Für viele Motorradfahrer stellt sich die Frage: „Warum brauche ich einen Nierengurt, um Motorrad zu fahren?“ Kaum ein anderes Zubehör für Motorradfahrer steht derart in der Diskussion wie der Nierengurt. „Warum brauch‘ ich sowas? - Stört doch nur!“ Doch der Motorrad-Nierengurt ist in seiner Bedeutung unterbewertet. Die Vorteile derartiger Schutzkleidung überwiegen im klaren Maße gegenüber den Nachteilen.
Warum einen Nierengurt?
Nicht nur die Wärm- und Schutzfunktion ist für Motorradfahrer von Bedeutung. Neben der Schutzfunktion von Nierengurten sehen viele Motorradfahrer auch einen wesentlichen Vorteil von Nierengurten darin, dass sie insgesamt die Haltung auf dem Motorrad verbessern und so Verspannungen vorbeugen können. Doch nicht allen erschließt sich der Zweck auf Anhieb. Was macht den Nierengurt aus?
Wärmefunktion
Die Wärmfunktion ist besonders in Frühjahr, Herbst und Winter von Bedeutung. Für Fahrer, die lediglich die warmen Sommertage für Ausfahrten mit dem Motorrad nutzen, ist dieser Aspekt von Nierengurten vermutlich eher uninteressant. Die Nieren selbst liegen tief im Körperinneren und sind allein dadurch vor Kälte geschützt. Doch der Nierengurt wärmt zudem die untere Rückenpartie, über die auch die Nierengefäße und andere laufen.
Darüber hinaus hat die Wärme auch noch einen weiteren positiven Nebeneffekt: Die Muskulatur im Lendenwirbelbereich wird beim Fahren mit dem Motorrad entspannt - unangenehmen Verspannungen wird so vorgebeugt.
Schutzfunktion
Die Schutzfunktion von Nierengurten ergibt sich vor allem durch die eingenähten Protektoren im Rückenbereich. Diese Schutzelemente - meist aus besonders festen und widerstandsfähigen Kunststoffen - schützen im Falle eines Sturzes den Nieren- und Lendenwirbelbereich.
Stützwirkung
Neben den genannten Vorteilen ist vielen Motorradfahrern auch die Stützwirkung von Nierengurten wichtig. Wer zum ersten Mal einen Nierengurt trägt, kann ihn als störend empfinden. Die manchmal eingenähten starren Stäbchen im Rückenbereich machen den Nierengurt zu einer Art Korsett. Die aufrechte Haltung beim Fahren mit dem Motorrad wird gefördert, dadurch auch insgesamt Verspannung vorgebeugt.
Worauf sollte man beim Kauf achten?
Hier sind einige wichtige Aspekte, die Sie beim Kauf eines beheizbaren Nierengurts beachten sollten:
- Passform: Achten Sie beim Nierenschutz stets auf die richtige Passform. Der Gurt sollte fest sitzen, damit er Sie ordentlich schützt, und dennoch nicht einschnüren. Haben Sie sich zum Kauf eines Nierengurtes entschlossen, sollten Sie ihn in jedem Falle anlegen und testen, ob er sich ihrer Figur gut anpasst. Die meisten Nierengürtel lassen sich mittels eines Klettverschlusses verschließen. So ist das schnelle An- und Ablegen der Schutz-Bekleidung gewährleistet.
- Material: Generell sind die meisten Nierengurte in einem Test aus strapazierfähigem Polyester hergestellt. Für kältere Tage eignet sich verstärkt ein Nierengurt, der zusätzlich gepolstert oder gefüttert ist. So wird die Wärmfunktion verbessert.
- Stützfunktion: Die Stützfunktion sollten Sie vor dem Kauf von einem Nierengurt in einem Test ebenfalls prüfen. Achten Sie auch darauf, dass Sie nicht nur einen reinen Nierenwärmer kaufen.
- Heizfunktion: Die Heizfunktion ist bei einem beheizbaren Nierengurt natürlich der wichtigste Aspekt.
Weitere wichtige Aspekte
- Bedienung: Einige Wärmegürtel werden über einen Knopf direkt am Nierengurt bedient. Dort können Sie die Wärmefunktion ein- und ausschalten und gegebenenfalls auch die Temperatur anpassen. Aus diesem Grund treffen Sie mit einem modernen Modell, das via Smartphone gesteuert und bedient werden kann, oft die bessere Wahl.
- Akkulaufzeit: Deutlich besser schneiden im praktischen Test Nierengurte ab, die über einen speziellen Akku verfügen. Die Akkus sind direkt in den Nierengurt integriert, sodass es keine Batterieboxen oder nervigen Kabel gibt. Mitunter verfügen Nierengurte über die Möglichkeit, zusätzlich einen weiteren Reserve-Akku in den Nierengurt einzulegen. Solche Modelle sind in puncto Akkulaufzeit eindeutig die Testsieger.
- Materialwahl: Zudem spielt die Materialwahl beim Kauf eines beheizbaren Nierengurts eine recht wichtige Rolle. Falls Sie ihn für die kalten Wintermonate benötigen, sollten Sie sich für ein windabweisendes oder sogar für ein komplett winddichtes Material entscheiden. Neopren ist daher die perfekte Wahl. Für die kühlen Frühlings- und Herbsttage empfiehlt es sich, ein etwas durchlässigeres Material zu wählen, damit Sie nicht zu stark schwitzen. Nicht beheizbare Nierengurte werden auch aus Wolle oder Lammfell angeboten.
- Qualität und Garantie: Wir empfehlen Ihnen, sich nicht für ein allzu preisgünstiges No-Name-Modell zu entscheiden, sondern einen bewährten Anbieter zu wählen, der für seine gute Qualität bekannt ist. Aus diesen Gründen ist eine hochwertige Verarbeitung umso wichtiger. Schauen Sie vor dem Kauf auf die Garantiebedingungen der Hersteller. Gewähren diese Hersteller eine verlängerte Garantie und falls ja, unter welchen Voraussetzungen?
Nierengurt und Größe
Achten Sie beim Nierenschutz stets auf die richtige Passform. Die meisten Nierengürtel lassen sich mittels eines Klettverschlusses verschließen. So ist das schnelle An- und Ablegen der Schutz-Bekleidung gewährleistet.
Beheizbare Nierengurte werden sowohl als Unisex-Modelle in einer Einheitsgröße als auch in verschiedenen Passformen angeboten. Wenn Sie einen durchschnittlichen Körperbau haben, ist es sicher okay, ein Einheitsmodell zu wählen. Menschen mit schmaler oder breiter Taille sollten sich eher für einen Gurt in ihrer Größe entscheiden oder ein Modell wählen, das sich in der Weite verstellen lässt.
Wie viel Geld muss ich für einen Nierengurt ausgeben?
Die meisten Nierengurte kosten um die 20 Euro. Eine Übersicht finden Sie in dieser Tabelle.
Verschiedene Arten von Nierengurten
Es gibt verschiedene Arten von Nierengurten, die sich in Material, Design und Funktion unterscheiden. Hier sind einige Beispiele:
- Nierenwärmer: Diese Gurte dienen hauptsächlich dazu, die Nieren warm zu halten.
- Nierengurte mit Protektoren: Diese Gurte bieten zusätzlichen Schutz bei Stürzen.
- Beheizbare Nierengurte: Diese Gurte verfügen über eine integrierte Heizfunktion, die für zusätzliche Wärme sorgt.
- Cross-Nierengurte: Für Biker, die sich vorwiegend abseits befestigter Wege aufhalten, gibt es spezielle Cross-Nierengurte wie den Blackbelt von Fox. Besonderheiten sind die Passform, welche die Bewegungsfreiheit des Piloten nicht einschränkt, eine gute Belüftung sowie schützende und gleichzeitig stabilisierende Schilde aus Kunststoff.
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Kaufberatung Nierengurte :Nierengurte führen zumeist ein Schattendasein.
Auf dem Zweirad hingegen sieht die Sache anders aus: Gerade an den heißen Sommertagen verzichten viele Biker auf den Nierengurt. Kein Problem, wenn man der Hitze zum Trotz in Lederkombi oder Textilanzug unterwegs ist. Ungemach droht jedoch, wenn der Fahrer in Jeans und Jacke oder gar nur mit T-Shirt fährt. Dann liegt die Nierengegend voll im Fahrtwind; unterkühlte Organe werden jedoch schlechter durchblutet und sind anfälliger für Infektionen.
Wer also im Sommer auf schweißtreibende Sicherheitsbekleidung pfeift, sollte wenigstens an den Schutz der lebenswichtigen Blutreinigungsorgane denken. Und sich einen Nierengurt zulegen, die es schon für fünf Mark im Handel gibt. Bereits diese Billigheimer erfüllen ihre Aufgabe, das Warmhalten, zufriedenstellend. Mehr müssen Nierengurte übrigens gar nicht können.
Nierengurte können allenfalls die Muskulatur etwas unterstützen und auf diese Weise zum subjektiven Wohlbefinden beitragen. Echten Schutz im Falle eines Falles bieten Nierengurte sowieso nur, wenn sie in einem Rückenprotektor integriert sind.
Nierenwärmer sollten immer so nah wie möglich am Körper getragen werden, um ein isolierendes Luftpolster bilden zu können. Schwitzen ist allerdings kontraproduktiv, denn Wasser ist ein guter Wärmeleiter und lässt einen rasch frösteln. Insofern sind Gurte aus dem wasser- und winddichten Neopren nur für kürzere Strecken geeignet; auf längeren Touren taugen Exemplare aus atmungsaktiven Materialien besser.
Wer also im Sommer auf schweißtreibende Sicherheitsbekleidung pfeift, sollte wenigstens an den Schutz der lebenswichtigen Blutreinigungsorgane denken. Und sich einen Nierengurt zulegen, die es schon für fünf Mark im Handel gibt. Bereits diese Billigheimer erfüllen ihre Aufgabe, das Warmhalten, zufriedenstellend. Mehr müssen Nierengurte übrigens gar nicht können.
Aus dem beinahe unüberschaubaren Angebot findet mit Sicherheit jeder den richtigen Nierengurt. Für einen Überblick stellt MOTORRRAD beispielhaft einige Exemplare vor. Ob Leder oder Stretch, billig oder pfiffig, universell oder speziell, entscheidend für die Gesundheit leicht bekleideter Biker ist nur, dass man nie mehr »unten ohne« fährt. Und so dazu beiträgt, dass der Gurtmuffel auch bei den Motorradfahrern zur aussterbenden Gattung gehört.
Der AusgleichendeNierengurte aus ComforTemp von Schoeller ergänzen die passive Isolation durch ein aktives System. Die so genannten Phase Change Materials (PCM) reagieren auf Veränderungen der Umgebungs- und Körpertemperatur und gleichen Schwankungen in einem definierten Bereich aus. Der abgebildete Neopren-ComforTemp-Nierengurt von Hein Gericke (Telefon 0211/98989) kostet 89,90 Mark, besitzt einen Klettverschluss und ist in den Größen S, M und L lieferbar.
Die Klassiker schlechthin sind Nierenwärmer aus schwarzem Leder. Generationen von Bikern haben sich solch einen schwarzen Gurt bereits um ihren Bauch geschnallt. Statt moderner Klettverschlüsse kommen deshalb auch beim Modell 3306 von Held, Telefon 08321/66460, stilechte Hakenverschlüsse an verstellbaren Metallschnallen zum Zug. Für 79 Mark nur in Schwarz, jedoch für Taillenumfänge von 70 bis 120 Zentimetern erhältlich.
Wer ab und an seinen Nachwuchs auf dem Motorrad spazierenfährt, kennt die Probleme der Kleinen: Die Arme sind einfach zu kurz, um sich richtig am Fahrer festzuhalten. Der Stretch-Nierengurt 3314 von Held (Telefon 08321/66460) löst dieses Problem mit seinen vier integrierten Haltegriffen. Zur Sicherheit sollte der Verschluss jedoch immer im Rücken getragen werden. Erhältlich für 55 Mark in den Größen 80 bis 120 Zentimeter.
Wie bei der Motorrad-Textilbekleidung mittlerweile üblich, gibt es auch Nierengurte mit einem herausnehmbaren Thermofutter. Beispielsweise den Bikers Top Belt Two in One, vertrieben von JF Motorsport, Telefon 06002/910391. Progressiv dehnbare Stützbänder sollen darüber hinaus die Rückenmuskulatur unterstützen. Der Preis für den in den Größen M bis XXL erhältlichen Gurt beträgt 59,95 Mark.
Gurte wie das Modell Sport von Bikers (79,95 Mark) sind weniger auf das Warmhalten ausgelegt, sondern sollen vielmehr der Muskulatur bei sportlicher Fahrweise Halt geben. Hierzu ist der luftdurchlässige Bikers Sport in voller Länge mit Stützbändern ausgestattet. Durch die Komprimierung des Bauchraums sind außerdem die inneren Organe besser geschützt. Erhältlich in den Größen M bis XXL bei JF Motorsport, Telefon 06002/910391.
Nierenwärmer aus Neopren gibt es bereits ab fünf Mark im Handel. Neopren ist ein Synthesekautschuk, der für diesen Zweck meist mit Textilgewebe beklebt wird. Er ist wasser- und winddicht sowie ohne zusätzlichen Stretch dehnfähig. Der größte Nachteil ist jedoch die fehlende Atmungsaktivität. Um einen Hitzestau im Sommer zu vermeiden, werden Neopren-Gurte, wie beim Louis Sponsor (9,95 Mark), häufig mit einer Perforation versehen.
Der in mehreren Farben angebotene Probiker Duo von Louis, Telefon 040/73419360, besitzt zwei Einschubtaschen für die Aufnahme von speziellen Gel-Wärmekissen. Diese auch im Outdoor-Bereich zum Einsatz kommenden, praktisch unbegrenzt wieder verwendbaren Wärmespender sorgen selbst bei eisigen Temperaturen für ein angenehmes Klima. Der Preis für den Probiker Duo beträgt 29,95 Mark, die Wärmekissen kosten im Zweier-Set zusätzlich 9,95 Mark.
Interview: Dr. med. Helmut HermannRenn- und Notarzt Dr. med. Helmut Hermann, Facharzt für Allgemeinmedizin, zum Nierengurt?
Viele Biker verzichten auf einen Nierengurt. Sind damit gesundheitliche Schäden vorprogrammiert?! Wer eine Lederkombi oder einen wasserdichten und atmungsaktiven Textilanzug trägt, braucht sich keine Sorgen zu machen. Allerdings muss die Überlappung im Rückenbereich gewährleisten, dass am Übergang von Jacke und Hose keine Kältebrücke entstehen kann. Prinzipiell gilt bei der Wahl der richtigen Bekleidung das Zwiebelschalen-Prinzip. Im Winter sollte also zwischen Funktionsunterwäsche und Schutzbekleidung immer noch Platz für einen wärmenden Pullover sein.?
Wer braucht dann noch einen Nierengurt?! Alle Motorradfahrer, die im Sommer wegen der vermeintlich hohen Außentemperaturen glauben, auf standesgemäße Schutzkleidung verzichten zu können und lediglich in Jeans und T-Shirt unterwegs sind. Die Gefahr liegt im sogenannten Windchill-Effekt: Die im seitlichen Rückenbereich liegenden Nieren werden heftigen Luftwirbeln ausgesetzt, die die Temperatur am Körper wesentlich kälter empfinden lassen als sie tatsächlich ist.?
Was sind die Folgen einer Unterkühlung?! Die Folgen reichen von einer Verspannung der Rückenmuskulatur, im Volksmund auch Hexenschuss genannt, über die Entzündung des Ischiasnerves bis hin zur langwierigen und sehr schmerzhaften Nierenbeckenentzündung.?
Schützen Nierengurte auch vor Erschütterungen?! Nein; die in hervorragend dämpfenden Fettpolstern untergebrachten Nieren haben einen solchen Schutz gar nicht nötig. Allerdings bietet die Komprimierung des Bauchraumes einen zusätzlichen Schutz vor Verletzungen der inneren Organe wie Milz, Leber, Nieren und Blase.
Sicherheitsbewusste Piloten finden unter dem riesigen Angebot an Nierengurten solche, die nicht nur warm halten, sondern im Falle eines Falles auch noch schützen. Dainese (Telefon 089/27370808) beispielsweise schließt mit dem BAP 2000/3 eine Lücke, die in vielen Leder- und Textilanzügen mit eingearbeiteten, aber zu kurzen Rückenprotektoren klafft.
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