Die Reichweite eines E-Bikes hängt von weit mehr ab als nur der Akkukapazität. Motorleistung, Effizienz, Reifenwahl, Untergrund, Geländeprofil, Fahrergewicht und Unterstützungsstufe spielen eine entscheidende Rolle.
Sechs Motoren im Reichweiten-Vergleich
Im Test von Ride Better Bikes treten sechs Motoren gegeneinander an: Bosch Performance Line CX Gen 5, Bosch Performance Line CX Gen 4, DJI Avionix, Giant SyncDrive Pro 2 MG (Yamaha), Shimano EP801 und Specialized 2.2 (Brose). Der YouTuber vergleicht ihre Akkus unter realen Bedingungen.
Die Effizienz der getesteten Motoren variiert nur geringfügig - alle erreichen etwa 2,8 Höhenmeter pro Wattstunde.
Konstante Leistung vs. Hohe Reichweite
Der Bosch CX der 5. Generation bietet konstante Leistung bis zum letzten Akkustand, im Gegensatz zu anderen Motoren, die bei niedrigem Akku oft ihre Leistung reduzieren oder in den Notlaufmodus wechseln. Wer jedoch konstant starke Leistung bis zum letzten Akkustand bevorzugt, sollte sich für den Bosch CX der 5. Generation entscheiden.
Der Shimano erreichte mit 2.200 Höhenmetern bei voller Leistung die höchste Reichweite im Test.
Ladezeiten im Vergleich
Die Ladegeschwindigkeit spielt eine entscheidende Rolle. Im Vergleich dazu benötigt der Bosch-Akku rund 6,5 Stunden. Wer sowohl hohe Reichweite als auch schnelle Ladezeiten sucht, findet im Shimano EP801 und DJI Avinox die besten Optionen.
Acht E-MTB-Motoren im Uphill-Test
Für unsere Motoren-Challenge schicken wir acht E-MTB-Motoren auf die Rennstrecke. Mit Messtechnik bewaffnet und einheitlich bereiften Bikes geht es aufs Ganze. Dabei wollen wir keinen stupiden Berg-Sprint abbilden - denn hier würde rein die Maximalkraft der Motoren zum Tragen kommen.
Vielmehr wollen wir eine reale Uphill-Challenge abbilden, den idealen Einsatzbereich sportlicher E-Mountainbikes. Schließlich müssen E-Motoren im Trail- und Touren-Alltag mehr bieten als die Bestzeit im Uphill.
Der Favorit: Bosch Performance CX Race
Als logischer Favorit geht der einzige explizit auf Rennsport ausgerichtete Motor in die Challenge: Boschs Performance CX Race. Schaut man auf die Ergebnislisten des E-Mountainbike-Worldcups, scheint dieser Antrieb aktuell kaum zu schlagen zu sein.
Kaum schaltet man den Race-Modus ein - so heißt die exklusive Unterstützungsstufe des Schwaben-Renners - fühlt man sich wie auf einem übermotivierten Rennpferd. Ein Tipp aufs Pedal, und schon rupft der Motor nervös an der Kette. Heißt: Tritt man vor schwierigen Passagen kräftig an und hält dann die Beine still, schiebt der Motor betont kräftig noch etwas weiter.
Meistgelesene Artikel123In Sachen Maximalkraft ist die Race-Variante allerdings nicht stärker als der bekannte Performance Line CX. Außerdem haben sich die Schlüsselstellen auf unserer Test-Hausstrecke mir dermaßen ins Hirn gebrannt, dass ich sie bald mit verbundenen Augen fahren kann.
Knapp dahinter: Bosch Performance Line CX
Trotzdem kann sich der Bosch CX Race einen Vorteil gegenüber seinem gediegeneren Bruder verschaffen. Denn er gibt in den Momenten, in denen der Fahrer aufgrund der Geländesituation nicht voll durchzieht, trotzdem weiter Gas. In Summe holt der Rennexperte gegenüber dem Klassiker drei Sekunden heraus - bei etwas über drei Minuten Fahrzeit.
Zur Ehrenrettung des Race-Modells muss man sagen: je anspruchsvoller der Track, desto größer wird die Chance, dass man mit dem Bosch CX Race fehlerfrei durchfährt, wo man mit anderen Motoren hängen bleibt.
Leichtgewicht im Hintertreffen: Shimano EP8
Für unser Test-Team wenig überraschend fällt ein Antrieb recht deutlich ab: der Shimano EP8. Er ist der leichteste Motor im Test - in Sachen Maximalkraft aber nicht vorne mit dabei. Satte 27 Sekunden verliert der Motor auf den Bosch CX Race. Wer mit diesem Antrieb in einem Uphill-Rennen antreten muss, hat nur mäßige Chancen.
Doch zum Glück haben die Japaner gerade einen Nachfolger auf den Markt gebracht. Der Shimano EP801 kann seinen Vorgänger um zwölf Sekunden distanzieren - bei gleichem Gewicht. Um den Sieg fährt aber auch der neue Shimano nicht mit.
Überraschungssieger: Rocky Mountain Dyname 4.0
Den Sieg schnappt sich ein Underdog - für Kenner nicht ganz unerwartet. Denn Rocky Mountains Dyname 4.0 ist ein absolutes Kraftpaket, und allein die Herstellerangabe von 108 Newtonmetern lässt schon einigen Wumms vermuten. Der Sieg geht also nach Kanada, satte zehn Sekunden vor Boschs CX Race.
Sofort nach dem Start spürt man, dass man gerade deutlich schneller den Berg hochfliegt. Allerdings muss der Fahrer im Vergleich zum CX Race deutlich mehr am Ball bleiben. Denn der Nachlauf des Dyname-Motors fällt sehr kurz aus und die Leistungsentfaltung progressiv.
Der extreme Schub des Dyname 4.0 lässt sogar Luft für Spielereien. Wenn die Beine also für einen Moment etwas lockerlassen, lässt auch der brachiale Schub des Motors direkt nach.
Bei wirklich langen Vollgasbelastungen gilt das noch mehr. Denn hier reagiert der Rocky-Motor schon früh mit einer Leistungsreduktion, weil ihm schlicht zu heiß ums Herz wird. Dem Freudentaumel soll das keinen Abbruch tun - denn unsere Challenge hat der Dyname 4.0 im Rocky Mountain Instinct Powerplay souverän für sich entschieden. Glückwunsch nach Kanada!
Die Teststrecke in Oberammergau
Für die Motoren-Challenge haben wir uns einen Wurzel-Trail im Uphill vorgenommen.Die Mischung aus steilen Passagen, Wurzeln, Kurven und Absätzen fordert ein komplettes E-MTB und einen ebenso guten Motor.
Die Daten klingen mit gut 600 Metern Länge und 96 Höhenmetern eher mickrig - doch jeder einzelne Meter ist mit Action gespickt.
So haben wir getestet
Unsere Challenge soll keine akademische Abhandlung sein. Trotzdem wollen wir valide Ergebnisse. EMTB-Testleiter Florentin Vesenbeckh ist die Strecke mit jedem Bike und Motor so oft gefahren, bis mindestens ein fehlerfreier Run mit passenden Leistungsdaten gezeitet war. Gewertet wurde die beste gefahrene Zeit von jedem Motor.
In den Apps und Einstelloptionen der Systeme haben wir alle Regler voll nach rechts geschoben, sodass alle Motoren möglichst früh ihre volle Leistung ausgeben. Die Fahrerleistung wurde mit Wattmesspedalen von Garmin überwacht. Anvisiert wurden 285 Watt Durchschnittsleistung. Gewichtsunterschiede bei den Bikes haben wir mit Zusatzlast im Rucksack ausgeglichen. Alle Bikes waren mit Einheitsreifen von Schwalbe ausgestattet, der Luftdruck einheitlich auf traktionsfreudige 1,5 bar eingestellt.
Die acht Motoren im Speed-Ranking
Hier ist eine Übersicht der getesteten E-Bike Motoren im Speed-Ranking:
| Rang | Motor | Zeit |
|---|---|---|
| 1 | Rocky Mountain Dyname 4.0 | 3:01 min |
| 2 | Bosch CX Race | 3:11 min |
| 3 | Bosch CX | 3:14 min |
| 4 | Panasonic | 3:17 min |
| 5 | Brose | 3:18 min |
| 6 | Shimano EP801 | 3:26 min |
| 7 | Yamaha PW-X3 | 3:27 min |
| 8 | Shimano EP8 | 3:38 min |
Kurzporträts der Motoren
- Rocky Mountain Dyname 4.0: Wow, was für ein Kraftpaket! Der Power-Unterschied zur Konkurrenz ist sofort spürbar.
- Bosch Performance Line CX Race: Das Pedal antippen und kraftvoll Richtung Gipfel schießen - das ist das Motto bei Boschs Race-Modus.
- Bosch Performance Line CX: Die Maximalkraft ist identisch mit dem aggressiven Bruder CX Race. Der Zeitunterschied entsteht dadurch, dass man beim Bosch Performance Line CX deutlich mehr am Ball bleiben muss, um die volle Leistung abzurufen.
- Panasonic GX Ultimate: Wäre es die Aufgabe in dieser Challenge, mit wenig Pedalkraft möglichst schnell zu fahren, hätte der Panasonic gewonnen.
- Brose Drive SMag: Der Brose Drive SMag ist der älteste Motor im Test. Trotzdem muss er sich mit seiner Maximalleistung nicht verstecken.
- Shimano EP801: Der neue Shimano EP801 läuft beim Hersteller noch immer unter dem Namen EP8. Wir verstehen nicht ganz, warum.
- Yamaha PW-X3: Nach den beiden Shimano-Antrieben und dem Bosch Race ist der Yamaha PW-X3 bzw. Giant Syncdrive der leichteste Motor.
- Shimano EP8: Die Uphill-Challenge macht sichtbar, was unsere unzählige Praxistests zuvor angedeutet haben: In Sachen Maximal-Power landet Shimanos EP8 deutlich hinter den Klassenbesten.
Die Qual der Wahl: Welcher E-Bike Motor ist der Beste für Sie?
Der Markt an E-Motoren ist in den letzten Jahren ziemlich unübersichtlich geworden. Was taugen die Aggregate von Bosch und Shimano? Und wie schlagen sich die Konkurrenten wie Pinion, Yamaha, Brose und Co.?
Bevor wir zu den Motoren kommen, müssen wir noch einen kleinen Exkurs zur neuesten Generation an E-MTBs und Motorkonzepten wagen. Im Sommer 2024 haben wir unseren großen Light-E-MTB-Vergleichstest mit 9 aktuellen Modellen durchgeführt. Die schockierende Erkenntnis? Die Ära der Light-E-MTBs geht zu Ende.
Die Qualitäten eines guten Motorsystems
Ein gutes Motorsystem setzt sich aus vielen entscheidenden Faktoren zusammen, die das Fahrerlebnis maßgeblich beeinflussen. Doch welche Eigenschaften sind besonders wichtig, um das Beste aus eurem E-MTB herauszuholen?
- Leistungsdaten: Die reinen Leistungsdaten wie etwa Drehmoment oder Maximalleistung haben beim E-Bike Motor die gleiche Strahl- und Anziehungskraft wie die PS eines Automotors.
- Motorengeräusche: Ein weiterer Faktor sind Motorengeräusche und die Lautstärke unter Last. In gewissen Motordrehzahl- und Lastbereichen werden manche Motoren sehr laut, während andere recht leise agieren.
- Akku: Jeder Motor braucht Saft, sprich: einen Akku. Eine sinnvolle Auswahl an Akku-Optionen mit hoher Energiedichte und gut in den Rahmen integrierbaren Akku-Formen ist fundamental.
- Motor-Ökosystem: Das Motor-„Ökosystem“ bestimmt, ob das Handling Freude oder Frust bereitet. Freude entsteht durch intuitive Remotes in Kombination mit einem informativen, übersichtlichen und gut ablesbaren Display.
- Integration von Komponenten: Neben der Integration von Software-Features gehen einige Hersteller noch einen Schritt weiter und integrieren weitere Bike-Komponenten wie etwa Schaltungen oder Bremssysteme.
- Technischer Aufbau: Neben der Haptik und Usability sind auch der technische Aufbau und die Redundanz gewisser Bauteile wichtig: Lässt sich das Bike auch weiterhin einschalten und nutzen, wenn beispielsweise die Remote bei einem Crash kaputt geht?
- Individuelles Motorsystem: Letztendlich ergibt sich aus all diesen Aspekten für jeden Fahrer das passende Motorsystem - ihr müsst nur euer Match finden.
Die Position des Motors: Mittelmotor als beste Option
Jede der drei Motorpositionen hat Vor- und Nachteile. Allerdings hat sich der Mittelmotor insgesamt als beste Antriebsoption etabliert, denn er überzeugt neben dem kraftvollem und gleichzeitig natürlichen Fahrgefühl auch mit einem optimalen Schwerpunkt.
- Der E-Bike Vorderrad- oder Frontmotor: Bei diesem Antriebskonzept ist der Motor in der Vorderradnabe des Fahrrads verbaut.
- Der E-Bike Hinterrad- oder Heckmotor: Wie der Name schon sagt, sitzt der Motor hier in der Hinterradnabe, also dem Heck des E-Bikes.
- Der E-Bike Mittelmotor: Während E-Bikes mit Front- bzw. Heckmotor Schwächen in Bezug auf die Gewichtsverteilung und Fahreigenschaften haben, kann der Mittelmotor mit seiner zentralen Position und der daraus resultierenden, natürlichen Fahrcharakteristik punkten.
DJI Avinox E-Bike Motor: Der Gamechanger?
Der DJI Avinox E-Bike Motor hat auf der Eurobike 2024 die etablierten Motorenhersteller wie Bosch und Shimano ins Schwitzen gebracht. Aber wie viel Fahrspaß steckt wirklich hinter dem Hype um den Markteintritt von DJI? Der DJI Avinox Motor ist leichter, leiser, stärker und kleiner als die aktuellen Flaggschiffe von Bosch, Shimano und Co.
Die Boost-Funktion von DJI
In der Boost-Funktion stellt der Motor für den begrenzten Zeitraum von 30 Sekunden 1000 Watt und mehr zur Verfügung. Sind die 30 Sekunden abgelaufen, kann man die Boost-Funktion aber direkt erneut zünden.
DJI lässt sich beim Thema Standfestigkeit nicht vorführen
DJI sagt selber, dass im Motor bzw. dem kompletten Antriebssystem 10 unterschiedliche Sensoren verbaut sind, um die jeweilige Fahrsituation zu erkennen. Man kennt die Optik dieser Scheibe von Boschs ABS-Bremssystem.
DJI macht es möglich, dass Kinder Drohnen fliegen können
Auch die Höhenmeter spuckt das Display aus. Man sieht die eigene Leistung in Watt und die zusätzliche Leistung, die der Motor beisteuert. Man kann sich die Hangneigung anzeigen lassen.
DJI Avinox im Reichweitentest
Bikes mit Shimanos EP801 Motor und 600er-Akku bzw. Mit DJIs Avinox System haben wir mit Uphills auf Schotter und Trails und zum Teil auch wirklich steilen Trails mit dem 800er-Akku 1800 Meter geschafft. Wohl gemerkt bei einem Fahrergewicht von 70 Kilo.
Fazit zum DJI Avinox Motor
Der DJI Avinox Motor wird den Markt in der Saison 2025 prägen, wie kein anderer. DJI legt die Finger in die Wunden der Konkurrenz und liefert einen Motor, der keine Wünsche mehr offen lässt.
Bekannte Marken und ihre Motoren: Ein Überblick
- Bosch: Bekannt für Qualität, Zuverlässigkeit und ein tolles Fahrgefühl.
- Brose: Vor allem für ihr natürliches und sanftes Fahrgefühl bei ordentlich Power bekannt.
- Fazua: Legt Wert darauf, dass die mit ihren Antrieben ausgestatteten E-Bikes aussehen wie „normale“ Fahrräder und sich auch so fahren.
- Mahle: Bietet eine Plattform für kompakte Antriebsmotoren mit maßgeschneiderter Motorsteuerung, leistungsgerechter Batterie sowie konnektiven Komponenten.
- Shimano: Vor allem für hochwertige Schaltsysteme bekannt.
- TQ: Gehört mit satten 120 Newtonmetern Drehmoment zu den stärksten auf dem Markt.
- Yamaha: Schon seit einiger Zeit auf dem E-Bike Markt unterwegs und inzwischen nicht mehr aus der Branche wegzudenken.
- Giant: Produziert nicht nur eine große Palette an verschiedenen E-Bike Modellen, sondern auch Antriebssysteme.
- Specialized: Die E-Bike Antriebe von Specialized zeichnen sich vor allem durch ein natürliches Fahrgefühl aus.
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