Fahrradbrille Selbsttönend Test: Optimale Sicht bei wechselnden Lichtverhältnissen

Klare Sicht, guter Sitz und cooler Look: Auf der Suche nach der perfekten Fahrradbrille zählen viele Faktoren. Sportbrillen haben neben dem Stylefaktor vor allem eine Schutzfunktion. Sie bewahren Deine Augen vor Schmutz, Steinen, Wind und UV-Strahlung.

Warum eine selbsttönende Fahrradbrille?

Selbsttönende, auch photochrom genannte Brillengläser passen sich automatisch an wechselnde Lichtverhältnisse an und sind besonders praktisch bei Touren mit wechselndem Wetter, oder mehreren Wechseln von sonnig zu schattig. Je nach Startzeit verläuft beispielsweise die Pendelstrecke von der Dunkelheit über den Sonnenaufgang ins Helle. Oder die Heimfahrt mündet von der Nachmittagssonne über die Dämmerung in die Nacht. Hier können selbsttönende Gläser die passende Antwort sein.

Funktionsweise selbsttönender Gläser

Sich automatisch tönende Brillengläser sind aus phototropem, also lichtwendigem, Material. Dabei entfalten sich die lichtempfindlichen Moleküle wie Blüten, absorbieren, reflektieren oder streuen sichtbares Licht. Aber auch bei Bewölkung oder diesigem Wetter dunkeln die Gläser leicht ab.

Kaufberatung: Worauf sollte man achten?

Überlege Dir, wo und wie Du die Brille einsetzen möchtest: Für Rennradfahrer sind leichte, aerodynamische Modelle mit großem Sichtfeld gut geeignet. Mountainbiker profitieren von robusten Gläsern und guter Rundumsicht. Für Alltagsradler oder Pendler sind Komfort und Vielseitigkeit entscheidend.

Wichtige Eigenschaften

  • Passform und Tragekomfort: Die Brille sollte rutschfest sitzen, nicht drücken und auch bei Bewegung oder Schweiß stabil bleiben. Gummierte Bügel und verstellbare Nasenpads können den Tragekomfort erhöhen und sorgen für einen sicheren Halt, besonders bei sportlicher Fahrweise.
  • VLT-Wert: Der VLT-Wert („Visible Light Transmission“) gibt an, wie viel sichtbares Licht durch die Gläser gelangt. Je niedriger der Wert, desto dunkler die Tönung. Für bewölktes Wetter oder Dämmerung sind höhere VLT-Werte besser geeignet.
  • Glasart: Sphärische Gläser sind nach außen gewölbt und ahmen die Kugelform des Auges nach. Wechselgläser bieten Flexibilität bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen.

Tönungskategorien

Zur Einordnung der Tönungen gibt es fünf Kategorien. Dabei ist die Tönungsintensität vorrangig als Schutzfunktion gegen Blendung und Helligkeit zu verstehen. Die Umgebung wird abgedunkelt, die Sehleistung des Auges wieder erhöht. Für Radfahrer sind Kategorie 0 bis 2 relevant. Erklärungsbedürftig ist die exponentiell zunehmende Wirkung: Die Unterschiede der Kategorie 0 oder 1 sind weitaus geringer sichtbar als in Kategorie 3 und 4.

Überblick über die Filterklassen von Sonnenbrillen:

  • Filterkategorie 0: Geeignet für bewölkte Tage und Dämmerung. Blendschutz: Bis 20 % des Lichts werden absorbiert.
  • Filterkategorie 1: Geeignet für bedeckte Tage. Blendschutz: Bis 57 % des Lichts werden absorbiert.
  • Filterkategorie 2: Geeignet für Sommertage in unseren Breiten (Mitteleuropa). Blendschutz: Bis 82 % des Lichts werden absorbiert.
  • Filterkategorie 3: Geeignet für Aufenthalte im Schnee, in den Bergen und am Meer in Südeuropa. Blendschutz: Bis 92 % des Lichts werden absorbiert.
  • Filterkategorie 4: Geeignet für Aufenthalte im Hochgebirge oder auf Gletschern - zum Autofahren ungeeignet! Blendschutz: Bis 97 % des Lichts werden absorbiert.

Vor- und Nachteile photochromer Gläser

Neben den bereits erwähnten praktischen Gesichtspunkten besitzen photochrome Gläser auch spezielle Charakteristiken: Bei der Geschwindigkeit von Abdunklung und Aufhellung gibt es Faktoren, welche die Funktion beeinflussen. Bei Fahrten mit schnellen Hell-Dunkel-Wechseln kann das nicht unproblematisch sein. Tunnel mit ihrem abruptem Wechsel von Tageslicht zu vollkommener Dunkelheit zeigen hier die Grenzen der Technologie am deutlichsten auf.

Einfluss von Temperatur und Alterung

Vergangene Praxistests zeigten auch, dass ab circa 30 Grad einige Gläser sogar spürbar weniger stark abdunkeln. Photochrome Gläser zeigen mit der Zeit einen Alterungseffekt, da der chemische Prozess je nach Hersteller, Glas und Nutzung nachlässt. Teils ist nach zwei, drei Jahren eine Verlangsamung der Funktion wahrnehmbar. Optisch macht sich das als gelbliche Verfärbung der Gläser bemerkbar.

UV-Schutz und Tönung

Die meisten phototropen Gläser besitzen, wie das Gros unserer Testbrillen, eine Grautönung, die von vielen als angenehm empfunden wird. Die Farbwahrnehmung wird nicht verwässert, sondern unverfälscht und teils intensiver wahrgenommen. Einen ähnlichen Effekt besitzen auch Fenstergläser in Autos und Häusern. Sie besitzen UV-Filter und schränken damit die Funktion der Gläser ein.

Zusätzliche Features

Grundsätzlich gibt es Details, die Sehen, Qualität und Handhabung verbessern und damit für den optimalen Durchblick sorgen.

  • Antifog-Beschichtung: Bei Antifog-Beschichtungen ist die Oberfläche des Glases hydrophil und zieht Wassermoleküle an. Eine Tröpfchenbildung wird verhindert, das Wasser verläuft auf der Oberfläche, störende Reflexionen werden unterbunden.
  • Belüftung: Deutlich öfter wird dem Scheibenbeschlagen via im Rahmen mitgedachter Antifog-Belüftung vorgebeugt.
  • Verspiegelung: Verspiegelte Oberflächen finden sich meist an hochwertigen Sonnenbrillen mit fixer Tönung. Bei Variogläsern sind sie selten zu finden. Neben dem optischen Gesichtspunkt verbessern sie den Blendschutz, lassen aber weniger Licht ins Glas. Außerdem verkratzt die Oberfläche schneller.

Anpassung und Komfort

Bei Justage und Passform bringen diverse Gestellgrößen Vorteile. Perfekt lassen sich Brillen dann mit einstellbaren Nasenbügeln anpassen. Im direkten Blickfeld sollten weder Rahmen noch Glaskanten stören. Schutz vor schädlicher UV-Strahlung ist dank DIN-Norm bei allen Brillen vorhanden.

Weitere Anpassungsmöglichkeiten

Für noch genauere Anpassung der Brille sind Ersatz-Nasenpads top. Entsprechend fallen die Bewertungen aus, da auf längeren Touren jedes Gramm spürbar werden kann. Stehen Augenbrauen, Wimpern oder Wangenknochen an? Das gibt Punktabzug.

Beispiele für getestete Modelle

Die Auswahl der Fahrradbrillen-Testsieger basiert auf Tests aus Fachmedien und Praxistests. Besonders detailliert sind die Tests, bei denen die Brillen ausführlich unter realen Bedingungen auf der Straße und im Training geprüft werden. Im Fokus stehen dabei Sichtqualität, Belüftung, Passform und Handling. Genau die Kriterien also, die im sportlichen Einsatz zählen. Auch MTB-News und der Test des Bike Magazins liefern einen praxisnahen Vergleich von Sportbrillen. Es werden der Tragekomfort, die Passform und die Sicht bewertet. Für den Bergzeit-Test stehen Komfort, Funktion und Vielseitigkeit im Vordergrund. Unsere Experten und Expertinnen prüfen die Fahrradbrillen in unterschiedlichen sportlichen Einsätzen.

Ausgewählte Modelle im Überblick:

Modell Besondere Eigenschaften Testurteil
Julbo Rush Reactiv Performance 1-3 Photochromatisches Glas, kontraststeigernd „sehr gut“ im Bike-Test 2024
Sweet Protection Ronin RIG Photochromic Helles Glas mit breitem Tönungsbereich 47 von 60 Punkten im Bike-Magazin Test 2024
POC Elicit Toric EF Pro Team Ed. Ultraleicht, rahmenlos, hervorragende optische Qualität Empfehlung im Rennrad-News Test
100% S2 Smoke Sicherer Sitz, angenehm gummierte Auflage „sehr gut“ im Bike-Test 2024
Oakley Encoder Prizm Exzellente Passform, farbneutrales Prizm Glas Empfehlung im Rennrad-News Test 2023
Scott Pro Shield Sehr gute Passform, stabiler Sitz Empfehlung im Rennrad-News Test 2023
100% Speedcraft SL Hiper Mirror Erstklassiges Glas, effektive Belüftung Sehr gut im Outdoor Einzeltest 07/25
Alpina Bonfire Mag Q+ Schneller, magnetischer Glaswechsel Bergzeit Test

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0