Gravel Bikes sind der Renner in der Fahrradwelt. Als Tochter von Renn- und Cyclocross-Rädern schlägt das Gravel Bike neue Wege - auch abseits vom Asphalt - ein. Das Gravel Bike hat einen wahren Boom im Radsport ausgelöst. Zudem eignen sie sich für lange Bikepacking-Touren. Kein Wunder: Die gehypten Fahrräder sind robust, schnell und sogar geländegängig.
Wer dem Trubel und Menschenmassen entgehen möchte, schwingt sich auf den Spezialisten für Schotter und Straßen und entflieht dem Alltag in Windeseile. Sie laden ein, einfach abzubiegen, sich ins Abenteuer zu stürzen und bisher unbekannte Wege in der Natur zu entdecken. Gravel Bikes sind die Experten für Asphalt und Schotterwege. Das alles hautnah: Denn durch die ungefederte Gabel spürt man die Erde unter sich, ohne Puffer.
Im Gegensatz zu Mountainbikes, die mit ihrem Gewicht schnell etwas ausbremsen, hat man beim Gravel Bike die Leichtigkeit auf seiner Seite. Generell gilt: Die Rennrad-Gene sind bei diesem Fahrradtyp stark bemerkbar und gerade deshalb so beliebt. Während Mountainbikes sich bei jedem Terrain und Wetter wohlfühlen, sind Gravel Bikes - wie der Name schon sagt - auf Schotter und Straßen spezialisiert. So zählen Abfahrten nur bedingt zu den Talenten dieses Typs.
Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist der Rennrad-typische Lenker, der Gravel Bikes auf den ersten Blick erkennbar macht. Beim Thema Federung gehen allerdings Mountainbikes als Sieger aus dem Ring, denn Gravel Bikes haben keine Federung. Ein möglicher Carbon-Anteil in der Gabel kann dies teilweise kompensieren, der auf unebenen Untergründen für etwas Dämpfung sorgt. Die harte Gabel hat allerdings auch den Vorteil der direkteren Kraftübertragung gegenüber Federgabeln, was mehr Speed begünstigt.
Gravel Bike vs. Rennrad: Was sind die Unterschiede?
Stellt man ein Gravel Bike und ein Rennrad nebeneinander, können womöglich einige Menschen Schwierigkeiten haben, diese auf Anhieb zu unterscheiden. Und tatsächlich ähneln sich beide Fahrrad-Arten durchaus stark. Beispielsweise fängt es bei der Rahmengeometrie an. Die eines Rennrads ist in der Regel einen Tick „aggressiver“.
Das führt dazu, dass man eine aerodynamischere Sitzposition einnimmt und somit schneller fahren kann. Gravel Bikes hingegen stehen für mehr Komfort und Stabilität. Auch bei den Reifen gibt es Unterschiede. Die von Gravel Bikes sind deutlich breiter, als Rennradreifen. Das hat mit dem Rollwiderstand zu tun. Je dünner, desto schneller das Rad.
Wer auf längeren Ausfahrten Komfort genießen möchte, sollte zwingend auf ein Gravel Bike zurückgreifen. Gravel Bikes sind im Grunde echte Allrounder, während Rennräder - wie der Name es direkt verrät - vielmehr auf Schnelligkeit ausgelegt sind.
Die Qual der Wahl: Welches Gravel Bike ist das richtige?
Die Größe des Fahrrads ist abhängig von der Schrittlänge und Körpergröße des Fahrers. Auf der Suche nach einem Gravel Bike in der richtigen Größe? Auch die Reifengröße sollte man neben der Rahmengröße im Blick haben.
Wer also ein besonders vielseitiges Gravel Bike sucht, sollte das dringend im Blick behalten. Ein wichtiger Indikator dafür, auf welche Terrains und Einsatzgebiete ein Modell spezialisiert ist, ist die Reifenbreite. Auch die Geländetauglichkeit unterscheidet sich zum Teil stark: Einige der Gravel Bikes entlehnen ihre Geometrien eher dem Mountainbike-Segment, andere orientieren sich mehr an Rennrädern.
Manche sind deutlicher als andere auf den Einsatz im Gelände ausgerichtet, andere mehr auf Asphalttouren getrimmt, wieder andere empfehlen sich für die epische Bikepacking-Tour, um den Abenteuerdurst zu stillen. Während die teureren Modelle auf Langstreckeneinsätze, Robustheit und den Gepäcktransport ausgelegt sind, machen die günstigen Einsteiger-Räder vor allem Schönwetterfahrern und Pendlern Freude.
Top-Modelle unter der Lupe
Nun zeigen wir Ihnen, welche Gravel Bikes besonders lohnenswert sind.
Rose Backroad AL
Wer nach einem komfortablen Anfängermodell mit lebendigen Fahreigenschaften sucht, wirft einen Blick auf das Rose Backroad AL. Das Geheimnis eines komfortablen Einsteigerfahrrads ist unter anderem eine breite Bereifung, die auf sportlichen Touren und leichten Bikepacking-Abenteuern für Extra-Grip sowie ein stabiles Fahrverhalten sorgt. Das Einsteiger-Gravel Bike aus Aluminium verzichtet auf sichtbare Kabel und Leitungen, was für einen eleganten Look sorgt.
Mit 40 Millimeter sind die Schwalbe G One R-Reifen beim Rose Backroad AL zwar relativ dünn, verschaffen aber dank mehr Griffigkeit einen fühlbaren Vorteil. Auf holprigen Strecken federt das Gravel Bike optimal ab.
Focus Gravel Bike
Aus dem Hause Focus gibt es ebenfalls ein Gravel Bike, das sich durchaus sehen lässt. Für Anstiege und Toure ist unter anderem eine SRAM Rival eTap AXS XPLR 1×12-Schaltung integriert worden. Das Bike ist vor allem für Abenteuerlustige konzipiert und dementsprechend auch robust. Außerdem ersetzt die kabellose 2-fach-Schaltung den Umwerfer und sitzt integriert in der Hinterradnabe.
Die Montagepunkte an der Gabel tragen pro Seite rund drei Kilogramm Zuladung. Der Rahmen und die Gabel sind aus Carbon.
Cube Nuroad Race FE
Kaum ein Gravel Bike entdeckt man so oft auf Straßen und Feldwegen wie das Cube Nuroad Race FE. Nicht allein wegen seines eleganten Designs fällt der Bestseller ins Auge, auch die Ausstattung sticht beim veritablen Cruiser positiv hervor. Schaltungen, Bremsen und Reifen stammen ausschließlich von namhaften Herstellern wie Shimano und Schwalbe - im Vergleich zum Cube Nuroad Pro FE besitzt die Race-Variante eine bessere Schaltgruppe (Shimano GRX statt Tiagra) sowie eine hydraulische Scheibenbremse statt einer mechanischen.
Breite Reifen und Carbon-Gabel federn Schläge gut ab und bieten so viel Fahrfreude auf dem Gelände. Das „FE“ im Namen steht für „fully equipped“: Damit gemeint sind die verschiedenen Komponenten wie Gepäckträger, Ständer und Beleuchtung, die am Cube Nuroad Race FE bereits verbaut sind.
Scott Addict Gravel 20
Diese Gravel-Bike-Neuheit aus der Schweiz vereint Geländetauglichkeit mit hohen Geschwindigkeiten und sportlichem Fahrvergnügen: Das Scott Addict Gravel 20 ist der perfekte Begleiter für Schotterpiste und Gelände, aber auch in der City lässt sich das Bike sehr gut fahren. Mit 24 Gängen, hydraulischer Bremsung und einem robusten Carbonrahmen fährt das sportive Gravel Bike souverän durch Wald, Wiese und Feldwege - und das selbst bei schlechtem Wetter.
Eine Carbon-Gabel sorgt für eine wendige, hohe Lenkpräzision und eine angenehme Dämpfung. Auch interessant: Auf dem Bike richtig durchstarten!
Cannondale SuperSix Evo SE
Vereint Geländetauglichkeit mit hohen Geschwindigkeiten und sportlichem Fahrvergnügen: Das Cannondale SuperSix Evo SE ist dazu da, neue Horizonte zu „erfahren“ und auf neuen Wegen zu rollen. Es ist der perfekte Begleiter für Schotterpisten, wobei ihm auch ein Regenguss nichts ausmacht. Im Gegenteil: Das hochwertige Gravel Bike macht Touren bei wirklich jedem Wetter mit und sorgt durch gute Traktion, sicheres Handling und schönen Komfort für besonders viel Fahrfreude.
Bei diesem Rad ist alles drin und dran. Das Geheimnis liegt vor allem in der hervorragenden Ausstattung: Zudem macht der Carbonrahmen den Allrounder leicht, agil und quicklebendig, wobei die Gabel aus Carbon für eine wendige, hohe Lenkpräzision und angenehme Dämpfung sorgt.
Serious Gravix Gravel Bike
Das Serious Gravix-Gravel-Bike verzichtet auf unnötigen Schnickschnack und Spielereien. Preisbewusste Performance mit Sinn fürs Wesentliche:
Kona Rove AL 700
Das Kona Rove AL 700 glänzt auf Asphalt, Schotterwegen und Singletrails. Experte für anspruchsvolles Terrain: Auch der 2x Shimano 8-Gang-Antrieb und die Tektro-Scheibenbremsen machen das Rove AL 700 zu einer ausgezeichneten Wahl für jedes Gelände.
Das Geheimnis des preiswerten Einsteigerfahrrads ist unter anderem die breite Bereifung, die auf sportlichen Touren und leichteren Bikepacking-Abenteuern für Extra-Grip sowie stabiles Fahrverhalten sorgt.
Canyon Grail CF SL 7 AXS
Das Canyon Grail CF SL 7 AXS ist ein hochwertiges Gravelbike, das durch seine Kombination aus einem leichten Carbonrahmen und der drahtlosen 12-fach-Schaltung von SRAM beeindruckt. Es bietet eine ausgezeichnete Balance zwischen Komfort und Performance, ideal für lange Strecken auf unbefestigten Wegen.
Mit einem Gewicht von 8,82 kg und einem flexiblen Cockpit-Design sorgt es für eine stabile und komfortable Fahrt auch bei hohen Geschwindigkeiten.
Trek Checkpoint
Das Trek Checkpoint ist ein vielseitiges Gravelbike, das sich ideal für Abenteuer abseits der Straße eignet. Es zeichnet sich durch eine komfortable Gravel-Endurance-Geometrie aus, die eine aufrechtere Sitzposition ermöglicht. Das Bike bietet viel Platz für breite Reifen und zahlreiche Befestigungspunkte für Ausrüstung, was es perfekt für lange Touren und Bikepacking-Abenteuer macht.
Die IsoSpeed-Technologie in der Sattelstütze sorgt für zusätzlichen Komfort auf unebenen Wegen.
Specialized Crux Expert
Das Specialized Crux Expert ist ein hochspezialisiertes Gravelbike, das auf Leistung und Vielseitigkeit ausgelegt ist. Mit einem leichten Carbonrahmen bietet es eine ausgezeichnete Kombination aus Stabilität und Wendigkeit, die sowohl auf unbefestigten Wegen als auch auf der Straße überzeugt.
Die Geometrie des Rahmens ist darauf ausgelegt, eine komfortable, aber dennoch sportliche Sitzposition zu ermöglichen, was es für längere Touren und anspruchsvolle Geländefahrten geeignet macht. Ausgestattet mit einer SRAM Rival eTap AXS 12-Gang-Schaltung, liefert das Crux Expert präzise und schnelle Gangwechsel.
Wilier Adlar (E437YDW)
Das Wilier Adlar ( E437YDW) ist ein hochentwickeltes Gravelbike, das speziell für Bikepacking und Abenteuertouren konzipiert wurde. Der Carbonrahmen ist robust und leicht. Es bietet Platz für breite Reifen bis zu 29 x 2 Zoll und ist mit einer Vielzahl von Montagemöglichkeiten für Gepäckträger und Taschen ausgestattet.
Die Geometrie des Rahmens ist an Mountainbikes angelehnt, was eine stabile und sichere Handhabung auch auf anspruchsvollen Trails ermöglicht.
Material und Gewicht im Fokus
Angesichts des von uns vorgegebenen Preisrahmens bis 2000 Euro rollen fast ausnahmslos Räder mit Aluminiumrahmen ins Testlabor. Zwar ist die Anschaffung eines Carbonrahmens inzwischen wesentlich günstiger als noch vor einigen Jahren, nahezu jedes wettkampftaugliche Straßenrad basiert auf dem Verbundwerkstoff.
Allerdings ist die Weiterverarbeitung zu einem fertigen Rahmen weiterhin aufwendiger und kostenintensiver als die eines Chassis aus Alu. Dessen Rohre werden in der Regel unter Druck in Form gebracht, dem sogenannten Hydroforming, und miteinander verschweißt. Dank der physikalischen Eigenschaften des Leichtmetalls ist es einfacher und günstiger, fahrstabile, verwindungssteife Konstruktionen auf die Reifen zu stellen.
Voluminöse Alu-Rohre machen die Rahmen fast durchweg unerschütterlich steif und fahrstabil - aber eben recht schwer. Mit durchschnittlich fast elf Kilogramm Gesamtgewicht treten die Schotterflitzer jedenfalls nicht in der Fliegengewichts-Klasse an, im Gegenteil: Die Räder werden insgesamt immer schwerer - was auch an der Gravelbike-Evolution liegt: Immer breitere Reifen, breitere Felgen, breitere Lenker und riesige Ritzel wiegen eben auch mehr.
Dessen Rahmen ist vergleichsweise filigran und zählt mit rund 1800 Gramm zu den leichteren Alu-Gestellen auf dem Markt. Dass der langlebige Werkstoff Aluminium nicht zwangsläufig hohes Gewicht zur Folge haben muss, zeigt sich andererseits am Radon. Das neue Specialized Crux DSW ist nach unserer Kenntnis das aktuell leichteste Alu-Gravelbike (Rahmen-Set 1530 Gramm, Gesamtgewicht 9,6 Kilogramm), dafür aber teurer (2700 Euro).
Laufräder und Reifen
Neben den Rahmen-Sets haben die größtenteils einfachen Laufräder entscheidenden Anteil an den pfundigen Bikes. Die Kombi aus schlichten Alu-Felgen, breiten Stollenreifen, großer Kassette und einfachen Bremsscheiben macht bei fast allen Testrädern knapp die Hälfte des Gesamtgewichts aus.
Hervorzuheben sind die Laufräder bei Giant und Rose, die kaum schwerer als günstige Carbonlaufräder ausfallen. Auch innerhalb der Preisklasse eröffnen sich Qualitätsunterschiede. Die schweren Modelle in den Bikes von Bulls, Carver oder Megamo servieren den Tuning-Tipp hingegen auf dem Silbertablett.
Fahrverhalten und Geometrie
Streng genommen gelingt es nur dem Cube als einzigem Modell, das Speed-Gefühl eines Rennrads auf die Schotterpiste zu übernehmen. Aus einem einfachen Grund: Der deutsche Hersteller schafft es wieder einmal, sein Bike überdurchschnittlich gut auszustatten und trotzdem mit einem leichten Carbonrahmen in den Handel zu stellen; gegenüber dem schwersten Modell im Test von Carver ist es zwei Kilogramm leichter.
Bis auf das Radon kommen auch die weiteren Konkurrenten nicht an das agile Fahrverhalten des Preiskrachers von Cube heran, der mit dem niedrigen Gewicht auch teurere Modelle in den Schatten stellt. Dafür ist das Carver das mit Abstand günstigste Rad. Doch auch Carvers Top-Modell, das die Frankfurter im Testzeitraum nicht vorrätig hatten, lässt wegen des vergleichbaren Set-ups eine deutliche Lücke.
Bei den Rahmengeometrien zeigt sich eine Zweiteilung in die eher komfortable oder relativ sportliche Richtung, wobei die Betonung einer vergleichsweise gestreckten Sitzposition im Test überwiegt. Wissen muss man: Die Geometrie von Gravelbikes fällt im Vergleich zum Straßenrenner grundsätzlich etwas gemäßigter aus.
Auf den meisten - auch sportlichen - Gravelbikes in unserem Test sitzt man also wie auf einem Marathonrad, womit die Hersteller ein breites Publikum im Blick haben. Selbst wettkampftaugliche Schotterfräsen grenzen sich zum Teil deutlich von aggressiven Straßenboliden ab. Wer in der Preisklasse unter 2000 Euro hingegen einen Gravel-Racer mit tiefem Lenker sucht, wird - jedenfalls von der Stange - nichts finden.
Federkomfort und Reifenfreiheit
Geschmeidige GummisBeim Federkomfort, der als wichtigstes Gravelbike-Kriterium mit 30 Prozent in die TOUR-Note einfließt, wechseln Licht und Schatten. Auf dem Prüfstand können zwei Räder ergiebig punkten: Das Canyon profitiert von einer flexiblen Carbonsattelstütze, das Giant von einer speziellen Alu-Version mit aufwendiger Klemmung.
Viele Hersteller wählen dafür vergleichsweise breite Gummis mit 45 Millimetern. Auf der Schotterpiste zehren die Räder von ihren hochwertigen Reifen, womit die meisten Modelle den geringen Rahmenkomfort ganz gut kompensieren können. Alle Räder rollen auf tubeless-fähigen Pneus, das komfortbetonte Giant kommt bereits ab Werk mit Dichtmilch.
Mit teils üppigen Reifenfreiheiten können die Bikes noch geländegängiger abgestimmt werden. Die Reifen lassen sich dadurch mit weniger Druck fahren und bügeln Unebenheiten spürbar glatt. Spitzenreiter ist das Giant, das dank eines verstellbaren Radstands Platz für bis zu 53 Millimeter breite Schlappen lässt. Das Focus geht noch ein Stück weiter, erfordert aber den Wechsel auf Laufräder im kleineren 650B-Format.
Komponenten und Ausstattung
Einigkeit herrscht in dem Punkt, dass die Gänge mechanisch gewechselt werden. Auch bei der Getriebewahl unterscheidet die günstigeren Räder auf den ersten Blick wenig von den Top-Modellen. Da sich hinter dem Kürzel allerdings ein Wust an Einzelteilen unterschiedlicher Qualität verbirgt, die wild kombiniert werden können, ergeben sich doch teils deutliche Unterschiede in der Performance. Bis auf das Megamo ist an alle Räder Shimanos gravelspezifische GRX-Schaltgruppe geschraubt.
Die Antriebe mit Zweifach-Kettenblatt bieten ein größeres Übersetzungsspektrum mit kleineren Sprüngen zwischen den Gängen. Die Übersetzungen sind an allen Rädern auch für Einsteiger und weniger trainierte Gravelbiker tauglich und bieten Reserven für steile Anstiege. Vorteil der Ein-Kettenblatt-Technik ist die einfachere Bedienung, außerdem ist sie weniger fehleranfällig und wartungsärmer als Schaltungen mit zwei Kettenblättern und Umwerfer.
Aber kein Vorteil ohne Nachteil: Riesige Mountainbike-Kassetten wie am Carver, Cube, Megamo und Radon kompensieren zwar das fehlende zweite Kettenblatt; die extreme Untersetzung im kleinsten Gang ist für typische Gravelbike-Touren aber zu krass. Hinzu kommen die teils sehr großen Sprünge von Gang zu Gang. Das führt zu großen Unterschieden in der Trittfrequenz beim Gangwechsel und kann beim gleichmäßigen Pedalieren stören.
Die Bremsen sind im besten Sinne solide; dass man mit den überwiegend einfachen Hebeleien die Bremsleistung etwas weniger genau dosieren kann als bei den Top-Modellen, merkt man nur im direkten Vergleich. Kritisieren darf man, dass an allen Rädern einfache Stahl-Bremsscheiben montiert sind, die bei Dauerbremsungen unter Volllast überhitzen und Leistung verlieren können. Einzig Merida und Rose ernten in dieser Disziplin dank riesiger 180-Millimeter-Scheiben am Vorderrad Top-Noten.
Testergebnisse im Überblick
TOUR hat für das Gravel-Spezial 2025 jüngst 13 aktuelle Gravelbikes unter 2000 Euro einem umfangreichen Vergleichstest unterzogen. Alle Modelle wurden auf ihre Fahreigenschaften, Ausstattung und Vielseitigkeit geprüft.
Die fünf besten Räder nach der TOUR-Bewertung stellen wir hier noch einmal zusammen.
- Cube Nuroad C:62 One (Testsieger)
- Giant Revolt 0
- Canyon Grizl 7
- Scott Speedster Gravel 10
- Radon Regard AL 10.0
Den sportlichen Ansatz unterstreicht das Nuroad mit der Sitzposition, die etwas gestreckter ausfällt als bei einigen Mitbewerbern, aber auch für lange Strecken und viele Stunden im Sattel noch geeignet ist. Die Nuroad-Varianten mit Alu-Rahmen, die für die aktuelle Saison unverändert geblieben sind, bringen Fahrerin oder Fahrer in eine deutlich aufrechtere Sitzposition.
Cube Nuroad C:62 One - schnell und komfortabel
Mit Ausnahme des Radon bleibt kein anderes Rad unter der Zehn-Kilo-Marke, zum schwersten Mitbewerber reißt das Cube sogar eine Lücke von mehr als zwei Kilogramm - das sind Welten. Das vergleichsweise geringe Gewicht macht sich im Sattel bemerkbar. Das Nuroad fühlt sich leichtfüßig und schnell an, es transportiert das Speed-Gefühl eines Straßenrads am besten ins Gelände. Dank schneller Reifen macht es aber auch auf Asphalt “bella figura”. Es entsteht der Eindruck, als sei man mit einem deutlich teureren Gefährt unterwegs.
Allerdings wird der Fahrer durch den gekröpften Lenker in eine langstreckentaugliche Sitzposition gebracht. Durch zig Montagepunkte für Gepäck und Schutzbleche wird das Jari 1.3 zum treuen Begleiter für gepäckreiche Touren. Eine äußerst aufrechte Sitzposition und hohe Laufruhe runden das langstreckentaugliche Konzept ab.
Für wenig Geld viel Spaß auf den Schotterpisten
Du bist Anfänger beim Graveln und möchtest zunächst nicht so viel Geld für ein Gravelbike ausgeben? Kein Problem, denn auch im preisgünstigen Bereich von unter 2000 Euro lassen sich attraktive Bikes finden, bei denen du nur wenig Abstriche bei der Ausstattung machen musst und trotzdem eine ganze Menge Fahrspaß haben wirst.
Gravelbikes boomen - kein Wunder, denn sie vereinen Tempo, Abenteuerlust und Alltagstauglichkeit wie kaum ein anderer Fahrradtyp. Doch welches Modell bietet richtig viel Leistung für unter 2.000 Euro? Egal, ob du Pendler, Wochenend-Abenteurer oder Anfänger bist - hier findest du ein passendes Bike.
Hier eine Auflistung von Gravelbikes in der Preisklasse unter 2000 Euro:
- Canyon Grizl 6 1BY - 1699 Euro
- Rose Backroad AL - 1899 Euro
- Cube Nuroad Race - 1499 Euro
- Van Rysel GRVL AF SRAM Apex - 1499 Euro
- Marin Gestalt X10 - 1699 Euro
Canyon Grizl 6 1BY
Das Grizl 6 ist ein echter Preis-Leistungs-Hit. Ideal für alle, die ein zuverlässiges Bike für lange Touren, Pendeln und Schotterpisten suchen - ohne gleich das Budget zu sprengen.
Das Grizl 6 ist ein echter Preis-Leistungs-Hit. Rahmen/ Gabel: Aluminium/ Carbon Schaltung: Sram Apex 12s, 40T x 11-44T Reifenfreiheit: bis 54 mm Reifen: Schwalbe G-One Bite, 45 mm Laufrad: DT Swiss Gravel LNGewicht: 10,5 kg Besonderheiten: Montageösen an Gabel, moderne Geometrie Preis: 1699 Euro
Vorteile: Sehr robust und komfortabel, Perfekt für Alltag & Abenteuer, Hohe Komponentenqualität für den Preis
Nachteile: Etwas schwerer als Carbon-Modelle, Versand & Aufbau selbstständig
Rose Backroad AL
Das Backroad AL überzeugt mit Rennrad-Genetik und Offroad-Talent. Wer ein schnelles Gravelbike sucht, das auch auf Asphalt glänzt, liegt hier richtig.
Rahmen/ Gabel: Aluminium/ Carbon Schaltung: Shimano GRX RX 400, 46/30T x 11-34T Reifenfreiheit: bis 50 mm Reifen: Continental Terra Trail, 45 mm Laufrad: ROSE G25 Gewicht: 10,1 kg Besonderheiten: sportliche Geometrie, vielfältige Ausstattungsoptionen Preis: 1999 Euro
Vorteile: Agiles Fahrverhalten, Starke Einzelkomponenten, sauber verschliffener Rahmen
Nachteile: Vergleichsweise etwas teurer, Oft begrenzter Lagerbestand
Cube Nuroad Race
Ein echter Allrounder: Das Cube Nuroad Race ist das ideale Bike für Vielseitigkeit auf Straße, Waldweg und Schotterpiste.
Kann als Option mit Schutzblechen und Gepäckträger ausgerüstet werden: Cube Nuroad Race. Rahmen/ Gabel: Aluminium/ Carbon Schaltung: Shimano GRX, 46/30T x 11-36T Reifenfreiheit: bis 45 mm Reifen: Schwalbe G-One Allround, 40 mm Laufrad: Cube GR 2.5 Disc, TR Gewicht: 10,3 kg Besonderheiten: komfortable Geometrie, Option für Schutzblech und Gepäckträger Preis: 1499 Euro
Vorteile: Sehr gute Ausstattung, Ausgewogenes Fahrverhalten, Stark im Alltag & auf Tour
Nachteile: Etwas konservatives Design, Lenkerkomfort mittel
Van Rysel GRVL AF Sram Apex
Perfekt für Einsteiger oder als Zweitrad: Das Van Rysel GRVL AF Sram Apex bietet relativ viel für wenig Geld und macht trotz des etwas erhöhten Gewichts auf Schotterwegen richtig Spaß.
Günstig muss nicht schlecht sein, das beweist das Van Rysel GRVL Sram Apex, das auf Schotter viel Spaß für einen fairen Preis bereitet. Rahmen/ Gabel: Aluminium/ Carbon Schaltung: SRAM Apex 1x12, 40T x 11-44T Reifenfreiheit: bis 50 mm Reifen: Hutchinson Touareg, 45 mm Laufrad: Alufelgen Gewicht: 10,8 kg Besonderheiten: Preis: 1799 Euro
Vorteile: günstiger Einstieg, Solide Ausstattung, Bereit für Alltag & Tour
Nachteile: Einfache Laufräder, Weniger sportlich ausgelegt, höheres Gesamtgewicht
Marin Gestalt X10
Wer mit seinem Gravelbike gern Richtung MTB schielt, wird beim Gestalt X10 fündig.
MTB-Gene beim Gravelbike von Marin: Das Gestalt X10 fährt sich auch auf Trails sehr agil. Rahmen/ Gabel: Aluminium/ Carbon Schaltung: MicroSHIFT Advent X (1x10), 42T x 11-48T Reifenfreiheit: bis 50 mm Reifen: Vee Tire Co., Quickstyx, 45 mm Laufrad: Marin Aluminum Double Wall Gewicht: 11,3 kg Besonderheiten: Dropper-Post kompatible Sattelstütze Preis: 1499 Euro
Vorteile: Trail-ready Geometrie, Sehr wendig und verspielt, Top-Kontrolle bergab
Nachteile: Nicht ganz so schnell auf Asphalt, Exotische Schaltung, hohes Gewicht
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