Jeder kennt das Gefühl vermutlich: Die Hände kribbeln und fühlen sich taub an. Einschlafende Hände entstehen oft. Vor allem bei der Rückfahrt kann es vorkommen, dass beide Hände, vor allem die rechte Hand, kribbeln und einschlafen.
Ursachen für einschlafende Hände beim Motorradfahren
Es gibt verschiedene Ursachen für dieses Phänomen beim Motorradfahren:
- Haltung: Eine ungünstige Haltung der Hände, wie das Anwinkeln, kann Nerven und Sehnen derartig beanspruchen, dass die Hände einschlafen. Die Arme möglichst gestreckt halten beim Fahren, weiten Abstand. Nicht auf die Arme und Hände stützen.
- Vibrationen: Trotz aller Ausgleichswellen und mannigfaltiger Möglichkeiten der Vibrationsminderungen: Irgendwann krabbelt das Kribbeln in die Hände. In meinem Fall quittieren es die Hände mit "Einschlafen".
- Ausrüstung: Zu enge Jacken an den Achseln können die Blutzufuhr zu den Armen/Händen einschränken. Aber auch mit zu eng gestellten Manschetten (oder schlechtem Sitz derselben) der Motorrad-Handschuhe.
- Verkrampfung: Viele halten die beiden Seiten zu fest. Oftmals kommt es vom verkrampften Sitzen und zu starken Abstützen mit den Händen am Lenker.
- Karpaltunnelsyndrom: Neben Durchblutungsstörungen kann auch das Karpaltunnelsyndrom für Kribbeln, Taubheitsgefühl und Gefühlsstörungen in den Händen verantwortlich sein. Bei dem Nervenkompressionssyndrom der Handwurzel kommt es zu einer Verengung des Karpaltunnels, sodass ein chronisch erhöhter Druck auf den Medianusnerv ausgelöst wird.
- Halswirbelsäulenprobleme: Hier kann es sein, dass Bandscheibenmaterial oder kleine Verschleissbedingte Knochenanbauten auf die Nervenwurzeln drücken.
- Weitere Ursachen: Halsrippe, Thoracic Inlet Syndrom.
Lösungsansätze und Tipps
Was kann man gegen einschlafende Hände beim Motorradfahren tun?
- Bewegung: Ein ganz einfacher Tipp, der bei einschlafenden Händen schnelle Hilfe verspricht, ist Bewegung. Dies lässt sich z. B. erreichen, indem die Hände ausgeschüttelt werden. Das Schütteln kurbelt die Durchblutung an und sorgt dafür, dass das Taubheitsgefühl nachlässt. Ebenfalls verspricht das Ballen der Hände zu einer Faust schnelle Linderung. Zusätzlich kann es helfen, die betroffene Hand zu massieren.
- Haltung anpassen: Hier kann es schon helfen, wenn man den Lenker etwas lockert und dann so verdreht (wenn möglich), dass er etwas höher und etwas näher steht.
- Ergonomische Griffe: ERGON GP (1-3) ausprobieren.
- Entspannung: Mit steigender Fahrleistung wird man sicherer und verkrampft einfach weniger. Übung mach den Meister - wie beim Skifahren, Skaten & Co.
- Lenkergewichte: Ansonsten es mal mit anderen Lenkergewichten probieren und / oder bisschen mit der Ergonomie spielen, sprich den Lenker etwas verdrehen.
- Bärenpranke von Diopati: Ein Tipp eines Mitfahrers war die Bärenpranke von Diopati. Es handelt sich um einen dünnen Neopren-Fingerling, der unter dem eigentlichen Motorradhandschuh getragen wird und die Handinnenfläche gegen Vibrationen abschirmt.
- Rückentraining: Also ich hatte früher auch manchmal ein paar Schmerzen, hat dann aufgehört als ich mit Rückentraining angefangen hab (Trampolin springen:D) und mir Stopm grip pads dran gemacht hab, da kann man die Arme wunderbar entlasten.
- Ärztliche Abklärung: Sollten auch Sie häufig ohne Grund an einschlafenden Händen oder sogar Schmerzen in der Hand leiden, ist eine sorgfältige Diagnose unerlässlich. Am Donnerstag sowieso beim Arzt, werde ihm das Problem mal schildern.
Die "Bärenpranke" im Detail
Die Bärenpranke von Diopati ist eine interessante Option zur Reduzierung von Vibrationen. Hier einige Details:
- Dünner Neopren-Fingerling für unter den Handschuh
- Schirmt die Handinnenfläche gegen Vibrationen ab
- Kaum spürbar, auch unter engen Handschuhen
- Keine Einschränkung der Kontrolle und Bedienung des Motorrads
- Einfache Alternative zu aufgeschäumten Griffgummis
- Erhältlich in drei Versionen und drei verschiedenen Größen (S bis M, L bis XL und 2XL bis 3XL)
- Preis: ab 19,95 Euro pro Paar
- Sieben verschiedene Farben stehen zur Auswahl
Weitere Tipps und Überlegungen
- Handschuhe: Ursache hier für kann auch ein schlecht oder zu fest sitzender Handschuh sein.
- Lenkerposition: Beim Stummellenker kann es die Handhaltung sein, beim Stahllenker kann die falsche Position des Lenkers sein, ihn kann man näher/ bzw.
- Entspanntes Fahren: Solltest eventuell mal darauf achten und Dich selbst beobachten, dass Du beim Fahren ganz bewusst die Lenker-Griffe ohne Kraft - leicht und locker und entspannt in den Händen hälst.
- Handgelenkposition: Und die Handgelenke zum Unterarm möglichst grad verlaufen - nicht überdehnt oder zu stark abgewinkelt sind. Nicht verkrampft - krallen oder zu fest drücken.
- Individuelle Anpassung: Befreundete Physiotherapeuten tippen auf 'abgekemmte Blutzirkulation', was für eine falsche Haltung ansich sprechen würde. Ob aber höher, tiefer dabei hilft, muss im Einzelfall mühsam herausgefunden werden.
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