Fahrrad-Navis beantworten viele Fragen rund um die Routenwahl und die Geschwindigkeit mit dem Fahrrad. Die kleinen Computer helfen nicht nur bei der Navigation, sondern liefern auch umfassende Leistungsdaten. Doch welcher Fahrrad-Computer navigiert wirklich sicher durch unbekanntes Terrain? IMTEST, das Test- und Verbraucherportal der FUNKE Mediengruppe, hat sieben Fahrrad-Navis auf Ausstattung, Funktionen, Navigation und Fitness-Features untersucht.
Was ist ein Fahrrad-Navi?
Manche erinnern sich vielleicht noch - vor etlichen Jahren waren kleine Fahrrad-Tachos üblich, die mit einem Sensor an den Speichen verbunden waren. Diese Tachos zeigten die aktuelle Geschwindigkeit an und konnten daraus tagesaktuell die zurückgelegte Wegstrecke, die Fahrtzeit und somit die Durchschnittsgeschwindigkeit anzeigen.
Die hypermodernen Fahrrad Navis können genau das auch - und noch viel mehr. Dank eingebauter GPS-Technologie können Sie auf dem smarten Touch-Display in Echtzeit Ihre Position auf einer Karte verfolgen, einer vorgeplanten Route folgen und Ihre Daten per Bluetooth direkt in Ihre Fitness-App auf dem Handy übertragen. Die Funktionen von Fahrrad-Navis werden immer vielseitiger.
Die getesteten Fahrrad-Navis im Überblick
Hier ist eine Übersicht der im Test erwähnten und empfohlenden Fahrrad-Navis:
- Garmin Edge Explore 2
- Garmin Edge 1040 Solar
- Sigma ROX 12.1 Evo
- Garmin Edge 840
- Bryton Rider 750 SE
- Wahoo Elemnt Bolt V2 GPS
- TwoNav Cross Plus
- Garmin Edge 830
Detaillierte Testberichte und Empfehlungen
Garmin Edge Explore 2
Das beste Fahrrad-Navi für die meisten ist das Garmin Edge Explore 2. Es ist hochwertig in der Verarbeitung sowie einfach in der Anwendung. Die Benutzeroberfläche lässt sich mit der Garmin Connect App individuell anpassen, gefahrene Touren kann man dort auswerten. Die Navigation ist ausgezeichnet und hat uns stets ans gewünschte Ziel gebracht.
Dabei lassen sich Touren auf dem Gerät selbst oder auf den bekannten Portalen wie Komoot, Outdooractive oder Strava planen und bequem auf das Gerät übertragen. Somit ist das Garmin nicht nur für den Freizeit- und Tourenbiker geeignet, auch technikbegeisterte und versierte Radler kommen mit dem Garmin Edge Explore 2 bestimmt auf ihre Kosten.
Das jetzt 104 Gramm schwere und mit einem 3 Zoll großen Display ausgestatteten Fahrrad-Navi kommt mit zwei einfachen Lenkerhaltern mit den entsprechenden Gummiringen, einem USB-C-Ladekabel, einer Handschlaufe sowie einem kleinen Benutzerhandbuch. Somit ist alles Notwendige zur Montage und dem Betrieb des Navis im Lieferumfang enthalten. Die Montage des Gerätes ist sehr einfach und schnell.
Wie schon beim High-End-Modell von Garmin, dem Garmin Edge 1040 Solar, kommt auch beim Edge Explore 2 die neue Bedienoberfläche zum Einsatz. Diese ist nicht ganz so intuitiv wie beim Vorgängermodell, jedoch kommt man nach kurzer Eingewöhnungsphase sehr gut damit zurecht. Das gilt vor allem für langjährige Garmin-Nutzer. Das Einrichten geht recht schnell, sodass das Navi nach dem ersten Einschalten nach kurzer Zeit einsatzfähig ist.
Die Navigation des Garmin Edge Explore 2 ist wie gewohnt sehr gut, wir konnten nichts Negatives feststellen. Auf dem Gerät können Touren selbst geplant werden, entweder durch Wählen von Punkten auf der Karte oder durch eine Eingabe einer Adresse. Auch eine Liste von Points of Interest (POI) ist jetzt enthalten.
Am Ende hat uns das Garmin Edge Explore 2 überzeugt und ist bis auf ein paar Kleinigkeiten, die aber für den aufgerufenen Preis verschmerzbar sind, ein ausgezeichnetes Fahrrad-Navi. Die Redaktion von imtest.de hat unseren Testsieger ebenfalls getestet und vergibt die Note 1,9. Die meisten Fahrradfahrer dürften mit dem Edge Explore 2 glücklich werden: Die Navigation ist einwandfrei, die Hardware gut und die Bedienung einfach. Mehr Fahrradcomputerfunktionen brauchen nur absolute Profis.
Besonders interessant: sehr übersichtliche Routenführung, zuverlässig und langlebig, E-Bike Routing
Schwachpunkt: vergleichsweise kurze Akkulaufzeit, kein Fitness-Tracking, wofür teures zusätzliches Zubehör gekauft werden muss
Speicherplatz: 200 Stunden Aufzeichnungsdauer
Akkulaufzeit: 16 h
Garmin Edge 1040 Solar
Das Garmin Edge 1040 Solar ist das Topmodell der Edge-Reihe, weshalb wir es uns natürlich genau ansehen mussten. Es besitzt viele tolle und nützliche Funktionen, hat aber hier und da seine kleinen und eine etwas größere Schwäche, wodurch es unseren Testsieger nicht entthronen konnte.
Eine gute Verarbeitung, ein sehr umfangreicher Lieferumfang und nützliche Dinge wie eine ANT+ Schnittstelle runden das Gesamtpaket ab. Sogar eher im Gegenteil: Besonders gut hat uns gefallen, dass das Garmin Quarter Mount - so heißt die Halterung - am Navi nicht wie bisher aus Kunststoff, sondern aus Metall gefertigt wurde, wodurch eine Schwachstelle behoben wurde.
Das Einrichten des Navis und das Verbinden des Geräts mit dem Smartphone mittels der Garmin Connect App geht problemlos und schnell. Gefahrene Touren lassen sich so im Detail nachvollziehen, was für den versierten Biker immer ein wichtiger Punkt ist. Das Übertragen von geplanten GPX-Tracks ist Garmin typisch problemlos.
Auf dem Bike schlägt sich das Navi recht gut. Besonders ist uns die schnelle Routenberechnung unter der Fahrt aufgefallen. Diese ist durch einen Trick besonders flott. Nur sind die errechneten Alternativen, sollte man mal vom Kurs kommen, teilweise unsinnig und man sollte darauf nicht blind vertrauen.
Ein besonderer Punkt beim Edge 1040 Solar ist natürlich die Solarladung. Im unteren- und oberen Abschnitt des 3,5 Zoll großen Displays sind die Solarflächen gut zu erkennen, aber auch über die gesamte Anzeige wird das Sonnenlicht in elektrischen Strom umgewandelt. Der Nachteil an dieser Variante ist, dass das Display dunkler und aufgrund Spiegelungen teilweise schlecht ablesbar ist, je nach Sonneneinstrahlung.
Alles in allem ist das Garmin Edge 1040 Solar ein gut funktionierendes Fahrrad-Navi mit toller Akkulaufzeit und einer enormen Anzahl an Funktionen. Der große Haken an dem Gerät ist jedoch der stolze Preis, der jeden abschreckt, der eigentlich nur ein einfaches Navigationsgerät wie unseren Testsieger möchte.
Besonders interessant: Solarstrom, Trainings-Coaching, wasserabweisendes Gehäuse
Schwachpunkt: Stolzer Preis für ein Fahrrad Navi, Display spiegelt leicht
Speicherplatz: 64 GB
Akkulaufzeit: 45 h (Solarladung)
Sigma ROX 12.1 Evo
Mit dem Sigma ROX 12.1 Evo bekommt man nicht nur ein fast vollwertiges und einfach zu bedienendes Navi, sondern auch einen hervorragenden Trainingsbegleiter. Das Sigma ROX 12.1 Evo läuft zwar unter der Kategorie der GPS-Radcomputer, unserer Meinung nach ist es aber fast schon ein vollwertiges Navigationsgerät und schließt somit sinnvoll die Lücke zwischen den beiden Kategorien.
Der Lieferumfang des Gerätes in der Basic-Variante ist recht ordentlich. Neben einer Anleitung und einem USB-Ladekabel ist ein klassischer Halter mit den notwendigen Montagemitteln wie Gummi-Spacer und Kabelbinder enthalten, wodurch der Halter an Lenker oder am Vorbau montiert werden kann. Weiter lässt sich in der Verpackung der Long-Butler-Halter finden, welcher an den Lenker geschraubt werden kann.
Das ROX 12.1 Evo sieht nicht nur hochwertig aus, es fasst sich auch so an. In diesem Punkt gibt es nichts zu bemängeln. Zum Einrichten ist die Sigma Ride App erforderlich. Das Koppeln des Gerätes mit dem Smartphone ist sehr einfach. Dazu wird die App geöffnet und ein am ROX generierter QR-Code eingescannt. Sowohl am Gerät selbst als auch in der App kann das ROX 12. Evo nach Wunsch konfiguriert werden.
Gerade das finden wir für Sportler sehr praktisch, die nicht nur mit dem Bike, sondern zum Beispiel auch zu Fuß in den Bergen unterwegs sind. Eigene Profile lassen sich zudem erstellen.
Was den GPS-Radcomputer aber zum fast vollwertigen Navi macht, ist, dass am Gerät selbst Touren geplant sowie Points of Interest angefahren werden können. Auch eine Adresseingabe ist möglich, hier jedoch ohne Hausnummer. Das Planen von Routen am Gerät mit der „Draw my Route“-Funktion durch Zeichnen mit dem Finger am Display ist zwar möglich, aber etwas umständlich.
Fährt man mal im Regen oder mit dicken Handschuhen, dann lässt sich das Gerät über insgesamt fünf an den Seiten befindlichen Tasten bedienen. Die Akkulaufzeit ist ebenfalls ordentlich. Sigma gibt hier einen Wert von 14 Stunden an. Nach einer Neun-Stunden-Tour hatten wir noch über 30 % Akkukapazität, und das bei ausgeschaltetem Stromsparmodus. Somit klingt der vom Hersteller angegebene Wert realistisch und ist für eine ausgedehnte Tagestour ausreichend.
Besonders interessant: diverse Sportprofile, automatische Helligkeitsanpassung, E-Bike kompatibel
Schwachpunkt: relativ geringe Akkulaufzeit und kleiner Speicher
Speicherplatz: 8 GB
Akkulaufzeit: 14 h
Weitere getestete Modelle
Neben den oben genannten Modellen wurden auch folgende Fahrrad-Navis getestet und bewertet:
- Coros Dura: Testnote 1,9
- Sigma Sport Rox 12.1 Evo: Testnote 2,0
- Wahoo Elemnt Roam V2: Testnote 2,0
- Bryton Rider 460 E: Keine Testnote angegeben
Funktionen, die ein Fahrrad-Navi haben sollte
Moderne Fahrrad Navis stehen anderen technischen Geräten in nichts nach und so vereinen sie in ihrem kompakten Format zahllose Funktionen, von denen manche mehr, andere jedoch weniger nützlich sein können.
Zunächst einmal sollte Ihr Fahrrad Navi über eine lange Akkulaufzeit verfügen, um Sie auch bei langen und kräftezehrenden Ganztagestouren nicht im Stich zu lassen. Zudem sollten Sie gut mit der karthografischen Darstellungsform Ihres Navis zurechtkommen, da hier meist innerhalb weniger Sekunden die richtige Entscheidung getroffen sein muss.
Hilfreich sind diese Funktionen allemal: durch die Verknüpfung über Bluetooth mit Ihrem Smartphone können Sie Ihre Fitnessdaten Speichern, unterwegs neue Routen hinzufügen und sich sogar eingehende Nachrichten und Anrufe anzeigen lassen.
Warum ein Fahrrad-Navi und nicht das Handy?
Natürlich kann man das Handy als Navigationsgerät nutzen. Dabei wird Ihnen auf längeren Trainingsfahrten allerdings nicht nur die kurze Akkulaufzeit Ihres Smartphones einen Strich durch die Rechnung machen. Dieses ist auch weder Spritzwassergeschützt, noch vereint es die vielen spezialisierten Zusatzfunktionen in einem praktischen, kompakten Gerät, das Sie nicht vom essenziellen ablenkt: Fahrrad fahren.
Einsatzbereiche für Fahrrad-Navis
Dank der Vielzahl an Funktionen lassen sich Fahrrad Navis in fast jedem Kontext einsetzen - viele Geräte können Sie sogar auf anderen Sportarten, wie etwa dem Wandern oder Langlaufen im Winter einsetzen.
Wer seine alltäglich beim Pendeln zurückgelegten Kilometer in der Fitness-App nachverfolgen möchte, der greift am besten zu einem Modell, das sich schnell an- und wieder abmontieren lässt. Mountainbike- und Trailfans sollten insbesondere auf die Wasserfestigkeit ihres Geräts achten. Rennradfahrer hingegen, die stark auf lange Touren abfahren, sollten sich beim Kauf eines Fahrradcomputers besonders nach der Akkulaufzeit richten.
Garmin Edge 1050: Der Testsieger im Detail
Das Fahrrad-Navi von Garmin sichert sich verdient den ersten Platz im Test. Das Modell bietet nämlich nicht nur den größten Speicher im Testfeld und ein einfach bedienbares, hochauflösendes Display. Vor allem die Navigation überzeugt: Das Gerät kann diverse Routen speichern, deren Planung sich dank der hohen GPS-Genauigkeit besonders einfach gestaltet.
Dank der Schutzklasse IPX7 bleibt das Gerät in einem Meter Tiefe bis zu 30 Minuten wasserdicht. Zum Lieferumfang gehören Karten für Europa, Australien, Afrika und den Nahen Osten. Weitere Karten können nachträglich installiert werden.
Ein herausragendes Sicherheitsmerkmal ist die automatische Sturzerkennung mit Notruffunktion. Kommt es zu einem Unfall, sendet das Gerät Ihren Namen und Ihre aktuelle Live-Position an Ihre Notfallkontakte. Diese müssen zuvor in der Garmin Connect-App eingerichtet werden.
Das Gerät liefert detaillierte Basis- sowie Höheninformationen und viele Daten zu Herz- und Trittfrequenz. Weitere Funktionen wie Indoor-Smart-Trainer und Diebstahlalarm runden das Angebot ab.
Die gute Navigationsleistung des Garmin Edge 1050 überzeugt mit hoher GPS-Genauigkeit und einfacher Routenplanung. So sind diverse Routen speicherbar und der Import verläuft sehr einfach. Dank seiner Benutzerfreundlichkeit, der leichten Bedienbarkeit - auch mit Handschuhen - und der langen Akkulaufzeit erhält das Garmin Edge 1050 für Bedienung und Navigation die Note 1,6.
In puncto Fitness-Funktionen vergeben die Tester die Note 1,3. Das Gerät bietet zahlreiche Trainingsprogramme wie zum Beispiel Wettkampftraining, Power Guide und Cycling Dynamics.
In der Kategorie Service und Umwelt erzielt das Garmin Edge 1050 die Note 1,9. Das kompakte Gerät wird fast ausschließlich in Pappe verpackt, was unnötigen Verpackungsmüll vermeidet. Die Herstellergarantie beträgt zwei Jahre.
Teilnoten des Garmin Edge 1050
Hier sind die Teilnoten des Garmin Edge 1050 im Überblick:
| Kategorie | Note |
|---|---|
| Ausstattung | 1,6 |
| Funktionen | 1,0 |
| Bedienung und Navigation | 1,6 |
| Fitness-Funktionen | 1,3 |
| Service und Umwelt | 1,9 |
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