Bester Motorradreifen Test: Ergebnisse, Beratung & Preisvergleich

Motorradreifen sind ein wichtiges Element der Fahrdynamik, aber gleichzeitig auch der Fahrsicherheit. Ihre Aufgabe ist es, Beschleunigungs- und Bremskräfte zu übertragen, zusätzlich auch die Seitenführung zu übermitteln. Der Vorderreifen des Motorrads (Front) nimmt die Bremskräfte auf, während der Hinterreifen (Rear) die Beschleunigungskräfte aufnimmt.

Motorradreifen im Test: Die Besten im Überblick

Hier ist eine Übersicht der getesteten Reifen, zusammengefasst in einer Tabelle:

PlatzReifenPunkteGünstigster Preis (ca.)Beschreibung
1Continental ContiRoadAttack 496126,66 €Sportlicher Touren-Reifen, schnell auf Temperatur, vielseitig einsetzbar.
2Dunlop Sportmax RoadSmart III9485,69 €Sehr guter Tourensportreifen mit hoher Laufleistung.
3Continental ContiRoadAttack 394166,69 €Sehr guter Tourensportreifen mit guten Handling- und Haftungseigenschaften.
4Metzeler ROADTEC 019474,00 €Guter Tourensportreifen für Kurvenräuber.
5Michelin Road 5 Trail93400,00 €Sportlicher Reiseenduroreifen für die Straße.
6Bridgestone BATTLAX-T3292106,72 €Gripniveau und Feedback erinnern an einen Sportreifen.
7Pirelli Angel ST9293,81 €Hoher Komfort für lange Touren, exzellenter Grip.
8Bridgestone Battlax T3092383,00 €Sportlicher Tourenreifen mit stabiler Fahrt.
9Pirelli Angel GT II91163,79 €Sehr guter Sport-/Tourenreifen mit hoher Laufleistung und hervorragendem Nasslaufverhalten.
12Bridgestone Battlax T30 Evo89118,97 €Sportliche Straßenleistung und präzises Handling.
14Michelin Pilot Road 4 Trail89N/AAdventure- und Tourenreifen mit stabiler Fahrt und hoher Laufleistung.
15Michelin Pilot Road 48999,09 €Touren- und Sportreifen mit stabiler Fahrt.
17Maxxis Supermaxx ST88153,75 €Guter Reifen, könnte ausgeglichenere Laufleistung haben.

Sportreifen im Test

Alltagstaugliche Sportreifen des aktuellen Jahrgangs sollen bei plötzlich auftretenden Regen auf kurvigen Straßen ebenso funktionieren, wie bei einer flotten Runde auf einer Rennstrecke. Die fünf Testkandidaten der Premiumhersteller lauten Bridgestone S 22, Dunlop Sportsmart MK 3, Metzeler M9 RR, Michelin Power 6 und Pirelli IV Corsa.

Der neue Bridgestone S 23 kam leider zu spät für die Reifentests auf dem Goodyear/Dunlop-Testgelände im französischen Mireval. In einem Nachtest wurde der neue S23 gegen den Vorgänger S22 und den sportlichen Continental RaceAttack 2 Street gefahren. Getestet wurden die Reifengrößen 120/70 ZR 17 und 190/55 ZR 17. Für den Test der Sportpneus wurde die BMW S 1000 R mit 165 PS ausgewählt.

Schon im Vorfeld war klar, dass die Premiumkandidaten in der Bewertung relativ nah beieinanderliegen würden. Die Reifen wurden auf der Landstraßen auf der Rennstrecke und bei Nässe getestet. Insgesamt konnten die Reifen für jede Disziplin 100 Punkte erzielen, also insgesamt 300 Punkte.

Die Bewertung mit der Note „sehr gut“ erreichten der Metzeler, mit 280 Punkten; der Michelin mit 278 Punkten und der Pirelli mit 274 Punkten, also relativ nah zusammen. Der Bridgestone S22 erreichte 270 Punkte und der Dunlop 263 Punkte.

  • Metzeler M9 RR: Testsieger, da er ein sehr guter Kompromiss zwischen „Sportlichkeit und Alltag“ verkörpert. „Der Reifen kommt mit allen Bedingungen sehr gut klar“, ist das Fazit der Tester.
  • Michelin Power 6: Mit nur 2 Punkten dahinter landete der Michelin Power 6 auf Platz 2, ebenfalls mit der Note „sehr gut“.
  • Pirelli Rosso IV Corsa: Auf dem dritten Platz landete der Pirelli Rosso IV Corsa, ebenfalls mit der Note „sehr gut“.
  • Bridgestone S 22: Den vierten Platz besetzte der Bridgestone S 22 mit der Note „gut“. Ein sportlicher Reifen mit guter Rückmeldung und „harmonischer Gesamtperformance.“
  • Dunlop Sportsmart MK 3: Platz fünf konnte der Dunlop Sportsmart MK 3 erreichen. Die Tester bescheinigtem ihm, dass er ein sehr handlicher und sportlicher Reifen sei.

Der Nachtest des neuen Bridgestone S 23 zeigte eindrucksvoll, wie die Entwickler den etablierten Vorgänger weiterentwickelt haben. Er übertrifft den Vorgänger beim Einlenkverhalten, Stabilität und bei der Seitenhaftung im Trockenen. Auch bei Nässe und hier vor allem im Kurvenverhalten in Schräglage konnte er überzeugen.

Tourenreifen im Test

Beim Reifentest von sechs Tourenreifen in den gängigen Größen 120/70 ZR 17 und 180/55 ZR 17 gingen die Tester der Zeitschrift Motorrad einen neuen, ungewöhnlichen Weg. Im ersten Schritt wurden alle Reifen einem Verschleißtest über 2.000 km unterzogen. Dafür spulten die Tester an fünf Tagen 2.000 Kilometer ab. Ein Grund für diese Maßnahme war, dass die getesteten Premiumreifen fast immer sehr eng in den Bewertungen beieinanderliegen.

Nach 2.000 Kilometern verändert sich der Charakter eines Reifens, was sich natürlich auf das Fahrverhalten des Motorrades auswirkt. Getestet wurden die Bridgestone Battlax T 32, Continental RoadAttack 4 GT, Dunlop Roadsmart IV GT, Metzeler Roadtec 02, Michelin Road 6 GT und Pirelli Angel GT II.

Der Reifenverschleißtest über die 2.000 Kilometer wurde ohne Autobahnfahrten und nur auf kurvenreichen kleinen und kleinsten Landstraßen durchgeführt. Dabei tauschten die Piloten alle 60 Kilometer die Motoräder, um die Auswirkungen des individuellen Fahrstils möglichst gering zu halten. Der von den Testern ermittelte Verschleiß erlaubt eine Aussage über die Haltbarkeit der Reifen.

In der Bewertung wurden für den Verschleiß 100 Punkte vergeben, jeweils 50 für das Vorder- und Hinterrad. Die Reifen von Dunlop, 83 Punkte; Michelin, 90 Punkte und Pirelli, 88 Punkte zeigten ein starkes Restprofil. Der Conti wurde mit 81 Punkten und der Metzeler mit 78 Punkten bewertet.

Danach ging es auf das Test- und Entwicklungsgelände von Goodyear/Dunlop bei Mireval. Dort wurden die Reifen im Funktionstest auf trockener und nasser Straße auf Herz und Nieren geprüft. Das Fahrverhalten wurde dabei unter anderem an Kriterien wie Handlichkeit, Lenkpräzision, Kurvenstabilität, Haftung in Schräglage und beim Beschleunigen, Verhalten beim Geradeauslauf und im Grenzbereich aber auch die Bremsverzögerung bewertet. Die maximal erreichbare Punktzahl lag bei 350 Punkten.

  • Michelin Road 6 GT: Testsieger. Im Fazit der Tester wurden der geringste Verschleiß und die schnellsten Rundenzeiten im Nassen sowie ein sattes Feedback im Trockenen gelobt.
  • Pirelli Angel GT II: Auf dem zweiten Platz mit 320 Punkten landete der Pirelli Angel GT II, der besonders für sportliche Fahrer eine Empfehlung sein soll. Der Reifen arbeitet auf trockener Landstraße genauso wie „durchwachsenen Bedingungen“.
  • Dunlop Roadsmart IV GT: Auf dem dritten Platz und ebenfalls mit dem Testurteil sehr gut benotet wurde der Dunlop Roadsmart IV GT mit 315 Punkten bewertet. Er sei der agilste Reifen im Test, der bei unhandlichen Fahrzeugen eine gute Performance zeigt, bei handlichen Fahrzeugen jedoch eher kippelig wirkt.
  • Metzeler Roadtec 02: Der Metzeler Roadtec 02 erzielte 304 Punkte und damit den vierten Platz. Die Tester bescheinigen dem Reifen gute Geradauslaufeigenschaften und eine „klasse“ Nasshaftung.
  • Conti RoadAttack 4 GT: Der Conti RoadAttack 4 GT wurde mit 298 Punkten und der Note gut bewertet. Die Tester schreiben dem sportlichen Reifen ein träges Lenkverhalten mit guter Stabilität im Geradeauslauf.
  • Bridgestone T 32: Mit 264 Punkten landete der Bridgestone T 32 auf den letzten Platz in diesem Ranking und wurde mit der Note befriedigend bewertet. Im neuen Zustand überzeugte der Reifen mit ausgewogenem Fahrverhalten und kann mit den anderen Testkandidaten mithalten. Der Verschleiß vor allem am Vorderrad macht dem Reifen zu schaffen, gaben die Tester zu Protokoll.

Typen von Motorradreifen

Grundsätzlich lassen sich Motorradreifen nach ihrer Bauart in drei Typen einteilen (UN/ECE-Regelung Nr. 75):

  • Diagonalreifen: Der Profi fürs Gelände. Diagonalreifen sind bis maximal 240 km/h einsetzbar. Die Bezeichnung rührt von dem schräg zur Laufrichtung angeordneten Gewebelagen der Karkasse, also des tragenden Reifenunterbaus, her. Diagonalreifen besitzen aufgrund stabiler Seitenbereiche einen hohen Schlagschutz, weswegen sie häufig im Gelände Verwendung finden.
  • Radialreifen: Der Tempomacher. Der Radialreifen wiederum ist für hohe Geschwindigkeiten optimiert und sehr formstabil. Möglich macht dies ein zusätzlicher, unterhalb der Lauffläche angebrachter Gürtel, der sich auch bei großen Fliehkräften nicht verformt und sich daher stabilisierend auswirkt. Radialreifen sind in der Reifenkennzeichnung am Buchstaben „R“ zu erkennen. Sie eignen sich vor allem für sportliche, leistungsstarke Motorräder.
  • Diagonal-Gürtelreifen: Stabil bei hohem Tempo. Diagonal-Gürtelreifen stellen eine Zwischenstufe beziehungsweise eine Vorstufe zum Radialreifen dar. Wie bei diesen sorgt auch beim Diagonal-Gürtelreifen ein zusätzlicher Gürtel über der Lauffläche für ein Plus an Stabilität bei höheren Geschwindigkeiten und Fliehkräften. Zu erkennen sind Gürtelreifen am Buchstaben „B“ (bias-belted).

Wann sollte welcher Reifen zum Einsatz kommen?

Reifen für Motorräder lassen sich jedoch auch nach ihrem Einsatzzweck kategorisieren:

  • Sportreifen: Weicher Gummi, sportlicher Einsatz auf der Straße, relativ hohe Betriebstemperatur, schwaches Profil, gute Haftung, vor allem auf trockener Fahrbahn.
  • Tourenreifen: Harter Gummi, Einsatz im Stadtverkehr, auf Touren oder auf Reisen, niedrige, dafür schnell erreichte Betriebstemperatur, gute Haftung, stark ausgeprägtes Profil, sicherer Einsatz auf nasser Fahrbahn.
  • Enduroreifen (Mischreifen): Harter Gummi, Einsatz auf der Straße und im Gelände, vor allem für lockeren Untergrund geeignet, gute Bodenhaftung, breites Profil, relativ niedrige Betriebstemperatur.
  • Rollerreifen: Spezielle Reifen für Scooter, Mopeds oder Vespa, unterscheiden sich in Cross-, City- und Straßenreifen.

Wie Sie mit Testergebnissen von Motorradreifen umgehen sollten

Werden Reifen für Motorräder in großen Vergleichstests gegenübergestellt, achten die Tester meist auf folgende Kriterien: Fahrleistungen, Fahrstabilität, Handling, Abrollgeräusche oder Bremsverhalten. Natürlich werden die Pneus auch auf unterschiedlichen Untergründen gefahren. So wollen die Prüfer bewerten, wie die Reifen beispielsweise bei Schnee, Nässe oder trockener Fahrbahn reagieren.

Die abgegebenen Beurteilungen sollten Sie jedoch nicht als ganzheitlich geltend betrachten. Das Testurteil hängt immer von der gefahrenen Maschine ab. Handling und Lenkpräzision werden stark von der Fahrzeuggeometrie beeinflusst. Daher sind diese Prüfpunkte nicht allgemein übertragbar.

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