Die Marke »RadlLand Bayern« ist die Dachmarke der Bayerischen Staatsregierung, welche sämtliche Aktivitäten des Freistaats rund um das Thema Radverkehr zentral bündelt. Radverkehr im Alltag, während der Freizeit oder im Urlaub ist ein wichtiger Bestandteil der Mobilität im Freistaat. Die Bayerische Staatsregierung verfolgt das Ziel den Radanteil am Gesamtverkehr bis zum Jahr 2025 auf 20 % zu steigern, weswegen die Förderung des Radverkehrs ein Schwerpunkt der bayerischen Verkehrspolitik darstellt. Demnach investiert der Freistaat Bayern jährlich rund 40 Mio. Euro in den Radwegebau an Bundes- und Staatsstraßen und fördert sowohl den kommunalen Radwegebau als auch den Bau von Radschnellwegen und Fahrradabstellanlagen an Haltestellen und Bahnhöfen. Schließlich verspricht mehr Mobilität mit dem Zweirad gleichzeitig auch mehr Lebensqualität in Stadt und auf dem Land.
Hieraus ergeben sich eindeutige Vorteile gegenüber dem KFZ, welches die Umwelt vor allem mit Treibhausgasen wie CO2 und Schadstoffen wie Stickoxide und Feinstaub belastet. Abgesehen davon sind mit Pedelecs ohnehin auch größere Entfernungen schnell und bequem selbst für Menschen mit weniger Fitness problemlos zurücklegbar.
Was ist das Bayernnetz für Radler?
Das Bayernnetz für Radler (BfR) ist ein landesweites Fernradroutennetz mit derzeit etwa 125 Themenrouten und einer Gesamtlänge von ca. 9.000 km in ganz Bayern. Das Bayernnetz für Radler ist ein bayernweites Radroutennetz der Staatsregierung mit einheitlichen Qualitätsrichtlinien. Das Bayernnetz für Radler ist das Radverkehrsnetz des Freistaats Bayern und besteht seit 1997.
Das Bayernnetz für Radler spricht Radtouristen wie Freizeitradler und Berufspendler gleichermaßen an. Durch die verkehrsarme bzw. verkehrsfreie Streckenführung über Radwege, landwirtschaftliche Wege oder schwach befahrenen (Neben-) Straßen ist die Befahrung auch für Kinder und Senioren weitestgehend gefahrlos möglich.
Qualitätskriterien des Bayernnetzes für Radler
Für die Strecken, die zum Bayernnetz für Radler gehören, gelten einheitliche Qualitätskriterien.
Demnach ist eine verkehrssichere Wegeführung bzw. verkehrssicherer Zustand der Route nach klar definierten Vorgaben, eine einheitliche Beschilderung gemäß dem ‚Faltblatt zur wegweisenden Beschilderung‘ sowie zusätzliche Kennzeichnung mit dem Bayernnetz-für-Radler-Logo („Y“-Logo) Grundvoraussetzung für die Aufnahme einer Radroute im »RadlLand Bayern«.
Des weiteren darf die Route nur über eigenständige Radwege, landwirtschaftliche Wege oder schwach befahrene Straßen führen. Zudem wird auf eine möglichst familienfreundliche Ausstattung als auch Anschlussmöglichkeiten zum öffentlichen Verkehr mit Fahrradmitnahme geachtet. Erfüllt nach sorgfältiger Prüfung eine Radroute - alternativ sind auch abschnittsweise Streckenpassagen möglich - die verbindlich festgelegten Kriterien, dann steht einer Aufnahme ins Bayernnetz für Radler nichts mehr im Wege.
Daneben steigert eine familienfreundliche Ausstattung wie z.B. Rastmöglichkeiten, überdachte Pavillons, Spielplätze, touristische Sehenswürdigkeiten und natürlich vorrangig ein Routenverlauf durch reizvolle Naturlandschaften das Tourerlebnis ungemein.
Grundvoraussetzungen sind:
- Verkehrssichere Wegeführung und ein verkehrssicherer Zustand der Route.
- Familienfreundliche Ausstattung der Route (z.B. Rastmöglichkeiten).
Orientierungshilfe für Radfahrer
Die Routen des Bayernnetz für Radler lassen sich komfortabel nach mehreren Suchkriterien filtern. Zum einen nach 7 Regierungsbezirke Oberbayern, Niederbayern, Oberpfalz, Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken, Schwaben. Zum anderen ist auch eine alphabetische Radwege-Suche ebenso möglich wie eine individuelle Radwege-Suche mittels Eingabefeld.
Um von digitalen Helferleins unabhängig zu bleiben und On Tour auch ohne Navi die Übersicht zu bewahren, leistet die Bayernnetz für Radler Karte wertvolle Orientierungshilfe (Maßstab 1:500.000). Wer sich allein auf sein Smartphone bzw. Navigationsgerät als treuer Begleiter verlässt macht sich notgedrungen von der Technik abhängig. Lässt die Funktionstüchtigkeit zu wünschen übrig (leerer Akku, Funknetzlöcher, schlechte Satelitenverbindung) der befindet sich als Ortsfremder unvermittelt in der Zwickmühle.
Digitaler Mängelmelder
In Kürze wird ein digitaler Mängelmelder eingeführt der es ermöglicht, Mängel an der Wegbeschaffenheit oder Beschilderung im Bayernnetz für Radler aufwandsminimal anzuzeigen. Damit ist der Radfahrer in der Lage als Radwegenutzer auf Missstände hinzuweisen, worauf kommunale Behörden entsprechend reagieren können. Dies trägt dazu bei Gefahrenpotentiale zu beseitigen, was letzten Endes der Radwegequalität zu Gute kommt. Mit dem Mängelmelder können künftig im »RadlLand Bayern« beispielsweise Hindernisse, Fahrbahnschäden, falsche oder fehlende Wegweisung usw. komfortabel mit dem Smartphone oder daheim vom PC aus gemeldet werden.
Wegweisung für Radfahrer in Bayern
Die in Bayern verwendete Wegweisung für Radler kombiniert die zielorientierte und routenorientierte Wegweisung miteinander. Zielorientierte Alltags-Radfahrer bevorzugen überwiegend den kürzesten bzw. schnellsten Weg - das Erreichen des Zieles steht im Vordergrund. Die zielorientierte Wegweisung benennt daher jeweils das nächste Fern- und Nahziel auf der Route und gibt deren Entfernung gemessen vom aktuellen Standort aus an.
Routenorientierte Freizeit-Radfahrer unternehmen ihre Fahrten, um landschaftsbezogene Erholung zu suchen - hier ist der Weg das Ziel. Die routenorientierte Wegweisung kennzeichnet daher mit einem routenspezifischen Symbol unter dem Wegweiser attraktive, touristische Routen, die über diesen Streckenabschnitt verlaufen.
Die Wegweisung für den Radverkehr muss verständlich und durchgehend sein, sowohl im Alltags- wie im Freizeitradverkehr. Sie hilft den Radfahrenden bei der Orientierung. Das Beschilderungssystem orientiert sich am ‚Merkblatt zur wegweisenden Beschilderung für den Radverkehr‘ der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV). Im Interesse der Erkennbarkeit ist der Größe 1000 x 250 der Vorzug zu geben. Für die Zwischenwegweiser ist eine Größe von 250 x 250 mm ausreichend.
- Hauptwegweiser: Stehen an Verzweigungspunkten des Netzes.
- Pfeilwegweiser: Stehen im Knoten. Pro Kreuzung ist meist ein Standort ausreichend. Pfeilwegweiser erfor- dern höheren lichten Raum, da sie von allen Richtungen aus sichtbar sein müssen.
- Tabellenwegweiser: Finden im Zulauf größerer Knotenpunkte Verwendung. Sie erfordern nur geringen lichten Raum.
- Zwischenwegweiser: Zur Bestätigung der Routenführung auf der Strecke zwischen zwei Hauptwegweisern kommen quadratische Zwischenwegweiser mit Fahrradsymbol und Richtungspfeil zum Einsatz. Zwischenwegweiser geben die Fahrtrichtung an. Sie bestätigen den Wegeverlauf, verdeutlichen eine Verschwenkung der Route und helfen z.B. an Weggabelungen bei der Orientierung. Sie werden auf Augenhöhe und im Blickfeld der Radfahrenden angebracht. Sie sind nur dann sinnvoll, wenn alle Ziele in der angegebenen Richtung erreichbar sind.
Piktogramme werden in den Hauptwegweisern abgebil- det. Zielpiktogramme wie z. B. „Bahnhof“ und „Freibad“ stehen vor, Streckenpiktogramme wie z. B. Eingehängte Zusatzschilder (sog. Einschubplaketten) kennzeichnen bestimmte Routen.
Radroutenplaner Bayern
Der neue Radroutenplaner Bayern unterstützt einem bei der Planung beliebiger Fahrradtouren mit einer Vielzahl nützlicher Funktionalitäten und Angeboten. Das Bayernnetz für Radler bietet mit dem Radroutenplaner eine Fülle an Informationen zu den wichtigsten Fernradwegen.
Nach Auswahl eines Routenvorschlags werden Detailinformationen zu Länge, Fahrzeit und Höhenmetern einschließlich Höhenprofil, der zugehörige GPS-Track sowie eine detaillierte Fahrtanweisung ausgegeben. Die Route kann jederzeit verändert, ausgedruckt bzw. auf die App übertragen oder oder verschickt werden.
Fahrradfahrer in Bayern können nun mit einer neuen App Fahrradtouren planen. Der "Radroutenplaner Bayern" löst die bisherige App "Bayernnetz für Radler 2020" ab.
Neue Funktionen und weiterhin kostenfrei Sie biete zudem weitere Vorteile: Nutzer könnten sich Höhenprofile, Streckenlängen, Fahrtdauer, Steigungen und den Anteil an Radwegen anzeigen lassen. Außerdem könnten sie Routen mit anderen Menschen teilen und GPX-Tracks auf der Basis von Geodaten nutzen. Zusätzlich lasse sich in der App nach Themenrouten suchen, beispielsweise für Familien mit Kindern. Nach Angaben eines Sprechers des Ministeriums sei eine weitere Neuerung der App unter anderem die Nutzung von Offline-Karten - und sogar individuelle Karten könnten offline gespeichert werden.
Nutzer können den "Radtourenplaner Bayern" in App-Stores kostenfrei herunterladen.
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) in Bayern begrüßt die "stetige Verbesserung und Weiterentwicklung" des Angebots sehr, wie es auf Nachfrage heißt. Integriert in die neue App seien demnach auch alle fahrradfreundlichen Gastgeber in Bayern wie etwa Campingplätze, Ferienwohnungen oder Hotels, welche die sogenannte ADFC-Zertifizierung "Bett+Bike" tragen.
Bayern - Radreisedestination Nr. 1
Der hohe Beliebtheitsgrad und breite Zuspruch in Bayern Rad zu fahren bzw. im Freistaat einen Radurlaub zu verbringen hat viele Gründe. Allen voran die herrliche Naturlandschaft, welche eine ungebrochene Radreiselust in Bayern auslöst. Daneben spielt aber auch der sogenannte Premiumcharakter und der Abwechslungsreichtum vieler Radrouten eine wesentliche Rolle, warum Bayern im Radtourismus die Nase vorn hat.
Neben der hervorragenden radtourstischen Infrastruktur zählen weitere Faktoren wie Sehenswürdigkeiten, Geschichte und Kultur sowie eine ausgeprägte Gastfreundlichkeit und nicht zuletzt die bayerische Küche mit all ihren regionaltypischen Facetten zu den Erfolgsgaranten, weshalb Bayern seit Jahren das Radreiseland Nr. 1 ist.
Erstmals wurde in der ADFC-Radreiseanalyse 2022 die Zufriedenheit über Radwanderrouten abgefragt, deren Ergebnis für die zehn meistbefahrenen Radfernwege (darunter 8 Fluss-Radwege!) durchweg positiv ausfiel: Auf einer Skala von eins (sehr gut) bis sechs (ungenügend) schneiden der MainRadweg sowie der Fünf-Flüsse-Radweg mit einer Wertung von je 1,5 am besten ab.
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