---|
| > 12,4 | > 60 % | ok |
| 12,0 - 12,4 | 25 - 60 % | sollte geladen werden |
| < 12,0 | < 25 % | muss geladen werden |
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