Der ultimative Motorrad Sound Vergleich

Motorradfahren ist ein sinnliches Ereignis, das wesentlich über das Ohr funktioniert. Der Sound des Motors und der Auspuffanlage tragen maßgeblich zum Fahrerlebnis bei.

Die Bedeutung des Motorradsounds

Schon bei mäßigen Drehzahlen erregt der 955er Dreizylinder die Ohren mit seinem ganz eigenen Walzer-Takt. Mit aggressivem Bellen und doch kultiviert entsteht der akustische Bogen zum Sechszylinder. Ob eher der feine Schrei bayerischer Reihen-Sechser oder das heisere Fauchen alter Porsche-Boxer zu ahnen ist, entscheidet die Laune. Unbestritten aber ist: Motorradfahren ist ein sinnliches Ereignis und funktioniert wesentlich über das Ohr. Und vom Feinsten, was es da zu hören gibt, ist dieser magische Dreiklang.

Der große Sound-Vergleich

Neben dem offiziellen Zulassungstest als Legalitätskontrolle schickte MOTORRAD neun Ein-, Zwei-, Vier- und Sechszylinder-Maschinen sowie einen Zweitakter auf die Klang-Reise. Sie alle erlebten, dass Suzukis High-End-Reihenvierzylinder GSX-R 750 allemal wilder schreien kann als das Brit-Pop-Trio auf Rädern. Aber großmäulige Aggressivität ist alles, was von Suzi Quattros Auftritt hängenbleibt. Geräte wie die 128 PS starke GSX-R sind für extreme Fahrdynamik und exorbitanten Kurvengeschwindigkeiten gebaut. Ihre Sinnlichkeit muss entsprechend erlebt werden. Das ohrenbetäubende Geschrei ist nur Begleitmusik. Fährt die Suzuki in zivileren Lagen, wird’s fürs Ohr fast langweilig.

Darin gleicht ihr das Baby-Superbike Aprilia RS 250. In für den 56 PS-Zweitakt-Twin unerheblichen Drehzahlen kaum bemerkbar, packt die kleine Schwarze, wenn’s losgeht, die singende Säge aus. Die schöne, hysterische Italienerin macht den Piloten aggressiv und schon mal um Dekaden jünger. Sie lockt ihn in ihre quirlige, hektische Welt; aber kaum auf Dauer.

Der 90-Grad-V2 aus der Ducati 916 gilt als Meisterstück feiner Motorrad-Akustik. Hier findet der melodiöse, britisch-kultivierte Triumph-Hard-Rock Konkurrenz: Mick Jagger gegen Gianna Nannini. Bei aller Härte und voluminöser Lautstärke brennt die Ducati ihr Klang-Feuerwerk direkt in die Herzen. Das dumpfe V2-Stakkato der 109 PS suggeriert »Power ohne Ende«, wie sich Testfahrer Rainer Würtele freut, und »vermittelt unglaubliche Dynamik ohne Aggression« in den Ohren unseres technischen Leiters Waldemar Schwarz.

Gar bedauern muss man die Harley-Davidson Road King EFI. Zwingt den 1400er Big Twin das Unglückslos auf offiziellem Wege nach Deutschland, bleibt nichts mehr vom All American Sound. »Traktor, Citroen 2 CV, Blecheimer« sind nur mittelschwere Schandworte gegen den kastrierten 60 PS-Ur-Vater des Bike-Sounds.

Auch nicht überzeugen kann die BMW unter den Cruisern - eben, weil sie eine BMW ist. Freunde des Hauses attestieren der R 1200 C »typisch angenehmen BMW-Sound«, wie Redaktions-Senior Sigi Güttner. Kritischere Geister vermissen jeden eigenständigen Klang-Charakter. Der 60 PS-Boxer brubbelt vor sich hin und vermittelt problemlose Funktion; nicht genug für einen spektakulären Cruiser-Auftritt.

Wie’s geht, zeigen Yamaha Vmax und Honda F 6 C. Kernig, in allen Lagen kraftvoll grollt der 1200er V4, begeistert alle Sinne des Fahrers weit mehr, als nach all den Jahren erwartet.

Und wieder werden Klang-Erinnerungen an die Porsche 911 früher Jahre strapaziert. Kein Wunder, der 1500er Boxer mit 98 PS schreit seine Vortriebslust nach dem gleichen Prinzip in die Welt. Das ist der schärfsten Sound, den legale Motorräder derzeit produzieren.

Die 41 PS-Enduro kann sich durchaus hören lassen. Zwar fehlt dem kleinen Single der letzte Hammer-Schlag, der sie zur Hard-Enduro adeln würde. So lassen wir die »Kinigadner«-Jacke im Schrank und freuen uns an der Rolle des Stadtindianers, dessen Gesang dem Rest der Welt gar nicht so kriegerisch vorkommt.

Subjektive Wahrnehmung von Sound

Sound wird als sinnliche Wahrnehmung von jedem Menschen sehr subjektiv aufgenommen. »Es gibt zwar objektivierbare Kriterien«, erklärt die Psychologin, Musiktherapeutin sowie ausgebildete Konzertgitarristin und Sängerin Cristina Peters, 38, »wie Tonhöhe und Obertöne. Lautere Geräusche, wenn sie voll und satt klingen, werden eher angenehm empfunden als helle, scharfe Lärmquellen, auch wenn diese leiser sind.« »Die tatsächliche Entscheidung aber, ob der einzelne guten Sound oder schlimmen Krach aufnimmt, hat mit Vorerfahrungen zu tun, mit Erwartungshaltungen, Stimmungen und Gefühlen«, so die Fachfrau.

Gesetzliche Grundlagen

Zur deutschen Straßen-Zulassung gehört für jedes Motorrad auch ein Lärm-Test, der wie folgt abgewickelt wird. Vorbeifahrt in 7,5 Meter Abstand durch eine 20 Meter lange Meßstrecke, von 50 km/h am Anfang voll beschleunigend, je einmal im zweiten und dritten Gang in beiden Richtungen. Das Mittel dieser Messungen darf nicht über 80 dB(A) liegen; eine Hürde, die oft nur mit Tricks geschafft wird.

Um darüberhinaus einen Eindruck zu gewinnen, was im Extremfall an Geräusch entwickeln kann, erfand MOTORRAD den »Glemseck-Test«, benannt nach dem beliebten Motorrad-Treff auf der alten Solitude-Rennstrecke bei Stuttgart: Der simuliert, was Unbeteiligte oft zur Weißglut und Freaks zum Entzücken bringt: Einfahrt in obige Meßstrecke so, daß bei der Ausfahrt die Maximaldrehzahl erreicht ist.

Norm-Fahrgeräusch dB(A) »Glemseck-Test«:

MotorradNorm-Fahrgeräusch dB(A)»Glemseck-Test«
Aprilia RS 2508091
BMW R 1200 C8187
Ducati 9168395
Harley Davidson Road King EFI7887
Honda F 6 C8287
KTM 400 LSE8194
Suzuki GSX-R 7508095
Triumph T 595 Daytona8293
Yamaha Vmax8192

Sound-Engineering

Ein Akustiker gehört bei BMW zum Entwicklungsteam jedes Motorrads. Gewollt war ein sonorer Klang, natürlich unter Beachtung der Grenzwerte für die USA und Europa.

Zu Vorbildern erkor sich der BMW-Mann konkurrierende Cruiser und - eine alte R 90 S. »Weil die Motorkonstruktion sowieso den Charakter des Sounds bestimmt«, erklärt er, »und wir den typischen Boxersound ja keineswegs unterdrücken wollten.«

Die Sicht des Ton-Technikers

Wolfgang Feld, technischer Leiter des für außergewöhnliche Klangqualität bekannten CD-Labels »Phono Music« aus dem gleichen Hause wie MOTORRAD ist ebenfalls angetan von der Harley Davidson. »Tiefes Blubbern bei niedrigen Drehzahlen, bei höherem Tempo angenehm kernig; nicht angestrengt, Kraft aus dem Volumen«, genießt der Feinakustiker die Harley Davidson Road King.

»Understatement-Sound« faßt Feld den akustischen Auslieferungszustand einer »deutschen« Harley zusammen, und erklärt die Details. »Die sehr starke Gewichtung im Baßbereich mit kontinuierlichem Abfall bis zu sehr schwachen Höhen sind für das menschliche Ohr eher angenehm. Es fehlen fast völlig die besonders lästigen Frequenzen zwischen 2,5 und 5 Kilohertz.«

Die Technik hinter dem Sound

Der Motor ist das Herz deines Motorrads und die Quelle des Sounds und der Vibrationen, die du beim Fahren erlebst. Wenn der Kraftstoff in den Zylindern verbrennt, erzeugt er eine Explosion, die den Kolben nach unten drückt. Dieser Vorgang erzeugt Schwingungen, die sich durch den Motor und das gesamte Motorrad ausbreiten sowie Schallwellen.

Die Abgase, die bei der Verbrennung von Kraftstoff im Motor entstehen, erzeugen Druckwellen. Diese Wellen bewegen sich durch den Auspuff und interagieren mit den Wänden und der Luft im Inneren. Durch diese Interaktionen entstehen Resonanzen, die den Sound verstärken und formen. Die Größe, Form und das Material des Auspuffs beeinflussen, welche Frequenzen verstärkt und welche gedämpft werden. Verbrannter Kraftstoff erzeugt Druckwellen und damit Resonanzen - klingt weit weniger spannend als das, was am Ende aus dem Auspuff der meisten Motorräder heraus kommt!

Sound als Informationsträger

Sound und Vibrationen sind nicht nur Teil des Fahrerlebnisses, sie können auch wertvolle Informationen über die Leistung und den Zustand deines Motorrads liefern. Ein gleichmäßiger, kräftiger Sound kann darauf hinweisen, dass der Motor gut läuft und in gutem Zustand ist. Ein ungewöhnlicher oder veränderter Sound hingegen kann ein Anzeichen für ein technisches Problem sein.

Die Rolle des Sounds für die Sicherheit

Der Sound deines Motorrads kann anderen Fahrern helfen, deine Anwesenheit auf der Straße wahrzunehmen, besonders in Situationen, in denen sie dich vielleicht nicht sehen können. Ein lauter Auspuff kann dazu beitragen, dass Autofahrer und Fußgänger auf dich aufmerksam werden, bevor sie dich übersehen. Es ist jedoch wichtig, dass der Sound deines Motorrads nicht zu laut ist, da dies andere Fahrer ablenken und Passanten verärgern kann.

Veränderung des Motorradsounds

Eine der einfachsten Möglichkeiten, den Sound deines Motorrads zu verändern, ist der Austausch des Auspuffsystems. Es gibt eine Vielzahl von Aftermarket-Auspuffsystemen auf dem Markt, die eine Reihe von verschiedenen Sounds erzeugen können, von tiefen, brüllenden Klängen bis hin zu hohen, kreischenden Tönen. Denke jedoch daran, dass lauter nicht immer besser ist. Ein zu lauter Auspuff kann nicht nur dein Gehör schädigen, sondern auch gegen Verkehrsregeln verstoßen.

Auspuffanlagen im Test

ProduktMaterialienPreisGewichtHerstellungslandECE-PrüfzeichenStandgeräusch dB (A)Fahrgeräusch dB (A)MOTORRAD-UrteilPlatzierung
Kawasaki OriginalEdelstahl1111,53 Euro7,2 kgJapan4 (Niederlande)8875gut7
Akrapovic Slip-OnTitan720, 28 Euro2,5 kgSlowenien24 (Irland)8376sehr gut1
Bos GP-2Edelstahl/Alu (Endkappe)ab 399 Euro4,3 kgNiederlande4 (Niederlande)9482gut3
Hashiru OsakaEdelstahl249 Euro6,1 kgItalien9 (Spanien)9081--
Laser X-Treme GPEdelstahl/Alu535 Euro7,7 kgNiederlande13 (Luxemburg)9182befriedigend10
Mivv GPEdelstahl300 Euro6,1 kgItalien9 (Spanien)9081gut8
Scorpion RKA-100Edelstahlab 398 Euro4,7 kgEngland4 (Niederlande)9382gut5
Shark DSX-5Edelstahl/Aluab 339 Euro6,8 kgItalien3 (Italien)8981gut5
Termignoni K075Titan/Karbon689 Euro5,2 kgItalien11 (Großbritannien)8575sehr gut2

Motorrad Headsets

Motorrad-Headsets sind zu einer unverzichtbaren Ausrüstung für ein angenehmes und sicheres Fahrerlebnis geworden. Ob erfahrener Motorradfahrer oder Anfänger - es ist wichtig, das richtige Modell für Ihre Bedürfnisse zu wählen.

Ein Motorrad-Headset ist, einfach ausgedrückt, ein drahtloses Kommunikationsgerät, das Motorradfahrern die Kommunikation untereinander sowie mit Mobiltelefon, GPS oder Bordaudiosystem ermöglicht. Die Headsets verbinden sich in der Regel über Bluetooth und bieten so eine stabile und zuverlässige Verbindung. Die Reichweite variiert je nach Modell und Nutzungsbedingungen von einigen zehn Metern bis zu mehreren Kilometern.

Auch die Signalqualität muss berücksichtigt werden, da sie direkten Einfluss auf die Kommunikationsklarheit hat. Es ist wichtig, die Akkulaufzeit zu überprüfen, um sicherzustellen, dass diese für die geplanten Fahrten ausreicht. Die Audioqualität muss außergewöhnlich sein, um ein optimales Benutzererlebnis zu gewährleisten.

Es ist unerlässlich, die Kompatibilität Ihres Motorrad-Headsets mit Ihrem Helm sowie mit anderen Geräten (Smartphone, GPS usw.) zu überprüfen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist ein wichtiger Faktor. Es ist nicht unbedingt notwendig, in das teuerste Motorrad-Headset zu investieren, um ein Qualitätsprodukt zu erhalten.

Installation des Headsets

Positionierung: Platzieren Sie das Headset an einer zugänglichen und bequemen Stelle am Helm.

Lautsprecher: Die Lautsprecher sollten in der Nähe Ihrer Ohren installiert werden, ohne dabei den Komfort zu beeinträchtigen.

Verkabelung: Verstauen Sie die Kabel sorgfältig, damit sie nicht beim Fahren stören und sich nicht mit der Zeit beschädigen.

Beliebte Modelle

  • Sena SMH10: Mit einer Reichweite von bis zu 900 Metern und einer Akkulaufzeit von bis zu 12 Stunden ist dieses Gerät ideal für Motorradfahrer, die sich während längerer Fahrten mit ihren Mitfahrern oder anderen Motorradfahrern unterhalten möchten.
  • Cardo Scala Rider PACKTALK: Diese Technologie ermöglicht ein dynamisches Netzwerk zwischen Motorradfahrern und erleichtert so den Sprachaustausch. Die Reichweite des PACKTALK ist mit bis zu 5 Kilometern ebenfalls sehr beeindruckend!
  • Lexin LX-B4FM: Mit einer Reichweite von 1,6 Kilometern und einer Akkulaufzeit von 8 Stunden ist dieses Bluetooth-kompatible Headset nicht nur für die Kommunikation zwischen Motorradfahrern geeignet, sondern auch für Telefonanrufe und Musikwiedergabe.

Wichtige Marken

Beachten Sie auch, dass die beiden beliebtesten Marken für Motorrad-Headsets Cardo und Sena sind. Die Wahl des besten Motorrad-Headsets hängt hauptsächlich von Ihren spezifischen Anforderungen an Reichweite, Akkulaufzeit und Funktionen ab.

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