Fahrradanhänger für E-Bikes: Arten und Befestigung

Ob beim Familienausflug, zum Einkaufen oder für sportliche Aktivitäten: Fahrradanhänger sind praktisch für alle, die viel mit dem Fahrrad unterwegs sind. Das Angebot an Fahrradanhängern auf dem Markt ist enorm. Unzählige Unternehmen widmen sich der Entwicklung solcher und spezialisieren sich auf diverse Einsatzzwecke und Kategorien.

Anhängerarten im Überblick

Wer sich für einen Fahrradanhänger entscheidet, hat es vor dem Kauf schwer, sich einen Überblick über alle erhältlichen Modelle zu verschaffen. Denn die Auswahl an Fahrradanhängern ist umfangreich, und laufend kommen neue Modelle auf den Markt. Generell unterscheiden sich die Systeme in Anhänger für Kinder, Transportanhänger oder Anhänger speziell für Hunde. Einige Hersteller geben ihren Produkten sogar entsprechende Namen wie zum Beispiel "Croozer Kid", "Cargo" oder "Dog".

Die meisten Hersteller bieten Fahrradanhänger mit unterschiedlichen Funktionen an. Es gibt:

  • Ein- oder zweirädrige Anhänger
  • Ein- oder Zweisitzer
  • Multifunktionale Systeme als Kinderwagenersatz oder als Skitrailer
  • Anhänger mit gedämpften oder ungedämpften Radaufhängungen
  • Unterschiedliche Befestigungsarten am Fahrrad: Rahmen-, Achs- oder Sattelstützkupplung

Wichtige Aspekte beim Kauf

Zur Basisausstattung gehören in der Regel ein robuster Rahmen, ein 5-Punkt-Gurtsystem und ein Wetterschutz. Wer mehr Komfort für das Kind und mehr Flexibilität im Alltag wünscht, sollte auf zusätzliche Merkmale achten: Dazu zählen eine verstellbare Federung, ein durchdachtes Belüftungssystem, hochwertige Stoffe mit UV-Schutz, ein stabiler Klappmechanismus sowie Zubehör wie Regenschutz, Insektenschutz oder Stauraumfächer.

Wer jedoch plant, den Anhänger auch beim Joggen, Wandern oder Inlineskaten einzusetzen, sollte gezielt nach einem sogenannten Multifunktionsanhänger suchen. Diese sind mit zusätzlichen Funktionen wie einem Schiebebügel, Jogger-Rad oder Handbremse ausgestattet und bieten dadurch deutlich mehr Flexibilität. Allerdings geht diese Vielseitigkeit meist mit einem höheren Gewicht und einem spürbar höheren Preis einher.

Auch die Entscheidung zwischen Ein- oder Zweisitzer beeinflusst Alltagstauglichkeit, Platzbedarf und Flexibilität. Ein Zweisitzer bietet auf den ersten Blick mehr Flexibilität - neben zwei Kindern kann auch mal ein Einkauf, eine Tasche oder Spielzeug mittransportiert werden. Allerdings bringt diese Variante auch klare Nachteile mit sich: Zweisitzer sind in der Regel über 80 Zentimeter breit, was in engen Situationen - etwa auf schmalen Gehwegen, in Haustüren oder Fahrstühlen - schnell unpraktisch werden kann. Zudem sind sie schwerer und benötigen mehr Stauraum, was sich beim Transport im Auto oder beim Verstauen in der Wohnung bemerkbar macht.

Worauf Sie noch achten sollten

Das Gelände, in dem der Anhänger genutzt werden soll, spielt eine Rolle: In bergigen Regionen oder bei sportlicher Nutzung sind eine gute Federung und eine zuverlässige Handbremse besonders wichtig. Generell sollte man nur auf DIN-Norm EN 15918 geprüfte Anhänger kaufen, denn dann sind alle sicherheitsrelevanten Prüfungen bestanden. Es ist gewährleistet, dass das Fahrverhalten stabil und bei Anhängern für Kinder ein Speichenschutz vorhanden ist.

Befestigung des Anhängers

Die Verbindung zwischen Rad und Anhänger erfolgt mithilfe einer Kupplung. Deshalb ist es wichtig, zunächst zu prüfen, ob der Fahrradanhänger überhaupt am Rad angebracht werden kann. Die Verbindungsstellen gibt es je nach Anhängermodell als Hinterradachs-, Sattelstütz- oder Rahmenklemmung. Rund 15 Prozent aller Räder wie zum Beispiel vollgefederte Räder (Fullys), Fahrräder mit Rahmen aus Carbon oder mit Nabenschaltungen bzw. Riemenschaltungen sind oft nicht zum Ziehen von Anhängern geeignet.

Generell gilt: Erst das Radfahren mit Anhänger im Fachhandel testen - dann kaufen.

Wie befestige ich einen Fahrradanhänger am Fahrrad?

Um einen Fahrradanhänger an deinem Fahrrad zu montieren, musst du einen Blick in die Bedienungsanleitung werfen. Dort steht genau und meistens mit Abbildungen beschrieben, was zu tun ist. Oft sind die mitgelieferten Achskupplungen für Schnellspanner ausgelegt. Zum Teil funktionieren sie auch bei Vollachsen. Um einen Fahrradanhänger an einer Steckachse zu befestigen, benötigst du in den allermeisten Fällen einen Adapter. Bei Vollachsen ist teilweise ein Kupplungsadapter notwendig.

Montage bei Vollachsen

Um einen Fahrradanhänger an einer Vollachse zu befestigen, musst du nur die verwendete Verschlussschraube am Ausfallende an der richtigen (meistens die linke) Seite lösen, die Achskupplung auf die Achse schieben und wieder mit der Mutter verschließen. Falls das Ausfallende dafür nicht geeignet ist, oder die Achse zu kurz ist, musst du einen Achsadapter verwenden.

Montage bei Schnellspanner

Die Montage eines Fahrradanhängers bei Schnellspanner ist funktioniert in der Regel am einfachsten. Du musst lediglich den Schnellspanner öffnen und aufdrehen, ihn aus der Achse herausziehen und die Achskupplung darauf einfädeln. Danach verschließt du alles wieder und ziehst den Schnellspanner fest an. Falls dein Schnellspanner nicht lang genug ist, benötigst du einen längeren.

Montage bei Steckachsen

Für die Befestigung eines Fahrradanhängers an einer Steckachse ist in den meisten Fällen ein Adapter beziehungsweise eine andere Steckachse notwendig. Grund dafür ist, dass die Steckachse in deinem Fahrrad genau auf die Breite deines Hinterbaus angepasst ist. Meistens bieten die Hersteller der Anhänger diese selbst an. Eine Originalkupplung der Herstellerfirma ist meistens beim Kauf eines Anhängers im Preis enthalten. Die meisten Kupplungen werden an der Hinterradachse am Fahrrad montiert.

Sicheres Ankoppeln des Fahrradanhängers an der Kupplung

  1. Deichsel in die Kupplung einführen: Führe die Deichsel des Anhängers vorsichtig in die Kupplung ein.
  2. Sicherungssplint einsetzen: Sobald die Deichsel in der Kupplung ist, setze den Sicherungssplint ein, um die Deichsel zu fixieren.
  3. Sicherungsband am Fahrradrahmen befestigen: Befestige das Sicherungsband am Fahrradrahmen, um zusätzliche Sicherheit zu gewährleisten. Achte darauf, dass das Band nicht zu locker, aber auch nicht zu fest sitzt.
  4. Vermeide Berührung mit beweglichen Teilen: Stelle sicher, dass das Sicherungsband und die Deichsel keine beweglichen Teile wie die Scheibenbremse berühren.

Tipp: Eine Kupplungsverdrehsicherung sorgt dafür, dass sich die Kupplung während der Fahrt nicht ungewollt verdreht oder löst.

Die gängigsten Herstellermarken sind: Burley, Bobtrailers, Croozer, Hamax, Hinterher, Leggero, Kolofogo, Kindercar, Point Bike, Prophete, Qeridoo, Roland-Werk, Tout Terrain, Thule und XLC-Parts.

Fahrradanhänger gebraucht kaufen

Ähnlich wie beim Kinderwagen braucht es Fahrradanhänger meist nur für eine begrenzte Zeit. Deswegen gibt es einen entsprechend großen Gebrauchtmarkt und reichlich Auswahl zu fairen Preisen. Gerade bei gebrauchten Anhängern ist der technische Zustand umso wichtiger.

Vor dem Kauf sollten Sie auf diese Dinge achten:

  • Kupplungssystem: Die Verbindung zum Fahrrad muss spielfrei sitzen, das Gummi darf keine Risse aufweisen und der Sicherheitsriemen sollte vorhanden und intakt sein.
  • Reifen und Laufräder: Achten Sie auf Risse im Gummi, abgefahrenes Profil oder beschädigte Felgen, etwa durch "Achter" oder verbogene Speichen. Außerdem sollten die Lager leichtgängig und geräuschlos laufen.
  • Fahrgastzelle: Gurte müssen vollständig, verstellbar und frei von Ausfransungen sein. Auch alle anderen Stoffteile wie Regen-, Wind- und Insektenschutz sollten keine Risse aufweisen, Reißverschlüsse und Druckknöpfe sollten einwandfrei funktionieren. Auch der Durchgreifschutz sollte vorhanden und intakt sein.
  • Belüftung: Gerade im Sommer ist eine gute Luftzirkulation entscheidend. Achten Sie also auf ausreichend Lüftungsschlitze und Mesh-Flächen (dabei handelt es sich um luftdurchlässige Flächen).
  • Federung: Höherwertige Modelle haben oft eine Federung verbaut. Prüfen Sie vor dem Kauf die Funktion und achten Sie darauf, dass der Anhänger sauber ein- und ausfedert.
  • Bremse: Der Zustand der Bremsmechanik - etwa Hebel, Züge und Bremsbeläge - sollte beim Gebrauchtkauf geprüft werden, um die Sicherheit im Alltag zu gewährleisten.

Auch beim Gebrauchtkauf schadet eine Probefahrt nicht - am besten natürlich mit Kind.

Die richtige Beleuchtung für mehr Sicherheit

Damit Radfahrende mit Anhänger im Straßenverkehr sicher unterwegs und gut sichtbar sind, ist neben der richtigen Beleuchtung am Fahrrad selbst auch die am Fahrradanhänger wichtig. Die Fahrradanhänger selbst müssen generell an der Front und am Heck mit Rückstrahlern beleuchtet sein. Ist der Anhänger breiter als einen Meter, benötigt man zusätzlich links eine weiße Frontleuchte.

Eine signalfarbene Fahne am Anhänger ist immer sinnvoll. Denn ein Wimpel in einer grellen Farbe an einer langen, senkrechten Stange sorgt dafür, im Straßenverkehr besser gesehen zu werden.

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