Beim Rennradfahren ist eine gute Regenjacke unverzichtbar, um sich vor Wind und Nässe zu schützen. Da das Wetter oft wechselhaft ist, sollte eine Regenjacke zur Standardausrüstung gehören. Doch die Unterschiede zwischen den verschiedenen Preisklassen und Produkten sind groß. Im Idealfall sind diese leicht und klein zusammenfaltbar, sodass sie in eine Trikot-Rückentasche passen. Im Folgenden werden verschiedene Aspekte und Modelle von Regenjacken für Rennradfahrer vorgestellt.
Warum eine Regenjacke wichtig ist
Der Hauptzweck einer Regenjacke besteht darin, den Körper vor Auskühlung zu schützen und das Risiko von Erkältungen zu minimieren. Gleichzeitig sollte sie beim Radfahren nicht einschränken. Ein Rennradfahrer beispielsweise würde sich mit einer locker sitzenden, dreilagigen Hardshelljacke schwer tun.
Anforderungen an eine gute Regenjacke
Ein erster Anspruch an eine gute Regenjacke lautet: ein sportiver, möglichst flatterfreier und körpernaher Sitz. Da „normales“ wasserdichtes Material, gerade das sogenannte Hardshell, kaum elastische Eigenschaften hat, sollte man hier immer mehrere Modelle probieren, damit die Jacke optimal passt. Hersteller wie etwa Alé und Castelli verarbeiten für eine bessere Passform auch Anteile von Stretch-Material.
Das Stichwort „Packmaß“: Alle getesteten Jacken passen komprimiert in eine Trikottasche. Natürlich sind technische Daten auf dem Label ein wichtiger Anhaltspunkt für den Käufer, aber sie sind auch für uns schwer zu überprüfen. Wir verlassen uns daher auf Praxiswerte und -erfahrungen, wie zum Beispiel wiederholte Tests durch Dauerberegnung und einer anschließenden Kontrolle.
Material und Konstruktion
Der Wetterschutz der Regenbekleidung basiert in der Regel auf einer speziellen Membran. Vereinfacht gesagt besteht eine Drei-Lagen-Jacke aus einem Oberstoff, der Membran und dem „Futter“. Diese dünnen Schichten sind miteinander laminiert. Bei einer Zwei-Lagen-Jacke entfällt die innere Schicht. Ein Drei-Lagen-Modell bietet oftmals nicht nur Schutz vor Regen, sondern bis zu einem gewissen Grad, auch vor Kälte.
Beim Thema Nachhaltigkeit setzen die Hersteller auf unterschiedliche Strategien. Das beginnt bei der Produktion in Europa mit einem Verweis auf kurze Lieferwege und reicht oft bis zur Verwendung PFC-freier Materialien. Auch dieser Test zeigt wieder: Hier kann sich ein gewisser Aufpreis beziehungsweise ein „Investment“ durchaus lohnen. Qualität, Funktion und Robustheit haben hier oftmals einen Preis. So kosten die Top-Modelle meist zwischen 250 und 300 Euro.
Ich trage die Jacken ausschließlich über Langarm- und Kurzarmtrikots und ziehe diese Jacken nicht über andere Softshelljacken oder Kleidung mit Membranen an. Die Jacken besitzen für sich keine wärmende Schicht.
Test von drei Regenjacken
Im folgenden Test werden drei Regenjacken vorgestellt, die im persönlichen Einsatz waren. Jede der Jacken hat ihre Berechtigung und eine Besonderheit, durch die sie sich von anderen Jacken unterscheidet. Die Jacken haben ein kleines Packmaß und können in einer Trikot-Rückentasche verstaut werden. Alle drei Regenjacken besitzen einen verlängerten Rücken, der vor Spritzwasser an Po und unteren Rücken schützt. Die Verlängerung ist jedoch nicht übermäßig lang, so dass Spritzwasser Sattel und Po erreichen kann. Dies ist ein Kompromiss, da sich durch mehr Material (durch eine ausgedehntere Verlängerung) auch Gewicht und das Packmaß vergrößern würden.
Biehler TECHNICAL REFLECTIVE
Die Regenjacke der Marke Biehler TECHNICAL REFLECTIVE besticht durch hohe Reflektivität, welche das klare Kaufargument war. „Sicherheit durch Sichtbarkeit“ steht hoch im Kurs. Die Jacke ist so konstruiert, dass Licht, welches auf die Jacke trifft, reflektiert wird. Sie reflektiert also im Ganzen. Leider ist die Jacke ohne Lichteinfall ausschließlich grau, so dass die Sichtbarkeit ohne die Bestrahlung mit künstlichem Licht eher schlecht ist. Gerade in der Dämmerung sind einige Autofahrer noch ohne Licht unterwegs.
Das von mir gekaufte Modell ist drei Jahre alt. Das aktuelle Nachfolgemodell besitzt jedoch 1:1 die gleichen Daten hinsichtlich Material, Atmungsaktivität, Schnitt etc. Es gibt lediglich drei Unterschiede. Der Preis ist beim Nachfolgemodell („Defender Reflective“) mit 230 Euro um einiges höher als bei der erstandenen Jacke. Das ursprüngliche Modell wurde in Deutschland hergestellt. Das aktuelle Nachfolgemodell hingegen in Portugal. Die neue Ausführung besitzt eine durchgehende Rückseite, während das Modell im oberen Bereich mit Lüftungslöchern versehen ist, die von oben abgedeckt sind, so dass sie vor dem Eindringen von Nässe geschützt ist.
Die Jacke ist wasserdicht mit einer Wassersäule von 10.000 mm. Die Atmungsaktivität wird mit 10.000 g/m²/24h angeben. Die Jacke ist aus einer zweilagigen Membran aufgebaut und besteht je zur Hälfte aus Polyester und Polyurethan. Der Schnitt wird als Race-Schnitt mit verkürzter Vorderseite beworben. Die Regenjacke wird in einem wasserdichten Transportbeutel geliefert, der wie die Jacke aus komplett reflektierendes Material ist.
Die Atmungsaktivität ist überdurchschnittlich gut, schneidet im Vergleich zu den anderen beiden Jacken aber am wenigsten gut ab. Bei Anstrengung im oberen Grundlagenbereich ist das Trikot nach einer Fahrt unter der Jacke komplett nass-geschwitzt. Daher trage ich die Jacke ausschließlich im Alltag, wenn ich mich nach der Radfahrt umziehen kann. Neben der Reflektivität empfinde ist den hochgeschlossenen Kragen, der zudem etwas wärmer konstruiert ist, als sehr positiv. So ist man auch ohne Halstuch (welches sich bei Regen vollsaugen würde) vor Kälte und Nässe geschützt. Ein höherer Kragen ist bei Biehler-Produkten selten zu finden. Im Vergleich zu den anderen beiden Jacken, die ebenfalls einen renntauglichen Schnitt besitzen, ist die Vorderseite noch eine Ecke kürzer. Bei starkem Regen ist mir das etwas zu kurz, da hier weniger Schutz besteht. Daher trage ich bei dieser Jacke Größe S.
Sportful HOT PACK NORAIN
Die Jacke HOT PACK NORAIN von Sportful ist ein Klassiker und seit vielen Jahren auf dem Markt. Sie besitzt eine Rückentasche mit Innenbeutel indem die Jacke verstaut werden kann, so dass sie beim Transport geschont wird. Die neueste Version wurde hinsichtlich der Dehnbarkeit verbessert. Die Jacke besitzt einen hohen Kragen und reflektierende Elemente. Die 2022 Version ist in den Farben schwarz, weiß und orange verfügbar. Je nach Farbe unterscheidet sich die Sichtbarkeit tagsüber und in der Dämmerung. Das Hauptmaterial ist Polyamid. Die Einsätze bestehen zu 86% aus Polyester und zu 14% aus Elasthan. Ich besitze die Jacke in Größe S. Bei Größe XS wäre es mir nicht mehr möglich darunter in den Trikottaschen größere Gegenstände mitzuführen. Die Ärmel besitzen am Ende eine Schlaufe für den Daumen.
Sportful hat mit der Hot Pack NoRain Jacke einen Allrounder geschaffen. Gute Atmungsaktivität, sportlicher Schnitt, kleines Packmaß und relativ gute Robustheit machen die Jacke zur ersten Wahl in vielen Situationen. Das Verhältnis von Preis und Leistung ist sehr gut. Die Jacke wird von vielen Shops angeboten und kann mit etwas Glück auch stark reduziert erstanden werden. Für mich ist die einzige wirkliche Schwäche: die zu geringe Anzahl an reflektierenden Elementen. Das aktuelle Modell 2022 unterscheidet sich lediglich in der Farbe zu meinem älteren Modell. Aktuell gibt es die Jacke nur in der Farbe schwarz. Das ältere Modell besitzt farbige Ärmelabschlüsse, um die Sichtbarkeit tagsüber zu erhöhen. Die Logos auf der Jacke sind reflektierend. Mir persönlich ist die Sichtbarkeit damit noch zu gering.
Dritte Regenjacke
Die Jacke besteht zu 100% aus Polyamid. Sie ist sehr atmungsaktiv und kann mit der von durchschnittlichen Windjacken ohne Regenschutz mithalten. Sie kommt bei mir bei Eintagestouren - vor allem in alpinem Gelände - und Rennen zum Einsatz. Nachteil ist neben dem hohen Preis die hohe Empfindlichkeit der Jacke, weshalb ich sie nicht im Dauereinsatz habe und im Alltag nie verwende, auch wenn sie hinsichtlich der Atmungsaktivität die Nase vorne hat. Die Jacke besitzt am Rücken eine etwas seitlich versetzte Reißverschlusstasche in der sich eine Gummischlaufe zur Befestigung von Schlüssel o.ä. befindet. Ich trage sie in Größe 34 EU.
Checkliste: Diese Merkmale sind im Test wichtig
Beim Kauf einer Fahrrad-Regenjacke sollte vor allem auf die Wasserdichte geachtet werden. Zudem sollten Atmungsaktivität, Passform, Packmaß und praktische Zusätze zur Entscheidung beitragen.
Wasserdichte
Die Wasserdichte wird in Millimetern Wassersäule angegeben. Die Angabe zeigt an, wie viel Wasserdruck das Material standhalten kann, bevor es undicht wird. Je höher die Zahl, desto wasserdichter ist die Jacke. Auch versiegelte Nähte tragen dazu bei, dass kein Wasser eindringt.
- 1.300 mm ist der Mindeststandard, damit eine Regenjacke wasserdicht genannt werden darf, darunter ist sie nur wasserabweisend.
- 5.000 mm ist normalerweise der Mindeststandard für Regenbekleidung im Outdoor-Bereich.
- 5.000 - 10.000 mm bedeutet Wasserdicht bei leichtem Regen oder Schnee
- 10.000 - 15.000 mm bedeutet Wasserdicht bei stärkerem Regen
- 15.000 - 20.000 mm bedeutet Wasserdicht bei starkem Regen und Schnee
- über 20.000 mm hält auch für längere Zeit bei starkem Regen dicht
Atmungsaktivität
Da beim sportlichen Fahrradfahren, beispielsweise mit dem Rennrad oder auf Trails, auch geschwitzt wird, sollte eine gute Regenjacke aus atmungsaktivem Material bestehen, damit Schweiß und Feuchtigkeit nach außen transportiert werden. Manche Regenjacken haben auch Belüftungsschlitze unter den Armen oder am Rücken.
Passform
Eine Fahrrad-Regenjacke sollte nicht zu eng oder zu locker sitzen. Die Jacke muss genügend Bewegungsfreiheit bieten und gleichzeitig eng genug anliegen, um nicht im Wind zu flattern. Einige Jacken bieten auch eine Taillenanpassung und verstellbare Bündchen, damit sie gut sitzen.
Gewicht und Packmaß
Auf längeren Radtouren ist es gut, wenn die Jacke leicht und klein zu verstauen ist, wenn sie gerade nicht genutzt wird. Einige Jacken werden auch mit einer Transporttasche verkauft.
Zusätze
Viele Fahrrad-Regenjacken bieten praktische Extras:
- Taschen sind nützlich, um wichtige Gegenstände wie Schlüssel und Geldbeutel zu verstauen. Bestenfalls haben sie einen Reißverschluss, damit nichts herausfällt.
- Kapuzen helfen dabei, auch den Kopf bei Regen trocken zu halten. Sinnvoll ist es, wenn sie groß genug sind, damit der Helm darunter passt. Zudem ist es praktisch, wenn sich die Kapuze anpassen lässt. Manche Jacken besitzen abnehmbare oder im Kragen verstaubare Kapuzen.
- Reflektoren sind vor allem in der Dämmerung und Dunkelheit wichtig, da sie die Sichtbarkeit für andere Verkehrsteilnehmer erhöhen. Einige Fahrrad-Regenjacken sind deshalb auch in Signalfarben erhältlich.
Testsieger High-End Regenjacken
Die besten High-End Regenjacken auf einen Blick:
- Gore Race/C7 Gore-Tex Shakedry Stretch Jacke: Testsieg dank perfektem Klima, guter Ausstattung und komfortablem Sitz. Leider nicht ganz billig.
- Löffler Hr./Da. Bike Jacke GTX Shakedry: Kauftipp, überzeugt mit maximalem Regenschutz und sehr guter Ausstattung.
Die Ergebnisse der High-End Jacken im Detail
Ein detaillierter Blick auf die getesteten High-End Regenjacken:
Assos Schlosshund Équipe RS
- Preis/Gewicht (M): 300 Euro/188 Gramm
- Material: Schloss Tex
- Wassersäule/Anz. Lagen: 10 000 mm/3 Lagen
- Herstellungsland: Litauen
- Besonderheiten: 2-Wege-Front-Reißverschluss, großer Reflektor hinten, zwei Öffnungen am Rücken für Trikottaschenzugriff, Ärmel und Bund elastisch, wasserabweisender Front-RV
- Fazit: Mit ihrer super Passform funktioniert die Schlosshund Équipe RS als angenehmer Wind- und Regenschutz. Das Material ist fester, in der Trikottasche sperriger und weniger atmungsaktiv als Shakedry, funktioniert aber dennoch bestens. Praktisch ist der Durchgriff zu den Trikottaschen, bei Starkregen kann sich aber Wasser in die Öffnungen saugen. Mit umfangreicher Ausstattung und Top-Verarbeitung ein starker Alleskönner.
- Wertung: SEHR GUT (73 Punkte)
Castelli Idro 2 Jacket/Idro W Jacket
- Preis/Gewicht (M): 270 Euro/110 Gramm
- Material: Tex Gore-Tex Shakedry
- Wassersäule/Anz. Lagen: 28 000 mm/2 Lagen
- Herstellungsland: Rumänien
- Besonderheiten: Reflektor hinten, Ärmel und Bund elastisch, wasserabweisender Front-RV
- Fazit: Der Purist unter den Minimalisten überzeugt - auch als Windjacke - mit perfekter Passform und perfektem Wetterschutz bei hervorragender Klimatisierung. So klein packbar und so leicht ist sonst kaum eine Jacke, so minimalistisch ausgestattet auch keine: Die Idro 2 besitzt nur Mini-Reflektoren, mehr nicht. Punktabzug gibt es, weil sich nach nur drei Wäschen an einer Stelle die Nahtverklebung innen löste.
- Wertung: SEHR GUT (86 Punkte)
Gore Race/C7 Gore-Tex Shakedry Jacke (Testsieger)
- Preis/Gewicht (M): 330 Euro/167 Gramm
- Material: Gore-Tex Shakedry
- Wassersäule/Anz. Lagen: 28 000 mm/2 Lagen
- Herstellungsland: China
- Besonderheiten: kleine RV-Tasche hinten, Reflektoren, Stretch-Einsätze an den Körperseiten und im Achselbereich, Front-RV hinterlegt, Ärmel und Bund elastisch.
- Fazit: Perfektes Klima und Schutz gegen Regen und Wind, durch Stretch-Einsätze extrem bequem und beweglich, gute Ausstattung: Die C7 war im Praxistest der Liebling aller Tester. Durch den Materialmix ist die Rennrad-Regenjacke aber schwerer als andere Shakedry-Jacken, zudem kann bei Starkregen an einer nicht getapten Naht seitlich am Bund etwas Nässe eingesaugt werden. Dennoch: ein starker Alleskönner. Testsieg.
- Wertung: SEHR GUT (88 Punkte)
Löffler Hr./Da. Bike Jacke GTX Shakedry (Kauftipp)
- Preis/Gewicht (M): 250 Euro/131 Gramm
- Material: Gore-Tex Shakedry
- Wassersäule/Anz. Lagen: 28 000 mm/2 Lagen
- Herstellungsland: (Europa)
- Besonderheiten: große RV-Tasche hinten, Reflektoren, wasserabweisender und hinterlegter Front-RV, Ärmel und Bund elastisch
- Fazit: Funktional überzeugt die Shakedry-Jacke voll - maximaler Regenschutz bei bestem Binnenklima. Auch die Ausstattung mit Rückentasche und Reflektoren gefällt. Allerdings fällt die Jacke viel zu groß aus. Die zum Test bestellte Größe M entspricht einer L, weshalb die Jacke unschön flattert. Unbedingt vor dem Kauf anprobieren! Ärgerlich ist auch das sich nach nur vier Wäschen lösende Tape auf einer Innennaht.
- Wertung: SEHR GUT (85 Punkte)
Mavic Cosmic Ultimate GTX Jacke
- Preis/Gewicht (M): 350 Euro/105 Gramm
- Material: Gore-Tex Shakedry
- Wassersäule/Anz. Lagen: 28 000 mm/2 Lagen
- Herstellungsland: China
- Besonderheiten: Reflektoren an Ärmeln und Bund umlaufend, Ärmel und Bund elastisch, wasserabweisender Front-RV
- Fazit: Die Cosmic Ultimate ist eigentlich die rundum perfekte Alleskönner-Jacke: sehr leicht, sehr klein zu verpacken, absolut dicht, top sitzender Schnitt, Reflektoren rundum an Armen und um die Hüfte, tadellose Verarbeitung. Nur leider ist der Kragen deutlich zu weit geschnitten, so kann hier Wasser viel leichter eindringen als bei allen anderen Jacken im Test, auch der Windschutz ist hier nicht optimal.
- Wertung: SEHR GUT (86 Punkte)
Sportful Stelvio Jacket
- Preis/Gewicht (M): 300 Euro/168 Gramm
- Material: Rainwick Stretch
- Wassersäule/Anz. Lagen: 20 000 mm/3 Lagen
- Herstellungsland: Rumänien
- Besonderheiten: Reflektoren an Ärmeln und Bund umlaufend, Ärmel und Bund elastisch, wasserabweisender Front-RV
- Fazit: Die Stelvio besteht aus einer absolut dichten Membran, die noch ordentlich atmet - allerdings funktioniert Shakedry in Sachen Klimatisierung nochmals deutlich besser. Der sehr enge Schnitt passt Rennfahrern perfekt, daher funktioniert die Jacke auch als Windschutz bestens. Das Material ist robust, aber recht sperrig, starr und nicht sehr leicht. Extras gibt es bei Sportful keine, nicht einmal Reflektoren.
- Wertung: SEHR GUT (81 Punkte)
Revolutionäres Material: Shakedry
Neues Material revolutioniert Rennrad-Regenjacken: Das neue Material von Gore ist unglaublich leicht, dünn, dicht - und atmungsaktiv. Keine andere Membran vereint diese teils konkurrierenden Anforderungen so überzeugend. Der Trick: Gore verzichtet auf die äußere textile Lage, das wasserabweisende PTFE liegt außen - ist allerdings auch kaum geschützt.
Wer damit leben kann (also ohne Rucksack fährt) und bereit ist, mindestens 250 Euro zu investieren, sollte sich die vier Shakedry-Modelle im Test genauer ansehen. Sie empfehlen sich als faustgroß verpackbare Rundum-sorglos-Pakete für alle Wind-und Wetterbedingungen. Die übliche Frage vor einem langen Tag auf dem Rennrad, "Nehme ich Armlinge, Weste, Windjacke oder Regenjacke mit?", erübrigt sich damit.
Alternativen zu Shakedry
Aber es gibt nach wie vor gute Alternativen zu Shakedry: Die Jacken von Assos und Sportful im Test sind aus nicht ganz so atmungsaktiven und weniger klein zu verpackenden Membranen gefertigt, dafür aber robuster. Stichwort robust: An zwei der Shakedry-Jacken (von Castelli und Löffler) löste sich bereits nach wenigen Wäschen das Tape, mit dem innen die Nähte verklebt werden - ein ärgerlicher Verarbeitungsfehler, zumal Gore für Shakedry häufiges Waschen empfiehlt.
So funktioniert eine Membran
Um bei Regenkleidung den Abtransport von Schweiß zu ermöglichen, setzen viele Hersteller auf eine einlaminierte, mikroporöse Membranschicht. Sie sitzt an der Innenseite des Oberstoffes, besteht meist aus PTFE (Teflon) und besitzt pro cm² rund 1,4 Milliarden Poren, jede 20 000-mal kleiner als ein Wassertropfen. So bleibt Regen draußen, die erheblich kleineren Wasserdampfmoleküle können aber durch die Membran nach außen entweichen. Ein 3-Lagen-Material besitzt außen eine abriebfeste, meist DWR-(durable water repellent)-imprägnierte Lage, welche die Membran schützt. Eine dritte, körpernahe Schicht bewahrt die Membran vor aggressivem Schweiß, saugt diesen auf, verteilt ihn und sorgt für ein angenehm trockenes Gefühl. 2,5-Lagen-Materialien besitzen statt des Innenfutters einen Schutzfilm - dieser macht die Jacke leichter und kompakter, fühlt sich aber oftmals etwas feuchter an. Bei Shakedry verzichtet Gore auf die äußerste Schicht - die Membran liegt ohne schützendes Gewebe darüber offen, dafür ist das Material extrem leicht und dünn.
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