Der ultimative Leitfaden für E-Bike Helme: Sicherheit, Tests und Kaufberatung

E-Bikes erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, sowohl bei jungen Erwachsenen als auch bei Senioren. Die Motorunterstützung erleichtert das Treten auf langen Strecken oder steilen Anstiegen und ermöglicht eine entspannte Tour. Die Zweiräder haben sich sowohl im Freizeitbereich als auch im Alltag und im Berufsleben im Straßenverkehr etabliert. Es gibt also viele gute Gründe, sich selbst zu schützen und schwere Verletzungen mit einem passenden E-Bike-Helm zu vermeiden.

Warum ein E-Bike Helm wichtig ist

Der richtige E-Bike-Helm bietet optimalen Schutz, auch bei höheren Geschwindigkeiten. Im Falle eines Sturzes oder Aufpralls absorbiert er die Energie und leitet sie vom Kopf weg. Ein E-Bike Helm sollte über ein individuelles System zum Einstellen der Passform verfügen. Nur ein fest sitzender Fahrradhelm bietet dir bei einem Sturz optimalen Schutz.

Selbst mit einem E-Bike gibt es keine Pflicht, einen Fahrradhelm zu tragen. Wer mit einem Fahrrad im Straßenverkehr unterwegs ist, sollte seinen Kopf schützen. Schließlich führen viele Unfälle mit Helm nur zu kleinen Verletzungen, die sonst deutlich schlimmer ausgegangen wären. Die elektronisch gestützten Fahrräder sind schneller als einfache Räder und erreichen selbst auf kurzen Strecken höhere Geschwindigkeiten bis zu 20 km/h.

Aufbau und Materialien eines E-Bike Helms

Ein E-Bike Helm besteht aus einer harten Schale und einem etwas weicheren Kern. Die äußere Schale ist aus Kunststoff oder Carbon gefertigt und besitzt eine glatte Oberfläche. Dank Inmould-Technologie wird in diese Schale ein Hartschaum (EPS) gespritzt. Er ist also nicht nur an einigen Stellen verklebt, sondern fest mit der äußeren Schale verbunden.

Der Hartschaum liegt direkt am Kopf an und verteilt die Aufprallenergie. Zusätzlich sorgt die härtere Außenschale dafür, dass sich keine spitzen Gegenstände durch den Helm bohren oder das Material durch den harten Asphalt abgeschürft werden könnte. Manche Helme folgen der MIPS Technologie mit frei beweglichen Teilen, die auch die Rotationskräfte bei einem Sturz mindern. Vor allem bei einem seitlichen Aufprall leisten diese Modelle einen besseren Schutz und verhindern beispielsweise eine Gehirnerschütterung.

Form und Design

Während bei Rennradhelmen eher die aerodynamische Form eine wichtige Rolle spielt, müssen die E-Bike-Helme alltagstauglich sein und deinen Hinterkopf schützen. Das heißt, sie benötigen ein kompaktes Design, um sie beispielsweise im Rucksack verstauen zu können. Es gibt Halbschalen, die an einen BMX- oder MTB-Helm erinnern und einen sportlichen Eindruck machen. Ein praktisches Merkmal ist das kleine Visier an der Front. Es schützt dich vor Sonneneinstrahlung, sodass du auch ohne Sonnenbrille einen guten Blick auf die Strecke behältst. Teilweise sind die Modelle mit einem richtigen Visier ausgestattet, das nach unten geklappt werden kann. Vor allem Brillenträger sollten darauf achten, ihre eigentliche Brille mit diesem Helm noch tragen zu können. Bei sehr schnellen E-Bikes ist solch ein Helm empfehlenswert, da dir der Fahrtwind oder auch die Insekten nicht so sehr ins Gesicht schlagen.

Passform und Sicherheit

Dafür ist im Inneren der Modelle meist ein Ring aus weichen Kunststoff hinterlegt. Über ein Drehrad zieht sich dieser Ring zusammen und macht den Helm für deine Kopfform passend. Wackelt das Modell zu sehr oder hat zu viel Spielraum, könnte es sich im Ernstfall leicht verdrehen oder vom Kopf rutschen. Der Schutz vor einer schweren Kopfverletzung ist dann nicht mehr gegeben. Wichtig: Der E-Bike-Helm muss die richtige Größe besitzen. Auch ein hochwertiges Verstellsystem für die Passform gleicht eine falsch gewählte Größe nicht aus. Das Verstellrad am Hinterkopf ist nur für die individuelle Kopfform vorgesehen.

Ein weiteres Element für die optimale Passform und Sicherheit ist der Kinnriemen. Dabei laufen zwei Bänder seitlich an deinen Ohren entlang und verbinden sich unter deinem Kinn. Du solltest die Länge der Bänder vorher richtig einstellen. Am besten haben noch etwa zwei Finger zwischen Kinn und dem Verschluss Platz. Der Kinnriemen darf nicht einschneiden und der Verschluss ist bestenfalls gepolstert. Außerdem kann die richtige Form über Halteklemmen fixiert werden, damit die Bänder nicht verrutschten. Unter dem Kinn oder etwas seitlich befindet sich dann ein Verschluss mit Magnet oder zum Klicken - je nach Hersteller. Bestenfalls öffnest du den Helm mit nur einer Hand.

Die richtige Größe finden

Wie bereits erwähnt, ist die Helmgröße ausschlaggebend für die richtige Passform. Es gibt allerdings keine einheitliche Tabelle oder Größenangabe, nach der man sich richten könnte. Die Hersteller folgen ihren eigenen Richtlinien und du musst sehen, wie der Helm schließlich ausfällt. Optimaler Anhaltspunkt zum Ermitteln der Helmgröße ist dein Kopfumfang. Miss zunächst den Umfang vom Nacken bis zur Mitte der Stirn. Achte dabei, dass du die breiteste Stelle deines Kopfes erwischt. Der Umfang muss dann mit den Angaben der Hersteller verglichen werden. Manchmal liegen die Größen sehr eng beieinander. Bei anderen Herstellern gibt es wieder Doppelgrößen, die eine deutliche Spannweite besitzen, was den Kopfumfang betrifft. Solltest du dich an der Grenze zur nächsten Helmgröße befinden, dann wähle auf jeden Fall das größere Modell. So verhindert du Druckstellen oder eine unangenehme Passform. Der Helm muss bereits mit dem ersten Aufsetzen gut mit deinem Kopf harmonieren. Er darf nicht zu viel Spiel haben oder zu sehr wackeln.

Tipp: Achte auf ein geringes Gewicht. Gerade bei längeren Fahrten könnte ein Fahrradhelm mit hohem Gewicht als Belastung wahrgenommen werden.

Helmpflicht für E-Bikes

Der wichtigste Faktor ist hier der Elektromotor. Ein E-Bike mit Tretunterstützung bis zu 25 km/h und eine Motor mit maximal 250 Watt gilt verkehrsrechtlich immer noch als Fahrrad. Anders verhält es sich beim sogenannten S-Pedelec. Es erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h und besitzt einen leistungsstarken Motor mit Tretunterstützung. Sie werden den Kleinkrafträdern zugeordnet, dürfen nur mit einem Führerschein bewegt werden und brauchen ein Versicherungskennzeichen. Es existiert eine Helmpflicht und das Mindestalter von 16 Jahren muss eingehalten werden.

Allerdings gilt die Helmpflicht nur für Krafträder, die mit Motorunterstützung bis zu 45 km/h schnell fahren können. Bei E-Bikes unter 45 km/h und kleineren Krafträdern ist das nicht der Fall.

Auswahlkriterien und Komfort

Auf einem E-Bike bist du deutlich schneller und auch länger unterwegs. Durch die Tretunterstützung sind längere Strecken kein Problem mehr und selbst bei Bergen bist du nicht mehr außer Puste. Für deine eigene Sicherheit brauchst du also einen Helm, der auch längere Strecken und höhere Geschwindigkeiten gut aushält. Wichtiges Merkmal hierbei ist das Belüftungssystem. Gerade im Sommer nutzt du einen atmungsaktiven Fahrradhelm, der mit vielen Belüftungslöchern ausgestattet ist. Dabei wird die Luft direkt an der Kopfhaut entlang geführt und tritt am Hinterkopf wieder aus dem Helm aus. Viele Hersteller setzen nämlich auf integrierte Luftkanäle, um dir eine sportliche Komponente an dem Artikel zu liefern. Achte darauf, dass die vorderen Öffnungen immer mit einem Netz versehen sind. So dringen während der Fahrt keine Insekten oder andere Fremdkörper unter den Helm.

Für eine bessere Sichtbarkeit im Dunkeln oder bei schlechten Lichtverhältnissen sollte dein E-Bike-Helm mit Reflektorstreifen ausgestattet sein. Außerdem gibt es Modelle, die eine Beleuchtung beispielsweise am Hinterkopf integriert haben. Außerdem ist beim Kauf auf das Sicherheitssiegel zu achten. Hier gibt es verschiedene Varianten, wie das GS-Siegel oder das CE-Siegel, die für mehr Sicherheit stehen. Daneben muss der Helm zwingend die DIN EN 1078 Prüfnorm erreichen.

Wichtig: Kommt es zu einem Unfall oder einem Aufprall, ist die Sicherheit des Helms nicht mehr gewährleistet. Das Modell muss vor der nächsten Fahrt ausgetauscht werden. Kontrolliere auch die Verschleißerscheinungen und das Material in regelmäßigen Abständen. Meist sollte ein Fahrradhelm nach etwa 5 Jahren ausgetauscht werden.

E-Bike Helm Modelle im Überblick

Manche Hersteller haben eine eigene Serie oder Kollektion speziell für die Verwendung auf dem E-Bike entwickelt. Sie überzeugen mit einem sportlichen Design, einer guten Belüftung und vor allem einer einfachen Handhabung. Die Marken überzeugen immer wieder mit neuen Designs und kleinen Details, die dir ein angenehmes Tragegefühl bieten. Darüber hinaus gibt es noch viele andere Hersteller, die vielleicht einen Cityhelm oder ein sportliches Modell für dich und dein E-Bike im Angebot führen.

Beispiele für E-Bike Helme

  • Abus Pedelec+: Dieser E-Bike-Helm von Uvex kommt in einem typischen Halbschalen-Design. Dadurch ist auch dein Hinterkopf bei einem Sturz gut geschützt. Die Vorderseite ziert eine kleine Sonnenblende, um dir bessere Sichtverhältnisse zu ermöglichen. Das Modell besteht aus einer schlagfesten Außenschale, die im Inneren mit EPS-Hartschaum ausgespritzt ist. Dabei verbinden sich beide Komponenten und absorbieren zuverlässig jeden Stoß. Außerdem kannst du dich auf ein Verstellsystem im Inneren verlassen, um den Helm genau an einen Kopf anzupassen - und zwar stufenlos. Die Kunden loben die gute Passform, kritisieren aber das etwas schwere Gewicht und das fehlende Insektenschutzgitter an den großen Belüftungsöffnungen der Vorderseite.
  • ABUS Pedelec: Der ABUS Pedelec Fahrradhelm ist für kurze und lange Strecken gut geeignet. Er überzeugt durch seinen hohen Tragekomfort und den einfachen Einstellmöglichkeiten. Dabei besitzen die Riemen eine weiche Oberfläche und im Inneren gibt es herausnehmbare Polster. In regelmäßigen Abständen kannst du diese sogar in der Maschine reinigen. Insgesamt kommt der Fahrradhelm auf ein Gewicht von 360 Gramm und ist mit einem kleinen abnehmbaren Visier an der Front ausgestattet. Die großen Belüftungsöffnungen sorgen nicht nur für einen angenehmen Luftstrom im Sommer, sondern sind mit einem Fliegennetz gut geschützt. Außerdem besitzt das Modell ein hoch angebrachtes LED-Rücklicht für eine 180° Sichtbarkeit.
  • Uvex Fahrradhelm: Dieser Uvex Fahrradhelm ist vielseitig einsetzbar und gerne auch von E-Bike-Fahrern genutzt. Er überzeugt mit seinem leichten Gewicht und dem aerodynamischem Design. Durch das einfache IAS Größenverstellsystem ist das Modell vor allem für Einsteiger gut geeignet und passt sich an fast jede Kopfform an. Die Helmkonstruktion folgt der Inmould Technologie, wobei der EPS Hartschaum direkt in die harte Außenschale eingeschäumt wird. An der Front ist ein Visier für bessere Sicht angebracht, das sich auch leicht abnehmen lässt. Insgesamt 24 Belüftungskanäle sorgen für einen angenehmen Luftstrom während der Fahrt. Außerdem sind die Kunden von dem verstellbaren Gurtsystem und der Größenanpassung überzeugt.
  • ABUS Hyban+: Der ABUS Hyban+ Fahrradhelm überzeugt mit einer guten Belüftung und bietet gleichzeitig eine robuste Hartschale. Es handelt sich um einen strapazierfähigen Alltagshelm, mit dem du auch im Sommer einen kühlen Kopf bewahren kannst. Vor allem für hohe Geschwindigkeiten entwickelt gibt es an der Front ein großflächiges und klappbares Visier. Es schützt dich vor Fahrtwind und Insekten. Brillenträger brauchen keine andere Sehhilfe, da die Brille problemlos noch unter dem Helm getragen werden kann. Außerdem verlässt du dich bei diesem Modell auf ein feinjustierbares Verstellsystem mit einem griffigen Rad an der Rückseite. Das hoch angebrachtes LED Rücklicht sorgt für mehr Sicherheit bei schlechten Sichtverhältnissen. Der Fidlock Magnetverschluss ist auch mit einer Hand zu bedienen.

Fahrradhelm Tests und Ergebnisse

Die Stiftung Warentest und der ADAC haben im März 2024 gemeinsam einige Fahrradhelme getestet. Der Uvex Urban Planet LED schneidet unter den neu getesteten Helmen mit der Gesamtnote 2,0 (gut) am besten ab. In den Bereichen »Unfallschutz« und »Handhabung und Komfort« vergeben Stiftung Warentest und ADAC jeweils ein »gut« (2,3 bzw. 1,8).

Hier eine Übersicht der getesteten Helme und ihrer Bewertungen:

Hersteller/ModellMittlerer Preis in EuroADAC UrteilHandhabung & KomfortUnfallschutzSchadstoffe
Uvex Urban Planet LED1302,01,82,31,0
Alpina Gent MIPS1302,21,92,51,0
Limar Torino902,21,92,51,0
Lazer Codax KinetiCore1652,62,62,71,0
Lidl Crivit - Fahrradhelm mit Rücklicht152,61,92,91,9
Giro Fixture Mips II1102,82,52,91,0
Abus HUD-Y1203,02,83,01,0
Decathlon / B´Twin City 540 Bowl153,12,93,11,0
Prophete ECO Urban153,12,43,21,9
Cube Fleet153,22,63,22,0
Casco E.Motion 251205,51,95,51,6

Der Uvex Urban Planet LED ist der ideale Helm für alle, die auf einem Fahrrad im Straßenverkehr optimal geschützt sein wollen. Aber auch auf Inlineskates, dem E-Scooter oder im Gelände auf dem Mountainbike bietet der extrem robuste Helm sehr guten Schutz.

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