Bianchi ist der älteste noch existierende Fahrradhersteller der Welt, gegründet 1885 von Edoardo Bianchi in Mailand, Italien. In der gesamten über 135-jährigen Geschichte von Bianchi stellen die Namen "Campione del mondo" und etwas später dann die "Specialissima" Modelle den Höhepunkt der Straßenmaschinen-Legende dar.
In den frühen 1970er Jahren kehrte Bianchi als Hauptsponsor des Bianchi-Campagnolo-Teams in das Profi-Peloton zurück. Die Mannschaft war die Fortsetzung der Mannschaft Salvarani unter der Leitung von Vittorio Adorni, dem Sieger des Giro d'Italia von 1965 und Weltmeister von 1968. Die Mannschaft Bianchi-Campagnolo war damals eine der stärksten Mannschaften mit den Weltmeistern Marino Basso und Felice Gimondi 1972 und 1973 an Bord.
Die Celeste-Farbe: Ein Markenzeichen von Bianchi
Denkt man an Bianchi, so kommt man nicht umhin, an Leidenschaft, an Rennsport und an Eleganz zu denken. Denkt man an Bianchi, so denkt man zugleich unwiderruflich an das helle, unverkennbare Celeste, die Markenfarbe von Bianchi. Auch die Bianchi Vintage Fahrräder überzeugen durch ihren einzigartigen Farbton, doch wie kam es zu diesem unvergleichbaren Design?
Es gibt verschiedene Mythen, welche sich um Celeste drehen. Eine Theorie besagt, dass der Lack lediglich verwendet wurde, da er ein Überbestand der italienischen Armee war. Eine andere Theorie besagt, dass als Edoardo Bianchi in den frühen 1890er Jahren der Königin Margherita das Radfahren beibrachte, er die Augenfarbe von Königin Margherita als Vorlage für den Lack seiner Fahrräder verwendete.
Sei es wie es sei, Celeste ist die Markenfarbe von Bianchi und wer an Bianchi denkt, der sieht vor sich die Eleganz des Fahrrades und die Faszination des Radsports. Nicht nur, dass Bianchi in seiner 130 jährigen Geschichte als Pionier des Fahrradbaues agierte, ebenso wurde die Farbe Celeste auf den Straßen Europas bei unzähligen Radrennen auf sich aufmerksam. Sei es der Giro d?Italia, die Vuelta in Spanien oder aber die Tour de France.
Berühmte Modelle und ihre Geschichte
Bianchi entwickelte seit Jahren die ?Road Steel Vintage? Fahrräder, welche auf den historischen Kenntnissen von Bianchi selbst beruhen. Auch heute wird man mit der gleichen Leidenschaft für Perfektion dem Namen Bianchi gerecht, denn auch heute werden die ?Bianchi Vintage? Fahrräder mit der gleichen Leidenschaft der Italiener für das Strassenradrennen produziert. Hier eine Übersicht einiger berühmter Modelle:
- Bianchi Tipo M: Hier handelt es sich um das Topmodell der 1920er Jahre. Das Bianchi Tipo M ist ein leichtgewichtiges Rennrad mit der berühmten ?Giro Ruota? Gangschaltung.
- Bianchi Saetta: Dieses Modell wurde zwischen den Jahren 1933 und 1939 produziert. Besonders elegant ist diesbezüglich die Bezeichnung ?Saetta?, was aus dem Italienischen heraus übersetzt ?Blitz? bedeutet.
- Bianchi Folgore: Zwischen den Jahren 1940 und 1949 produzierte Bianchi das Folgore. Dieses Fahrrad ist auf immer mit den Siegen von Fausto Coppi beim Milan-Sanremo 1946 und dem Erfolg beim Giro d?Italia 1947 verbunden.
- Bianchi Paris-Roubaix: Bianchi produzierte in den Jahren 1950 und 1952 das Paris-Roubaix.
- Bianchi Tour de France: Wie der Name verrät, wurde das Modell ?Bianchi Tour de France? hergestellt, um den Sieg bei der Tour einzufahren. Bianchi entwickelte dieses prestigeträchtige Modell 1952 und produzierte es 1953, doch hatte es ab Ende 1953 keine Bedeutung mehr.
- Bianchi Campione del Mondo: Sollte Sie jemals Bilder von Fausto Coppi auf einem Bianchi Fahrrad sitzend betrachtet haben, so werden Sie mit großer Wahrscheinlichkeit ein Bianchi Campione del Mondo betrachtet haben. Dieses Modell wurde im Jahre 1954 erstmals veröffentlicht, um damit zugleich die Weltmeisterschaft von Coppi aus dem Jahr 1953 zu feiern.
- Bianchi Specialissima: Das Bianchi Specialissima wurde 1958 herausgebracht und es besticht durch eine enorme Leichtigkeit und zeitgleicher Steifheit, wodurch weiterhin die erforderliche Kraft von professionellen Radfahrern bei Höchstgeschwindigkeiten umgesetzt werden kann. Das Specialissima überzeugt u.A. durch einen 27,2mm Sitzrohr, einem Kopfrohröler.
- Bianchi Specialissima X3: Das Specialissima X3 ist ein seltenes Modell von Bianchi. Es wurde in den frühen 1980er Jahren gebaut und für kurze Zeit verkauft. Der Rahmen wurde mit Columbus-Rohren hergestellt und es unterschied sich zu früheren Modell durch raffinierte Details wie z.B.
- Bianchi Specialissima X4: Bei dem Specialissima X4 handelt es sich womöglich um eines der schönsten und Stahlrennräder, welche jemals entworfen und entwickelt worden sind. In den Jahren 1986 und 1991 produzierte Bianchi das Specialissima X4.
- Bianchi Centenario: Das legendäre Centenario ist das Jubiläumsrad von Bianchi. Mit diesem feierte die Firma 100 Jahre Bianchi.
Das Bianchi Reparto Corse aus den frühen Neunzigern
Das hier vorgestellte Bianchi Reparto Corse aus extra leichten Columbus Genius Rohren aus den frühen Neunzigern ist in einem tollen Zustand. Für mich zählen diese Bianchi Rahmen zu den letzten "vernünftigen" Stahlrahmen, die damals bei Bianchi gebaut wurden. Der Columbus Genius Rohrsatz hat ganz tolle Fahreigenschaften. Der teils muffenlos gebaute Rahmen, mit der eleganten Zugverlegung im Oberrohr, ist auch gleichzeitig einer der letzten Generationen, der berühmte Reparto Corse Rahmenbauabteilung für Rennmaschinen bei Bianchi.
Die Rahmen aus dieser Zeit bekamen schon diese leicht metallische Lackierung, die gerade in der Sonne ganz tolle Effekte beinhaltet. Aufgebaut ist der Rahmen mit einer nahezu kompletten Campagnolo C-Record Gruppe. Leider müsste ich das Record Titanium Schaltwerk austauschen, da dies den typischen konstruktionsbedingten Riss an der Befestigungsschraube hatte. Die Delta Bremsen hat der Vorbesitzer schon gegen besser „zupackende" so seine Aussage, ausgetauscht. Ansonsten ist das Rad im originalen Zustand.
Die tollen ersten Campa Systemlaufräder bieten schon aerodynamische Vorteile und passen optisch auch super zum Rad. Diese sind mit besten Vredestein Clincher Reifen bestückt. Selten ist sicher auch der originale Flite Titanium Sattel in Celeste.Das Rad ist bisher nicht viel gefahren und immer sehr pfleglich behandelt.
Die Faszination des Düsseldorfer Zahnarztes Carsten Rademacher
Der Düsseldorfer Zahnarzt Carsten Rademacher (57) hat erst 2013 seine Liebe zu klassischen Stahlrädern entdeckt. Seit acht Jahren hat ihn das Bianchi-Fieber voll gepackt - er hat eine Sammlung aufgebaut, die nach seiner Aussage die komplette Stahl-Ära zwischen 1925 und 1990 abdeckt. Die Liebe zu Celeste hat sein Leben verändert.
Carsten Rademacher beschreibt seine Faszination wie folgt: "Die Faszination für diesen alten Stahl in der in dieser schnell vergänglichen Zeit, in dieser Wegwerfgesellschaft. Ein Fahrrad, mit dem man sich fortbewegen kann und das ein Kunstobjekt ist. So hat das bei mir auch angefangen und wenn man dann sagen wir mal das erste alte Rad kauft und man benutzt das in Italien, dann spürt man dieses italienische Flair und diesen maroden Charme. Da sind diese ganzen Menschen, die haben alle diesen gleichen Virus, die sind alle verrückt nach diesen Rädern. Das ist eine Kombination aus mehreren Faktoren die einen so richtig hochpusht. Wo man sagt: Mensch das ist was ganz Besonderes, das kann man ruhig ein bisschen intensiver verfolgen. Das es dann fast zur Obsession wird, das geht immer schnell, wenn man sammelt. Man wird schnell so ein bisschen komisch beäugt."
Sein erstes Rad war zwar kein Bianchi, sondern ein Gazelle-Rennrad aus Holland, aber die L'Eroica in Italien entfachte seine Leidenschaft für Bianchi. Er begann, sich intensiv mit der Geschichte von Bianchi auseinanderzusetzen und begann, Bianchi Räder zu sammeln.
Carsten sammelt im Prinzip die Räder, die alle gut finden: Specialissima und die ganzen Top-Räder. Dann habe ich ein Buch gelesen über die Bianchi Geschichte und die ganze Weiterentwicklung der einzelnen Stahlräder. Da ist die gesamte Stahl-Ära beschrieben und daran habe ich mich orientiert. Ich wollte alle Räder haben, die Bianchi im Topsegment gebaut hat, mit allen kleinen Veränderungen und mit allen unterschiedlichen Rahmen. Das muss auch immer original sein.
Weitere Italienische Rennradmarken
Sie sind heiß begehrt, glänzen durch eine überaus hochwertige Qualität und faszinieren Radsportler auf der ganzen Welt: Rennräder aus den Radschmieden Italiens. Ob Bianchi, Colnago oder Wilier - wir stellen die wichtigsten italienischen Rennradmarken vor!
- Basso: Basso ist ein hoch angesehener italienischer Hersteller von Rennrädern mit Sitz in Dueville, Venetien. Seit über 40 Jahren fertigt Basso Fahrräder auf höchstem Niveau und hat sich einen Namen als einer der renommiertesten Hersteller von Rennrädern weltweit gemacht. Die Fahrräder von Basso zeichnen sich durch erstklassige Materialien, innovative Technologien und handgefertigte Präzision aus.
- Bottecchia: Bottecchia ist ein renommierter italienischer Radhersteller, der seit seiner Gründung im Jahr 1924 für seine hochwertigen Rennräder bekannt ist. Die Marke wurde nach ihrem Gründer Ottavio Bottechia benannt, der als professioneller Radrennfahrer bekannt war und 1924 bei den Olympischen Spielen in Paris Gold gewann. Bottechia-Rennräder sind für ihre hervorragende Qualität und Handwerkskunst bekannt und wurden von einigen der besten Radrennfahrer der Welt gefahren.
- Cinelli: Cinelli ist ein bekannter italienischer Radhersteller, der sich auf die Herstellung von Rennrädern spezialisiert hat. Die Marke wurde 1947 von Cino Cinelli, einem ehemaligen Radrennfahrer, gegründet und hat seitdem einen exzellenten Ruf für ihre hochwertigen Fahrräder erworben. Cinelli-Rennräder sind für ihre präzise Handwerkskunst und ihre stilvolle Ästhetik bekannt.
- Colnago: Colnago wurde in Cambiago, einer Stadt in der norditalienischen Region Lombardia, gegründet und produziert seit 1954 hochwertige Fahrräder. Das Unternehmen wurde von Ernesto Colnago gegründet, einem ehemaligen Radrennfahrer, der nach dem Ende seiner Karriere beschloss, sich der Herstellung von Rennrädern zu widmen. Colnago-Rennräder zeichnen sich durch ihre hohe Qualität, exzellente Handwerkskunst und stilvolle Ästhetik aus.
- Pinarello: Pinarello ist ein renommierter italienischer Fahrradhersteller, der sich auf die Produktion von hochwertigen Rennrädern spezialisiert hat. Das Unternehmen wurde 1952 von Giovanni Pinarello gegründet und hat seinen Hauptsitz in Treviso. Die Marke ist bekannt für ihre innovativen Technologien und ihre exzellente Handwerkskunst.
- Wilier: Wilier ist ein italienischer Fahrradhersteller, der für seine hochwertigen Rennräder bekannt ist. Das Unternehmen wurde 1906 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Rossano Veneto, in der Provinz Vicenza in Norditalien. Sehr beliebte Modelle sind das CENTO10SL, das RAVE SLR und das GTR TEAM, die sich allesamt durch eine hochwertige Verarbeitung und einen gut abgestimmten Komponenten-Mix auszeichnen.
Restauration eines Bianchi Rekord 845
Ein Beispiel für die Restauration eines alten Bianchi Rennrads ist das Projekt von Christoph Ott, der ein rostiges Bianchi Rekord 845 aus dem Jahr 1987 zu einem Edel-Oldtimer herausputzte.
Das Rad war in einem erbärmlichen Zustand: Eine Speiche war gerissen, das Innenlager war schwergängig, Lenkerband und Griffgummis waren hinüber, die Decals blätterten ab, die Laufradachse des Hinterrads war gebrochen und überall hatte der Rost seinen Tribut gefordert.
Christoph zerlegte das Rad in seine Einzelteile, befreite sie von Dreck und Rost, erneuerte Teile und setzte das Rad wieder zusammen. Am Ende stand ein echter Hingucker da, fit für neue Abenteuer.
Hier eine Kostenaufstellung:
| Posten | Kosten |
|---|---|
| Rad + Versand | 180 Euro |
| Neue Decals | 30 Euro |
| Neuer Umwerfer | 7 Euro |
| Neues Innenlager | 18 Euro |
| Kork-Lenkerband | 8 Euro |
| Griffgummis | 15 Euro |
| Schalt-/Bremszüge und Seil | ca. 20 Euro |
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