Die besten Motocross-Fahrer der Welt

Wenn eine Sportart schon seit Jahren ausgeübt wird, gibt es immer viele fantastische Sportler. Das ist natürlich auch beim Motocross der Fall. Daher ist es nicht einfach, eine Liste der besten Motocross-Fahrer aller Zeiten zu erstellen, da es immer ein paar Fahrer gibt, die außen vor bleiben, obwohl sie eigentlich einen Platz auf dieser Liste verdient hätten.

Stefan Everts

Wenn wir über die besten Motocross-Fahrer aller Zeiten sprechen, sollten wir die Liste unbedingt mit Stefan Everts beginnen. Dieser Fahrer gilt als der beste aller Zeiten und erzielte im Laufe seiner Karriere viele Erfolge für Suzuki, Honda, Yamaha, Kawasaki und KTM. Everts ist beispielsweise der einzige Motocross-Fahrer, der die Weltmeisterschaft auf allen vier Marken aus Japan gewonnen hat.

Joël Robert

Joël Robert war einer der talentiertesten Naturreiter in diesem Sport. Sein Debüt in der Motocross-Europameisterschaft gab er Anfang der 250er Jahre. Einige Jahre später gewann er die 1968er-Weltmeisterschaft und wurde damit der jüngste Motocross-Fahrer, der diese Auszeichnung jemals gewann. Er wiederholte diesen Trick 1969 und 1970. Nach seinem Wechsel zu Suzuki gewann er 1971, 1972 und 1972 die 250er-Grand-Prix-Meisterschaft.

Bob Hannah

Wenn man Bob Hannah reiten sah, hoffte man oft, dass er eine Motorradversicherung hatte geschlossen. Der Amerikaner schien oft die Kontrolle über das Steuer zu verlieren, aber er fand immer die Balance. Sein aggressiver Fahrstil funktionierte gut und brachte ihm den Spitznamen Hurricane Hannah ein. Er gewann im Laufe der Jahre viele Preise und war viele Jahre lang das Gesicht des amerikanischen Motocross.

Ricky Carmichael

Auch Ricky Carmichael sollte unbedingt in einer Liste der besten Motocross-Fahrer aller Zeiten erwähnt werden. Jetzt wurde er in die AMA Motorcycle Hall of Fame aufgenommen, was natürlich schon alles sagt. Carmichael wird von vielen Fans auch als der GOAT angesehen. Das ist sicherlich verständlich, wenn man seine Erfolge betrachtet.

Ricky Johnson

Ricky Johnson war ein Amerikaner, der im Alter von 20 Jahren die nationale Motocross-Meisterschaft in der 250er-Klasse gewann. Leider musste er sechs Jahre später wegen einer schweren Handgelenksverletzung aufgeben. Dennoch gilt Johnson als der beste Motocross-Rennfahrer aller Zeiten und gewann mehrere Titel in der 250er- und 500er-Klasse.

Ken Roczen

Der Weg des Ken Roczen

Mit dem am 29. 4. 1994 in Thüringen geborenen Ken Roczen startete 2006 ein in Deutschland bis dato einmaliges Projekt. Allen voran Bert Poensgen von Suzuki und Wolfgang Thomas von Fox Deutschland betrieben zusammen mit Motul, Bridgestone und dem ADAC Nachwuchsförderung auf höchstem Niveau. Das Paket: ein finanziell abgesicherter Fahrer samt Familie und Förderer, die sich in den Kopf gesetzt hatten, einen deutschen Motocross-Weltmeister hervorzubringen.

Der Plan war gewagt, ging aber dank eines Jahrhunderttalents auf. Der junge Ken war nervenstark, sein Vater verschwendete keinen Gedanken an einen Ausstiegsplan wie Schule oder Beruf. Es gab immer nur eine Richtung: vorwärts.

Ken Roczen räumte alle erreichbaren Titel ab: ADAC Junior Cup-Sieger, Deutscher Meister, Junioren-Weltmeister, MX-Masters-Sieger und im Jahr 2011 schließlich MX2-Weltmeister.

Roczen wurde 2011 MX2-Weltmeister und damit der erste deutsche Motocross-Weltmeister seit Friedrichs im Jahr 1968. Seit Roczens Titelgewinn im Jahr 2011 hat Deutschland keinen Motocross-Weltmeister mehr hervorgebracht.

Ken Roczen will nach oben

Ken Roczen, Deutschlands bester Motocrosser blickt nicht zurück, sondern nach vorn. Er will nach oben, nach ganz oben. An die Spitze der US-Supercross-Elite.

Der elfjährige Ken Roczen befindet sich genau an der Grenze zwischen unbedarfter Kindheit und steiler Profikarriere. Tollt übermütig mit seiner Dogge und den Kumpels umher. Rast und fliegt täglich ganz unbeschwert über die Crosspiste neben dem Elternhaus.

In der Schublade des Kinderschreibtischs liegt allerdings schon ein Fünfjahresvertrag mit einer eigens für ihn zusammengeführten Sponsorengruppe. Treibende Kraft dahinter ist der damalige Suzuki-Manager Bert Poensgen, der wie immer publikumswirksam orakelt: „Diesen Jungen kann in der Motocross-Welt gar nichts stoppen. Abgesehen von einer schweren Verletzung. Oder von den Eltern.“

Der zukünftige Star-Crosser sitzt derweil in der elterlichen Küche und diktiert seine eigene Version der Zukunft in den Notizblock des Reporters: „Mit 15 kann ich in der Motocross-WM starten, dann werde ich Weltmeister. Und dann gehe ich in die USA.“ Punkt, aus, keine Zweifel, sondern die Langfrist-Planung eines Elfjährigen, angesichts derer man sich als reflektierender Erwachsener doch nachdenklich fragt, was man selber in diesem Alter auf die Reihe brachte.

Roczen in den USA

„Eigentlich“ hat es Ken Roczen jetzt geschafft. Er scheint am Ziel seiner Träume. Lebt jetzt mit Papa Heiko, seinem Trainer und ständigen Begleiter, in seiner erklärten Traumregion.

Der Familien- und Wohlfühlmensch Ken Roczen, der seine ganze Karriere auf Suzuki-Crossern saß, wechselte die Marke und startete von nun an im offiziellen KTM-Werksteam. Rein sportlich ändert sich am Vorwärtsdrang des Thüringers wenig. Er gewinnt souverän den Weltmeistertitel 2011.

Um das Thema „Roczen in den USA“ zu verstehen, muss man die Weltkarte des Motocross betrachten. In Europa existiert eine mittelprächtig funktionierende WM, deren Protagonisten neidisch über den Großen Teich schielen, während den Amis die Europa-Szene gepflegt am Hinterrad vorbeigeht.

Roczen startet von nun an in der großen 450er-Klasse und tritt gegen die Allerbesten an. Im Wettkampf um die dicksten Fleischtöpfe in der Arena. Aber auch darum, der beste Motocrossfahrer aller Epochen zu sein. Dieses Ziel formulierte er schon vor Jahren. Ab 2014 kann er es beweisen.

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