Beiwagen An Motorrad Anbauen: Eine Ausführliche Anleitung

Der Anbau eines Beiwagens an ein Motorrad ist ein komplexes Thema, das viele Aspekte umfasst. Dieser Artikel bietet eine detaillierte Anleitung und wichtige Informationen für alle, die ihr Motorrad in ein Gespann verwandeln möchten.

Grundlagen des Gespannbaus

Beim Bau eines Motorradgespanns unterscheidet man zwischen einem "Komplettumbau" und einem "wahlweisen" Umbau. Bei einem "wahlweisen" Umbau besteht jederzeit die Möglichkeit, das Motorrad vom Seitenwagen zu trennen. Hierfür müssen lediglich die vier Anschlussstreben vom Hilfsrahmen durch Entfernen der Schraubverbindung gelöst werden. Außerdem muss der Zentralstecker der elektrischen Anlage und ggf. die Schnellkupplung für die hydraulische Bremsanlage getrennt werden. In fünf bis sechs Schritten steht das Motorrad einfach wieder solo.

Der Hilfsrahmen muss nicht demontiert werden. Voraussetzung für solch einen Umbau ist eine Speichenfelge hinten, da verbaute Motorrad-Gussfelgen vom TÜV nicht abgenommen werden. Alternativ ist der Einbau eines PKW-Rades möglich, bedeutet aber den Umbau auf das Gussrad im Solobetrieb.

Bei einem "Komplettumbau" wird das Hinterrad geändert, sodass eine Autobereifung gefahren werden kann. Möglich wird dies durch Verwendung einer PKW-Felge z.B. Smart-Stahlrad oder einer PKW-Aluminiumfelge. Bei bereits verbauten Speichenrädern, kann man die Radnabe in einen PKW-Felgenring einspeichen. Außerdem wird bei so einem Umbau auf eine Schnellkupplung der hydraulischen Bremsanlage verzichtet.

Bei all unseren Motorrad Gespannen, versuchen wir den Haupt- oder Seitenständer zu erhalten, sodass das Gespann zu Service oder Reparaturarbeiten leichter teil-/demontiert werden kann. Außerdem sind die von uns hergestellten Hilfsrahmen so konstruiert, dass sie im Solobetrieb problemlos montiert bleiben können, da sie die Solofahrt nicht behindern.

Folgende Punkte sind Standard bei einem einfachen Gespannumbaumit Anlieferung eines Seitenwagens mit Fahrgestell :

  • Erstellen und Anpassen eines Hilfsrahmens

Auswahl des richtigen Seitenwagens

Bei der Auswahl des richtigen Seitenwagens sind folgende Überlegungen zu beachten:

  • Wie viele Personen möchte ich mitnehmen? (1 - 2 Sitzplätze)
  • Wie viel Gepäck möchte ich zu laden können? (Reisegespann)
  • Soll das Gespann nur zum Transportieren genutzt werden? (Lastenbeiwagen)

Bei der Auswahl und der Suche eines passenden Seitenwagens sind wir natürlich gerne behilflich.

Gespannbau ist immer von individuellen Wünschen und Lösungen geprägt! Daher lauten die ersten Fragen immer: "Was für ein Motorrad soll umgebaut werden und für welchen Einsatzzweck ist es gedacht? "Nur als Stützrad? Reisedampfer? Lastentransport? Für Kinder, Hund und-und-und.....""? In einem gemeinsamen Gespräch werden die individuellen Wünsche und Lösungen besprochen. Wenn möglich, erfüllen wir auch Sonderwünsche.

Wir haben immer eine Auswahl an Seitenwagen auf Lager und können in der Regel auch das, was wir nicht haben, besorgen. Bitte fragen Sie die aktuelle Dauer für den Umbau an. Bei uns gilt Qualität vor Quantität. Gerne erstellen wir Ihnen ein individuelles Angebot.

Nach der Fertigstellung wird jedes Gespann gründlich getestet und eingestellt, um einen stabilen Geradeauslauf sowie optimales Fahr- und Bremsverhalten zu gewährleisten.

Anbausätze und Hilfsrahmen

Für die BMW-Zwei- und Vierventilboxer und Moto Guzzi gibt es maschinenseitig komplette Bausätze bzw. Hilfsrahmen. Das haben wir der Entwicklung und Schmiede der Herren Bauhs und Peikert zu verdanken. Seit einiger Zeit führen wir das Lebenswerk der beiden Herren weiter und haben die Produktion und den Vertrieb der Hilfsrahmen und Anschlussteile übernommen.

Abgerundet wird das Ganze durch unser ständig wechselndes Angebot an Seitenwagen/Beiwagen, meist der Marken DNEPR, URAL, Jupiter, VELOREX (Vertragshändler), DUNA sowie (Ott)EURO 1-2-3-4, deren Vertrieb wir nach dem Tod von Mike Ott übernommen haben.

Darüber hinaus bieten wir den Aufbau von BMW-Gespannen auf Basis von Tripteq an. Die Bausätze wurden speziell für speziell für BMW R850/1100/1150R/RT/RS und GS-Modelle und für die BMW R1200 GS entwickelt. Die Bausätze beinhalten verschiedene Boote. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten - Sprechen Sie uns an.

Für die Verbindung von Motorrad und Seitenwagen werden sogenannte Anschlüsse benötigt.

Mit dem Hilfsrahmen bzw. maschinenseitigen Umbausatz wird das Motorrad seitenwagentauglich gemacht - mit den Anschlüssen ggf. das Beiwagenfahrwerk so abgeändert dass die benötigten Fahrwerkseinstellmaße des Gespannes eingestellt werden können.

Es gab von Beginn an sehr viele verschiedene Anbauideen - durchgesetzt hat sich jedoch letztendlich die Kugelkopftechnik, wie auch wir sie verwenden.

Kugeln zum Befestigen der Anschlussglocken gibt es in Form einer Halteachse, Motorbolzen, Anschweißkugeln oder Kugeln mit Innengewinde bzw. Außengewinde in verschiedenen Abmessungen.

Die Fahrgestelle von DNEPR und URAL haben für den vorderen unteren Anschluss fixe Punkte, welche fast immer geändert werden müssen - kein Seitenwagenfahrgestell passt ungeändert an einen unserer Hilfsrahmen. Die hinteren Anschlüsse sind wohl gesteckt aber für die meisten Anwendungen einfach zu weit weg vom neu gegebenen Anschlusspunkt.

Hierfür bieten wir komplette Umbausätze oder auch Einzelteile für den exponierten Schrauber.

Sie bekommen bei uns (fast) alle benötigten Anschluß- bzw. Umbauteile, wie: Flachbolzen, Gabelköpfe, Anschlußstreben, Kreuzschellen, Aufschweißsattel, Kugeln u.u.u.u. Und das alles in diversen Ausführungen.

Komponenten und Anschlussteile

Wir haben ebenfalls eine große Auswahl an speziellen Teilen für verschiedene STEIB Modelle (LS 200 bis TR500) auf Lager oder können diese nach Bedarf für Sie anfertigen. Bitte fragen Sie bei uns an.

Sie teilen uns mit, was für ein Motorrad Sie haben und wir sagen Ihnen ob es für den Gespannbau geeignet ist.

Der Gesetzgeber macht mit Regeln und Gesetzen den Gespannbau immer schwieriger.

In der Regel haben wir Fahrgestelle von URAL oder DNEPR auf Lager.

Wir bieten eine Auswahl an Seitenwagen/ Beiwagen neu und/ oder gebraucht - von `naturbelassen`und restaurierungsbedürftig bis bereits restauriert: meist von URAL, DNEPR, VELOREX, Jupiter, DUNA sowie EURO 1-2-3-4 an - ständig wechselndes Angebot.

Je nach Verfügbarkeit versenden wir schnellstmöglich Frachtsendungen mit Spedition beauftragen und organisieren Sie in eigener Regie. Wir stimmen dann den Abholtermin mit der Spedition ab.

Wichtig: Wer selbst Hand anlegt handelt auf eigene Verantwortung! Wir liefern lediglich die Komponenten. Aus zeitlichen und rechtlichen Gründen können wir keine umfassende Hilfestellung/ Anleitung zum Aufbau des Gespannes liefern. Im Rahmen unserer Möglichkeiten beantworten wir gerne Ihre Fragen und leisten Hilfestellung bei Ihren Fragen zur Verwendung und zur Vorführung bei einer Prüforganisation zur Erlangung einer Betriebserlaubnis.

Eigenbau oder Umbau durch uns?

Wer keine Zeit oder auch keine Schrauberambitionen hat - wir übernehmen gerne den Umbau Preiswert und Gut.

Sie teilen uns mit, was für ein Motorrad Sie haben und wir sagen Ihnen ob es für den Gespannbau geeignet ist (z.B. ob Speichenrad oder Gußrad). Der Gesetzgeber macht mit Regeln und Gesetzen den Gespannbau immer schwieriger.

Wir bauen das Gespann auf LowCostbasis, Sonderwünsche/Extras gegen Aufwand/Aufpreis möglich.

Gerne auch Schwinggabel, PKW Räder, Wahlweise Gespann etc. ….

Nach einer Probefahrt treten Sie die Heimfahrt auf drei Rädern an. Sollten Sie noch nie ein Gespann gefahren haben, empfehlen wir den Rücktransport des Gespannes auf einem Anhänger, nach Absprache durch uns, oder per Spedition. Warum? Weil das Gespannfahren etwas ganz Anderes/Neues ist. Der Kampf mit der Physik ;-) , ein ganz anderes Verhalten - besonders in Kurven -.

Neulingen raten wir dazu einen Gespannkurs zu belegen.

Wir führen eine vielfältige Auswahl an Seitenwagen meist der Marken DNEPR, URAL, VELOREX, Jupiter und DUNA, sowohl neu als auch gebraucht. Bitte fragen Sie bei uns an, was wir aktuell an Lager haben.

Nach dem Tod von Mike Ott haben wir die Seitenwagen (Ott)EURO 1-2-3-4 in unser Sortiment aufgenommen.

Alle Preise inkl. MwSt. Gebrauchtfahrzeuge, -Teile und gebrauchte Seitenwagen ggf. im Kundenauftrag zu verkaufen. Bei diesen ist die MwSt.

Tipps zum An- und Abbau des Beiwagens

Das Verheiraten des Motorrades und des Seitenwagens am besten auf eine ebene Fläche. Die Einstellung des Seitenwagens laut eingefügtem Bild, Vorne ca 20 -30mm weniger als hinten gemessen (Vorspur). Jetzt erst die vierte Strebe zwischen Lenkkopf und Seitenwagen SPANNUNGSFREI!!!

Ist ein sogenannter "Hund", also ein Brettchen mit 4 Lenkrollen für z. B. Habe nich mit Kantholz auf die richtige Höhe gebracht.

Beiwagerabbau: Beiwagenrahmen mittels Spanngurt mit dem Hund verbinden.

Einige Benutzer haben ihre Methoden zum An- und Abbau des Beiwagens geteilt:

  • Methode 1: Motorrad aufbocken, alle 3 Anschlüsse lösen, hinten untern SW fassen hochheben um den vorderen Anschluß soweit von der Moffette wegdrehen das man ihn seitwärts ablegen kann ohne mit den anderen Anschlüssen an der Moffette anzuecken, dabei aufpassen das dieser nicht von der Kugel rutscht und im zweifelsfall nur soweit lösen das er sich bewegt ohne von der Kugel herunter zu können. Wenn man soweit ist zwischen Moffette und SW gehen den vorderen und mittig oberen Anschluss erfassen und SW wegrollen.
  • Methode 2: Alle 3 Punkte lösen, dann den oberen komplett aufmachen und dieser rutscht duch das aufgebockte Moped von selbst von der Kugel. Dann den vorderen abmachen aber noch auf der Kugel lassen. Dann den unteren als Drehpunkt verwenden und den Stabi aus der Aufnahme hebeln, vorderen dazu von der Kugel nehmen. Vorderen dann wieder auf die Kugel hängen und den unteren Punkt komplett lösen.
  • Methode 3: Maschine aufbocken, löse dann der Reihe nach die Kugelverschlüsse und den Torsionsstab, wobei der vorderste Anschluß aber nur gelockert und nicht ganz abgemacht wird. Das BW-Rad stelle ich auf ein Stück Pappe und kann nun den BW relativ leicht nach rechts wegziehen, da das Rad ja ganz gut rutscht wg. der Pappe. Nun noch was zum Unterstützen unter den BW-Hilfsrahmen (Dreibeine, Getränkekiste o. ä.) und man kann den vordersten Anschluß komplett lösen.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass das An- und Abkoppeln immer eine Aktion ist, bei der man sich auch ganz leicht Macken in Maschine oder SW machen kann.

Anhängerkupplung am Motorradgespann

Der Anbau einer Anhängerkupplung an ein Motorradgespann erfordert sorgfältige Planung und Ausführung. Hier sind die wichtigsten Schritte und Überlegungen:

1. Auswahl der Anhängerkupplung

Es gibt zwei Möglichkeiten:

  1. Eine Anhängerkupplung von Grund auf neu bauen.
  2. Eine vorhandene Anhängerkupplung anpassen.

Viele entscheiden sich für die zweite Option, da sie einfacher ist. Eine beliebte Wahl ist die Anhängerkupplung vom Trabant, da diese oft an MZ-Gespannen verwendet wird und gut zu funktionieren scheint.

2. Befestigungspunkte

Der Hauptbefestigungspunkt ist das Querrohr unten am Beiwagenrahmen, an dessen linkem Ende die untere Klemmfaust sitzt. Dieses Rohr befindet sich zentral zwischen Motorrad und Beiwagen, ist exakt waagerecht, quer zur Fahrtrichtung, und ist obendrein sehr stabil.

Zusätzlich benötigt sie zwei Streben, die die vertikalen und horizontalen Kräfte aufnehmen. Also die Stützlast bzw. die seitlichen Kräfte beim Kurvenfahren.

3. Halteplatte

Die Halteplatte sollte mindestens 6 mm stark sein, um sicherzustellen, dass sie stabiler ist als die Originalteile. Die AHK sollte sich unter dem Stabi befinden, um den Einfederweg nicht zu beeinträchtigen. Laut StVZO muss der Kugelkopf 350 bis 420 Millimeter vom Boden entfernt sein.

4. Streben

Die Stützstrebe sollte oben am Rohr befestigt werden. Am Ende habe ich mich deshalb dafür entschieden, sie an der oberen Stoßdämpferaufnahme zu befestigen. Das ist einer der stabilsten Punkte am ganzen Motorradrahmen und deshalb optimal geeignet. Die seitliche Stebe verläuft waagerecht unter dem Beiwagen bis zur rechten Stabibuchse.

5. Elektrik

Für die Elektrik werden Masse, die beiden Rückleuchten und der rechte Blinker benötigt. Diese können unter der Sitzbank abgegriffen werden, wo die Kabel zum Beiwagen abgehen. Für den linken Blinker muss eine zusätzliche Leitung vom Lampentopf nach hinten gezogen werden.

Das Bremslicht ist an der MZ (genau wie die Hupe) über Masse geschaltet. Hier empfiehlt sich die Verwendung eines Relais, um die Bremsleuchten korrekt zu verbinden. Der Steuer-Stromkreis des Relais’ kommt zwischen Zündplus und den vorhandenen Bremslichtschalter. Am entsprechenden Eingangskontakt des Arbeits-Stromkreises liegt ebenfalls Zündplus an und auf der Ausgangsseite ist das Anhänger-Bremslicht angeschlossen.

Einstellung des Seitenwagens

Die Einstellung des Seitenwagens ist entscheidend für ein stabiles Fahrverhalten. Hier sind die wichtigsten Punkte:

  • Die Einstellung des Seitenwagens laut eingefügtem Bild, Vorne ca 20 -30mm weniger als hinten gemessen (Vorspur).
  • Die vierte Strebe zwischen Lenkkopf und Seitenwagen SPANNUNGSFREI montieren.

Es ist ratsam, diese Einstellungen auf einer ebenen Fläche vorzunehmen.

TÜV-Prüfung

Nachdem Anhänger und Anhängerkupplung fertig sind und alles wie gewünscht funktioniert, fehlt nur noch der Segen des TÜVs. Der TÜV verlangt auch einen Bremstest: Mit beladenem Anhänger muss das Motorrad eine Verzögerung von mindestens 2,5 m/s² erreichen.

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