Musik oder Audiobooks zu hören, entspannt und sorgt für gute Laune, besonders auf längeren Touren. Moderne Helme mit integrierten Lautsprechern oder Bluetooth-Kopfhörern sind für viele Motorradfahrer längst Alltag. Aber ist das Musikhören während der Fahrt erlaubt und sicher?
Gesetzliche Bestimmungen und Vorschriften
Die Straßenverkehrsordnung (StVO) schreibt vor, dass weder Sicht noch Gehör beim Führen eines Fahrzeugs eingeschränkt sein darf. Grundsätzlich ist das Tragen von Kopfhörern beim Autofahren erlaubt. Das gilt sowohl für Rad- als auch für Autofahrer. Bei Musik aus Kopfhörern - und dann noch unter einem Motorradhelm über den Ohren - muss man davon ausgehen, dass Geräusche der Umgebung beim Fahren unterdrückt werden.
In § 23 Abs. 1 StVO steht: Dein Gehör darf im Straßenverkehr nicht durch technische Geräte beeinflusst werden. Kopfhörer sind aber grundsätzlich nicht verboten. Es kommt immer auf die Lautstärke und die mögliche Ablenkung an. Die Verwendung von Kopfhörern oder Headsets ist aber nicht generell verboten. So ist es zum Beispiel beim Autofahren gestattet, mit einem Headset zu telefonieren. Ebenso haben Biker die Möglichkeit, auf diese Weise miteinander zu kommunizieren.
Was passiert, wenn die Musik zu laut ist?
Ist die Musik jedoch zu laut, sodass der Fahrer Hupsignale oder das Martinshorn von Polizei oder Feuerwehr nicht mehr hören kann, gefährdet das die allgemeine Verkehrssicherheit. Es kann ein Verwarngeld von 10 Euro verhängt werden. Falls Sie aufgrund der lauten Musik Signale von Polizei, Feuerwehr oder Rettungswagen nicht hören, so wird ein Bußgeld fällig.
Risiken und Gefahren
Das Musikhören mit Kopfhörern birgt jedoch auch Risiken. Ein sich näherndes Auto, Hupen oder das Bimmeln der Straßenbahn können Sie kaum noch wahrnehmen. Verkehrsgeräusche werden nur schlecht oder sogar gar nicht wahrgenommen. Mit Kopfhörern im Straßenverkehr kannst du aber nicht nur wichtige Signale überhören, du reagierst auch langsamer. Das bedeutet, du kannst einem Hindernis vielleicht nicht mehr rechtzeitig ausweichen.
Der sogenannte Maskierungseffekt führt dazu, dass Sie Verkehrsgeräusche nicht oder nur sehr abgeschwächt hören können. Benutzen Sie Kopfhörer, übertönt Ihre Musik die typischen akustischen Signale des Straßenverkehrs. Studien haben bereits gezeigt, dass Personen, die Musik über Kopfhörer hören, die Umgebungsgeräusche später oder gar nicht wahrnehmen, heißt es von Verti weiter. Das gilt auch beim Motorradfahren, wo es oft auf schnelle Reaktionen ankommt.
Laute Musik kann nämlich nicht nur Geräusche überdecken, sondern auch die Reaktionszeit verlängern. Sobald zwei verschiedene Lautstärkefrequenzen dicht nebeneinander liegen, sind die leiseren Töne kaum bzw.
Empfehlungen und Tipps
Um die Sicherheit beim Musikhören auf dem Motorrad zu gewährleisten, sollten einige Punkte beachtet werden:
- Lautstärke: Die Musik sollte nur als leise "Untermalung" des Motorengeräusches dienen. Die Lautstärke darf nicht zu hoch sein, weil Musik & Co. dann wichtige Außengeräusche übertönen.
- Kopfhörer-Typ: Besser geeignet sind laut DEURAG durchlässigere Modelle wie sogenannte Half-In-Ear-Kopfhörer, die mehr Umgebungsgeräusche durchlassen. Ungeeignet sind große Over-Ear-Kopfhörer, die die komplette Ohrmuschel umhüllen. Ähnlich ungünstig sind In-Ear-Kopfhörer, die im Gehörgang sitzen. Tipp: Untersuchungen haben gezeigt, dass vor allem Muschelkopfhörer sowie In-Ear-Kopfhörer - diese sind mit einem Polster versehen und werden in die Ohren gesteckt - besonders risikobehaftet sind.
- Kommunikation: Für Gruppenfahrten sind Intercom-Systeme sinnvoll - sie ermöglichen Kommunikation, ohne die Wahrnehmung zu stark zu beeinträchtigen.
Unfallfolgen und Versicherungsschutz
Kommt es zu einem Unfall, kann das Tragen von Kopfhörern jedoch eine Rolle spielen, etwa bei der Frage nach der Mitschuld. Wenn nachgewiesen wird, dass durch zu laute Musik eine Gefahrensituation nicht rechtzeitig erkannt wurde, kann das zu einer Teilschuld führen, so DEURAG. Verursachst du beim Autofahren mit Kopfhörern einen Unfall, bekommst du eine Mitschuld. In dem Fall übernimmt deine Kfz-Versicherung möglicherweise nur einen Teil der Reparaturkosten.
Deine Kfz-Haftpflichtversicherung kann nur einen Teil des Schadens, der Dritten entstanden ist, bezahlen. Den Rest musst du in dem Fall selbst übernehmen. Denn viele Versicherungen stufen das Fahren mit Kopfhörern im Straßenverkehr als grob fahrlässig ein und übernehmen gar keine Kosten oder nur einen Teil der Summe.
Alternativen zum Musikhören
Eine Alternative zum Musikhören über Kopfhörer ist die Verwendung von Lautsprechern im Helm. Diese ermöglichen es, Musik zu hören, ohne das Gehör vollständig von der Außenwelt abzuschirmen. Allerdings sollte auch hier auf eine angemessene Lautstärke geachtet werden.
Es ist auch erlaubt, beim Autofahren über eine Freisprecheinrichtung oder mit Kopfhörern zu telefonieren. Dabei gelten dieselben Regeln wie beim Musikhören. Du darfst dich durch das Gespräch nicht ablenken lassen und so Signale im Straßenverkehr überhören.
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