Bergisches Land Motorrad Touren: Ein Paradies für Biker

Das Bergische Land ist ein wahres Kurvenparadies für Motorradfahrer, die nicht bis in die Eifel oder gar die Alpen reisen möchten. Besonders am Wochenende zieht es Motorradfahrer aus dem Rhein-Ruhr-Gebiet ins Bergische Land, dem Mittelgebirge vor der Haustür.

Die Region Bergisches Land, Westerwald und Siebengebirge gilt als Kurvenparadies wegen all des agilen Auf und Ab, mit immer neuen Perspektiven nach jeder Kurve und den gewundenen Strecken, die es auszukosten gilt.

Die Straßendichte ist groß, und entsprechend zahlreich sind die Kombinationsmöglichkeiten. Das Bergische Land ist mit einer fast schon inflationären Zahl von Erhebungen ausgestattet. Wer auf einem Aussichtspunkt steht, blickt über ein bis zum Horizont reichendes Meer aus grünen Wellen. Wellen, die erklommen werden müssen.

Tourenvorschläge und Routen

Um Ihnen die Auswahl zu erleichtern, haben wir in unserer Deutschland-Reihe die Ausgabe »Bergisches Land« aufgelegt. Darin haben wir die zehn schönsten Tagestouren im Lieblings-Gebirge der rheinischen Motorradfahrer beschrieben (auf original Generalkarte 1:200.000 eingezeichnet). Dass wir Sie dabei nicht nur über kurvigen Asphalt führen, sondern auch in die typisch Bergischen Schieferdörfer, ist Ehrensache.

Tour 1: Ganz nah am Ruhrgebiet

  • Strecke: ca. 170 km
  • Fahrtdauer: circa 5 Stunden

Tour 2: Stadt, Land, Fluss

  • Strecke: ca. 225 km
  • Fahrtdauer: etwas 7 Stunden

Highlights und Sehenswürdigkeiten entlang der Strecken

Entlang der Strecken gibt es zahlreiche Highlights und Sehenswürdigkeiten, die einen Stopp wert sind:

  • Wuppertaler Schwebebahn: Seit 120 Jahren rattert die denkmalgeschützte Schwebebahn über das Tal der Wupper.
  • Müngstener Brücke: Sie zählt zu den eindrucksvollsten Brücken des Landes. Das Stahlgeflecht spannt sich in einem weiten Bogen 465 Meter lang über die Wupper.
  • Schloss Burg: Ein mittelalterliches Kleinod nahe an der A 1. Mit Museum, Ausstellungen und Waffelhaus.
  • Dhünn-Talsperre: Dank des reichlichen Regens im Bergischen ist der Bau eines Stausees offenbar eine gute Idee.
  • Hückeswagen: Hübsche alte Städte mit engen Gassen und den typischen Schieferhäusern sind das Salz in der bergischen Suppe.

Die Talsperren im Bergischen Land

Das Bergische Land ist mit seinen elf Talsperren die talsperrenreichste Region Europas. Keine andere Region in Europa hat so viele Stauseen, die ursprünglich zur Trinkwasserversorgung und zum besseren Umgang mit Hochwassern gebaut wurden. Da sechs der Talsperren heute noch reine Trinkwassertalsperren sind, kommt man nicht allzu nah an das Ufer heran, aber es gibt immer wieder herrliche Aussichtspunkte, von denen aus man einen tollen Blick über die zum Teil sehr verzweigten Talsperren hat, oder auch Fußwege, über die man näher an das Wasser heran gelangt.

Entdecken Sie die talsperrenreichste Region Europas mit Wohnmobil, Auto oder Motorrad auf einer Ferienroute von etwa 150 Kilometern, die an zehn Talsperren vorbeiführt. So auch an der Wiehltalsperre, an der die Tour startet. Dort gelangt man auch nur zu Fuß in die Nähe der aus dem TV bekannten Krombacher Insel. Danach führt Sie die Route dann aber vorbei an Talsperren, die auch als Badesee genutzt werden dürfen, wie der Aggertalsperre, der Brucher- oder der Bevertalsperre.

Die zahlreichen Talsperren liegen dabei größtenteils im Naturpark Bergisches Land und bieten einen wesentlichen Beitrag zum Artenerhalt und Naturschutz in der Region. Der Grund für die zahlreichen Talsperren im Bergischen ist die Trinkwasserversorgung und der Hochwasserschutz. Durch die vielen Täler und Flüsse, ist das Bergische Land nicht nur anfällig für Hochwasser zur Schneeschmelze gewesen, sondern auch geeignet, die Trinkwasserversorgung für insgesamt mehr als eine Million Menschen im Umland sicherzustellen.

Beliebte Biker-Treffpunkte

Entlang der Strecken gibt es zahlreiche Biker-Treffs, die zum Verweilen einladen. Einige Beispiele sind:

  • Zornige Ameise an der Bevertalsperre
  • Futterkrippe in Ruppichteroth
  • Bikers Rast Dattenfeld in Windeck

Eine Beispieltour: Zwischen Dhünn und Bever

Los geht es auf dem Parkplatz eines amerikanischen Schnellrestaurants direkt an der Autobahn A4 in Overath. Von hier aus geht es über die K37, K38 und die L 161 durch die Ortschaften Hohkeppel, Hommerich und Kürten auf direktem, kurvigem Weg zur Großen Dhünntalsperre. Diese wird jedoch nur vom Fahrersitz aus genossen, denn nur wenige Kilometer, aber zahlreiche Kurven weiter wartet in Hückeswagen an der Bevertalsperre nach 45 Kilometern die erste Kaffeepause im beliebten Bikertreff „Zornige Ameise“.

Nach dem Bade- und/oder Kaffeestopp geht es über den Ort Anschlag weiter zur dritten Talsperre - der Kerspetalsperre. Kurz darauf wird mit 469 Metern auch der höchste Punkt der Tagestour erreicht, bevor die Strecke zur Aggertalsperre bei Bergneustadt ein wahres Kurvenparadies wird. Hier lassen zahlreiche enge Kurven das Herz höherschlagen und mit der Wiehltalsperre gerät bei Reichshof die nächste Talsperre ins Visier.

Die südliche Grenze des Naturparks bildet dabei die Sieg, die auf der Tagestour nur kurz gekreuzt wird, von Oberalsen und Weyerbusch bei guter Sicht jedoch eine traumhafte Aussicht auf das Bergische Land ermöglicht. Über Eitorf und Winterscheid wird nun bei Neunkirchen die Wahnbachtalsperre erreicht, bevor es an Seelscheid vorbei über die L318 nach Falkemich und anschließend zurück zum Ausgangspunkt nach Overath geht.

Die 194 Kilometer lange Tagestour kann, von Frosttagen abgesehen, ganzjährig befahren werden und liegt fast vollständig im Naturpark Bergisches Land. Zwischen den Talsperren geht es meistens über kurvenreiche und zum Teil sehr kleine Kreisstraßen.

Zusammenfassung der Tour

Startpunkt Overath (Parkplatz an der A4)
Länge 194 Kilometer
Highlights Dhünntalsperre, Bevertalsperre, Kerspetalsperre, Aggertalsperre, Wiehltalsperre, Wahnbachtalsperre
Biker-Treff Zornige Ameise an der Bevertalsperre
Geeignet für Ganzjährige Befahrung (außer bei Frost)

Weitere Tipps für Motorradfahrer im Bergischen Land

  • Bergische Kaffeetafel: Genießen Sie die regionale Spezialität in einem der vielen Gasthöfe.
  • Sehenswürdigkeiten: Besuchen Sie den Altenberger Dom oder Schloss Burg.
  • Natur: Erkunden Sie die einzigartige Landschaft mit ihren Wäldern und Talsperren.

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