Dieses Jahr möchte ich mich intensiv mit dem Thema Wheelies auseinandersetzen und durch intensives Training das Fahren auf dem Hinterrad erlernen. Es sieht nicht nur gut aus, sondern kann auch im Gelände von Vorteil sein, diese Technik zu beherrschen.
Die Grundlagen des Wheelie-Fahrens
Kurz: Gewicht auf den Lenker und beim Ausfedern am Gas drehen, dann kommt das Vorderrad hoch. Soweit kein Problem. Aber den "Balancing-Point" zu finden und zu halten... Puh!
Üben mit dem Fahrrad
Ja! Das Fahrrad ist der einfachste Weg, ein Gefühl für den Kipppunkt zu bekommen. Ein Freund von mir fährt mit dem MTB endlos auf dem Hinterrad, bergauf, bergab... völlig egal und mühelos.
Der Kipppunkt
Ich würde erst einmal mit geringer Geschwindigkeit anfangen, um ein Gefühl für den Kipppunkt zu bekommen. Sobald das Motorrad über diesen Punkt hinaus kippt, die Hinterradbremse nutzen und so lange üben, bis es ohne Hinterradbremse nur mit dem Gas klappt.
MTB kann ich 500 Meter auf dem Hinterrad fahren. Dazu muss ich aber den Sattel recht weit runter stellen. Somit ist der Kippunkt an einem angenehmen Punkt, also nicht so steil. Bei der Enduro kann ich überhaupt nicht am Kipppunkt fahren. Ich kann die Hinterradbremse nicht fein genug betätigen, und der Kipppunkt kommt erst, wenn die Enduro fast schon gefühlt senkrecht steht. Gaswheelie bis 10 Meter geht aber mehr nicht.
Die richtige Technik
Langsame Wheelies zu fahren ist schwieriger. Ich würde behaupten, dass es einfacher ist, erst einmal bei schnellerem Tempo das Vorderrad oben zu halten, vielleicht nicht schon direkt am Kipppunkt, aber nur, um erst einmal ein Gefühl für ein Vorderrad in der Luft zu bekommen.
Natürlich ist es einfacher, im 2. Gang oder höher die Wheelies zu üben, dafür ist die Verletzungsgefahr bei Weitem höher. Wenn man den Wheelie im 1. Gang beherrscht, kann man ihn auch in den höheren Gängen umso besser, und die Gefahr, sich zu verletzen, ist umso niedriger. Mein Tipp wäre also, im 1. Gang zu üben, wie die Wheelies an sich so gehen, haben ja die Kollegen schon reichlich mit den ganzen Videos gezeigt.
Weitere Tipps
- Stoppies sind auf jeden Fall gefährlicher finde ich.
- Längere Wheelies kann ich auch nicht. Aber was inzwischen ganz gut geht, sind Wheelies zum Wenden aka "Pivot Turn". Das finde ich auch wirklich nützlich im Gelände.
- Dazu habe ich mich ein paar Mal im Gelände an eine Stelle mit möglichst nicht zu weichem Untergrund (also kein Tiefsand) gestellt und geübt.
Ganz am Anfang: Beide Beine auf den Boden und einfach mal versuchen, das Moped hin zu stellen, also aufs Hinterrad. Im Zweifelsfall einfach loslassen. Wenn das klappt, dann im Sitzen mit dem rechten Fuß über der Hinterradbremse das gleiche üben.
Die Wahl des richtigen Motorrads
Ich würde eine Supermoto o.Ä. nehmen... Aber als Tipp: mach das bitte nicht so auf der Straße. Such dir ein großes Gelände und frag den Besitzer oder so... Lenkerschlagen beim Aufkommen kann bei Gegenverkehr und Bäumen sehr schnell sehr weh tun.
Am besten eignen sich sicher Supermoto, Crossbike, Streetfighter und schlanke Enduros. Ein Bike, was man wahrscheinlich öfters hinschmeissen wird, sollte keine Plastikverschalungen und empfindliche Elektronik haben. Von 125-er Nicht-Offroad-Maschinen würde ich dir abraten, weil die oft einen relativ dünnen Rahmen und dünne Gabelrohre haben.
Die drei Motorräder überzeugen mit drehmomentstarken Einzylindern und aufgrund des Alters wenig Wertverlust beim Überschlag. Alternativ zu den Einzylindern eignen sich in der leicht erweiterten 600er-Klasse auch Suzuki SV 650 und Triumph Street Triple als Wheelie-Werkzeug. Besonders der tolle Motor und die Sitzposition der kleinen Triumph begeistern Tourifahrer und Stuntprofis gleichermaßen.
Auch die große Schwester, die Speed Triple verkörpert alle Eigenschaften eines guten Stuntmotorrads: Der seidenweiche, extrem druckvolle Motor, die aufrechte Sitzposition und der moderate Radstand machen Wheelies quasi zum Kinderspiel. Die KTM 990 Supermoto geht einen anderen Weg, bewegt sich jedoch auch - gerne auf dem Hinterrad. Sie vereint die Vorteile der kleineren Supermotos mit deutlich mehr Leistung. Diese Kombination macht immer und überall Spaß und fordert zu Showeinlagen heraus.
Wheelie-Assistenzsysteme
Moderne Wheelie-Assistenzsysteme von Bosch und Continental helfen Motorradfahrern, den Vorderrad-Lift zu kontrollieren - für längere Wheelies ohne Überschläge. Die Technik erlaubt aber auch das Gegenteil: nämlich das Vorderrad lange in der Luft zu halten. Noch in jüngster Vergangenheit erforderte dies intensives Üben auf abgesperrtem Gelände, Mut und das Risiko eines Überschlags einzugehen. Heute genügt es, das passende Motorrad in der Garage zu haben.
Die IMU ist ein kleines elektronisches Bauteil mit mehreren Sensoren - typischerweise Beschleunigungssensoren (Accelerometer) und Kreiselsensoren (Gyroskope), manchmal auch Magnetometer.
Beim Wheelie Fun Bike übernimmt die IMU also die Aufgabe, ständig zu berechnen, wie weit das Bike nach vorn oder hinten kippt - und regelt Motorleistung so nach, dass der Wheelie im Gleichgewicht bleibt.
Motorräder, die auf Wunsch Wheelies unterstützen
- KTM 1390 Super Duke R: In ihrer aktuellen Generation ab 2024/2025 ist die KTM 1390 Super Duke R mit einem IMU-gesteuerten Wheelie-Control-System von Bosch ausgestattet. Es begrenzt das Hochziehen des Vorderrads automatisch, sobald ein bestimmter Winkel erreicht ist.
- Triumph Speed Triple 1200 RS: Die "Speedy" verfügt über ein gezieltes, IMU‑gestütztes Wheelie‑Control-System von Continental. Die Wheelie‑Funktion ist separat steuerbar und lässt ebenfalls mehrere Stufen zu - von leichter Abhebung bis zu knapp unter dem Balancepunkt.
- Ducati Hypermotard 698 Mono: Auch die Supermoto von Ducati ist, je nach Ausstattung, mit einem Wheelie-Assistenten ausgestattet. Im Modus 'Wheelie-Assist-Strategie' unterstützt die Elektronik den Fahrer aktiv dabei, den Wheelie einzuleiten und zu halten, indem die Gasannahme so gesteuert wird, dass das Vorderrad leichter angehoben werden kann und der Wheelie-Winkel dynamisch an das Motordrehmoment angepasst wird.
Wie funktioniert die Wheelie-Assistenz?
Zuerst einmal muss der Fahrer - oder die Fahrerin - das Vorderrad allein lupfen. Je nach Wheelie-Kontrolle kann vorher in verschiedenen Stufen eingestellt werden, bis zu welcher Neigung das System einen Wheelie zulassen soll. Ist das Vorderrad erst einmal in der Luft, muss das Fahrpersonal einfach mutig am Gas bleiben. Die Motorbremse greift, sobald die Sensoren Obacht schreien.
Der rechte Fuß sollte während einem Wheelie immer bremsbereit über dem Fußbremshebel schweben - so kann der Wheelie sofort abgebrochen und ein Überschlag verhindert werden.
Hinweis
Wir empfehlen an dieser Stelle ausdrücklich, sich in jedem Fall vorher theoretisch mit dem Thema zu befassen, damit klar ist, wie die Physik wirkt - und warum die Hinterradbremse essenziell ist für dieses Fahrmanöver. Zudem gilt für Wheelies generell: Sucht euch ein ruhiges Plätzchen, am besten privates, abgesperrtes Gelände - Wheelie-Assistenz hin oder her.
Rechtliche Aspekte
In Deutschland gibt es kein ausdrückliches Gesetz, das Wheelies auf öffentlichen Straßen verbietet. Allerdings greifen allgemeine Vorschriften der Straßenverkehrs-Ordnung (z. B. zur Beherrschung des Fahrzeugs) und des Strafgesetzbuchs (z. B. bei Gefährdung), die von der Polizei auf Wheelies angewendet werden können.
Versicherung
Wenn bei einem Wheelie ein Unfall passiert, kann die Kfz-Haftpflichtversicherung zahlen - aber die Kasko (Teil-/Vollkasko) könnte wegen grob fahrlässigen Handelns die Zahlung kürzen oder verweigern.
Empfehlungen für Anfänger
- Übe mit dem Fahrrad, um ein Gefühl für den Kipppunkt zu bekommen.
- Beginne mit langsamen Wheelies im ersten Gang.
- Nutze die Hinterradbremse als Rettungsanker.
- Wähle ein geeignetes Motorrad (Supermoto, Crossbike, Streetfighter, Enduro).
- Informiere dich über Wheelie-Assistenzsysteme.
- Übe auf einem abgesperrten Gelände.
Workshop: Wheelies
Ihre 1700 Millimeter Radstand sind also wohl ein Grund für die Wheelie-Qualitäten der Vmax.
Noch wichtiger für die Stabilität auf dem Hinterrad ist allerdings die Motorcharakteristik: Besonders bei sehr steilen Wheelies nahe am Kipppunkt können harte Gasannahme oder plötzlicher Leistungseinsatz schnell in einem Überschlag enden - kein Wunder also, dass die Yamaha YZF-R6 mit ihrem extrem spitz abgestimmten Vierzylinder als Wheelie-Motorrad eher unbeliebt ist.
Vorteil der MZ: Wer mit einer 125er wheelen kann, kann es auf allen anderen Motorrädern auch. Nachteil: Einsteiger tun sich mit der niedrigen Leistung der MZ sehr schwer. Jo weiter: "Suzuki DR 400, Honda XR oder Yamaha TT. Sind eigentlich alle gut geeignet", fasst er zusammen.
Besonders der tolle Motor und die Sitzposition der kleinen Triumph begeistern Tourifahrer und Stuntprofis gleichermaßen. Auch die große Schwester, die Speed Triple verkörpert alle Eigenschaften eines guten Stuntmotorrads: Der seidenweiche, extrem druckvolle Motor, die aufrechte Sitzposition und der moderate Radstand machen Wheelies quasi zum Kinderspiel.
Egal, ob als 1098 oder 1198, die Bella Rossa verwöhnt mit butterweicher Gasannahme und beinahe einschüchterndem Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen. Mühelos folgt sie den Wheelie-Winkel-Wünschen des Piloten beim kleinsten Zug am Gasgriff aufs Grad genau.
Zusammenfassung
Wheelies erfordern Übung, Geduld und das richtige Motorrad. Mit den richtigen Techniken und Sicherheitsvorkehrungen kann jeder Anfänger das Fahren auf dem Hinterrad erlernen.
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