Bergamont hat sich als Hersteller von Fahrrädern aller Art etabliert - von High-End-Rennmaschinen bis hin zu einfachen City-Rädern. Davon profitieren auch die E-Bike-Kunden des Hamburger Unternehmens.
Bergamont E-Horizon: Vielseitige Trekking E-Bikes im Test
Das Bergamont E-Horizon Elite Belt Amsterdam ist ein typisches Mittelklasse-Modell aus Bergamonts Trekking-Pedelec-Serie. Der Hersteller verpasst ihm einen eigenen Look: Statt eines herkömmlichen Zentralrohr-Rahmens verstärkt er die Rahmen seiner Trekking-Tiefeinsteiger mit einem zweiten, parallel zum Zentralrohr verlaufenden Rahmenrohr. Im unteren Drittel ist es mit dem Zentralrohr verschweißt. Das soll den Rahmenverbund versteifen.
Ein Hingucker ist der Rahmen damit, doch im Messlabor erreichte er nur durchschnittliche Werte für die Fahrstabilität. Zudem ist der Durchstieg so schmäler und höher als ohne das zusätzliche Rohr. Für Menschen mit Bewegungseinschränkungen könnte das kaufentscheidend sein. Weiterer Kritikpunkt am Rahmendesign: Der Akku ist nur mit Werkzeug und nur nach unten entnehmbar, der Zugriff auf das Akkufach etwas umständlich. Strich drunter: Passt schon, doch der besondere Look ist technisch kein Highlight.
Beim Antrieb haben die Macher dann richtig hingelangt und dem Alltagsrad den stärksten Bosch-Antrieb mit großem 625-Wh-Akku spendiert. Bedient wird die Elektrik durch das einfache Purion-Display mit integrierter Tastatur. Anschalten und ab auf die Strecke. Es ist ein ungewöhnliches Fahrgefühl, das die Kombination aus aufrechter Haltung und starkem Motor erzeugt, doch der Ausritt macht Spaß. Daran haben auch die übrigen Antriebskomponenten großen Anteil.
Komponenten und Fahrgefühl
Die Kombination aus Performance-CX-Antrieb, Gates-Riemen statt Kette und der Nexus-Fünfgang-Nabe flutscht. Beim Hochschalten wechselt sie die Gänge annähernd geräuschlos, Gangwechsel in die andere Richtung quittiert sie unter Last mit einem deutlich hörbaren Einrasten. Der Antriebsstrang ist komfortabel zusammengestellt und weitgehend wartungsfrei, die weiten Gangsprünge der Nexus-Nabe stören im Alltagsbetrieb nicht - auf Tour wären sie allerdings nicht optimal. Das solide Fahrgefühl setzt sich in der übrigen Ausstattung fort.
Die 47 Millimeter breiten Reifen sorgen im Zusammenspiel mit der Stahl-Federgabel für passablen Komfort. Das Bergamont E-Horizon lässt sich leichtfüßig und wendig dirigieren und reagiert auch auf hastigen Lenker-Input nicht nervös. Shimanos Brot-und-Butter-Bremsanlage MT200 ist gut dosierbar und verzögert das Bergamont E-Horizon auch mit Gepäck auf dem mit bis zu 25 Kilo belastbaren Träger zufriedenstellend. Die Radschützer aus profiliertem Alu-Blech sind langlebig und so befestigt, dass sie nicht klappern.
Der solide Racktime-Systemträger ist stabil mit dem Rahmen verbunden, passende Taschen und Körbe lassen sich mittels Adapter einfach und sicher daran befestigen. Belädt man das Rad, wäre ein Hinterbauständer statt des verbauten Mittelständers jedoch die standfestere Lösung. Letztlich überzeugt das Bergamont vor allem als wartungsarmer Unisex-Allrounder. Gegen einen primären Einsatz als Touren- und Trekking-Pedelec sprechen die sehr aufrechte Sitzposition und die etwas grobe Stufung der Fünfgang-Nabenschaltung.
Das Pedelec ist für das gemächliche Fahren, hauptsächlich auf der Straße geeignet. Etwas träge, dafür aber laufruhig, auch dank der 29 Zoll Bereifung. Gute Alltagstauglichkeit ohne hervorragende Stärken und Schwächen.
Details zum Bergamont E-Horizon Elite Belt Amsterdam
- Modell: BERGAMONT E-Horizon Elite Belt Amsterdam
- Preis: 3899 Euro
- Rahmengrößen: H: 48, 52, 56, 60; W: 44, 48, 52, 56
- Gewicht Testrad: 24,9 kg
- zulässiges Gesamtgewicht: 140 kg
- Rahmen: Alu
- Gabel: SR Suntour NX1, 63 mm, QR 9x100 mm
- Schaltung: Shimano Nexus 5, 1x5; 46/32 Zähne
- Motor/Akku: Bosch Performance CX/625 Wh
- Bremsen/ø: Disc, Shimano BR-MT200/v: 180 mm, h: 160 mm
- Reifen: Schwalbe Energizer Active Plus 47-622
- Lichtanlage: B&M Dopp, 35 Lux; B&M Toplight 2 C
Vor- und Nachteile
- Plus: Starker Antrieb, wartungsarm
- Minus: Hoher Durchstieg, Akku nicht ohne Werkzeug entnehmbar
Davon abgesehen, ist das Bergamont E-Horizon ein solide verarbeitetes, wartungsarm ausgerüstetes Alltags-Pedelec.
Weitere Bergamont E-Bike Modelle im Überblick
Neben dem E-Horizon Elite Belt Amsterdam bietet Bergamont eine breite Palette an E-Bikes für verschiedene Einsatzzwecke:
- E-Horizon SUV Comfort: Bietet Fahrspaß gepaart mit sehr viel Komfort.
- E-Horizon FS Elite Speed: Ein S-Pedelec, das einen Führerschein voraussetzt und für höhere Geschwindigkeiten ausgelegt ist.
- E-Horizon Expert: Ein Trekkingbike mit schlichtem Design und ordentlich Power dank des Bosch Performance Line CX Motors.
- E-Horizon Sport Wave: Ein sportlicher, kraftvoller E-Trekking-Allrounder.
Die Modelle gibt es meist als Unisex-Variante oder mit tiefem Einstieg. Frauen können sich auch das E-Horizon Premium Pro Belt Gent zulegen und männliche Fahrer das Belt Lady.
Bergamont E-Grandurance: E-Kompetenz in allen Segmenten
Getreu dem Hausmotto „Wir sind Teil des mobilen Wandels und gestalten ihn mit“ zeigt man sich bei Bergamont in allen Segmenten „E-kompetent“. Die Hanseaten verzichten weder bei den Urban-Bikes oder Trekkingrädern auf elektrische Tretunterstützung noch bei den Sporträdern, unter denen sich neben E-MTBs unter der Modellbezeichnung „E-Grandurance“ auch ein E-Rennrad findet. Transport-, Falt- und S-Pedelecs sind im Bergamont-Sortiment ebenfalls vertreten.
Vertrieben werden die E-Bikes über den stationären Handel sowie spezialisierte Onlinehändler. Die Ausstattung ist durchweg gehoben. Das schlägt sich allerdings auch im Preis nieder: Die untere Preiskante liegt bei rund 2.400 Euro. Für ein E-Trekkingrad müssen Sie bei Bergamont nach UVP im Schnitt etwa 3.000-3.500 Euro hinblättern.
Antriebstypen und -fabrikate
Bergamont schickt derzeit ausschließlich E-Bikes mit Mittelmotor ins Rennen, selbst die Faltrad-Pedelecs. Fast alle Modelle sind mit Bosch-Aggregaten bestückt, oft sogar mit dem potentesten, dem „Performance CX“. Auch bei der Akku-Kapazität hat der Anbieter zugelegt, denn viele Modelle bekommen inzwischen den Powertube von Bosch mit 625 Wh an oder in den Rahmen - Intube-Akkus sind auch bei Bergamont heute die Norm.
Enviolo Automatikgetriebe im Bergamont E-Horizon Premium Pro Belt
Das Bergamont E-Horizon Premium Pro Belt ist mit einem Enviolo Automatikgetriebe ausgestattet. Vor der ersten Ausfahrt stellt man eine gewünschte Trittfrequenz ein und den Rest erledigt die Enviolo Trekking Automatic. Individualisieren lässt sich die Kadenz entweder über den Lenkertaster oder mittels Enviolo App. Tipp: Bei rund 80 Pedalumdrehungen pro Minute arbeiten Nabengetriebe sowie Beinmuskulatur im effizienten Wirkungsbereich.
Mit einem Übersetzungsumfang von 380 % vom kleinsten zum größten Gang hat die Enviolo viel zu bieten. Die steile Rampe der Testrunde erklimmt unser Redakteur locker im Sitzen, dank Boschs kräftigem CX und der entspannten, leicht gebückten Sitzposition. Der automatische Gangwechsel im welligen Gelände gelingt gut, die Übersetzung passt sich der Situation an und behält die voreingestellte Kadenz mühelos bei. Das Bergamont E-Horizon Premium Pro Belt bringt mit seinen 32 kg Ruhe in die Fahrt, auch bei rund 70 km/h in der steilen Abfahrt von Schloss Prunn herunter liegt der Tourer spurstabil auf der Straße. Die Federgabel dämpft gut und die breiten Schwalbe Marathon Pneus bieten guten Gripp auch auf dem Waldweg. Zum Transport nimmt der Gepäckträger standardmäßig 25 kg, am Steuerohr lässt sich ein zusätzlicher Frontträger für weitere fünf Kilo Gepäck anschrauben.
Testergebnis
Das Bergamont E-Horizon Premium Pro Belt wurde mit 725 Punkten bewertet und erhielt die Note "gut".
- 👍 Das gefällt: Robustes und wartungsarmes Trekking E-Bike, bewährt kräftiger Bosch CX-Antrieb mit individueller Einstellung, stufenlose Enviolo Automatik-Schaltung
- 👎 Das gefällt weniger: Relativ hohes Gewicht, fummeliges Ausklappen des Ständers
Preisspanne und Alternativen
Die Kosten für ein Bergamont Trekking E-Bike variieren stark. Die günstigsten Modelle bekommt ihr bereits für unter 3.000 Euro. Für das E Horizon FS Elite Speed müsst ihr mit über 5.000 Euro rechnen.
Als Alternativen zu Bergamont Trekking E-Bikes werden Prophete, Scott und Jeep genannt. Prophete bietet sehr günstige E-Bikes an, während Scott und Jeep etwas hochpreisiger sind.
Fragen und Antworten zu Bergamont Trekking E-Bikes
- Wie groß sollte der Rahmen meines Bergamont Trekking e Bikes sein? Die für euch optimalen Rahmenmaße hängen von eurer Körpergröße ab. Es gibt zahlreiche Online-Rechner, mit denen ihr die passende Größe für euer Bergamont Trekking e Bike berechnen könnt.
- Wie viel Gänge haben die Bergamont Trekking e Bikes und reichen sie? Die Kettenschaltung des E-Horizon Elite Speed Gent hat 12 Gänge. Andere Modelle der Marke haben weniger. Alles eine Frage des Preises…
- Sind die Bosch Motoren der Trekking e Bikes von Bergamont gut? Mit einem Antrieb aus dem Hause Bosch bekommt ihr bei eurem Bergamont Trekking e Bike eine maximale Tretkraftunterstützung und einen starken Motor, der euch lange erhalten bleibt.
- Wie robust sind die Bergamont Trekking e Bikes? Ein Bergamont Trekking e Bike gilt als durchaus robust und hält auch Strassenverhältnisse aus, die nicht asphaltiert sind. Wenn ihr die Gabeldämpfung richtig einstellt, kann euch beinahe nichts erschüttern.
Testergebnisse von Bergamont E-Bikes
Auf Basis aller bei Testberichte.de gelisteten E-Bike-Tests mit Endnote ergibt sich für den Hersteller ein Notendurchschnitt von 1,55. Ausgemachte Schwächen lassen sich anhand der Testfazits nicht erkennen, außer dass die Gabeldämpfung gelegentlich etwas grob ausfällt.
ADAC Testurteil für das Bergamont E-Bike
Das ADAC Testurteil für ein Bergamont E-Bike lautet wie folgt:
| Testergebnis gesamt | 2,0 |
|---|---|
| Fahren | 2,3 |
| Antriebssystem und Motor | 1,6 |
| Handhabung | 2,4 |
| Sicherheit und Verarbeitung | 1,2 |
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