Viele Fahrradfahrer stehen vor der Frage, ob sie ein fertiges E-Bike kaufen oder ihr vorhandenes Fahrrad mit einem E-Bike Bausatz umrüsten sollen. Prinzipiell eignet sich jeder Fahrradtyp zur Umrüstung zum E-Bike. Mountainbike, Citybike, Tourenrad, sogar für Klappräder gibt es Nachrüstsätze. Dieser Artikel beleuchtet die Vor- und Nachteile eines solchen Umbaus und gibt wichtige Hinweise, worauf bei der Auswahl und dem Einbau eines Bausatzes zu achten ist.
Eignet sich mein Fahrrad für einen Umbau?
Damit du nicht einen teuren Umrüstsatz kaufen gehst, nur um dann hinterher festzustellen, dass dein Fahrrad nicht zum E-Bike taugt, solltest du zunächst folgende Bereiche deines Bikes checken:
Die technische Ausstattung, die ein E-Bike ausmacht ist leider nicht in der Gewichtsklasse der Fliegengewichte beheimatet.
Im Klartext - durch Motor, Akku, Kabel und Bedienkomponenten kommen einige Kilo zusammen, fünf bis neun zusätzlich können es insgesamt werden.
Außerdem bist du auf einem E-Bike tendenziell deutlich schneller unterwegs als mit eigener Muskelkraft.
Das muss dein Fahrrad aushalten.
Wenn dein Bike nicht sehr stabil gebaut und außerdem noch in hervorragendem Zustand ist, eignet es sich nicht als e-Rennmaschine.
Der Nachrüstsatz muss zu deinem Bike passen.
Rahmenform und -material müssen sich zum Umbau eignen und nicht jede Schaltung verträgt sich mit einem Motor.
Viele Umbausätze können nicht mit einer Rücktrittbremse kombiniert werden.
Das größere Gewicht und die erhöhte Geschwindigkeit erfordern zudem absolut verlässliche Bremsen. Experten raten dazu ein Fahrrad von weniger als 400 Euro Zeitwert nicht umzurüsten.
Dein Bike sollte nicht älter sein als 4 bis 5 Jahre, Aluräder dürfen nicht mehr als 10.000 km Fahrleistung erbracht haben.
Nicht ohne Grund haben die meisten E-Bikes von der Stange modernste Scheibenbremsen. Wenn dein Fahrrad die nicht hat, solltest du gleich bei unseren E-Bike-Angeboten weiterlesen!
Die Motorenfrage
Es gibt drei Arten von Motoren, nämlich Front-, Mittel-, und Heckmotoren. Je nach Position greifen sie an einer anderen Stelle in den Antrieb deines Fahrrads ein. Dort sorgen sie dann für erhöhten Verschleiß.
Wenn du nicht sicher bist, ob dein Fahrrad, die Bremsen oder der Antrieb sich für einen Umbau zum E-Bike eignen, kannst du einen unserer Profis - du findest sie unter Finde einen Fahrradladen - um Rat fragen.
Welcher Motor ist der richtige?
- Heckmotoren sind die am häufigsten nachgerüsteten Motoren. Die meisten Fahrräder sind so konstruiert, dass der Rahmen die Mehrbelastung an der Nabe spielen schluckt. Ein Heckmotor funktioniert nur mit Kettenschaltung und nicht mit einer Rücktrittbremse. Heckmotoren sind leise, sie verschieben den Schwerpunkt des Fahrrads nach hinten, allerdings sorgen sie für ein angenehmes, direktes Fahrgefühl. Es gibt Getriebemotoren oder Direktläufer.
- Mittelmotoren verteilen das Gewicht am Fahrrad optimal, du merkst kaum, dass du mit einem E-Bike unterwegs bist. Sie funktionieren mit Naben- oder Kettenschaltungen, es gibt sie auch in Kombination mit Rücktrittbremsen.
- Frontmotoren sind eher die Notlösung, denn sie beeinflussen das Fahrverhalten drastisch, „wie mit einem voll beladenen Lenkerkorb“, hört man oft. Außerdem nehmen viele Gabeln den Verscheiß doch eher übel. Sie funktionieren aber wahlweise mit Ketten-, und Nabenschaltung, auch Rücktrittbremsen sind kein Problem.
Was kostet ein E-Bike Umbausatz?
Die Kosten für eine komplette E-Bike Nachrüstung liegen zwischen 1.000 und 1.500 EUR. Der Preis variiert je nach Motorart:
- Nabenmotor nachrüsten: Einfacher Einbau, meist günstiger.
- Mittelmotor nachrüsten: Bessere Gewichtsverteilung, etwas teurer.
Wenn du den Umbau selbst durchführen möchtest, kostet der Nachrüstsatz zwischen 1.000 und 1.500 EUR. Ein professioneller Nachrüstungsservice kostet zusätzlich 250 bis 400 EUR.
Die günstigsten Nachrüstsätze bekommst du ab ungefähr 250 Euro. Du kannst aber je nach Hersteller und Spezifikationen bis zu 2000 Euro hinblättern.
Die meisten Nachrüstsätze werden mit sämtlichem Zubehör geliefert, Du musst dich also nicht darum kümmern, Kabel oder einzelne Schräubchen zu besorgen.
Eventuell brauchst du noch geeignetes Werkzeug, schon kann es losgehen.
Vorteile und Nachteile eines E-Bike-Umbaus
Vorteile:
- Kostenersparnis: Der Preis für einen Umbausatz liegt deutlich unter dem eines neuen E-Bikes. Ein Umbausatz kostet in der Regel zwischen 1.000 und 1.500 Euro, während neue E-Bikes oft mehrere tausend Euro kosten.
- Flexibilität: Du kannst dein Fahrrad bei Bedarf wieder in den Originalzustand zurückversetzen. So kannst du zwischen einem normalen Fahrrad und einem E-Bike wechseln.
- Individualität: Dein Fahrrad bleibt einzigartig, und du kannst Komponenten nach Belieben austauschen oder upgraden. Du kannst spezifische Teile wie einen stärkeren Motor oder einen größeren Akku wählen.
- Nachhaltigkeit: Durch die Nachrüstung eines bestehenden Fahrrads trägst du zur Nachhaltigkeit bei. Du nutzt dein vorhandenes Fahrrad weiter und sparst Ressourcen.
- Wartungsfreundlichkeit: Offene Standards ermöglichen dir, Reparaturen selbst durchzuführen und Ersatzteile von verschiedenen Herstellern zu beziehen. Dies senkt die langfristigen Wartungskosten.
Nachteile:
- Komplexität der Installation: Der Umbau kann je nach technischem Know-how und handwerklichen Fähigkeiten eine Herausforderung darstellen und spezielles Werkzeug erfordern.
- Garantieverlust: Die Garantie des Originalherstellers kann erlöschen, wenn du einen Nachrüstsatz installierst. Dies ist besonders wichtig, wenn dein Fahrrad noch unter Garantie steht.
- Gewichtsverteilung: Ein unsachgemäß installierter Motor oder Akku kann das Fahrverhalten des Fahrrads negativ beeinflussen und die Handhabung und Stabilität beeinträchtigen.
- Kompatibilitätsprobleme: Exotische Rahmenformen, spezielle Schaltungssysteme oder ungewöhnliche Bremsen können die Installation erschweren und zu Kompatibilitätsproblemen führen.
- Rechtliche Aspekte: In vielen Ländern darf ein E-Bike, dessen Motorunterstützung 25 km/h überschreitet, nicht mehr als Fahrrad gelten und erfordert eine Zulassung sowie eine Versicherung. Es ist wichtig, die gesetzlichen Bestimmungen zu kennen und einzuhalten.
Kann ich den Umbau selber vornehmen?
Fahrradmechaniker raten dringend davon ab. Es braucht schon einiges an Know-How um aus einem Fahrrad ein verkehrssicheres E-Bike zu machen. Firmen die sich auf das Nachrüsten von Antriebsassistenten spezialisiert haben oder Fahrradfachhändler bieten dir einen Rundum-Service, sie beurteilen dein Fahrrad, wissen, ob ein Front-, Mittel-, oder Heckmotor passt, bauen alle Komponenten ein und geben dann möglicherweise sogar Garantie auf Motor, Akku und Bedienelement.
Sie können dich auch beraten wenn es darum geht, das passende Umbaukit für deine Zwecke auszuwählen, denn für mehrtägige Touren durch die Alpen brauchst du andere Hardware als um täglich 15 Minuten durch die Stadt zum Büro zu fahren.
Allerdings können mit Material und Einbau bis zu 1000 Euro zusammenkommen, für ein bisschen mehr bekommst du dann schon ein ordentliches E-Bike, an dem nicht herumgeschraubt wurde.
Falls du dich dann doch selber an die Schraubenschlüssel wagen möchtest, liegen den Umrüstsätzen detaillierte Einbauanleitungen bei.
Manche Hersteller versorgen dich auch mit einschlägigen YouTube-Tutorials.
Wenn du technisch nicht völlig unbegabt bist und schon einmal die Laufräder an einem Fahrrad gewechselt hast, ist es durchaus möglich den Einbau selbst erfolgreich zu meistern.
Allerdings musst du beachten, dass in diesem Fall sämtliche Gewährleistung seitens der Hersteller verfällt.
Alternativen zum E-Bike Umbau
Wenn du preisgünstig an ein E-Bike kommen willst, das dir gute Dienste leistet, ist ein komplettes E-Bike der unteren Preisklasse mit Sicherheit die bessere Wahl.
Die Hersteller sorgen dafür, dass du auch für relativ wenig Geld ein zuverlässiges Bike bekommst.
Gespart wird an der Reichweite des Akkus oder an der Power des Motors, vielleicht kann der Bordcomputer nur die absoluten Basics anzeigen, aber alles passt zusammen.
Wenn du ein richtig gutes Fahrrad besitzt, aber auf den Komfort eines Antriebsassistenten nicht länger verzichten willst, sieht die Sache schon anders aus.
In Kombination mit einem hochwertigen Motor kann daraus durchaus ein E-Bike werden, das Spaß macht.
Wenn dein Bike also ungefähr 1000 Euro oder mehr wert ist und nicht schon deiner Oma gehört hat, ist der Nachrüstsatz durchaus eine Option.
E-Bike Umbausätze im Vergleich
Es gibt eine Vielzahl von E-Bike Umbausätzen auf dem Markt. Hier eine kleine Auswahl:
| Hersteller | Modell | Motorleistung | Akkuspannung | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| Yose Power | Hub Motor | 250 W | 36 V | LC-Display, Scheibenbremsen |
| Season | 36250-QZ-28 | 250 W | 36 V | Vorderradantrieb, inkl. Akku |
| Shimost | 700C | 250 W | 36 V | Einstellbare Höchstgeschwindigkeit |
| Season | E-Bike Conversion Kit | nicht genannt | nicht genannt | Hinterradantrieb, Hydraulikbremse |
Die Wahl des richtigen Umbausatzes hängt von deinen individuellen Bedürfnissen und dem Fahrradtyp ab. Achte auf die Kompatibilität mit deinem Fahrrad, die Motorleistung und die Akkukapazität.
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