Die besten Fahrrad Navi Apps im Test

Wer heutzutage mit dem Fahrrad unterwegs ist, kommt an technischen Gadgets nicht vorbei. Egal, ob als Alltagsradler, der auf der Suche nach der besten Strecke von A nach B ist, oder Radsportler, der seine umfangreichen Zahlen gern festhalten und den Trainingsprozess dokumentieren will.

Als universelles Kommunikationsgerät kommt man kaum noch ohne Smartphones aus, begleiten uns auf Schritt und Tritt und sorgen für Unmut, wenn der Akkustand mal wieder zur Neige geht. Denn mit der richtigen App tracken sie nicht nur gefahrene Strecke, Geschwindigkeit und weitere Daten, sie können uns im Zweifel sogar navigieren - und das mit Sprachanweisung.

Der Markt an Outdoor- und Fahrradapps wächst und damit du in dem ganzen Gewirr nicht die Übersicht verlierst, geben wir dir eine kleine „Navigation“ an die Hand!

Die 5 besten Apps zur Fahrradnavigation

Eines haben alle Apps, die wir vorstellen, gemeinsam: Sie leben von der Community. So werden die meisten der Routen von den Usern selbst erstellt und hochgeladen. Beschreibungen im Feed der User helfen anderen Radfahrern, die Strecke einzuschätzen.

1. Komoot

Wer unterwegs mit dem Fahrrad navigieren möchte, findet mit Komoot einen zuverlässigen Partner. Die Community-App ist nicht nur Routenplaner, sondern auch ein soziales Netzwerk für Outdoor-Aktivitäten. Die Basisversion der App ist kostenlos und enthält eine Offline-Region.

Mit der App können Touren zuvor am Rechner geplant und vorgegebene Routen auch individuell angepasst werden. Man kann Touren im Vorfeld am Computer planen und sie werden automatisch mit der App synchronisiert. Es ist möglich, die per OpenStreetMap erstellten Strecken zu nutzen oder aber die von anderen Usern gefahrenen Touren nachzufahren. Jede eigene Tour kann per Upload auch im eigenen Komoot-Profil privat oder öffentlich angezeigt werden.

Die GPX-Daten lassen sich direkt auf die entsprechenden Fahrrad-Navis übertragen oder aber mittels Smartphone und einer passenden Halterung am Lenker direkt in der App anzeigen. Dank GPS werden alle wichtigen Informationen zur Strecke ausgegeben. So gibt es neben dem Höhenprofil, der Distanz und Geschwindigkeit auch eine prozentuale Darstellung der Wegbeschaffenheit, unfahrbare Sektionen werden erwähnt und die erwartete Dauer der Tour wird berechnet.

Neben den verschiedenen Aktivitäten wie Laufen, Wandern und Radfahren, kann letzteres in der Suche auch spezifiziert werden. Die kostenfreie App ist erhältlich für Android und iOS. Die Nutzung von Kartenmaterial für eine Region ist kostenfrei. Wer mehr Regionen benötigt oder Mehrtagestouren durchplanen möchte, zahlt diese Extras (ab 3,99€/Region).

2. Strava

Strava ist ein soziales Netzwerk für Ausdauerathleten und gerade unter Radfahrern sehr weit verbreitet. „If it’s not on Strava, it didn’t happen.“ ist ein sehr bekannter Satz, den vermutlich jeder sportlich ambitionierte Radfahrer schonmal gehört hat.

Die App zeichnet Ausdaueraktivitäten wie zum Beispiel Radfahren, Schwimmen, Laufen und Wandern auf und lädt diese Touren anschließend in den eigenen Feed privat oder öffentlich hoch. Der Community Charakter steht auch hier im Fokus und die User können kommentieren und „Kudos“ geben, um die Tour zu bewerten.

Dabei zeichnet Strava detailliert Parameter auf, mit welchen sich das Training bzw. die Ausfahrt sehr präzise analysieren lassen. So kann man die Entwicklung der eigenen Leistung verfolgen, sich aber auch mit anderen Fahrern auf der gleichen Strecke messen. Die App spielt hier auch bewusst mit dem Motivationsbooster „Gamification“ und lobt für ausgewiesene Segmente auf den Strecken Belohnungen in Form von Platzierungen und Icons im Profil aus.

Strava lässt sich sowohl für die Tourenplanung, als auch für die Tour selbst (direkt in Strava auf dem Smartphone oder auf einem kompatiblen Device) und im Nachhinein für die Analyse bzw. die Darstellung der Route nutzen. Wer sportlich unterwegs ist, der kann die Strava-Daten als GPX-Datei auch mit entsprechend anderen Apps abgleichen und Nutzen aus den erhobenen Daten ziehen.

Die, übrigens auch bei Profis sehr beliebte, Ausdauersport-App ist in der Basisversion kostenfrei und bietet mit einem Abo-Modell weitere Funktionen (ab 10,99€/Monat).

3. AllTrails

Die Outdoor-Plattform lebt vom Community-Gedanken und ist für viele verschiedene Aktivitäten nutzbar. Mehr als 400.000 Trails können hier laut Hersteller unter verschiedenen Aspekten angezeigt werden. Detaillierte Informationen erleichtern die Planung, und Bewertungen durch User ergänzen nützliches Wissen für die nächste Tour.

Wer sich verirrt, wird in der Bezahl-Version mittels eines Alarms wieder auf den richtigen Track verwiesen. AllTrails arbeitet ebenso mit anderen Apps zusammen und überträgt die entsprechenden Daten, zum Beispiel an die Apple Health App. Wer eine passende Route sucht, der kann sich direkt vom eigenen Standort aus eine passende Tour anzeigen lassen.

Auch diese App gibt es kostenfrei für Android und iOS, aber auch in einer Bezahlversion (19,99€/Jahr).

4. Garmin Connect

Die Fitness-App für Garmin Devices liefert alle Zahlen und Routen für Sportler. Sowohl Touren können mit der App und Garmin Express am Rechner geplant als auch Aktivitäten aufgezeichnet werden. In der Vorbereitung lassen sich Strecken übersichtlich am Rechner planen und GPX-Dateien verarbeiten. Die Navigation mit Abbiegehinweisen ist bei Garmin mit inbegriffen.

Auch mit anderen Apps, wie z. B. Komoot, ist die Garmin App kompatibel und kann auf die geplanten Strecken zugreifen. Die App liefert nicht nur das Profil der jeweiligen Strecken, sondern auch Statistiken, u. a. auch rund um die Gesundheit des Fahrers. So können verschiedene Parameter eingegeben und berücksichtigt werden.

Die App ist mit zahlreichen weiteren Apps kompatibel und tauscht Daten auf Wunsch automatisch in beide Richtungen aus. So zum Beispiel mit Komoot, Strava und Trainingpeaks. Auch die Health Daten der App in iOS können hier verwendet werden. Die Garmin Connect-App ist kostenfrei und sowohl für Android als auch iOS verfügbar. Sie lässt sich als App auf dem Smartphone oder auf den entsprechenden Devices nutzen.

5. Bikemap

Die App „Bikemap“ bezeichnet sich selbst als das beste Fahrradnavi mit 13 Mio. Fahrradrouten in mehr als 190 Ländern. Mit der App können Routen geplant, aufgezeichnet und unterwegs navigiert werden. Die Routen sind von Nutzern generiert und somit immer auf dem aktuellsten Stand. Auch hier können Touren kommentiert und bewertet werden.

Wichtige Details werden für die Streckenplanung angegeben. So zum Beispiel das Höhenprofil und die voraussichtliche Dauer, sowie der passende Typ des Fahrrads. Auch ohne Netzabdeckung ist man mit „Bikemap“ sicher offline unterwegs und die POIs (Points of Interests) sind für Radfahrer besonders interessant. Hierbei handelt es sich um ein Feature, das wichtige Punkte wie Fahrradwerkstätten, Fahrradstellplätze oder technische Fahrradstationen anzeigt.

Die App kann direkt am Smartphone oder mit der Apple Watch verwendet werden.

Weitere nützliche Fahrradapps

Über Tracking und Navigation hinaus dürfen sich Smartphone-Nutzer auch über Apps für Bike-Fitting, die Fahrrad-Werkstatt oder Ausrüstung freuen.

  • Bike Gear Calculator: Mithilfe dieser App kann man verschiedene Ritzel-Setups errechnen und sogar vergleichen. Besonders die übersichtliche Oberfläche und die leichte Bedienbarkeit machen die App zu einem Must-Have für Schrauber.
  • Saddle adjust: Die App ist extrem hilfreich, wenn man die Neigung seines Sattels anpassen möchte. Eine eingebaute Wasserwage ermöglicht eine feine Justierung. Bis zu drei Setups können zudem mit Bild gespeichert werden.
  • Bike fast fit: iPhone-Besitzer freuen sich über die App „Bike fast fit“: Video aufnehmen und im Nachhinein die Sitzposition anpassen. Klingt doch gut, oder? Genau das geht mit der App. Außerdem kann man die Daten exportieren und speichern, sowie einen Report exportieren.

Das müssen Sie bei der Nutzung von Routenplaner-Apps beachten

Damit die Apps unterwegs stets tadellos ihren Dienst tun, gilt es einige Dinge zu beachten. Zunächst einmal sollte der Download einer Navi-App im heimischen WLAN erfolgen und nicht erst unterwegs, wenn man sich bereits verfahren hat. Denn oft fallen beim Download einer Navigations-App große Datenmengen an. Bei schlechter Netzabdeckung kann der Download dann etwa quälend lange dauern oder das monatliche Daten-Budget durch solche Downloads aufgebraucht werden.

Zudem sollten vor einer Bike-Tour alle dafür erforderlichen Karten bereits aufs Smartphone geladen werden. So lässt sich auch in Gebieten mit schlechter Netzabdeckung weiterhin problemlos der geplanten Route folgen, beispielsweise auf Waldpisten.

Zu beachten ist auch, dass das Smartphone vor dem Start vollgeladen ist ist. Ein Display, dass bei einer Navigation dauerhaft aktiviert ist, verbraucht schnell viel Akku-Kapazität. Daher sollte für längere Touren auch eine Powerbank, beispielsweise das Modell von Anker mit 20.000mAh, zum Aufladen des Smartphones mit zum Tour-Equipment gehören.

Um stets die exakte Position zu bestimmen, beziehen die Bike-Apps Standortdaten via GPS. Steckt das Smartphone in einer dicken Schutzhülle, kann das den GPS-Empfang mitunter verschlechtern.

Wer viel mit dem E-Bike oder Gravelbike unterwegs ist, für den lohnt sich auch ein Navi. In der App geplant, kann der Radfahrer hier seine Route unkompliziert hochladen. Das Navi ist mitunter zwar gar nicht so günstig in der Anschaffung, hat aber den Vorteil, dass die Darstellung oft besser ist und es meist eine lange Akkulaufzeit bietet.

Wie zuverlässig ist die Bike-Navigation?

Für die meisten Touren gilt: Auf viele Fahrrad-Apps ist im Großen und Ganzen Verlass. Jedoch ist das GPS-Signal im dichten Wald oder Gebirge nicht immer perfekt. In der Praxis bedeutet das, dass die App nicht immer hundertprozentig genau weiß, wo sich die Radfahrerin oder der Radfahrer aufhält. Auch sind nicht immer alle Strecken befahrbar, etwa nach einem Sturm oder weil im Sommer die sprießende Vegetation einen Strich durch die Rechnung macht.

Da hilft es oft nur unterwegs Alternativrouten über eine Neuberechnung von Routen zu finden. Diese Eventualität sollte bei Fahrten im Gelände durchaus mit eingeplant werden - damit die App schließlich zuverlässig zum Ziel führt.

Das sollte eine Bike-App bieten

Klar, als Grundfunktionen muss eine E-Bike-App Karten anzeigen können, anhand derer sich navigieren lässt. Für Rad-Touren und Reisen in Gebiete mit schlechter Netzabdeckung oder gar in Länder, in denen Daten-Roaming nicht möglich ist, sollten aber noch weitere Funktionen inklusive sein. Dazu zählen neben Karten, die sich auch ohne Verbindung in ein Mobilfunknetz nutzen lassen. Solche Offline-Karten helfen zudem, sich auch über lange Strecken gut zurecht zu finden.

Bei einigen Navi-Apps allen auch für die Nutzung von Kartenmaterial keine Gebühren an. Wer Kosten vermeiden möchte, sollte sich daher für so eine App entscheiden und darauf achten, dass es bei einigen Apps unter anderem für bestimmte Bereiche Bezahlfunktionen gibt. Etwa für Sprachbefehle oder Sprachausgabe der Navigation. Die Fahrerin oder der Fahrer brauchen so nicht ständig auf die Smartphone-Anzeige schauen, um auf der geplanten Strecke zu bleiben. Auch muss das Display (siehe Akku-Laufzeit) dann nicht dauerhaft eingeschaltet bleiben.

App-Vergleich: Funktionen und Kosten

Um Ihnen die Entscheidung für die passende App zu erleichtern, hier eine vergleichende Übersicht:

App Kostenlose Version Kostenpflichtige Version Offline-Karten Sprachnavigation Community-Funktionen
Komoot Ja (1 Region) Ab 3,99€/Region oder 30€ für weltweite Karten Ja Ja (kostenpflichtig) Ja
Strava Ja Ab 10,99€/Monat Nein Ja (kostenpflichtig) Ja
AllTrails Ja 19,99€/Jahr Ja Nein Ja
Garmin Connect Ja Nein Ja Ja Ja
Bikemap Ja 44,99€/Jahr Ja Ja Ja

Bei den Radfahr-Apps ist sicher für jeden etwas dabei. Letztlich kommt es sehr darauf an, welchen Nutzen diese bringen soll. Viele Apps haben deutlich mehr Funktionen als für den einzelnen Radfahrer möglicherweise notwendig sind.

Gut zu wissen: Das Zusammenspiel verschiedener Apps macht es dem Radfahrer immer einfacher, das Beste aus den Anwendungen rauszuholen und nahezu „plug & play“ Daten aufzuzeichnen, um diese effizient zu nutzen.

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